Von Freitag bis Freitag München: Unterwegs mit Anastasia

Ich bin verdammt müde. Während meine Ethnologie-Kommilitonen gerade auf Kuba, Sri Lanka oder in Portugal chillen, bin ich in der vergangenen Woche von Bibliothek zu Bibliothek gereist und habe mich meiner Hausarbeit gewidmet. Was? Mitten in den Semesterferien? Ja, ich geb‘s zu. Vielleicht habe ich mal wieder zu spät angefangen. Vielleicht habe ich mich während der lauen Sommerwochen in München nicht aufraffen können. Vielleicht macht sich das schlechte Gewissen wieder mal erst am Ende bemerkbar. Naja. Ich bin müde, aber unternehmungslustig, ignoriere die tollen Reise-Insta-Stories und freue mich auf eine bunt gemischte Veranstaltungswoche in München.

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Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Lena

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Wir sind heute das erste Mal unterwegs mit unserer Autorin Lena, die  am liebsten in die Natur geht – wie in den Englischen Garten oder zum Schloss Nymphenburg. Ergänzt wird ihr Wochenprogramm durch Musik beim Konzertabend Freundschaftsbänd, durch einen Polit Slam oder Besuchen auf Weihnachtsmärkten.

Los geht’s am Freitagabend mit einer Runde Glühwein –
mir fehlt nämlich noch das Weihnachtsfeeling dieses Jahr. Also mache ich mich
gemeinsam mit ein paar Freunden auf zum Weihnachtsmarkt am Chinesischen Turm.
Mit Glühwein intus fährt es sich bestimmt gut Schlittschuh. Von dort aus geht
es deswegen weiter zum Prinzregentenstadion. Mit dem Kombiticket geht es zuerst
Eislaufen und danach in die Sauna, den Whirlpool und das Dampfbad. So lässt
sich gut das Wochenende einläuten!

Am Samstag schlafe ich ausgiebig aus
und gönne mir einen Brunch in meinem Lieblingscafé Königin 43. Da das Café
gleich am Englischen Garten liegt, dreh ich noch eine Runde im Park. Ein
Abstecher zu den Surfern an der Eisbachwelle ist für mich ein Muss. Ich liebe
es, die Surfer zu beobachten und bewundere sie dafür, in der Kälte sich auf ein
Brett zu stellen und nicht als ein Eiszapfen dabei einzufrieren. Den Nachmittag
verbringe ich mit Plätzchen, Tee und einem guten Buch auf der Couch. Abends
raffe ich mich auf: Ich kenne mich in München noch nicht so gut aus. Deswegen will
ich unbedingt die Münchner Musikszene kennenlernen. Was eignet sich besser als
der Konzertabend Freundschaftsbänd? Neun Münchner Bands covern gegenseitig ihre
Songs. Perfekt!

Da es unter der Woche abends schon dunkel ist, wenn ich
heimkomme, muss ich am Wochenende unbedingt mal raus. Ich fahre am Sonntag zu Schloss Nymphenburg. Dort
veranstalten die Stadtspürer Schlossrundgänge zum Thema Mythen und Mysterien im
Sommerpalast der Wittelsbacher
. Ach ja, heute ist ja auch schon der dritte
Advent! Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht… Die Weihnachtsstimmung stellt
sich immer noch nicht so richtig bei mir ein. Lässt sich aber ändern, denke ich
mir, und rufe eine Freundin an. Die ist sofort Feuer und Flamme für einen
Weihnachtsmarktbesuch. Wir entscheiden uns für den Märchenbazar am Viehhof. Wir
schlendern mit einer Tasse Glühwein in der Hand zwischen den bunten Zirkuszelten
und den hölzernen Jahrmarktbuden hindurch. Im Märchenzelt wärmen wir uns auf
bei Gitarrenklängen des Singer-Songwriter Igor Landy.

Nach dem ersten Arbeitstag der Woche brauche ich erst mal
Entspannung und das geht wunderbar im Kino. Montagabend in den City Kinos findet die Queer Shots Kurzfilmnacht
2017
statt. Dort werden preisgekrönte Kurzfilme gezeigt und es ist sogar die Preisträgerin
Clara Stern da, die ihren Transgender-Film MATHIAS vorstellt. Der
Hauptcharakter muss sich in seinem neuen Leben als Transgender erst noch
zurechtfinden und trifft auf eine Reihe von Problemen.

Am Dienstag stoße
ich zufällig auf das Tanzprojekt – Die Welt tanzt in München. Dort tanzen jede
Woche alle, die Lust haben, zusammen und am Ende entsteht eine Choreographie
aus Tänzen verschiedener Länder und bayerischen Tänzen. Angeblich kann man
jederzeit einsteigen – auch ohne Vorkenntnisse. Auch wenn ich danach außer
Puste bin und mein Kopf raucht, weil ich mir so viele Schritte merken muss, hat
es viel Spaß gemacht. Den Abend lasse ich noch in einer Bar mit Drinks und ein
paar Freunden ausklingen.

Einen Poetry Slam habe ich schon mal besucht, aber einen
Polit Slam noch nicht. Vier Politiker und Politikerinnen treten gegen vier
Poetry Slammer und Slammerinnen mit selbst geschriebenen Texten an. Das Motto:
„Ich habe was zu sagen!“ Das Publikum entscheidet, wer der Gewinner ist. Finde
ich cool. Ich schleife am Mittwoch
also einen Kumpel ins Heppel & Ettlich. Es ist ein sehr kurzweiliger Abend.
Ich falle todmüde ins Bett.

Am Donnerstag
brauche ich deswegen dringend mal eine Pause. Ich entscheide mich abends für
meine liebsten Weihnachtsfilme: „Der Kleine Lord“ und „Drei Haselnüsse für
Aschenbrödel“. Ich mache es mir mit selbstgebackenen Lebkuchen und Plätzchen
sowie einem Punsch auf meinem Bett gemütlich. Hach, ist das schön!

Das Tanzen am Dienstag hat mir sehr viel Spaß bereitet, aber
ich glaube, ich sehe dabei eher aus wie ein Elefant als wie ein Schwan.
Deswegen sollte ich mir dringend Tanzmoves anschauen. Das kann ich am Freitag in der StreetLove Dance Academy
bei der Blocksession machen. Ich staune, wie toll sich manche verbiegen können oder so gut tanzen
können, als würden sie über den Boden schweben. Das muss ich erst mal verdauen
– wieder mal bei einem weihnachtlichen Getränk. Diesmal am Christkindlmarkt am
Marienplatz
.

Text: Lena Schnelle

Foto: privat

Wo kann man…? 7 Orte fürs Drachensteigen

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Wo kann man in München ordentlich Aufwind kriegen, um sich den
Wind durch die Haare und die Gedanken aus dem Kopf wehen zu lassen? Wo kann man
in Tagen wie diesen, an denen Irrungen und Wirrungen auf der Tagesordnung
stehen, ein paar Stunden Wind
einfangen und Drachen steigen lassen?

Drachensteigen ist kinderleicht, wenn ein Erwachsener dahinter
steht und dir den Drachen schon in die Höhe hält. Aber mach das mal allein:
unmöglich. Du wirst also jemanden brauchen, mit dem du das machst. Und damit es
noch ein wenig lustiger ist und man noch mehr auf andere Gedanken kommt, als
beim Drachensteigen ohnehin, lohnt es sich auch, das Flugobjekt gleich selbst
zu bauen. Eine Anleitung findest du zum Beispiel hier.


1) Auf dem Olympiaberg

 Der Olympiaberg ist irgendwie unscheinbar und großartig zu
gleich. Ich komme nicht aus München und erfahre deshalb häufig Dinge, die die
Münchner selbst nicht wissen: Angeblich besteht der Olympiaberg, genauso wie
der Berg im Luitpoldpark, zum größten Teil aus Bauschutt und Trümmern der
Weltkriege. Optimaler Ort für schwere Gedanken, die man mal ordentlich
durchrütteln will. Einkehren kann man nach getaner Arbeit anschließend auf der
Olympia-Alm, die von 12 bis 22 Uhr geöffnet ist.

2) Westpark

Der Westpark ist durch die Brücke in zwei ganz unterschiedliche
Parkanlagen unterteilt. Wind und damit Drachensteig-Bedingungen gibt es in
beiden Teilen. Während im Westteil das alte Amphitheater im Sommer mit dem
Kino, Mond und Sterne zu tollen Filmabenden im Anschluss an eure Windeinheit
einlädt, wartet im Ostteil das hübsch zusammengebastelte Café und Eventzelt vom
Gans am Wasser, in dem ihr Konzerte, Yoga und Getränke bekommt.

3) Hirschgarten

Natürlich kann man auch einfach in den Hirschgarten gehen. Liegt
ja nahe. Die Bedingungen sind beinahe optimal: zentral, groß, windig. Nur Bäume
gibts da einige, über deren Schatten man sich im Sommer mehr freut als dann im
Herbst, wenn der Drachen sich in den Kastanienästen verheddert.

4)
Ortsausgang München

Hinter Pasing, Berg am Laim, bei Fröttmaning und wo sonst noch
überall wirds zugig und einsam. Mit anderen Worten: Genau richtig zum
Drachensteigen. Das ist schon toll, weil allein da hinzukommen schon eine
aufregende Weltreise ist. Muss man schonmal erlebt haben, wenn man lange hier
wohnt: einfach mal zu fuß aus München rausspazieren.

5) Englischer Garten und Isar

Egal ob Nord- oder Südteil: Hier kann man natürlich gut den
Drachen steigen lassen. Genauso auch an der Isar. Nur ist die
Wahrscheinlichkeit eben auch groß, dass man hier nicht so allein ist wie
andernorts. Und das ist nicht gerade zuträglich, wenn man doch eigentlich auf
neue Gedanken gebracht werden und auch niemanden mit dem gebauten Drachen
köpfen will.

6) Königsplatz

Mit etwas Vorsicht geht es wohl auch auf dem Königsplatz, wenns
mehr ums Prahlen geht als um die hochtrabenden Gedanken! Aber dann danach im
Stehcafé an der TU die Apfelschorle vom Pachlmair genießen!

7) Theresienwiese

Auf der Theresienwiese in der kurzen Zeit zwischen
Wiesenab- und Wiesenaufbau. Aus genannten Gründen wird das eher schwierig. Gefühlt stehen
da immer irgendwelche Arbeiten an. Ansonsten gäbe es wohl keinen besseren Platz
in der Stadt.

Text: Friederike Krueger


Foto: Claus Schunk

Wo kann man … sich ungestört sonnen?

Auch, wenn der Wetterbericht uns momentan enttäuschen mag – es ist noch Sommer. Wenn im August sich doch noch einige letzte Sonnenstrahlen blicken lassen, dann hat unsere Autorin die Tipps für euch, wo ihr ungestört Sonnenbaden könnt.

1) Nordteil des
Englischen Gartens
Im Nordteil des Englischen Gartens kann man alles besser machen, was im
Südteil auch geht: Keine nervigen Touris, die mit ihren Selfiesticks eine
Gefahr darstellen und keine wilden Radfahrer, die einen überfahren, wenn man
eine Sekunde nicht aufpasst. Es gibt hier viele versteckte und unberührte
Ecken, bei denen man sich ungestört hinlegen und braun werden kann.

2) Theresienwiese
Auf der Theresienwiese gibt es nichts, was man nicht tun kann.
Lustigerweise suchen sich hier deutlich weniger Leute einen Platz zum Brutzeln
aus. Hier hat man also auf jeden Fall seine Ruhe. Die Goethestraße ist auch
nicht weit entfernt, um sich bei einem Getränk zu erfrischen oder Sonnencreme
zu kaufen, falls man zu lange in der Sonne gelegen hat.

3) Vor der LMU
Der Platz vor der LMU eignet sich hervorragend für ein Sonnenbad: Wem es in
der Sonne irgendwann zu heiß wird, kann sich in die angenehm kühlen Wände der
LMU zurückziehen oder sich im Brunnen abkühlen und der verrückte Eismacher ist
genau um die Ecke. Wenn man darüber hinaus die vielen Studierenden sieht, die
auf dem Weg zur Bib oder Klausur sind, genießt man das Sonnenbad umso mehr.
Wenn man allerdings zur Prokrastinations-Fraktion gehört, sollte sich lieber
einen anderen Ort zum Sonnen suchen, um den Gedanken an den nächsten
Abgabetermin zu verdrängen.

4) Westpark
Ideal für Leute, die Fernweh haben, denen aber das nötige Kleingeld für
eine weite Reise fehlt. Die Gärten im japanischen oder thailändischen Stil laden
zum Träumen nach Fernost ein.

5) Pforte des
Maximilianeum
Bei der Pforte des Maximilianeums kann man sich im Schneidersitz mit Blick
zur Stadt auf die Mauer hocken und die tolle Skyline Münchens genießen. In der
Regel sind auch nur eine Handvoll Leute dort unterwegs, die einen stören
könnten.

6) Schloss Nymphenburg
Gerade in dem prächtigen Park kann man sich entspannt
einen Platz im hohen Gras aussuchen, um sich königlich zu sonnen und sich eine
entweder fürstliche Sommerbräune oder einen exquisiten Sonnenbrand zu holen.

Text: Serafina Ferizaj

Foto: Alessandra Schellnegger

Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Barbara

Die Events im Container Collective scheinen kein Ende zu nehmen. Unsere Autorin besucht dort den Kneipenabend am Samstag. Noch dazu steht für kommende Woche Theater, Indie-Musik und das Isle of Summer Festival auf dem Programm.

Die Sonne scheint und das sollten wir uns am Freitagabend
gleich zu Nutze machen. Auf dem Rindermarkt beginnt heute ab 17 Uhr das Munich
Sessions Summer Fest
. Das dreitätige Open Air ist für jeden frei zugänglich
und wird unter anderem von ego FM,
Bundaberg
Ginger Brew
und Gutmann
Hefeweizen
gesponsert. Eine tolle Gelegenheit, Live Musik im Herzen von
München zu genießen.

Am Samstag mache ich mich fein für das Isle of Summer
Festival
. Electro-Größen wie Oliver Koletzki, Bebetta, AKA AKA und Florian
Kruse werden die Menschenmengen zum Beben bringen und für fantastische
Festival-Stimmung sorgen. Die Sonne darf sich auf alle Fälle blicken lassen! Wenn ich dann noch fit bin, statte ich abends dem Container Collective
einen Besuch ab. Die Redaktion JETZT
lädt zu einem feuchtfröhlichen Trink- und Leseabend und trägt ihre besten
Kolumnen und Texte vor. Musikalischen Support gibt es dieses Mal vom Münchner
Kneipenchor
. Zwei Wochen lang – vom 24. 7. bis 5. 8. 2017 – lässt sich die
SZ im Container Collective nieder und gibt Raum für spannende Diskussionen,
Anregungen und Wünsche. Kommen lohnt sich!

Für den Sonntag habe ich mir die egoFM
Schlauchboot Session
vorgemerkt. Um 14 Uhr mache ich mich bereit für das
fröhliche Paddeln im Olympiasee. Auch für musikalische Unterhaltung und das
leibliche Wohl wird gesorgt. Der Eintritt ist frei.

Am Montag geht es in den Biergarten. München hat
diesbezüglich so eine große Auswahl, dass es vermutlich Wochen dauern würde, um
alle einmal gesehen zu haben. Meine Wenigkeit kann das Seehaus im Englischen
Garten
empfehlen. Der idyllisch gelegene Biergarten besticht mit Seeblick und
leckeren Speisen und Getränken.

Der heutige Dienstagabend gehört allen Künstlern, Poeten und
Musikern, die ihr Können im Arts´n´Boards
unter Beweis stellen möchten. Die Veranstaltungsreiche „Open
Stage“
findet jeden zweiten Dienstag im Monat statt. Beginn ist um 19:30
Uhr, der Eintritt ist frei. Wer ambitioniert genug ist, um sich auf die Bühne
zu stellen, kann sich unter arts@arts-and-boards.de
für die kommenden Open Stages anmelden.

Am Mittwochabend schlüpfe ich in meine Flip Flops und
pilgere zur „Chamagne
supernova“-Party
am Kulturstrand
München
. Der Abend wird Indie-lastig, denn DJ Armin Linder hat
die besten Hits von Oasis, „The Smiths“, „The Cure“ und „The Velvet
Underground“ im Gepäck. Also, liebe Indie-Freunde, nichts wie hin! Ab 19 Uhr
geht’s los, der Eintritt ist frei.

Am Donnerstagabend gehe ich ins Deutsche Theater und trage
mein kleines Schwarzes. Aufgeführt wird nämlich das Balletstück „Mythos
Coco“
, in welchem die Biographie von der berühmten Modedesignerin Coco
Chanel erzählt wird. Ich bin auf die Inszenierung schon sehr gespannt! Beginn
ist um 20 Uhr.

Am Freitag stehen Boards mit coolen Designs im Mittelpunkt: Das
alljährliche Surf
& Skate Festival
beginnt dieses Wochenende und ist für alle Skater und
Surfer quasi ein Pflichttermin. Eingeläutet wird das Festival mit der „Surf
Movie Night“ im Kino, Mond
und Sterne
. Für mich ein schöner Start in das Wochenende! Als Alternativprogramm sei Kunstliebhabern die Vernissage „Books
& Birds“
von Simon
Marchner
ans Herz gelegt. Der Künstler setzt sich in seinen feinen
Illustrationen mit dem Thema Natur auseinander. Die Ausstellung beginnt um 20
Uhr im Altgiesing.

Text: Barbara Forster

Foto: Privat

Wo kann man in München gut…..Bücher lesen und Tagträumen?

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München ist zwar ein Dorf, verwandelt sich aber immer mehr
in ein Großstadt-Monster. Das merkt man besonders, zu den Stoßzeiten in öffentlichen Verkehrsmitteln, in der Fußgängerzone,
oder auf den großen Straßen der Städt. Überall wimmelt es vor Autos und
Menschen, es ist laut und hektisch. Wo kann man denn in München einfach nur mal ein bisschen durchatmen, in Ruhe
ein Buch lesen oder einfach nur Tagträumen?

1) Max-Jospeh-Platz
Einer meiner absoluten Lieblingsplätze ist hier: vor der Oper und dem
Residenztheater. Zugegeben, so richtig ruhig ist es hier nicht. Aber es gibt
genug Platz zum Sitzen: entweder auf den Stufen vor der Oper oder an der Wand
der Residenz (auch gut zum Sonnen). Hier kann man gut vor sich hinträumen, weil
die Kulisse einfach wunderschön ist. Touristen treffen auf Theaterbesucher und
tagsüber skaten die Kids über den Platz. Und lesen lässt es sich hier natürlich
auch bestens.

2) Seidlvilla
Abseits vom Trubel der Leopoldstraße findet man am Nikolaiplatz die Seidlvilla.
Die hat einen hübschen kleinen Garten, der während der Öffnungszeiten für jeden
zugänglich ist. Dort stehen auch ein paar Tische und Stühle. Im Frühling blühen
auf der Wiese viele Blumen und im Sommer sorgen die Bäume für eine kühle Brise
und Schatten. Ideal also um in der Mittagspause mit einem Buch zu entspannen
und die Gedanken einfach mal schweifen zu lassen.

3) Rosengarten
Der Rosengarten (Haltestelle Kolumbusplatz) klingt schon träumerisch und ist es
auch. Das Schöne hier ist, dass man meistens relativ ungestört ist, da nicht so
oft viele Leute dort sind. Man sollte unbedingt auf die Öffnungszeiten gucken,
denn die ändern sich im Winter und im Sommer. Abgesehen von unzähligen
verschiedenen Rosenarten gibt es hier auch ein paar Stühle, die man sich so
platzieren kann wie man möchte. Und wer im Sommer eine kleine Abkühlung
braucht, der kann seine Füße hier auch ins seichte Wasser eintauchen….und
nebenbei weiterlesen, oder träumen.

4) Schlosspark Blutenburg
Das Schloss Blutenburg liegt im Westen Münchens, in Obermenzing. Das Schloss
Blutenburg ist umgeben von einem Park, der oft von Spaziergängern und Radlern
genutzt wird. Die großen Grünflächen nutzen eher weniger Leute, umso schöner
ist es, wenn man es sich dort mit einer Decke gemütlich macht. Mit Blick auf
das mittelalterliche Schloss hat man gar nicht mehr das Gefühl in der Stadt zu
sein. Von dem Verkehr der umliegenden Straßen bekommt man hier auch nicht viel
mit. Man kann sich hier also in aller Ruhe in seine Lektüre vertiefen oder in
Gedanken verlieren.

5) Englischer Garten – Nordteil
Natürlich kann man auch wunderbar im Englischen Garten lesen und träumen. Aber
bitte nicht in der Nähe des Chinesischen Turms oder Monopteros, wo wirklich
ALLE immer abhängen. Und wo man an extrem vollen Tagen im schlimmsten Fall von
nassen Hunden umgerannt wird, oder einen Ball an den Kopf geworfen bekommt.
Lieber mit dem Fahrrad ein bisschen weiter nach Norden fahren. Das geht auch
mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Im Nordteil ist alles verlassener, das
Gras wird nicht so oft gemäht und überhaupt ist hier alles etwas langsamer als
an anderen Stellen. Touristen trifft man hier selten an. Dafür umso häufiger ein
paar Schafe. Einfach eine schöne Bank suchen, oder eine Decke mitnehmen,
hinsetzen, lesen, träumen und die Stille genießen.

Text: Ornella Cosenza 

Foto: Lukas Barth

Wo kann man… richtig gut joggen gehen?

Unsere Autorin gibt Ratschläge, wo man besonders schnell, verlaufsarm oder anspruchsvoll joggen gehen kann. Zum Beispiel nachts auf der Leopoldstraße, in der endlosen Weite der Theresienwiese oder, für Hürdenläufer, auf der Goethestraße.

1. Nordteil
des Englischen Gartens

So schön die Orte auch sind, man ist weit weg vom
Seehaus, Monopteros und Chinesischen Turm. Heißt also: Keine Touris, die sich
verlaufen haben oder Selfies machen und somit den Flow stören. Von dort kommt
man auch super zum nächsten Punkt, wo man gut joggen kann:

2. Die Isar
Zugegeben ist der Abschnitt zwischen Friedensengel
auch sehr überlaufen. Aber vor allem die Gegend um die St.-Emmeram-Brücke im
Norden und in Sendling im Süden eignen sich hervorragend für einen langen Lauf.
Bei den vielen Biergärten dazwischen kann man sich mit einer Schorle oder eine
Breze den nötigen Energiekick holen.

3. Goethestraße
Perfekt für die fortgeschrittenen Läufer: Der ganze
Verkehr und die Straßen voller Menschen ähneln einem Hindernislauf. Die
abwechselnd schnellen und langsamen Läufe und Ausweichmanöver trainieren die
Oberschenkelmuskeln und stärken die Kondition.

4. Theresienwiese
Die Theresienwiese ist für alle geeignet, die keinen
besonders guten Orientierungssinn haben. Hier kann man sich garantiert nicht
verlaufen. Und der strenge Blick der Bavaria passt auch darauf auf, dass man keine Pause
zu viel einlegt.

5. Nordfriedhof
Vor allem in der Dämmerung sehr empfehlenswert: Man
läuft viel schneller, um einen der wenigen Ausgänge zu finden, damit man nicht in der
Dunkelheit alleine am Friedhof ist.

6. Leopoldstraße
und Ludwigstraße bei Nacht

Nachts braucht man keine Angst zu haben, von wilden
Rad- oder Autofahrern überfahren zu werden und es sind kaum Menschen unterwegs.
Da wirkt die Kulisse mit dem beleuchteten Siegestor gleich viel schöner und der
Lauf macht viel mehr Spaß!

7. Alter Südfriedhof
Gerade an regnerischen Vormittagen, wenn der Friedhof menschenleer ist und man die begrabenen Fürste, Gräfe und Könige seufzen hören kann, läuft es sich am schönsten. Wem das zu makaber ist, muss wohl doch aufs sportliche Olympiagelände zurückgreifen.


Text: Serafina Ferizaj

Foto: Lukas Schulze