Neuländer: Rauskommen & Zurechtkommen
Foto: Eileen Aolani / Helen Zattler

Neuländer: Rauskommen & Zurechtkommen

Masken sind gerade ein Teil unseres Alltags, die Ausgangsbeschränkungen auch. Viel Zeit um sich in Gedanken zu verlieren. Mit dem “Drawing Cage of Thoughts” schafft Eileen Aolani eine Maske, mit der sie aus dem Gedankenkäfig ausbrechen kann. Helen Zattler und ihr Team sorgen mit ihrem Mental Health Projekt StayinStaySane dafür, dass wir seelisch gesund bleiben können. Weiterlesen “Neuländer: Rauskommen & Zurechtkommen”

„Ein bisschen wie Flüsterpost“
Foto: Nadja Ellinger

„Ein bisschen wie Flüsterpost“

Nadja Ellinger, 27, studiert Fotografie im Master am Royal College of Art in London – eine weltweit renommierte Kunsthochschule. Ob und wie die Abschlussausstellung des RCA im Sommer stattfinden wird, ist unklar. Die Studierenden wollen keine virtuelle Ausstellung. Kurz vor dem Lockdown in London ist Nadja zurück nach München geflogen und ist nun in freiwilliger Quarantäne bei ihren Eltern. In dieser Zeit hat sie ein Foto-Projekt mit einem ehemaligen Kommilitonen gestartet. Am Telefon erzählt sie, dass sie Fotografie als Sprache versteht, die Türen zu weiteren, wenn auch nur imaginären, Räumen eröffnen kann. Weiterlesen “„Ein bisschen wie Flüsterpost“”

Neuland: Aufklären & Aufspielen
Martin Ryll / Foto: privat

Neuland: Aufklären & Aufspielen

Aufklären

Im Internet kursiert zurzeit einiges an Gerüchten und Falschmeldungen rund um das Coronavirus und die dadurch ausgelöste Krise. Doch es gibt natürlich auch viele Experten, die tatsächlich über die Krankheit aufklären und den Menschen Informationen und Tipps zum Umgang mit der gegenwärtigen Situation bieten wollen. Einer von ihnen ist Martin Ryll, 21, der schon seit ungefähr zwei Jahren unter dem Pseudonym Der Medizinstudent Videos auf YouTube hochlädt. Dort gibt er Interessierten einen Einblick in den Alltag des Medizinstudiums, behandelt aber auch allgemeinmedizinische Themen. Vor kurzem hat er jedoch noch einen Zweitkanal namens Einfach Medizin gegründet, auf dem er gerade regelmäßig über neue Entwicklungen im Verlauf der Corona-Krise berichtet und diese aus medizinischer Sicht einordnet. Darüber hinaus zeigt er in seinen Videos beispielsweise auch die Symptome einer Erkrankung an Covid-19 auf oder spricht darüber, ob Atemschutzmasken wirksam gegen eine Ansteckung schützen können. Wenn das Thema Corona-Virus irgendwann nicht mehr ganz so drängend ist, will Martin auf dem Kanal dann auch wieder über andere Krankheiten aufklären. Moritz Richter

Aufspielen

Die Corona-Krise macht erfinderisch, besonders in der Münchner Musikszene. So haben vor dem Hintergrund der aktuellen Situation Manuel Palacio (Fancy Footwork), Marco Tarara (Booker) und Marcel Chylla (Producer) den Wastl Stream ins Leben gerufen. Zu Beginn bestand die Idee darin, jeden Abend Livestreams mit Bands aus der Münchner Musikszene aus dem Studio auszustrahlen. Da sich die Lage aber weiterhin zugespitzt hatte, hat sich das Konzept von Wastl Stream etwas verändert: „Um die Community zu Hause trotzdem bei Laune zu halten und um den Musikern und Menschen, die im Hintergrund in der Musikszene tätig sind, weiterhin eine Plattform zu bieten, werden wir nun, bis es zu einer Auflockerung der Ausgangsbeschränkungen kommt, Interviews via Skype, Talkrunden und entspannte DJ-Sessions aus unseren jeweiligen Wohnzimmern streamen“, sagt Marcel. In den vergangenen Tagen sind bereits junge Musiker wie Liann aufgetreten, ein Interview mit Victoryaz gab es auch schon. Die Streams laufen auf YouTube, Twitch und Facebook. Die Künstler kann man darüber hinaus mit einer Spende über die Internetseite von Wastl Stream unterstützen. Ornella Cosenza

Neuland: Auf gute Machbarschaft & Zusammen allein
Machbarschaft-Teammeeting / Foto: privat

Neuland: Auf gute Machbarschaft & Zusammen allein

Auf gute Machbarschaft

Marc Sommer, 20, Wirtschaftsinformatikstudent an der TUM, wollte in dieser Ausnahmesituation etwas Gutes schaffen. Deswegen programmierte er vor zwei Wochen beim #WirVersusVirus Hackathon der Bundesregierung mit. Zusammen mit seinen 20 Teammitgliedern entwickelte er Machbarschaft, eine Plattform für Solidaritätsangebote, die durch die Verbindung von Telefonservice, einem Bot und einer App Menschen ohne Internetzugang etwa bei Einkäufen helfen soll: „Ältere Menschen ohne Internet brauchen uns in Zeiten von Corona mehr denn je.“ Die kostenlose und automatisierte Telefon-Hotline kann jederzeit unter 040/299960980 erreicht werden, ein Bot zeichnet die Anfragen auf, diese werden verarbeitet und als Aufträge an die App und dort verifizierte Helfende gesendet. Hotline und Webseite machbarschaft.jetzt existieren bereits, die App ist in Arbeit. Mittlerweile hat die Bundesregierung bekanntgegeben, welche Projekte weiterhin unterstützt und gefördert werden sollen, von 1500 Projekten wurden demnach 20 ausgewählt. Machbarschaft ist eines davon. Lena Bammert

Zusammen allein

Junge Münchner Musiker haben es derzeit schwer, wie alle anderen Künstler auch. Viele Bands aus München mussten ihre Live-Auftritte absagen. Doch die Münchner Musikszene trifft sich weiterhin mit ihrem Publikum: In Sozialen Netzwerken, etwa Instagram. Dort finden Konzerte im Livestream statt, wie kürzlich von Musikerin Elena Rud, den Kytes, Henny Herz, The Whiskey Foundation und anderen. Das Publikum kann die Konzerte vom Sofa aus verfolgen, es wird jedoch auch selbst aktiv. Lisa Seebauer, 27, leitet einmal im Monat die offene Singgruppe Singbar in der Goethestraße, momentan findet das Singen virtuell statt: „Jetzt ist es wichtig, dass alle positiver gestimmt sind. Singen macht nicht nur glücklich, sondern stärkt das Immunsystem und das Gemeinschaftsgefühl.“ Am Ende fühlen sich zusammen dann alle etwas weniger allein. Ornella Cosenza