Wo kann man…? 7 Orte fürs Drachensteigen

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Wo kann man in München ordentlich Aufwind kriegen, um sich den
Wind durch die Haare und die Gedanken aus dem Kopf wehen zu lassen? Wo kann man
in Tagen wie diesen, an denen Irrungen und Wirrungen auf der Tagesordnung
stehen, ein paar Stunden Wind
einfangen und Drachen steigen lassen?

Drachensteigen ist kinderleicht, wenn ein Erwachsener dahinter
steht und dir den Drachen schon in die Höhe hält. Aber mach das mal allein:
unmöglich. Du wirst also jemanden brauchen, mit dem du das machst. Und damit es
noch ein wenig lustiger ist und man noch mehr auf andere Gedanken kommt, als
beim Drachensteigen ohnehin, lohnt es sich auch, das Flugobjekt gleich selbst
zu bauen. Eine Anleitung findest du zum Beispiel hier.


1) Auf dem Olympiaberg

 Der Olympiaberg ist irgendwie unscheinbar und großartig zu
gleich. Ich komme nicht aus München und erfahre deshalb häufig Dinge, die die
Münchner selbst nicht wissen: Angeblich besteht der Olympiaberg, genauso wie
der Berg im Luitpoldpark, zum größten Teil aus Bauschutt und Trümmern der
Weltkriege. Optimaler Ort für schwere Gedanken, die man mal ordentlich
durchrütteln will. Einkehren kann man nach getaner Arbeit anschließend auf der
Olympia-Alm, die von 12 bis 22 Uhr geöffnet ist.

2) Westpark

Der Westpark ist durch die Brücke in zwei ganz unterschiedliche
Parkanlagen unterteilt. Wind und damit Drachensteig-Bedingungen gibt es in
beiden Teilen. Während im Westteil das alte Amphitheater im Sommer mit dem
Kino, Mond und Sterne zu tollen Filmabenden im Anschluss an eure Windeinheit
einlädt, wartet im Ostteil das hübsch zusammengebastelte Café und Eventzelt vom
Gans am Wasser, in dem ihr Konzerte, Yoga und Getränke bekommt.

3) Hirschgarten

Natürlich kann man auch einfach in den Hirschgarten gehen. Liegt
ja nahe. Die Bedingungen sind beinahe optimal: zentral, groß, windig. Nur Bäume
gibts da einige, über deren Schatten man sich im Sommer mehr freut als dann im
Herbst, wenn der Drachen sich in den Kastanienästen verheddert.

4)
Ortsausgang München

Hinter Pasing, Berg am Laim, bei Fröttmaning und wo sonst noch
überall wirds zugig und einsam. Mit anderen Worten: Genau richtig zum
Drachensteigen. Das ist schon toll, weil allein da hinzukommen schon eine
aufregende Weltreise ist. Muss man schonmal erlebt haben, wenn man lange hier
wohnt: einfach mal zu fuß aus München rausspazieren.

5) Englischer Garten und Isar

Egal ob Nord- oder Südteil: Hier kann man natürlich gut den
Drachen steigen lassen. Genauso auch an der Isar. Nur ist die
Wahrscheinlichkeit eben auch groß, dass man hier nicht so allein ist wie
andernorts. Und das ist nicht gerade zuträglich, wenn man doch eigentlich auf
neue Gedanken gebracht werden und auch niemanden mit dem gebauten Drachen
köpfen will.

6) Königsplatz

Mit etwas Vorsicht geht es wohl auch auf dem Königsplatz, wenns
mehr ums Prahlen geht als um die hochtrabenden Gedanken! Aber dann danach im
Stehcafé an der TU die Apfelschorle vom Pachlmair genießen!

7) Theresienwiese

Auf der Theresienwiese in der kurzen Zeit zwischen
Wiesenab- und Wiesenaufbau. Aus genannten Gründen wird das eher schwierig. Gefühlt stehen
da immer irgendwelche Arbeiten an. Ansonsten gäbe es wohl keinen besseren Platz
in der Stadt.

Text: Friederike Krueger


Foto: Claus Schunk

Wo kann man … sich ungestört sonnen?

Auch, wenn der Wetterbericht uns momentan enttäuschen mag – es ist noch Sommer. Wenn im August sich doch noch einige letzte Sonnenstrahlen blicken lassen, dann hat unsere Autorin die Tipps für euch, wo ihr ungestört Sonnenbaden könnt.

1) Nordteil des
Englischen Gartens
Im Nordteil des Englischen Gartens kann man alles besser machen, was im
Südteil auch geht: Keine nervigen Touris, die mit ihren Selfiesticks eine
Gefahr darstellen und keine wilden Radfahrer, die einen überfahren, wenn man
eine Sekunde nicht aufpasst. Es gibt hier viele versteckte und unberührte
Ecken, bei denen man sich ungestört hinlegen und braun werden kann.

2) Theresienwiese
Auf der Theresienwiese gibt es nichts, was man nicht tun kann.
Lustigerweise suchen sich hier deutlich weniger Leute einen Platz zum Brutzeln
aus. Hier hat man also auf jeden Fall seine Ruhe. Die Goethestraße ist auch
nicht weit entfernt, um sich bei einem Getränk zu erfrischen oder Sonnencreme
zu kaufen, falls man zu lange in der Sonne gelegen hat.

3) Vor der LMU
Der Platz vor der LMU eignet sich hervorragend für ein Sonnenbad: Wem es in
der Sonne irgendwann zu heiß wird, kann sich in die angenehm kühlen Wände der
LMU zurückziehen oder sich im Brunnen abkühlen und der verrückte Eismacher ist
genau um die Ecke. Wenn man darüber hinaus die vielen Studierenden sieht, die
auf dem Weg zur Bib oder Klausur sind, genießt man das Sonnenbad umso mehr.
Wenn man allerdings zur Prokrastinations-Fraktion gehört, sollte sich lieber
einen anderen Ort zum Sonnen suchen, um den Gedanken an den nächsten
Abgabetermin zu verdrängen.

4) Westpark
Ideal für Leute, die Fernweh haben, denen aber das nötige Kleingeld für
eine weite Reise fehlt. Die Gärten im japanischen oder thailändischen Stil laden
zum Träumen nach Fernost ein.

5) Pforte des
Maximilianeum
Bei der Pforte des Maximilianeums kann man sich im Schneidersitz mit Blick
zur Stadt auf die Mauer hocken und die tolle Skyline Münchens genießen. In der
Regel sind auch nur eine Handvoll Leute dort unterwegs, die einen stören
könnten.

6) Schloss Nymphenburg
Gerade in dem prächtigen Park kann man sich entspannt
einen Platz im hohen Gras aussuchen, um sich königlich zu sonnen und sich eine
entweder fürstliche Sommerbräune oder einen exquisiten Sonnenbrand zu holen.

Text: Serafina Ferizaj

Foto: Alessandra Schellnegger

Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Barbara

Die Events im Container Collective scheinen kein Ende zu nehmen. Unsere Autorin besucht dort den Kneipenabend am Samstag. Noch dazu steht für kommende Woche Theater, Indie-Musik und das Isle of Summer Festival auf dem Programm.

Die Sonne scheint und das sollten wir uns am Freitagabend
gleich zu Nutze machen. Auf dem Rindermarkt beginnt heute ab 17 Uhr das Munich
Sessions Summer Fest
. Das dreitätige Open Air ist für jeden frei zugänglich
und wird unter anderem von ego FM,
Bundaberg
Ginger Brew
und Gutmann
Hefeweizen
gesponsert. Eine tolle Gelegenheit, Live Musik im Herzen von
München zu genießen.

Am Samstag mache ich mich fein für das Isle of Summer
Festival
. Electro-Größen wie Oliver Koletzki, Bebetta, AKA AKA und Florian
Kruse werden die Menschenmengen zum Beben bringen und für fantastische
Festival-Stimmung sorgen. Die Sonne darf sich auf alle Fälle blicken lassen! Wenn ich dann noch fit bin, statte ich abends dem Container Collective
einen Besuch ab. Die Redaktion JETZT
lädt zu einem feuchtfröhlichen Trink- und Leseabend und trägt ihre besten
Kolumnen und Texte vor. Musikalischen Support gibt es dieses Mal vom Münchner
Kneipenchor
. Zwei Wochen lang – vom 24. 7. bis 5. 8. 2017 – lässt sich die
SZ im Container Collective nieder und gibt Raum für spannende Diskussionen,
Anregungen und Wünsche. Kommen lohnt sich!

Für den Sonntag habe ich mir die egoFM
Schlauchboot Session
vorgemerkt. Um 14 Uhr mache ich mich bereit für das
fröhliche Paddeln im Olympiasee. Auch für musikalische Unterhaltung und das
leibliche Wohl wird gesorgt. Der Eintritt ist frei.

Am Montag geht es in den Biergarten. München hat
diesbezüglich so eine große Auswahl, dass es vermutlich Wochen dauern würde, um
alle einmal gesehen zu haben. Meine Wenigkeit kann das Seehaus im Englischen
Garten
empfehlen. Der idyllisch gelegene Biergarten besticht mit Seeblick und
leckeren Speisen und Getränken.

Der heutige Dienstagabend gehört allen Künstlern, Poeten und
Musikern, die ihr Können im Arts´n´Boards
unter Beweis stellen möchten. Die Veranstaltungsreiche „Open
Stage“
findet jeden zweiten Dienstag im Monat statt. Beginn ist um 19:30
Uhr, der Eintritt ist frei. Wer ambitioniert genug ist, um sich auf die Bühne
zu stellen, kann sich unter arts@arts-and-boards.de
für die kommenden Open Stages anmelden.

Am Mittwochabend schlüpfe ich in meine Flip Flops und
pilgere zur „Chamagne
supernova“-Party
am Kulturstrand
München
. Der Abend wird Indie-lastig, denn DJ Armin Linder hat
die besten Hits von Oasis, „The Smiths“, „The Cure“ und „The Velvet
Underground“ im Gepäck. Also, liebe Indie-Freunde, nichts wie hin! Ab 19 Uhr
geht’s los, der Eintritt ist frei.

Am Donnerstagabend gehe ich ins Deutsche Theater und trage
mein kleines Schwarzes. Aufgeführt wird nämlich das Balletstück „Mythos
Coco“
, in welchem die Biographie von der berühmten Modedesignerin Coco
Chanel erzählt wird. Ich bin auf die Inszenierung schon sehr gespannt! Beginn
ist um 20 Uhr.

Am Freitag stehen Boards mit coolen Designs im Mittelpunkt: Das
alljährliche Surf
& Skate Festival
beginnt dieses Wochenende und ist für alle Skater und
Surfer quasi ein Pflichttermin. Eingeläutet wird das Festival mit der „Surf
Movie Night“ im Kino, Mond
und Sterne
. Für mich ein schöner Start in das Wochenende! Als Alternativprogramm sei Kunstliebhabern die Vernissage „Books
& Birds“
von Simon
Marchner
ans Herz gelegt. Der Künstler setzt sich in seinen feinen
Illustrationen mit dem Thema Natur auseinander. Die Ausstellung beginnt um 20
Uhr im Altgiesing.

Text: Barbara Forster

Foto: Privat

Wo kann man in München gut…..Bücher lesen und Tagträumen?

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München ist zwar ein Dorf, verwandelt sich aber immer mehr
in ein Großstadt-Monster. Das merkt man besonders, zu den Stoßzeiten in öffentlichen Verkehrsmitteln, in der Fußgängerzone,
oder auf den großen Straßen der Städt. Überall wimmelt es vor Autos und
Menschen, es ist laut und hektisch. Wo kann man denn in München einfach nur mal ein bisschen durchatmen, in Ruhe
ein Buch lesen oder einfach nur Tagträumen?

1) Max-Jospeh-Platz
Einer meiner absoluten Lieblingsplätze ist hier: vor der Oper und dem
Residenztheater. Zugegeben, so richtig ruhig ist es hier nicht. Aber es gibt
genug Platz zum Sitzen: entweder auf den Stufen vor der Oper oder an der Wand
der Residenz (auch gut zum Sonnen). Hier kann man gut vor sich hinträumen, weil
die Kulisse einfach wunderschön ist. Touristen treffen auf Theaterbesucher und
tagsüber skaten die Kids über den Platz. Und lesen lässt es sich hier natürlich
auch bestens.

2) Seidlvilla
Abseits vom Trubel der Leopoldstraße findet man am Nikolaiplatz die Seidlvilla.
Die hat einen hübschen kleinen Garten, der während der Öffnungszeiten für jeden
zugänglich ist. Dort stehen auch ein paar Tische und Stühle. Im Frühling blühen
auf der Wiese viele Blumen und im Sommer sorgen die Bäume für eine kühle Brise
und Schatten. Ideal also um in der Mittagspause mit einem Buch zu entspannen
und die Gedanken einfach mal schweifen zu lassen.

3) Rosengarten
Der Rosengarten (Haltestelle Kolumbusplatz) klingt schon träumerisch und ist es
auch. Das Schöne hier ist, dass man meistens relativ ungestört ist, da nicht so
oft viele Leute dort sind. Man sollte unbedingt auf die Öffnungszeiten gucken,
denn die ändern sich im Winter und im Sommer. Abgesehen von unzähligen
verschiedenen Rosenarten gibt es hier auch ein paar Stühle, die man sich so
platzieren kann wie man möchte. Und wer im Sommer eine kleine Abkühlung
braucht, der kann seine Füße hier auch ins seichte Wasser eintauchen….und
nebenbei weiterlesen, oder träumen.

4) Schlosspark Blutenburg
Das Schloss Blutenburg liegt im Westen Münchens, in Obermenzing. Das Schloss
Blutenburg ist umgeben von einem Park, der oft von Spaziergängern und Radlern
genutzt wird. Die großen Grünflächen nutzen eher weniger Leute, umso schöner
ist es, wenn man es sich dort mit einer Decke gemütlich macht. Mit Blick auf
das mittelalterliche Schloss hat man gar nicht mehr das Gefühl in der Stadt zu
sein. Von dem Verkehr der umliegenden Straßen bekommt man hier auch nicht viel
mit. Man kann sich hier also in aller Ruhe in seine Lektüre vertiefen oder in
Gedanken verlieren.

5) Englischer Garten – Nordteil
Natürlich kann man auch wunderbar im Englischen Garten lesen und träumen. Aber
bitte nicht in der Nähe des Chinesischen Turms oder Monopteros, wo wirklich
ALLE immer abhängen. Und wo man an extrem vollen Tagen im schlimmsten Fall von
nassen Hunden umgerannt wird, oder einen Ball an den Kopf geworfen bekommt.
Lieber mit dem Fahrrad ein bisschen weiter nach Norden fahren. Das geht auch
mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Im Nordteil ist alles verlassener, das
Gras wird nicht so oft gemäht und überhaupt ist hier alles etwas langsamer als
an anderen Stellen. Touristen trifft man hier selten an. Dafür umso häufiger ein
paar Schafe. Einfach eine schöne Bank suchen, oder eine Decke mitnehmen,
hinsetzen, lesen, träumen und die Stille genießen.

Text: Ornella Cosenza 

Foto: Lukas Barth

Wo kann man… richtig gut joggen gehen?

Unsere Autorin gibt Ratschläge, wo man besonders schnell, verlaufsarm oder anspruchsvoll joggen gehen kann. Zum Beispiel nachts auf der Leopoldstraße, in der endlosen Weite der Theresienwiese oder, für Hürdenläufer, auf der Goethestraße.

1. Nordteil
des Englischen Gartens

So schön die Orte auch sind, man ist weit weg vom
Seehaus, Monopteros und Chinesischen Turm. Heißt also: Keine Touris, die sich
verlaufen haben oder Selfies machen und somit den Flow stören. Von dort kommt
man auch super zum nächsten Punkt, wo man gut joggen kann:

2. Die Isar
Zugegeben ist der Abschnitt zwischen Friedensengel
auch sehr überlaufen. Aber vor allem die Gegend um die St.-Emmeram-Brücke im
Norden und in Sendling im Süden eignen sich hervorragend für einen langen Lauf.
Bei den vielen Biergärten dazwischen kann man sich mit einer Schorle oder eine
Breze den nötigen Energiekick holen.

3. Goethestraße
Perfekt für die fortgeschrittenen Läufer: Der ganze
Verkehr und die Straßen voller Menschen ähneln einem Hindernislauf. Die
abwechselnd schnellen und langsamen Läufe und Ausweichmanöver trainieren die
Oberschenkelmuskeln und stärken die Kondition.

4. Theresienwiese
Die Theresienwiese ist für alle geeignet, die keinen
besonders guten Orientierungssinn haben. Hier kann man sich garantiert nicht
verlaufen. Und der strenge Blick der Bavaria passt auch darauf auf, dass man keine Pause
zu viel einlegt.

5. Nordfriedhof
Vor allem in der Dämmerung sehr empfehlenswert: Man
läuft viel schneller, um einen der wenigen Ausgänge zu finden, damit man nicht in der
Dunkelheit alleine am Friedhof ist.

6. Leopoldstraße
und Ludwigstraße bei Nacht

Nachts braucht man keine Angst zu haben, von wilden
Rad- oder Autofahrern überfahren zu werden und es sind kaum Menschen unterwegs.
Da wirkt die Kulisse mit dem beleuchteten Siegestor gleich viel schöner und der
Lauf macht viel mehr Spaß!

7. Alter Südfriedhof
Gerade an regnerischen Vormittagen, wenn der Friedhof menschenleer ist und man die begrabenen Fürste, Gräfe und Könige seufzen hören kann, läuft es sich am schönsten. Wem das zu makaber ist, muss wohl doch aufs sportliche Olympiagelände zurückgreifen.


Text: Serafina Ferizaj

Foto: Lukas Schulze

Ein Abend mit: Martin Piehlmeier

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Der Akustikgitarrist Martin Piehlmeier tummelt sich wie die meisten Münchner wenn’s warm genug ist an der Isar und im Englischen Garten. Ob er dann auch immer seine Gitarre dabei hat, bleibt offen…

Name: Martin
Piehlmeier

Alter: 26

Beruf: Student

Internetseite:
www.martinpiehlmeier.com

 

Hier beginnt mein Abend:

Isar/Englischer Garten. Im Winter beim
Kumpel.

Danach geht’s ins/zu:

Am besten zu einem Konzert, aufs Tollwood oder
nach Schwabing.

Mit dabei ist immer:

Mein Hausschlüssel, hoffentlich.

An der Bar bestelle ich am liebsten:

Ein Weißbier.

Mein Lieblingsgesprächsthema:

Schlechte Witze in guter Gesellschaft.

Der Song darf auf keinen Fall fehlen:

Taro (Alt-J) / Bongo Bong (Manu Chao)

Mein Tanzstil in drei Worten:

Nicht so gut.

Meine dümmste Tat im Suff war:

… bestimmt witzig!

Das beste Frühstück nach einer durchfeierten
Nacht gibt’s im:

Bett.

Diesem Club/dieser Bar trauere ich nach:

Bis jetzt keinem/keiner, es gibt in München
genug schöne Ecken!

Foto: Privat

Mein München: Nebel

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Paul Lackner versucht, sich in einem Foto auf nur wenige Elemente zu reduzieren, um möglichst viel Spannung und Intimität zu erzeugen. Am liebsten sind ihm dafür die frühen Morgenstunden, in denen die Kulisse einer Großstadt oft von der Einsamkeit verschluckt wird.

Geradezu meditativ wirkt das Foto von Paul Lackner, 21. Im Englischen Garten, nahe der Münchner Freiheit, nahm er es früh morgens auf einer seiner fast wöchentlichen Touren auf. Im Herbst ist er dazu teilweise schon um sieben Uhr unterwegs, um Bilder einzufangen, die nicht den Alltag einer Großstadt zeigen. Landschaften sind für ihn am spannendsten, denn sie machen „die Stadt zum Dorf“.

Nebel ist für den Fotodesign-Studenten immer eine gute Methode, zum Einfachen zurückzukehren. „Ich bin in der Fotografie eigentlich immer auf der Suche nach Abstraktion und Reduktion“, sagt Paul. Der Nebel verdeckt vieles, dadurch wird die Umgebung einfacher und die Landschaft gewinnt noch mehr an Aufmerksamkeit. Interessant ist es für Paul auch, wie einzelne Menschen im Nebel verschwinden oder daraus hervorgehen. Während er für die Uni oft Menschen für Modestrecken oder Porträts vor der Linse hat, ist er bei seinen Touren meistens allein. So früh am Morgen treffe man eigentlich nur Jogger oder Leute mit Hund an, doch wie diese aus dem Nebel hervorkommen, sei sehr spannend. Nachdem er zehn Minuten wartete, erschien eine Frau im Bild. Dass ihr Hund sogar noch zu ihr aufschaut, ist Zufall. 

In seinen Landschaftsbildern und Reisedokumentationen zeigt er ähnlich entspannende und intime Seiten. Gerade eben kommt er aus Chile, das wird sein Projekt für die nächsten Monate sein. Und auch hier will er simpel bleiben. Die Landschaft sei eben in ihrer Einfachheit schon einzigartig.

Von: Sandra Will 

Foto: Paul Lackner 

Zwölf Stunden täglich

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Der australische Straßenmusiker Ziggy McNeill erspielt sich mit seiner Fingerstyle-Technik gerade ein größeres Publikum in München. Wie? Mit „90 Prozent Arbeit und 10 Prozent Talent“.

Von Sandra Will

Barfuß und mit Surfboard am Fahrrad sucht Ziggy McNeill, 23, nach einer geeigneten Stelle, um seinen Gitarrenkoffer aufzustellen. In der Sonne bleibt er stehen und steigt ab. Seine schwarzen Locken fallen ihm auf die breiten Schultern, er schiebt seine Haare zurück und setzt ein Cap auf, damit sie ihm beim Spielen nicht ins Gesicht fallen. Seine linke Hand schiebt er tonlos ein paar Mal die Bünde hoch und runter, bevor er die Finger seiner rechten für eine Sekunde still auf den Saiten vor dem Schallloch positioniert. Dann legt er los.

Wie ein Protokollant auf seine Tastatur hämmernd beginnt Ziggy die Saiten anzuschlagen. Die Straße ist seine Bühne. Vorbeilaufende Passanten bleiben stehen. Ziggy springt auf und ab, legt sich die Gitarre in seinen Nacken und spielt ohne einen Blick auf seine Finger fehlerfrei die Melodien von Klassikern wie „No woman no cry“ oder aktuellen Popsongs wie „Happy“ von Pharrell Williams.

Ziggy braucht keinen Gesang, damit die Menschen auf ihn aufmerksam werden. Der gebürtige Australier spielt Gitarre, seit er zwölf ist. Sechs Jahre war er Gitarrist in einer Punkband, bis er mit 20 Jahren zum Fingerstyle wechselte. Beim Fingerstyle zupfen die Finger die einzelnen Saiten, ein Plektrum wird dabei nicht benutzt, da man auch mehrere Saiten gleichzeitig erklingen lassen kann. Um die Technik zu beherrschen, braucht es Übung und Durchhaltevermögen. Weil Ziggy diese Technik erst seit drei Jahren spielt, bekommt er viel Anerkennung von Musikern.  

Der Grund für den Wechsel der Spielweise war ein Treffen mit seinem Idol Tommy Emmanuel, einem der weltbesten Fingerstyle-Gitarristen. Ziggy nahm am Tommy Emmanuel Camp 2013 teil und hatte die Chance, vor dem Profi zu spielen. Dieser machte ihm jedoch klar, dass er für den Erfolg mehr Zeit und Übungsstunden investieren müsse. Seitdem übt Ziggy sechs Stunden am Tag und spielt zusätzlich noch Auftritte auf der Straße oder auch in kleinen Locations. „90 Prozent sind harte Arbeit, der Rest ein wenig Talent und viel Glück.“, sagt Ziggy. Seine Finger tragen mittlerweile eine fast streichholzdicke Hornhautschicht, anders würde er nicht so viel spielen können. Seine Schmerzgrenze liegt allerdings noch höher. Während er sein Album aufgenommen hat, spielte er bis zu zwölf Stunden täglich.

„Timeless“ ist sein erstes Album und beinhaltet nur eigene Songs, die er selbst geschrieben hat. Ganz ohne Gesang wollte er es dann aber doch nicht und ließ zwei australische Singer-Songwriter auf wenigen Tracks singen. Nach der Veröffentlichung seines Albums in diesem August fasste er spontan den Entschluss, seine Gitarre zu packen und in Europa Straßenmusik zu machen. „Ich habe mich in eine Münchnerin verliebt, da war es klar, dass ich nach München muss“, sagt Ziggy und erzählt, dass sie sich in Sydney kennen gelernt haben, als sie als Ferienjob Merchandising-Artikel auf einem Festival verkaufte. Inzwischen fühlt er sich fast wie daheim, denn mit umgedrehter Cap und gebräunter Haut gliedert er sich am Eisbach bestens in die Reihe der wartenden Wellenreiter ein. „Die Welle auf dem Eisbach läuft zwar rückwärts, aber daran gewöhnt man sich“, sagt er. 

Alles an ihm ist ein bisschen größer als normal: seine buschigen Augenbrauen, seine Schultern, seine Finger. Nur seine Stimme ist überraschend ruhig. „In Sydney kannte mich jeder, wenn ich auf der Straße gespielt habe. Hier muss ich den Menschen erklären, dass ich Fingerstyle spiele.“ Was die Stadt von seiner Heimat unterscheide, seien neben dem guten Bier und den Brezen die vielen Fahrradspuren, die ihn immer noch ein wenig verwirren.  

„München ist sehr strikt, du brauchst eine Lizenz zum Spielen wie in Sydney, aber ich darf hier keinen Verstärker benutzen.“, sagt er. Für Fingerstyle wäre das aber notwendig, damit das Publikum jeden Ton hört. Deshalb spielt er oft im Englischen Garten, wo er die Lautstärke mal ein wenig höher drehen kann, ohne dass gleich die Polizei kommt. Aber auch am Marienplatz sucht er sich oft einen Platz zum Spielen. Dort gibt es auch mehr Menschen, die sein Album kaufen.

Seine Musik kommt bei den Münchnern gut an. Sein Album verkaufe er hier pro Auftritt mindestens zehn Mal, sagt Ziggy. Zusätzlich spielt er aber noch einige Gigs in Bars oder Clubs. In München war er zum Beispiel schon Gast im Bahnwärter Thiel, am 18. November spielt er in der Schwabinger Bar The Keg. Das Geld, das er mit seiner Musik auf der Straße verdient, reicht nicht zum Leben, aber mit dem Verkauf seines Albums und einigen Gewinnen von Wettbewerben kann er sich finanzieren. 

Nun will Ziggy neben München auch in anderen deutschen Städten Straßenmusik machen und an Wettbewerben teilnehmen. In Australien war er damit immer sehr erfolgreich. Bemühen will er sich auch um Unterstützung von der deutschen Gitarrenmarke Lakewood, dessen Arbeit er sehr schätzt. Dazu will er vermehrt auf Gitarrenfestivals spielen. Eine Gitarre der Marke hat er in Sydney gelassen. „Meine Lakewood war mir zu kostbar, um sie im Flieger mitzunehmen“, sagt Ziggy.

Spätestens nächstes Jahr wird er wieder nach Australien zurückkehren, doch Ziggy ist sich sicher, dass er nicht zum letzten Mal in München gewesen ist. Neben dem Eisbach und seiner Freundin gibt es nämlich auch noch einen anderen Grund, hier Straßenmusik zu machen: „Beim Klatschen bleiben die Deutschen eher im Takt als die Australier.“

Foto: Lynn Krüger

Villa Stuck statt Studio

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Gina Weber, 25, und Theresa Brackmann, 26, haben das Konzept Pop-Up-Yoga nach München geholt und bieten jetzt Unterricht an ungewöhnlichen Orten an.

Von: Jacqueline Lang

Loslassen. So lautet das Mantra der jungen Münchnerin, das sie sich auf die Innenseite ihres Unterarms hat tätowieren lassen. Gelassen wirkt Gina Weber, 25, auf jeden Fall, als sie in einem Café in der Nähe des Englischen Gartens sitzt. Zwei Tage später soll dort auf der Monopteros-Wiese ein Afterwork-Yoga-Picknick stattfinden. Dieses Event ist Teil des Konzepts Pop-Up-Yoga München, das Gina mit ihrer Freundin Theresa Brackmann, 26, kurz Terry, verwirklicht hat.

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Pop-Up-Yoga München gibt es seit etwa sechs Monaten. Seitdem findet einmal im Monat eine Indoor-Unterrichtsstunde statt; im Sommer versuchen die beiden jungen Frauen zusätzlich auch draußen zweimal im Monat Stunden für mehr Teilnehmer möglich zu machen. Bislang fand Pop-Up-Yoga bereits mehrmals in der Villa Stuck statt, aber auch auf dem Dach des Kare-Kraftwerks, im Englischen Garten und vor der Alten Pinakothek – teilweise mit bis zu 80 Teilnehmern. Einige Male fanden die Stunden sogar schon auf einem Stand-up-Paddle auf dem Starnberger See statt.

Ganz neu ist die Idee nicht: Eine Freundin aus Zürich hatte Gina vor einem Jahr darauf aufmerksam gemacht. Die ausgebildete Yoga-Lehrerin war sofort begeistert. Obwohl bei Terry die Ausbildung zur Lehrerin noch aussteht, war auch sie sofort Feuer und Flamme von dem Konzept, Yoga einfach dort zu machen, wo es sich gerade anbietet. Kurzerhand schlossen sich Gina und die sportliche Event-Managerin Terry, die schon während der Schulzeit gemeinsam Cheerleaderinnen waren, zusammen. 

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Obwohl es neben Pop-Up-Yoga München auch andere Yoga-Lehrer gibt, die in München draußen Yoga anbieten, sieht Gina darin keine Konkurrenz. „Jeder, der Yoga macht und mit der grundlegenden Yoga-Philosophie anbietet, bringt einen positiven Beitrag in unsere Welt“, sagt sie, lacht und die Glitzerpartikel in ihrem braunen Lidschatten funkeln in der Sonne.

Zum ersten Mal Yoga gemacht hat Gina bereits mit 14. Ihr Vater, der früher ein Hippie war, habe sie auf die Idee gebracht, sagt sie. Obwohl die ersten Stunden Hatha-Yoga mit der Gruppe ihres Vaters recht langweilig gewesen seien, habe es ihr doch etwas gegeben. Kurze Zeit später hat Gina dann auch mit dem Meditieren angefangen. Die Meditation habe ihr geholfen, den Schulstress zu bewältigen. Yoga geriet zunächst in Vergessenheit, erst vor etwa fünf Jahren hat sie wieder damit angefangen. Nach dem Studium im Bereich Management und Design habe sie gemerkt, dass das eigentlich nicht das ist, was sie machen will. „Ich wollte gerne irgendwas machen, womit ich Menschen was Gutes tun kann“, sagt die zierliche Blondine. Deshalb entschied sie sich, eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin zu absolvieren.

Ihre Ausbildung hat sie binnen eines Monats bei einer Amerikanerin in München gemacht und danach durch einen Strala-Yoga-Intensivkurs ergänzt. Strala ist eine Ausrichtung im Yoga, die viel Wert darauf legt, nur das zu tun, was sich für die jeweilige Person gut anfühlt. „In meinem Yoga geht es ganz viel darum, dass jeder selbst ausprobiert und spürt“, sagt Gina über ihre eigene Yoga-Philosophie, die sie sowohl in ihren festen Stunden als auch beim Pop-Up-Yoga zu vermitteln versucht.

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Gina hätte sich auch ohne eine Ausbildung Yoga-Lehrerin nennen dürfen, aber ihr sei es wichtig, professionell zu sein, sagt sie. Das ist auch der Grund, warum Terry bislang selbst keine Stunden hält, sondern nur gelegentlich Gina bei ihrer Arbeit unterstützt und einzelne Übungen vormacht. In erster Linie ist Terry dafür zuständig, die Events zu planen und geeignete Locations ausfindig zu machen.
Ihre Unterrichtsstunden plant Gina nie bis ins Detail: „Ich baue meine Stunden je nach dem auf, was ich spüre.“ Vor allem bei sehr großen Gruppen sei es wichtig, die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Gina persönlich hilft Yoga, sich mit sich selbst zu verbinden, wie sie es formuliert. Eine Reise nach Indien, wo Yoga ursprünglich herkommt, reizt Gina deshalb zwar, ist aber für sie kein Muss. Das Yoga, das sie selbst gelernt hat und lehrt, ist ein Yoga der westlichen Welt – angepasst an die Menschen, die hier leben. Ihre Stunden sind deshalb unterlegt mit Musik und es darf auch mal gelacht werden. Alles ganz locker eben.

Auch mit sich selbst ist Gina nicht so streng. Sie hat keine feste Routine und es gibt auch Tage, da hat sie mal keine Lust. Grundsätzlich versucht sie aber schon, jeden Tag ein bisschen Yoga zu machen und sei es nur abends im Bett ein paar Übungen. „Es muss nicht immer auf der Yoga-Matte in den Lululemon-Sportpants sein“, sagt sie, lacht wieder und nimmt noch einen Schluck von ihrem Pfefferminztee. Yoga ist eben nicht nur ein Sport, sondern vor allem eine Lebenseinstellung.

Fotos: Katharina Brackmann

Von Freitag bis Freitag München – Unterwegs mit Theresa

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Das viel beschworene Münchner Sommerloch versucht Theresa in dieser Woche mit einem straffen Wohlfühl-Sommer-Programm zu füllen. Dazu gehört Musik von den Stray Colors unter einem sommerlichen Sternenhimmel, Vintage-Klamotten zum Kilo-Preis im Wanda und Akkordeon-Pop der österreichischen Band folkshilfe auf dem Theatron.

Immer wieder hört man es munkeln: das berüchtigte Sommerloch in München. Zugezogene Studenten pilgern in ihre Heimatorte und die von andernorts heimkehrenden Menschen räkeln sich an den Badeseen im Umland, während die Touristen in Kolonnen durch die Innenstadt walzen.
Mir ist das egal, ich genieße diese schöne, saubere Stadt, bevor ich ihr im Oktober wieder einmal für einige Zeit den Rücken kehren werde, und mache mich auf die Suche nach kulturellem Partyleben trotz vorlesungsfreier Zeit.

Sehr entspannt fange ich damit am Freitag Abend an. Am Stadtstrand bei Young Fast Running Man, einem jungen Mann, der Musik macht, die verdammt alt klingt – nach „traditionellem Blues, Rock der 60er Jahre, Country und Folk“. 

Dieser Groove befördert mich dann auch gleich in die richtige Stimmung für den Samstag, an dem ich mich voller Nostalgie und Hipster-Wahn in den Vintage Kilosale im Wanda stürze. Mir werden Levis’ Jeans für 10 Euro versprochen – da lohnt sich das Wühlen in jedem Fall, vor allem weil alle meine Jeans neuerdings Löcher an Stellen aufweisen, an denen keine Löcher sein sollten. 
Noch einen Schritt weiter zurück in der Zeit wage ich dann am Nachmittag beim Viktorianischen Picknick vor dem Monopterus im Englischen Garten. Man will sich an den „hübschen Gewändern erfreuen“, heißt es in der Einladung, wobei dezidiert nicht auf historische Korrektheit geachtet wird. Insgeheim hoffe ich ja, dass irgendwo Hugh Grant rumläuft, ganz im Sinne von „Sinn und Sinnlichkeit“. (Es lebe die Wort-Wiederholung) 

Am Sonntag spule ich wieder vor in der Zeit und packe meine neuen, alten Vintage-Levis-Jeans von gestern aus, um im richtigen Outfit beim ersten Münchner Indie Air Festival auf einer angeblich „wunderschönen Terrasse“ direkt am Englischen Garten aufzukreuzen. Das Line Up hört sich gut und vor allem sehr indie-sommerlich an. Neben I Heart Sharks aus Berlin, William’s Orbit aus Weiden, The Strayin Sparrows aus Regensburg und Jasper Flynn aus München freue ich mich vor allen Dingen auf die Stray Colors, die ich schon ewig nicht mehr life gehört habe. Danach wird unterm Sternenhimmel getanzt, wie sich das für Indie-Kinder gehört. 

Am Montag hole ich nach, was ich im letzten halben Jahr nicht geschafft habe. Und ich meine es erst: ich habe es nicht und zwar niemals geschafft, ins Kino zu gehen. Mit einem dicken Eis und vielleicht sogar Begleitung traue ich mich in „Verräter wie wir“. Wegschauen, wenn’s zu spannend wird, das kann ich eigentlich ganz gut.

Am Dienstag besuche ich die Surfer am Eisbach und lasse mich dann ins kühle Innere im Haus der Kunst schwappen, wo sich die französische Künstlerin Laure Prouvost „einfallsreich und mit unnachahmlichem Humor sowohl auf die Architektur der Mittelhalle als auch auf das Haus der Kunst als Institution bezieht“. Nicht dass ich etwas von Architektur und ihrer Verbindung und Umsetzung mit Humor verstehen würde, aber wirken lassen kann man das Ganze ja trotzdem.

Humorig geht es am Mittwoch weiter, denn ich beschließe, dass eine Band, die sich Fuck Yeah nennt, das Leben nicht allzu ernst nehmen kann. Das Theatron wird mit ihnen zur Kulisse für eine Mischung aus Hunter S. Thomson und Lou Reed, die „sich von Wire, T-Rex, Babyshambles und Velvet Underground die Gitarren verstimmen“ lassen, „um dann Graham Coxon aufs Effektpedal zu kotzen“. Schon allein wegen dieser Bandbeschreibung bin ich gespannt auf die Show.
Davor und danach und dazwischen mache ich einen Abstecher zum Kurzfilmfestival, das zeitgleich auf dem Theatron-Programm steht. Vor allem „Lialou“ hört sich spannend an. Lebensgeschichten, die aus Schuhen gelesen werden und wahrscheinlich auch die Geschichte einer großen Liebe.

Weil es mir so gut gefallen hat, auf der Seebühne, mache ich mich am Donnerstag ein zweites Mal auf den Weg in den Olympiapark, diesmal um herauszufinden, was „Akkordeon-Pop“ ist – und auch warum die drei Österreicher ihre Band folkshilfe klein und mit „f“ schreiben – ich hoffe wirklich, die haben sich dabei etwas wirklich Schlaues gedacht.

Am Freitag wird es noch einmal richtig spannend, denn ich warte darauf, ob ich zur Supper night garden club party im Glockenbach eingeladen werde. Mitgemacht habe ich bei der Platzverlosung, und interessieren würde es mich allemal, wie so ein Supper Club abläuft.
Sollte ich nicht zu den Glücklichen gehören, dann koche ich mir einfach selber etwas zu essen und wenn ich wirklich nett zu mir sein will, dann zaubere ich eine Oreo-Tiramisu. Und das alles nur, weil Sommerloch ist – irgendwie könnte ich mich daran sogar fast gewöhnen.

Theresa Parstorfer

Foto: Emil Fink