Von Freitag bis Freitag München: Unterwegs mit Max

Unser Autor Max hat sich diese Woche einiges vorgenommen, ob er bei der Hitze – wie angekündigt – am Sonntag auch Radfahren wird, steht aber in den Sternen. Ein Besuch beim Lester-Fest sollte aber trotz der Temperaturen möglich sein – in der Glocke gibt es einen Biergarten

Von Max Fluder

Es ist Freitag, ich habe bald Feierabend und eigentlich sollte ich mich auf das Wochenende freuen. Ob ich das aber auch wirklich kann, ist eine andere Frage, denn mein Praktikum geht zu Ende. Die Kolleginnen sind mir schon am zweiten Arbeitstag ans Herz gewachsen – und nur der Gedanke, sie nicht mehr täglich sehen zu können, verstimmt mich jetzt schon. Wenn ich nicht allzu niedergeschlagen bin, werde ich wahrscheinlich in die Ausstellung des Maskenbild-Studiengangs der Theaterakademie August Everding gehen. Aber – wie gesagt – die Stimmung muss noch einigermaßen gut sein, denn sonst laufe ich Gefahr an den teils gruseligen, teils traurigen Masken all meine Lebenslust zu verlieren. Wie es weitegeht? Ich kenne mich, beziehungsweise kenne ich meine Freunde, und am späten Abend werden mir Bilder von der Fachschaftsfeier der Politikwissenschaftler an der LMU zugeschickt. Ob ich selbst hingehen werde, weiß ich allerdings nicht.

„München, wo sind deine Veranstalter?“ Mitte Mai stellten wir als Junge Leute-Seite diese Frage zur Diskussion. Hat sich seitdem etwas verändert? Vielleicht, denn am Samstag veranstaltet die Münchner Band Lester ihr eigenes Lester Fest in der Glockenbachwerkstatt. Neben „lauter Musik“, also Punk, und „ruhigeren Momenten“, also Singer-Songwritern, soll auch viel Kunst zu sehen sein wie zum Beispiel eine Ausstellung des Fotografen John Steam. Der Ort könnte kaum besser gewählt sein: eine Bühne, verwinkelte Ecken, um Werke auszustellen und vor allem ein Biergarten. Wenn das Wetter so bleibt, kann man den Tag eigentlich nur genießen. Beim Biergarten spreche ich aus Erfahrung.

Um zu erklären, was ich mir Sonntag vorgenommen habe, muss ich ein bisschen ausholen: Ich bin begeisterter Radfahrer, kein Schönwetter-Radler, sondern einer, der es ernst meint. Vergangenen Winter, als der Schnee teilweise 30 Zentimeter hoch lag, machte ich drei Tage lang eine Ausnahme. Aber sonst bin ich seit meinem Umzug nach München jeden Tag Rad gefahren. Ob fünf Kilometer zur Uni, zwölf Kilometer zur Arbeit oder rauf aufs Land zum Apfelhof. 20 Kilometer lang ist nun die Strecke, auf der am 30. Juni die Rad-Ringdemo stattfindet. Eine Distanz, ja, aber ich habe ein Zeichen zu setzen. Einmal angefahren zu werden, reicht vollkommen aus.

Wer diese Kolumne schon länger liest, der weiß vielleicht, dass ich schon einmal für den Montagabend das Bless the Mic in der Glockenbachwerkstatt vorgeschlagen habe. Ich mag es halt einfach. Deswegen hält mich auch nichts davon ab, es einfach nochmal hier zu empfehlen. Der Rapper und die Poetry Slammer sind ja jeweils andere. Ob ich auch hingehen werde, weiß ich nicht, denn auch ein anderer Termin steht bei mir noch aus: ein Besuch bei Comedy für Freunde, einer Open Stage von Michael Mauder und Hani Who. Letzterem habe ich auf der Ausstellung 10 im Quadrat versprochen, vorbeizuschauen. Und wenn, dann jetzt, beim letzten Mal vor der Sommerpause.

Ich habe hier schon so viel geschrieben, also jetzt in Kurzform: Ohne Büroalltag finde ich auch dienstags Zeit für die Comic Future, einer Veranstaltung von Münchens Zeichnern. Eines noch: Comics sind nicht sinnlos, sie sind Kulturgut und haben mir vor gut 15 Jahren das Lesen beigebracht – besser als jeder Lehrer. Zum Glück weiß ich, dass Elena Rud im Cord Club am Mittwoch den Support für das südafrikanische Trio Beatenberg gibt. Ich bin ehrlich: Beatenberg kenne ich nicht, aber Elena hat mich mit ihrer Musik gefesselt. Das ist also meine Chance, sie wieder live zu sehen.

Die Woche hat am Donnerstag ihren Zenit schon längst überschritten, die Ausstellung „Alltag raus, Kunst rein“ im Farbenladen fängt aber gerade erst an. Die drei Ausstellerinnen sagen von sich, dass sie aus der Arbeitswelt ausgebrochen sind und daraus ihre kreativen Impulse gezogen haben. Ich könnte das nicht, ich bin ein Workaholic. Für Freitag noch einen Konzerttipp: Ich bleibe meiner Linie treu und muss wieder vom Cord schwärmen. Kid the Child werden spielen, viel Gitarre, viel Bass, viel Vergüngen. Der Abschiedsschmerz von vergangenen Freitag? Der ist bis dahin hoffentlich schon wieder vergessen.

Foto: Murilo Macena