Fragen über Fragen – Lara Freiburger

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“Ich sah die Herausforderung des Projekts für mich darin, 10 Menschen die man absolut nicht kennt in einer einmaligen Begegnung zu fotografieren, eine Verbindung aufzubauen und ihr Vertrauen zu gewinnen damit ein persönliches Portrait entstehen kann“, sagt Lara Freiburger, die für unsere 

Ausstellung “10 im Quadrat – Reloaded” als Fotografin mitgewirkt hat. Wir haben ihr ein paar Fragen gestellt.

Worum geht es bei
deinem Konzept? / Wie bist du darauf gekommen?

Ich sah die Herausforderung des Projekts für mich darin, 10
Menschen die man absolut nicht kennt in einer einmaligen Begegnung zu
fotografieren, eine Verbindung aufzubauen und ihr Vertrauen zu gewinnen damit
ein persönliches Portrait entstehen kann. Das Ganze noch in einem Rahmen, der
viel Spielraum zur Entfaltung und Variation bietet, um jeden der Künstler
anbieten zu können, individuell zu handeln. Ich habe mich dazu entschlossen, in
einem wunderschönen, weißen Dayloft Studio in München ein einzelnes Bett in den
Raum zu stellen und die Akteure aufgefordert, ihre Pyjamas mitzubringen und es
sich bequem zu machen. Tatsächlich war ich sehr erstaunt, wie schnell ich die
Menschen kennengelernt habe und wie schnell sie sich mir geöffnet haben. Meist
hat das mit einem Kaffee im Bett und einer Unterhaltung begonnen und ich
glaube, dass sie sich sehr schnell sehr wohl gefühlt haben – die wunderschöne
Location hat wohl ihr übriges getan. Es entstanden tolle, persönliche Momente.

Wie war es, so viele
unterschiedliche Leute für eine Bild-Serie zu fotografieren?

Viele verschiedene Menschen zu fotografieren bin ich
mittlerweile einigermaßen gewohnt. Das Besondere war viel mehr aus dem exakt
gleichen Set für jede Person ein spannendes Bild zu generieren, welches ihnen
auch gerecht wird und dabei trotzdem einzigartig in der 10er Serie ist.

Welche Begegnung hat
dich am meisten beschäftigt?

Jede Begegnung hatte in ihrer Weise natürlich etwas ganz
Besonderes. Allerdings waren für mich die Treffen der ersten „Models“ am
intensivsten. Wahrscheinlich da auch ich in einer vollkommen neuen Situation –
und natürlich dementsprechend aufgeregt – war und mich extra lange mit den
Personen auseinandergesetzt habe.

War es schwieriger,
z.B. einen Schauspieler/Musiker zu fotografieren (also selbst “Künstler”), als
professionelle Models und wenn ja, inwiefern?

Man merkt natürlich, wer die Kamera gewohnt ist und wer
nicht. Aber das beeinflusst nicht wirklich die Qualität des Endbildes. Manchmal
ist ein natürlicher Moment von einem „Nicht-Model“ sogar authentischer. Das
kommt wirklich immer auf jede Person individuell an. Unsere 10 waren aber durch
die Bank erstaunlich cool.

Bist du auch mal an
deine Grenzen gestoßen? / Musstest du deine Vorstellung/ dein Konzept über den
Haufen werfen, weil es schlichtweg nicht ausführbar war?

Nein, es gibt immer einen Weg!

Nimmst du die Szene
dieser Stadt nach dem Projekt anders war? Braucht es mehr Vernetzung?

Es gibt einfach wahnsinnig viele, aufgeschlossene und
talentierte junge Menschen, die man so eigentlich nicht wirklich kennenlernt.
Vor allem wenn man auf einem anderen Gebiet arbeitet. Genug Vernetzung gibt es
heutzutage ja gar nicht mehr. Insofern war die 10×10 Aktion allein deswegen
schon ein echt schönes Erlebnis.

Foto: Maximilian Fischer

Fragen über Fragen – Julie March

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Jeder liebt Essen. Essen ist unheimlich persönlich und individuell, sagt Julie March, die für unsere Ausstellung “10 im Quadrat – Reloaded” zehn Künstler porträtiert hat. Wir haben ihr ein paar Fragen gestellt.

Worum geht es bei
deinem Konzept? / Wie bist du darauf gekommen?

Jeder liebt Essen, Essen ist unheimlich persönlich und
individuell.

Wie war es, so viele
unterschiedliche Leute für eine Bild-Serie zu fotografieren?

Sehr interessant und vor allem witzig. Jeder hatte seine
eigene Art, das Thema zu interpretieren, und alle sind unterschiedlich damit
umgegangen.

Welche Begegnung hat
dich am meisten beschäftigt?

Die mit Anouk, da sie sich zuerst nicht fotografieren lassen
wollte, weil sie die Idee nicht gut fand, bis ich ihr erklärt habe, dass es
nicht darum geht, sich mit essen zu behängen, sondern dass es darum geht, es zu
essen bzw dass ich nur das ablichte, was der jeweilige Künstler damit macht. Das
war dann okay für sie.

War es schwieriger,
z.B. einen Schauspieler/Musiker zu fotografieren (also selbst “Künstler”), als
professionelle Models und wenn ja, inwiefern?

Nein war es definitiv nicht. Ich habe absichtlich ein Thema
gewählt, das leicht umzusetzen ist. Requisiten helfen immer und wenn es sich
bei der jeweiligen Requisite um das Lieblingsessen handelt, sind die meisten so
abgelenkt, dass sie keine Angst mehr vor der Kamera haben sondern einfach nur
noch Spaß haben.

Bist du auch mal an
deine Grenzen gestoßen? / Musstest du deine Vorstellung/ dein Konzept über den
Haufen werfen, weil es schlichtweg nicht ausführbar war?

Nein

Nimmst du die Szene
dieser Stadt nach dem Projekt anders war? Braucht es mehr Vernetzung?

Nein, ich kann mich dazu nicht äußern, dazu bin ich zu wenig
in der Szene unterwegs und kenne mich zu wenig aus.

Foto: Julie March

Fragen über Fragen – Eva-Marlene Etzel

“Ich liebe analoge Fotografie und Polaroids, aber im Job fotografiere ich vorwiegend digital. Das führt auch dazu, dass meist verhältnismäßig viele Bilder gemacht werden und dies ermüdet mich ziemlich,“ sagt Fotografin Eva-Marlene Etzel, die bei unserer Ausstellung “10 im Quadrat – Reloaded” mitgewirkt hat. Wir haben ihr ein paar Fragen gestellt.

Worum geht es bei
deinem Konzept? / Wie bist du darauf gekommen?



Ich liebe analoge Fotografie und Polaroids, aber im Job fotografiere ich
vorwiegend digital. Das führt auch dazu, dass meist verhältnismäßig viele
Bilder gemacht werden und dies ermüdet mich ziemlich. Deshalb war für mich
klar, ich will für dieses freie Projekt analog fotografieren. Spannend fand ich
beim Polaroid, dass tatsächlich nur zwei Bilder pro Model gemacht werden
konnten, da die Anschaffung der Filme sonst zu teuer würde. So haben wir uns
die Konzepte sorgfältig überlegt und hatten dann genau zwei Versuche diese
umzusetzen. Dies hat erstaunlich gut funktioniert und hat durch die Spannung
viel Spaß gemacht.

Wie war es, so viele unterschiedliche
Leute für eine Bild-Serie zu fotografieren?

Toll, aber auch ein organisatorischer Aufwand. Ich habe je fünf Models an zwei
Tagen zu mir nach Hause eingeladen, wo wir dann erst einmal ein bisschen
quatschen konnten. Ich habe, wenn Zeit und Interesse war, meine Meisterarbeit
gezeigt, so dass sich die Models etwas unter meiner Fotografie vorstellen
konnten. Schön war es bei den Musikern, während des Shooting deren eigene Musik
zu hören, so bekam ich einen direkten Eindruck von der anwesenden
Persönlichkeit.

Welche Begegnung hat dich am meisten
beschäftigt?

Am meisten Spaß hatte ich wohl mit Anouk, sie wollte mit Kakteen posieren und
hat dann direkt mit einem riesigen Kaktus, den wir in meinen Hausflur
aufspürten, innig gekuschelt. Im Gespräch kam heraus, dass sie hobbymäßig
selbst gerne fotografiert und so fragte ich sie kurzer Hand, ob sie das
Selbstportrait im Stil der Serie von mir machen will. Weiterhin hatte ich eine
sehr schöne Zeit und gute Gespräche mit Verena und Natanael, ich würde mich
wirklich freuen, wenn diese neuen Kontakte bestehen bleiben.

War es schwieriger, z.B. einen
Schauspieler/Musiker zu fotografieren (also selbst “Künstler”), als
professionelle Models und wenn ja, inwiefern?

Ehrlich gesagt fand ich es schöner. Wir haben ja alle Konzepte vor und während
des Shootings gemeinsam erarbeitet und es war toll, Künstler vor der Linse zu
haben, die ein gutes Selbstverständnis und kreative Energie mitbringen. Ich
würde in Zukunft gerne mehr mit Musikern und Schauspielern arbeiten.

Bist du auch mal an deine Grenzen
gestoßen? / Musstest du deine Vorstellung/ dein Konzept über den Haufen werfen,
weil es schlichtweg nicht ausführbar war?

Gott sei Dank hat alles geklappt, die Serie war aber auch auf Zufall und
Unvorhersehbarkeiten ausgelegt. Mit Natanael habe ich tatsächlich als einzigem
ein drittes Bild gemacht, da er relativ am Ende fotografiert wurde. Es war
abzusehen, dass die zwei Extra-Bilder, die ich als Sicherheit aufgehoben hatte,
nicht mehr benötigt werden und nun habe ich sogar noch ein Bild übrig.

Nimmst du die Szene dieser Stadt nach
dem Projekt anders war? Braucht es mehr Vernetzung?

Auf jeden Fall! Ich bin zwar gebürtige Münchnerin, habe aber während meines
Studiums von 2009 bis 2016 nicht hier gewohnt. Das heißt, ich bin erst relativ
kurze Zeit zurück in der Stadt und bin total begeistert, was es für eine
interessante junge Musik- und Theaterszene gibt. Vor allem, wenn man einige
Namen mit tollen Persönlichkeiten verknüpfen kann, ich freue mich schon darauf,
zu Konzerten und Vorstellungen unserer talentierten Modelle zu gehen!

Foto: Anouk Elias

Fragen über Fragen – Alina Oswald

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„Es ist zwar immer das gleiche Über-Konzept und immer die gleiche Technik, jedoch ist jeder Moment, jede Situation und jedes Bild auf seine Art und Weise einzigartig. Es war unglaublich spannend, all diese kreativen Menschen kennenzulernen und mit ihnen ein Bild zu erschaffen, welches ihre und meine Geschichte erzählt“, sagt Alina Oswald, die für unsere Ausstellung

10 im Quadrat – Reloaded

fotografiert hat.

Worum geht es bei
deinem Konzept? / Wie bist du darauf gekommen?

Für die Ausstellung „10 im Quadrat“ habe ich auf die
Gesichter und Körper von 10 Künstlern Muster und Formen, mit Hilfe eines
Beamers projiziert. Zum einen entsteht dadurch eine sehr interessante Optik aus
dem Zusammenspiel des Ausdruckes der Person und des farbigen Lichtes, welches
sich auf der Oberfläche der Haut zeigt. Zum anderen kann man die Projektion
auch in psychologischer Hinsicht betrachten und die Tatsache wahrnehmen, dass
ich Etwas auf Jemanden „projiziere“ und somit etwas aus dem Inneren
visualisieren kann.

Die Art der Muster habe ich meist mit den Künstlern zusammen
ausgearbeitet und nach eigenen, individuellen Themen der Personen passend
ausgewählt. Gibt es zum Beispiel einen Bereich im Inneren des Menschen, welcher
er nicht gerne zeigt, mit dem er viel zu kämpfen hat oder welchen er sogar
gerne zur Schau stellt, überträgt man dieses Thema auf ein abstraktes Muster.
So hat jedes Bild eine sehr persönliche Note. Zum Beispiel habe ich einer
Schauspielerin eine Schlangenhaut auf ihre Haut projiziert. Dies zeigt ihr
eigenes Thema in Rollen zu schlüpfen und „die Haut zu wechseln“ und zum anderen
das Hineinversetzen in böse oder komplizierte Charakter, welches eine besondere
Faszination auf sie ausübt.

Auf die Idee bin ich durch einen Freund und Fotografen
gekommen (Jonas Strohwasser), da wir eines Sonntag nachmittags aus Spaß den
Beamer nahmen und die Bilder meiner Orgasmus-Serie „Moments“ auf den gerade
auflegenden DJ Hr.Klotz projizierten. Die Wirkung faszinierte mich so sehr,
dass ich beschloss, dieses Über-Konzept für diese Ausstellung zu wählen.

Wie war es, so viele
unterschiedliche Leute für eine Bild-Serie zu fotografieren?

Jeder Menschen, den ich fotografiere, bringt ein völlig
eigenes Licht und eine besondere Energie mit sich. Es ist zwar immer das
gleiche Über-Konzept und immer die gleiche Technik, jedoch ist jeder Moment,
jede Situation und jedes Bild auf seine Art und Weise einzigartig. Es war
unglaublich spannend, all diese kreativen Menschen kennenzulernen und mit ihnen
zusammen ein Bild zu erschaffen, welches ihre und meine Geschichte erzählt.

Welche Begegnung hat dich am meisten beschäftigt?          

Jede einzelne Begegnung war für mich sehr spannend und
reizvoll. Diese noch fremden Menschen zu mir nach Hause einzuladen und sie
kennenlernen zu dürfen, war mir eine Ehre und hat sehr viel Spaß gemacht. Ich
möchte niemanden hervorheben, da alle 10 Künstler so besonders und faszinierend
sind und somit auch das Shooting mit ihnen.

War es schwieriger,
z.B. einen Schauspieler/Musiker zu fotografieren (also selbst “Künstler”), als
professionelle Models und wenn ja, inwiefern?

Für mich besteht der Reiz beim Fotografieren von Menschen
viel mehr in der Verbindung zwischen dem Fotografen und der Person und dem
Inhalt, welchen man zusammen erzählt und visualisiert, als eingeübte Posen und
erlernte Gesichtsausdrücke. Dies ist auch eine Kunst für sich, dennoch hat dies
keinen Raum in meiner Art und Weise zu fotografieren. Deswegen ist es für mich
nicht entscheidend, wie oft der Mensch schon vor der Kamera stand oder ob er
dies professionell macht oder nicht. Auf jede Person individuell einzugehen und
ein Vertrauen aufzubauen und etwas gemeinsam zu erschaffen, liegt in meinem
Interesse. Also nein, es war nicht schwieriger. Beides finde ich interessant,
da der Mensch das Interessante daran ist.

Bist du auch mal an
deine Grenzen gestoßen? / Musstest du deine Vorstellung/ dein Konzept über den
Haufen werfen, weil es schlichtweg nicht ausführbar war?

Grenzen gibt es für mich wenige und Vorstellungen dienen
meist nur einem anfänglichen Plan, welcher gerne umgewandelt und verändert
werden darf. Jedoch habe ich für diese Ausstellung bewusst ein Konzept gewählt,
welches in der Umsetzung so viel Handlungs- und Interpretationsfreiraum bietet,
sodass sich jeder damit wohl fühlen kann. Ob man beim Shooting Kleidung trägt
und wenn ja, wieviel, und mit welcher Körpersprache man sich zeigt, liegt in
der Entscheidung des dargestellten Künstlers. Ich habe alles mir
Entgegengekommene eingefangen und festgehalten. Ich denke, so war alles
ausführbar und wundervoll.

Nimmst du die Szene
dieser Stadt nach dem Projekt anders war? Braucht es mehr Vernetzung?

Meine Wahrnehmung über die Szene dieser Stadt, erweitert
sich mit jeder neuen Person, welche ich kennenlernen darf und mit jedem
weiteren Projekt, an dem ich Teil habe oder welches ich selbst erschaffe. Ich
denke, die Ausstellung „10 im Quadrat“ bietet eine geniale Möglichkeit der
weiteren Vernetzung von Menschen aus dem kreativen Bereich und ist somit eine
Bereicherung für die Szene.

Dennoch darf noch mehr vernetzt werden in München. Noch mehr
Zusammenarbeit und Kollektive sind in meinen Augen sehr erwünscht. Es passiert
gerade einiges in München, dass den kreativen Bereich der Menschen hier fördert
und größer werden lässt und zwar genau von den kreativen Menschen, welche nicht
wegziehen und diese Stadt mit ihrer Kunst bereichern. Ich sage, bleiben wir
hier und machen München bunter.

Foto: Larissa Nitsche

Fragen über Fragen – Matt Kovac

Es ist immer wieder schön, mit neuen Fotografen zu arbeiten. Jeder ist in seiner Art und Weise verschieden, kommt aus einer anderen Ecke, ist Vollprofi oder hobbymäßig interessiert, diese Diversität gefällt mir

, sagt Musiker Matt Kovac, der bei unserer Ausstellung

“10 im Quadrat – Reloaded”als Model mitgewirkt hat. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt.

Du stehst mit deiner Kunst öfter mal
vor Publikum. Wie war es für dich, so oft fotografiert zu werden?
Es macht Spaß! Es ist
immer wieder schön, mit neuen Fotografen zu arbeiten. Jeder ist in seiner Art
und Weise verschieden, kommt aus einer anderen Ecke, ist Vollprofi oder hobbymäßig interessiert,
diese Diversität gefällt mir.

Hat das Mut erfordert? 
Nein, ganz im
Gegenteil, Ich hab mich sehr darauf gefreut! 

Bist du auch mal in andere Rollen
geschlüpft? / Hast du andere Seiten an dir kennengelernt? 
Da müsste ich
mir jetzt was aus den Fingern saugen… Ich bin eigentlich immer Ich selbst
geblieben, habe aber natürlich diverse Facetten meines Ichs zeigen müssen vor
der Kamera… spannend auf jeden Fall!

Welche Begegnung hat dich am stärksten
geprägt? 
Ich bin ein großer
Fan von Diego. Er ist ein unglaublich interessierter, motivierter Typ,
sehr entspannt als Fotograf, extrem ambitioniert und talentiert zugleich.
Ich glaube, er wird damit sicher Erfolg haben. 

Bist du auch mal an deine Grenzen
gestoßen? 
Das
letzte Shooting mit Anna, zusammen mit Leon, war doch eines der kältesten, das
ich je mitgemacht habe: -10 Grad auf der Panzerwiese…. Der Kaffee danach war selten
so wunderbar warm, haha.

Foto: Eva-Marlene Etzel

Musikalischer Umbruch

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Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Musikerin Amira Warning.

Amira Warning, geboren 1995, schreibt deutschsprachige
Lieder und ist gespannt, wie das bei ihren Fans ankommen wird. Bisher hat sie auf
Englisch gesungen. Englisch versteht schließlich jeder und würde deshalb auch
eine potentielle internationale Karriere nicht behindern. Doch inzwischen ist
Amira das nicht mehr wichtig: „Wenn ich in Deutschland spiele, versteht mich
jeder und auf Deutsch kann ich mich besser und natürlicher ausdrücken.“ Der
Musikstil ist auch neu: „Singer-Songwriter und vom Beat her Hip-Hop und
Groove.“ Neben ihrem Soloprojekt Ami ist sie auch mit ihrem Vater Wally Warning
als Duo unterwegs. Gemeinsam bespielen sie Kulturplätze und wechseln sich ab
mit Gesang und Bass. Diesen Musikstil beschreibt Amira als Weltmusik mit ein
bisschen Reggae und Soul. Für sie ist es wichtig, dass beide Seiten
nebeneinander existieren. So kann sie einerseits ihr „eigenes Ding“ machen und
es andererseits genießen, wenn die ganze Familie bei den Auftritten mit ihrem
Vater dabei ist.

Text: Lena Schnelle

Foto: Diego Reindel

Zuhause ist da, wo man barfuß läuft

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Der letzte Samstag der Ausstellung “10 im Quadrat” zeigt, wie schnell man sich in einem öffentlichen Raum heimisch fühlen kann, wenn die richtige Stimmung entsteht. Und wie sehr München Heimat ist – für die junge Kunst und für junge Künstler.

Das Motto des Abends war so klar wie der Himmel an diesem
Samstag über München: barfuß laufen. Dass man sich die Schuhe auszieht, kennt man normalerweise nur, wenn man einen privaten Raum betritt, in südlicheren
Ländern oftmals sogar nur, wenn man wirklich zuhause ist. Doch so sehr sich der
Farbenladen auch bemüht, ein öffentlicher Ausstellungsraum zu sein, so sehr
wird man sich durch die Ausstellung “10 im Quadrat” bewusst, wie eng die
Vernetzung in der Münchner Szene ist, wie sehr Zuhause solche Orte sind, wo Kunst
auf Künstler und Künstler auf Kunst treffen. 

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Die erste, die ihre Schuhe auszieht und ihre Komfortzone erweitert, ist Milena Wojhan, eine der Fotografen. Sie
entfernte sich wohl von den anderen Teilnehmern am weitesten von dem gewöhnlichen Konzept
des Porträts. Sie trat den Künstlern nicht mit ihrer Kamera gegenüber, sondern
fing die Künstler so ein, wie sie auf sich selbst reagierten. Inmitten eines selbstgebauten
Kastens, in dem ein Spiegel platziert wurde, nahmen die Künstler für eine halbe
bis ganze Stunde Platz und konnten sich ganz auf sich selbst konzentrieren.
Durch diesen Spionspiegel fotografierte Milena – und lernte die Künstler
dabei von einer sehr intimen Seite kennen, denn sie zeigten sich nicht einem
anderen Menschen, sie öffneten sich vor sich selbst. Während und nach diesen
Sessions flossen viele Tränen, Milena führte teilweise sehr lange und sehr
offene Gespräche mit den Künstlern. Sie fungierte in diesem Projekt auch als Therapeutin und lernte die Fotografierten noch besser kennen. Auch für Rahmatullah Hayat war dies eine
besondere Erfahrung. Man musste sich nicht verstellen, sondern setzte sich mit
dem eigenen Ich auseinander. So anstrengend dies auch gewesen sein mag, Rahmatullah auf
die Frage, ob er bei einem Projekt wie 10 im Quadrat noch einmal mitmachen
würde: „Auf jeden Fall!“

Neben den Fototalk gibt es an diesem Abend geballte
Frauenpower: Zu Gast sind die jungen Münchner Literaten Carolina Heberling und Desiree Opela, sowie die
Musikerinnen KLIMT und Spring. KLIMT alias Verena Lederer steht barfuß am
Klavier, stellt dem Publikum ihren Tour-Freund “Mister Loop” vor und erzählt enthusiastisch von ihrer neuen Band, die weniger enthusiastisch an die Sache
geht und das gute Wetter lieber an der Isar genießt. Doch KLIMT tut das
keinen Abbruch, die Proben waren noch nicht abgeschlossen und auf Mister Loop
ist eben Verlass. Auch sie lässt das Publikum über das eigene Ich nachdenken und
nutzt Melodien, aus denen man nicht mehr hinausfindet. Ebenfalls barfuß, jedoch
nun mit Gitarre findet sich dann auch Spring alias Marina Sprenger ein. Ihre
Blues-Melodien lockern die Stimmung, es wird mal laut, die eigenen Gedanken
werden übertönt von Springs Stimme. „Ich habe das Gefühl, ich schreie euch an“,
meint Spring, doch selbst wenn – sie hätte gegen die gewöhnliche Stille in
einer Ausstellung angeschrien. Gegen einen unpersönlichen Ort, der zum Wohlfühlraum wird, indem man die Lieblingsmusik aufdreht.

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Für die meisten Besucher und teilnehmenden Künstler ist
zuhause immer noch München – und auch wenn man zum Studieren oder Arbeiten in
die Ferne schweift, hängt man mit seinen Gedanken doch noch an Orten, die so
vertraulich wie das eigene Wohnzimmer sind. Für Desiree Opela gibt es in München
viele dieser Orte, die sie nicht mehr loslassen. In ihrer literarischen
Masterarbeit am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig erzählt sie von zwei
Geschwistern, die in der Landeshauptstadt heimisch sind. Von Leipzig aus über diese Orte zu
schreiben, stellte sie vor eine gewisse Herausforderung – trotz all der
persönlichen Nähe, München aus Distanz ist eben nicht wie barfuß gehen, es ist
mindestens strumpfsockig gehen – vielleicht fühlt es sich sogar an wie in fremden Schuhen zu laufen.

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Auch Carolina Heberling liest aus einer ihrer
Kurzgeschichten vor, die ebenfalls eine bayerische Seite zeigt – die
griesgrämige, wenn man so will. In ihrer Geschichte streicht die Ich-Person in
einem kleinen Dorf mit ihrem Onkel den Zaun – Nachbarn machen eine so
einfache Sache jedoch zu einer echten Herausforderung. Es gibt Vorschriften und
Forderungen: Ist blau genehmigt, sieht blau gut aus und welches blau
eigentlich? Ja, Deutschland ist ein Land der Vorschriften – doch auch das ist
irgendwie ein Teil unseres Zuhauses. Und während die einen gedanklich noch barfuß entlang des blauen Zauns entlang laufen, machen die anderen dies längst entlang der weißen Wände des
Farbenladens.

Text und Fotos: Sandra Will

Theater ist überall

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Täglich porträtieren wir an dieser Stelle eine(n) der 20 mitwirkenden KünstlerInnen unserer “10 im Quadrat”-Ausstellung im Farbenladen – mal Fotograf, mal Modell. Heute: Schauspielerin Mona Vojacek Koper.

Mona Vojacek Koper wurde 1992 in Los Angeles (USA) geboren.
Sie wuchs in Los Angeles und Bremen auf. Ihre ersten schauspielerischen und
tänzerischen Erfahrungen sammelte sie bereits während ihrer Schulzeit im Jugendtheater
„Moks“ am Theater Bremen und beim „Steptext Dance Project“ im Tanztheater
Schwankhalle Bremen.

2013 begann sie ihr Schauspielstudium an der
Otto-Falckenberg-Schule in München, das sie im Sommer 2017 abschließen wird.
Während ihres Studiums wirkte sie bei mehreren Regiearbeiten mit, darunter als
Marianne in „Geschichten aus dem Wiener Wald“ (Regie: Henri Hüster) am
Schauspielhaus Hamburg und als Nina in „Eine Möwe“ (Regie: Stephanie van Batum)
am Münchner Volkstheater. Zudem entwickelte sie mehrere freie performative Projekte,
wie beispielsweise zwei interaktive Performances im öffentlichen Raum gemeinsam
mit Studienkollegin Henrike Commichau und eine performative Installation mit
Stephanie van Batum. Außerdem hat sie an den Münchner Kammerspielen in „Rocco
und seine Brüder“ unter der Regie von Simon Stone gespielt. Momentan ist sie in
der Abschlussinszenierung „DON’T WORRY BE YONCÉ“ von Stephanie van Batum an den
Münchner Kammerspielen zu sehen.

Text: Amelie Völker

Foto: Laura Zalenga

Ganz reale Märchen

Täglich porträtieren wir an dieser Stelle eine(n) der 20 mitwirkenden KünstlerInnen unserer “10 im Quadrat”-Ausstellung im Farbenladen – mal Fotograf, mal Modell. Heute: Fotografin Laura Zalenga.

Spieglein, Spieglein an der Wand. Laura Zalenga,
geboren 1990, begibt sich mit ihrem Konzept für die „10 im
Quadrat“-Ausstellung auf die Suche nach surrealen Dingen im echten
Leben. Mithilfe eines Spiegels dreht sich in ihrer Fotoserie mit den
zehn Künstlern alles um Reflexion und Blickwinkel, um Spiel und
Perspektiven. Die Idee zu dieser Herangehensweise kam Laura spontan. Sie
sagt: „Ideen sind wie die Geschenke der Zahnfee – einfach plötzlich
da.“

Ein Ausspruch, der auch zu ihren sonstigen Fotografien passt,
die reich an märchenhaften Elementen sind. Laura verfolgt ihren
Leitspruch „creating real-life-fairytales“ mit einem Augenzwinkern. Auf
einem ihrer Bilder ist eine Frau zum Beispiel schwebend zu sehen,
während eine Katze durchs Bild läuft. Oder ein männliches Model ist ab
der Hüfte verbunden mit einem Baum. Viele ihre Fotos transportieren eine
märchenhafte, ästhetisch-surreale Welt, aber auch ehrliche Gefühle.
Denn Laura ist überzeugt davon, dass Fotografie oft als eine Art
Therapie fungieren kann. Die Stimmungen auf ihren (Selbst-) Porträts
sind dabei mal harmonisch und lichtdurchflutet, mal düster und mythisch.
In ihrem Projekt „grimm compact“ nimmt sie das Thema Märchen sogar
wörtlich und setzt die Grimm-Märchen als präzise inszenierte Ausschnitte
der bekanntesten Kernszenen um.

Die ehemalige
Architekturstudentin begann mit dem Fotografieren, als sie eine alte
Kiste mit analogen Porträtfotografien ihres Vaters auf dem Dachboden
entdeckte. Seit ihrem Abschluss 2015 arbeitet Laura als selbständige
Fotografin und hat sich auf konzeptuelle Porträts spezialisiert.

Neben
ihrer Arbeit als Fotografin gibt die Münchnerin Workshops und bereist
die Welt. Hierbei verfolgt sie momentan ein anderes spannendes Projekt.
In „1001 Strangers“ fotografiert sie Porträts von fremden Menschen, die
ihr zufällig auf der Straße oder auf Reisen begegnen. Laura sagt dazu:
„Andere sammeln Briefmarken oder Schuhe. Ich sammle Fotos von Fremden,
ich sammle damit eine Minute aus dem Leben einer Person, deren Namen ich
niemals kennen werde.“

Text: Amelie Völker

Foto: Anthony Castro  

Musiker mit Botschaft

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Täglich porträtieren wir an dieser Stelle eine(n) der 20 mitwirkenden
KünstlerInnen unserer “10 im Quadrat”-Ausstellung im Farbenladen – mal
Fotograf, mal Modell. Heute: Singer/Songwriter Kilian Unger.

Kilian Unger, geboren 1991, nennt sich als Musiker Liann und erzählt
in seinen Liedern von alltäglichen Problemen. Manchmal wirft er auch
mal nostalgische Blicke in die Vergangenheit. In seinem Song „Kindertage“ heißt
es zum Beispiel: „So viel Liebe. So viel Euphorie. So viele Fragen, so
viel Phantasie. Die Tage werden länger, die Blätter farbig. So viele
Momente waren irgendwie magisch.“

Seine klare Stimme schwankt
dabei stets zwischen Sing- und Erzählstimme. Bei einem seiner Konzerte
scheint man daher mehr intimer Gesprächspartner als ferner Zuhörer zu
sein. Auch bei der musikalischen Begleitung für Theaterstücke war Kilian
schon beteiligt: Für Produktionen des Jungen Resis am Residenztheater
wie „Wir sind jung. Wir sind stark“ oder „Die Klasse" (Regie in beiden
Stücken: Anja Sczilinski) hat er die Musikkompositionen geschrieben.

Die Ausstellung “10 im Quadrat” ist an allen Wochenenden im Mai, samstags von 16 – 22 Uhr, sonntags von 16 – 20 Uhr, im Feierwerk Farbenladen geöffnet. Neben den Fotografien werden Konzerte, Lesungen und Diskussionen veranstaltet. Für weitere Infos klickt unsere Junge-Leute-Facebookseite.
Der Eintritt ist frei.


Text: Amelie Völker

Foto: Julia Schneider