Neuland: Two Blacks & a Jew

Azeret Koua hat im Sommer an der Studiobühne der LMU das Stück #Dearharvey inszeniert und damit die Themen rund um #metoo auf die Bühne gebracht. Sie wollte die Stille brechen.  In einem neuen Projekt tut die 24-Jährige Studentin nun dasselbe – zu einem anderen Thema. Seit Mitte Oktober betreibt sie gemeinsam mit Vincent Kadiri und Nathan Bechhofer den Podcast „Two Black & a Jew“. Kennengelernt haben sich die drei an der LMU in der English Drama Group der Anglistik.  Die Idee zu dem Podcast ist über das vergangene Jahr entstanden. In dem wiederkehrenden Format sollen Aspekte wie Intersektionalität, Postkolonialismus und ähnliche Themenbereiche abgedeckt werden. Erreichen möchten sie damit alle Personen, die mehr über Minderheitserfahrungen wissen oder die über ihre eigenen Erfahrungen als ethnische oder religiöse Minderheit diskutieren möchten. „Erfahrungen von Minderheiten sind ein Thema, das in Deutschland nicht genügend und nicht öffentlich diskutiert wird. Das Ausbleiben dieser Diskussion führt an vielen Stellen dazu, dass Minderheiten ausgegrenzt, verurteilt, verfolgt, oder ihre Probleme nicht ernst genommen werden“, sagt Azeret.

Text: Ornella Cosenza 

Foto: Privat

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Palästina ist nicht Pakistan. Dass das nicht immer ganz klar ist, erfährt man in der ersten Folge des neuen Podcasts „Kanackische Welle“. Dort erzählt Marcel Nadeem Aburakia, Halb-Palästinenser, Halb-Deutscher, dass zu Schulzeiten seine Mitschüler oft Palästina mit Pakistan verwechselt hätten, als er ihnen erzählte, dass sein Vater aus Palästina stammt. „Und, wie ist das so, in der Nähe von Indien?“, haben sie ihn dann gefragt. Kanackische Welle ist ein Podcast der beiden Münchner Journalisten Malcolm Ohanwe, 25, und Marcel Nadeem Aburakia, 23. Beide eint, dass sie unter anderem palästinensische Wurzeln haben. Kennengelernt haben sie sich beim Bayerischen Rundfunk. In ihrem Podcast, der auf allen gängigen Streaming-Diensten verfügbar ist, sprechen sie über Popkultur, Rassismus, Sport und Musik, aber eben auch über Identität und das Aufwachsen als Halb-Palästinenser in Deutschland. „Natürlich geht es um Sichtbarkeit und darum, eine Plattform für uns und andere Menschen mit Migrationshintergrund zu schaffen. Wir beide haben Diskussionsbedarf. Diesen können wir mit dem Podcast frei und unabhängig ausleben“, sagt Malcolm. Ansprechen wollen sie mit dem Podcast Hörer mit Einwanderungsgeschichte, „aber natürlich sollen uns auch Deutsche ohne Migrationshintergrund hören“, sagt Malcolm. Ornella Cosenza

Foto: Sümeyye Ugur

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München bekommt ein neues Comedy-Programm: die Comedy-Schorle. Hinter dem Projekt stehen der Münchner Comedian Michael Mauder und sein Kollege Johann Theisen aus Stuttgart. Beide sind Mitte Zwanzig, beide sind noch jung im Comedy-Business und beide träumen schon länger von einem Soloprogramm. Bei der Comedy-Schorle geht es darum, „die Erfahrung zu sammeln, wie es denn ist, einmal 45 Minuten am Stück alleine gestalten zu dürfen“, sagt Michael. Normalerweise treten die beiden Comedians nämlich für maximal 15 bis 20 Minuten als Teil einer größeren Show auf. „Die Comedy-Schorle ist also ein sogenanntes Halbsolo, das wir uns zu gleichen Teilen teilen. Wir sind damit die ersten der neuen Comedy-Generation, die in München einen eigenen Soloabend gestalten“, sagt Michael. Wenn das Projekt gut läuft, soll in Zukunft auch anderen Comedy-Künstlern die Möglichkeit gegeben werden, zum ersten Mal ein langes Set spielen zu dürfen. Die erste Comedy-Schorle findet am Dienstag, 16. Oktober, im Theater Heppel & Ettlich an der Münchner Freiheit statt. Ornella Cosenza

Foto: Comedy Schorle