München und mehr

Ein erster Ausblick auf das „Sound Of Munich Now“-Festival im Herbst – diesmal mit drei weiteren Städte-Bühnen.

München – Sicherlich, München ist nicht Berlin, aber das Festival „Sound of Munich Now“ ist ein Beweis dafür, dass München den Vergleich mit der Bundeshauptstadt auch gar nicht nötig hat, denn die Stadt im Süden hat einen völlig eigenen Klang und einiges zu bieten, was Musik und Innovation, Erfolg und Kreativität anbelangt. 153 unterschiedliche Münchner Bands haben bei diesem Festival bereits gespielt – und dieses Jahr bei der neunten Auflage kommen 21 weitere dazu. 174 Münchner Bands, alleine diese Zahl ist schon beachtlich – das Festival bringt in diesem Jahr aber noch weitere Überraschungen. Hier ein erster Ausblick auf das Festival, das seit neun Jahren das Feierwerk und die Süddeutsche Zeitung veranstalten.

Zwei Abende lang wird wieder der Frage nachgegangen, wie München klingt. Jetzt. Im Jahr 2017. Die Prämisse für diese Frage ist dabei zum neunten Mal die gleiche, und zwar in Form der Regel, dass keine der auftretenden Bands zuvor schon einmal auf diesem Festival gespielt haben darf. Der Kunst oder der Musik Regeln setzen zu wollen, könnte als paradox bezeichnet werden, allerdings kann diese Voraussetzung zum einen als gewisser Stolz interpretiert werden, auf das, was musikalisch so passiert in der bayerischen Hauptstadt. Zum anderen steht sie jedoch auch für eine Messlatte und den Anspruch der Veranstalter. Denn die Folge ist ja logischerweise, dass im Vorfeld des Festivals jedes Jahr aufs Neue um die 20 Münchner Bands gefunden werden müssen, die vielversprechend, divers und gut genug sind, um die Hansa 39 zu füllen und dann auch die Zuhörer für jeweils 15 Minuten unterhalten zu können.

In den vergangenen Jahren standen mittlerweile etablierte und erfolgreiche Künstler wie Occupanther, Me & Marie, Jesper Munk und Die Sauna auf dem „Sound of Munich Now“ noch ganz am Anfang ihrer musikalischen Karriere. Auch 2017 verspricht spannend zu werden, für alle mit Interesse an der jungen Münchner Bandszene. Aber auch für den, der einfach nur ein Wochenende lang frische Musik hören will, ist das Feierwerk am 10. und 11. November sicherlich die richtige Adresse, denn der Klang von München ist nach wie vor einiges: bunt, abenteuerlich, innovativ, laut, leise, gefühlvoll, ironisch, deutsch, englisch und vieles mehr.

Vielversprechend und erfolgreich, und damit vielleicht so etwas wie ein zugegebenermaßen sehr poppiges Aushängeschild ist dieses Jahr Marie Bothmer. Die 21-jährige Singer-Songwriterin steuerte den Song „Es braucht Zeit“ zum Soundtrack von Cros Film „Unsere Zeit ist jetzt“ bei, der auf Spotify mittlerweile beinahe eine Millionen Mal gehört wurde. Interessant ist, dass Marie Bothmer nur die Spitze des diesjährigen Trends zu sein scheint, vermehrt in deutscher Sprache zu singen. Sowohl der noch jüngere Paul Kowol, 20, als auch Körner und Liann tun das. In gewisser AnnenMayKantereit-Tradition handeln die Lieder dieser jungen Menschen von Liebe, Enttäuschung, Herausforderungen und vor allem den kleinen Dingen, die vielleicht banal erscheinen, den Alltag zugleich aber irgendwie bemerkenswert machen. „Wenn du willst, dann ist es heute noch fast gestern und bis morgen muss noch ganz viel Zeit vergehen“, singt etwa Liann. Das ist große Songwriter-Kunst, ohne auf die Tränendrüse zu drücken.

Auf Englisch – logischerweise, weil das seine Muttersprache ist – aber ebenso authentisch und ehrlich tritt Jordan Prince auf, während Lux & Tom Doolie & Cap Kendricks oder auch Grasime völlig andere Töne anschlagen und damit zeigen, dass München auch Platz hat für innovativen Hip-Hop, der auf Plattitüden verzichtet und stattdessen auf nachdenkliche, durchaus kritische Texte, hypnotische Samples, Basslinien und Drumloops setzt. Wieder sehr anders, sehr punkig und laut wird es mit Lester, rockig, bluesig hingegen mit Ni Sala und treibend poppig mit Matija und fast schon sphärisch mit Tiger Tiger und Blue Haze – an sich verspricht jede der 21 Bands, der Höhepunkt des Abends zu sein.

Auch in diesem Jahr bekommt der „Sound of Munich Now Electronica“ eine Bühne. DJ und Blogger Moritz Butschek hat folgende Electro-Künstler für das Festival ausgewählt: Am Freitagabend spielen COEO, Lena Bart, Muun, Sam Goku, Natanael Megersa und An Wii. Moritz Butschek selbst wird am Samstag bei der Aftershow-Party auflegen.

In München ist man allerdings auch bereit, über den eigenen Tellerrand und die eigenen Stadtgrenzen hinauszublicken. Nachdem es im vergangenen Jahr zum ersten Mal einen „Sound of Regensburg Now” sowie einen „Sound of Augsburg Now” gab, werden 2017 die Städte Erlangen (zum Beispiel mit Angiz mit schnellen, mitreißenden Melodien und ironischen Texten) und Traunstein (etwa mit dem verträumt langsamen, elektronischen Indie-Sound von Allaendnorth) vertreten sein.

Völlig neu ist der Ablauf des ersten Abends: auf dem Festival werden erstmals internationale Bands beim „Sound Of Hongkong Now“ vertreten sein.
Sowohl TFVSJS als auch Adrian Lo kommen aus China angereist. Bei TFVSJS handelt es sich um eine fünfköpfige, instrumentelle Postrockband, deren Mitglieder nicht nur Meister ihrer Instrumente, sondern faszinierender Beats, Melodien und Rhythmen sind. Der Musiker und Filmemacher Adrian Lo komponiert eher melancholische, aber musikalisch vielschichtige Stücke, die zum Träumen und Nachdenken anregen. 

Text: Theresa Parstorfer

Collage: Dennis Schmidt

Neuland: Hofbräuhaus Festival

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Vielleicht mag das Münchner Hofbräuhaus manchmal ein wenig vom Touristen-Klischee belastet sein. Die Gaststätte kann aber so einiges mehr, zum Beispiel Festivals feiern.

Im Hofbräuhaus kann der Tourist zum ersten Mal in den Genuss von Schweinshaxn kommen. Hier werden unzählige Selfies geschossen und erschreckend viele Liter Bier konsumiert. Aber das Hofbräuhaus kann viel mehr, als nur eine Touristenattraktion sein. „Hier wird eine Menge Livemusik gespielt. Bis zu 40 Musiker treten täglich im berühmtesten Wirtshaus der Welt auf. Dieser kulturelle Aspekt geht leider viel zu oft unter“, erklärt Matthias Pürner, Musiker der Band Lischkapelle. Deshalb hat sich der 26-Jährige bereit erklärt, die Planung vom „Hofbräuhaus Festival“, das im Herbst stattfinden wird, mitzugestalten. „Die Initiative geht vom Hofbräuhaus selbst aus. Für mich ist die Veranstaltung aber eine Herzensangelegenheit. Bei diesem Festival soll gezeigt werden, wie vielfältig bayrische Musik sein kann“, sagt Matthias.

 

Link zur Facebook-Veranstaltung:

www.facebook.com/festivalhbh

 

 

Text: Anastasia Trenkler

Foto: Andreas Zitt

Neuland: Michael Färber

Der Münchner Fotograf Michael Färber wurde für die Kategorie
„The Great Outdoors“ des EyeEm Photography Awards 2017 nominiert.

Es ist das zarte, von unzähligen Sommersprossen versehene Gesicht einer jungen Frau, da s auf der Oberfläche eines tiefblauen Gewässers ruht. Ihr rötliches Haar ist nass. Mund und Augen sind halb verschlossen, halb offen. Ihr Blick wirkt traurig schön. Es handelt sich um das Model Vivienne, das der junge Münchner Fotograf Michael Färber porträtierte. Mit seinem Werk „Oceans“ wurde er für die Kategorie „The Great Outdoors“ des EyeEm Photography Awards 2017 nominiert. Ausgewählt wurde Michaels Fotografie von einer Fachjury aus mehr als 590 000 Einsendungen von über 88 000 teilnehmenden Fotografen aus der ganzen Welt. Damit sichert sich Michael Färber einen Platz auf der Ausstellung des EyeEm Festivals 2017, das vom 15. bis 17. September in Berlin stattfindet.

Text: Laura Schurer

Foto: Sebastian Hübner

Klare Linien

Grafik-Designer Simon Marchner, 27, druckt Konzertplakate – etwa für „The Notwist“. Das Besondere: Die Plakate sind Handarbeit und hängen nicht an Litfaßsäulen, sondern im Fan-Shop oder im Rahmen.

Im Skizzenbuch von Grafik-Designer Simon Marchner, 27, gibt es eine Doppelseite mit Eulen. Die Linienführung der schemenhaften Skizzen wechselt zwischen dicken und dünnen Strichen. Eine der Eulen ist im Gesicht ausgemalt. Unter ihr steht die genaue Bezeichnung: Schleiereule. Vögel und Eulen ziehen sich durch das Leben des jungen Mannes: „Ich habe schon im Kindergarten Vögel gezeichnet.“ 

Heute gestaltet Simon, der in München wohnt und arbeitet, neben den altbewährten Eulen vor allem Plakate für Musiker, Bands und Festivals. Aber keine Ankündigungsplakate, die an Litfaßsäulen oder Stromkästen hängen, sondern Kunstdrucke, die er in Handarbeit selbst herstellt und die als Erinnerungen oder Kunstwerke verkauft werden. Simons Arbeiten sind limitierte Unikate, nummeriert und vom Künstler signiert. Zu seinen Kunden gehören etwa die US-Indie-Gruppe Band of Horses oder die weit über Bayern hinaus bekannte Band The Notwist. Die Musiker mögen die individuellen Plakate von Simon und bieten sie ihren Fans an. Im Gegensatz zu Plakaten aus Internetdruckereien erhalten sie handgedruckte Plakate.
 Simon druckt die Plakate im Siebdruckverfahren – echte Handarbeit. Die 70 bis maximal 200 limitierten Plakate entstehen in einem Keller-Atelier in der Maxvorstadt. Alleine die Vorbereitung für den Druck dauert eine Stunde.

Das Verfahren ist sehr aufwendig, es lohnt sich aber für Simon: „Jedes Plakat unterscheidet sich durch den Druck minimal vom anderen“, sagt Simon, so gebe es nur Unikate. Besonders schätzt er seine Unabhängigkeit im Entstehungsprozess. Die sei ihm besonders wichtig. Er sei ein „absoluter Perfektionist“, der alles selbst machen muss. Aber nicht, weil er anderen nicht vertraue, sondern weil er viel Herzblut in seine Projekte steckt.
 Simon spricht sehr analytisch über einen „Prozess“. Einmal sagt er, dass er auch Leidenschaft und Gefühl in die Arbeit steckt, sagt aber gleich danach: „Aber ich lenke die Emotionen.“ Das Ergebnis sei wichtiger als der Prozess. Wirklich?
 

Auf der ersten Seite des schwarzen Skizzen-Buchs hat Simon handschriftlich eine Gleichung aufgeschrieben: „Beauty = Function.“ Schönheit ist Funktion. Ein Gegenthese zum Grundsatz der Kunstschule Bauhaus („Form Follows Function“), nach dem die Form der Funktion folgen muss, also die Funktion wichtiger sei als das Ästhetische. Simon räumt mit diesem Satz der Schönheit einen prominenten Platz ein, ohne aber die Sachlichkeit zu verlieren. Simon wird von beidem gleichermaßen geleitet, von dem Gefühl der Schönheit und der nüchternen Funktion, die sich so zeigt: Er überlegt lange, antwortet sehr reflektiert und strukturiert.
 

In der Arbeit speichert er jeden Zwischenschritt in einer eignen Datei ab. Simon hat klare Prozesse: Er entwickelt eine Idee, verbildlicht diese mit einem digitalen Stift am Computer und arbeitet dann schriftweise weiter bis zum fertigen Plakat. Das Emotionale zeigt sich so: Am Anfang zeichnet er kopflos Dinge und Gedanken in sein Skizzenbuch und lässt seiner Kreativität freien Lauf. Für Musik und die Bands, für die er arbeitet, entwickelt er mit Leidenschaft und Begeisterung Ideen. Er kann sich in Dingen verlieren: „Ich versuche abzuschalten, kann es aber nicht lassen“, sagt Simon, der oft nach der Arbeit zu Hause weiter arbeitet.
  

Simon bewegt zwischen Emotion und nüchterner Funktion. In ihm prallen der emotionale Künstler und der nüchterne Grafiker aufeinander: Simon sagt aber klar: „Ich bin Grafiker.“ Er denkt die Dinge vom vorgegebenen Ziel aus. Das sieht man auch an den Plakaten. Sie wirken durchdacht: selten mehr als drei Farben, klare Linien, minimalistisch und mit viel Freiraum. Neben den Lieblingsprojekten, den Plakaten, an denen er oft eine ganze Woche arbeitet, erledigt er auch grafische Auftragsarbeit. Da sei das reine Ergebnis das Ziel: „Das Logo für eine Ergo-Therapie-Praxis gehört eben auch dazu“, sagt Simon.

Solche Jobs hält Simon in vielen kleineren To-do-Listen im Skizzenbuch zwischen gezeichneten Wolken und Schmetterlingen fest. Bis vergangenen Freitag gehört auch die Finanzierung eines Buchs per Crowdfunding dazu. „Squeegee“ ist die Neuauflage eines Konzertposter-Buchs verschiedener Siebdruck-Künstler in Europa, die der Münchner Bernd Hofmann, besser bekannt als „Señor Burns“, herausgibt. „Squeegee“ stehe für den Sound des Rakel beim Siebdruckverfahren. Das Ziel, 9 000 Euro, wurde erreicht. Nun kann das Buch gedruckt werden. Es beinhaltet auch fünf Poster und ein Interview mit Simon. Die Eulen übrigens finden darin keinen Platz. Die werden im September gedruckt – auf der Unterseite eines Skateboards. Auch so etwas gehört dazu.  

Von: 

David-Pierce Brill

Fotos: 

David-Pierce Brill

Neuland: Freimann Kann

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Auf dem “Freimann Kann” – Festival organisiert Josefine Morgan ein buntes Unterhaltungs-Programm, das sich auch explizit an Flüchtlinge wendet und zur Begegnung einlädt.

Ob Kurzfilmkino, Musiktheater oder ein Street-Art Workshop – am 9. Juli wird das „Freimann Kann“-Festival ein buntes Potpourri im Programm haben. Das Festival findet in der Mohr-Villa statt, organisiert hat es Josefine Morgan, 18. Ihr Ziel ist es, einen Platz für Subkultur auf Stadtteilebene zu schaffen.

Unterstützung bekommt sie dabei zum Beispiel von Markus Müller alias Curry Fiasko, der mit seiner Kurzfilmreihe VideoLyrix vertreten sein wird. Josefine hofft auf eine Atmosphäre für „Begegnung durch Kulturwahrnehmung von Einheimischen und Geflüchteten, um Anonymität, Fremdheit und Ängsten entgegenzuwirken“.  

Von: Philipp Kreiter

Foto: Sebestyén Kamp

Stadt-Land-Rock-Festival 2016: Bandübersicht

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Es ist wieder soweit: Das Stadt-Land-Rock-Festival geht in eine neue Runde. Tolle Münchner Bands – teils bereits beliebt und bekannt, teils wunderbare Neuentdeckungen – werden von 21. bis 23. Juli auf dem Tollwood in der tanzbar spielen. Der Eintritt ist wie immer frei.

Vertigo

Herz trifft auf Schmerz: Alternative-Rock mit harmonischen Riffs und eingängigen Melodien, die an Bands wie Kings of Leon und Coldplay erinnern.

Zur ausführlichen Bandbeschreibung 

The Black Submarines  

Leiden trifft auf Hoffnung: Eine mehrstimmige Kombination aus atmosphärischen Blues und Rock mit einer ordentlichen Portion Gitarre.

Zur ausführlichen Bandbeschreibung

The Charles  

Hardrock trifft auf Chorsänger: Temporeicher, energischer, durchaus breitbeiniger Rock mit einem Frontmann der Extraklasse:  Xavier Darcy.

Zur ausführlichen Bandbeschreibung

Paul  Kowol  

Milky Chance trifft auf Milky Way: Brauner Wuschelkopf, rhythmische Gitarre und schmusige Wohlfühlsongs – so tröstend wie ein Schokoriegel.

Zur ausführlichen Bandbeschreibung

SweetLemon  

Pop trifft auf Jazz:  Zwei Schwestern mischen Zitate klassischer Musik in ihre Songs und brillieren mit ihren großartig volumenreichen Stimmen.

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Mola  

Pumpende Bassdrum trifft auf pulsierendes Leben: Experimenteller Electro-Pop mit einer Hommage an starke Frauen, die sich nicht verstellen wollen.

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Nick Yume  

München trifft auf London: Souliger, reduzierter Indie-Pop mit melancholischen Texten über die Suche nach dem eigenen Platz in dieser Welt.

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Clea Charlotte

Süßer Herzschmerz trifft auf Sommerliebe: Melancholischer Folk-Pop mit zarter, anmutiger Stimme und berührend ehrlichen Texten.

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Line Walking Elephant

Boy Band trifft auf Balladen: Indie-Rock – mal tanzbar, mal hymnisch, mal kommerziell: So vielseitig kann moderner Folk sein.

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The Red Aerostat 

Elton John trifft auf Entschleunigung: Einfühlsamer Folk-Rock mit melancholischen Songs, die zum Tagträumen einladen.

Zur ausführlichen Bandbeschreibung

Ludwig Two

Verspielter Rock trifft auf Discokugel: Schneller Indie mit viel Gefühl und Tiefgang – inspiriert von Coldplay, The Killers oder Radiohead.

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KLIMT  

Melancholie trifft auf wütenden Pop: Die rauchige Stimme der Sängerin von The New Colossus mit genau der richtigen Portion Soul im Blut.

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Stadt-Land-Rock-Festival 2016: Die Musiker stellen sich vor.

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Die Vorfreude steigt! Vom 21. bis zum 23. Juli gibt es Musik,
Musik, Musik. Wir feiern zusammen mit euch und jungen Münchner
Bands das Stadt-Land-Rock-Festival auf dem Tollwood.
Dabei lassen wir uns nicht auf ein Musik-Genre festlegen: Mit Elektro-Beats des
Newcomers Nick Yume, mitreißenden Folk-Songs von The Red Aerostat, rollenden
Blues-Riffs von The Charles oder gefühlvollen Singer-Songwriter Klängen von
Clea Charlotte ist für einige Abwechslung gesorgt.
Damit ihr wisst, was euch
erwartet, haben wir euch alle Bands bereits per Text präsentiert. In den
kommenden Wochen sagen alle Musiker noch einmal persönlich Hallo und werden sich
und ihre Musik auf unserer Facebook-Seite per Video vorstellen.

Morgen geht es los – seid gespannt!

Und hier habt ihr noch einmal eine Übersicht zu den Bands

Stadt-Land-Rock-Festival 2016

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Es ist wieder soweit: Das Stadt-Land-Rock-Festival geht in eine neue
Runde. Tolle Münchner Bands – teils bereits beliebt und bekannt, teils
wunderbare Neuentdeckungen – werden im Juli für drei Tage auf dem
Tollwood spielen. Der Eintritt ist wie immer frei.

Vertigo 

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Herz trifft auf Schmerz: Alternative-Rock mit harmonischen Riffs und eingängigen Melodien, die an Bands wie Kings of Leon und Coldplay erinnern

The Black Submarines  

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Leiden trifft auf Hoffnung: Eine mehrstimmige Kombination aus atmosphärischen Blues und Rock mit einer ordentlichen Portion Gitarre

The Charles  

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Hardrock trifft auf Chorsänger: Temporeicher, energischer, durchaus breitbeiniger Rock mit einem Frontmann der Extraklasse:  Xavier Darcy

Paul  Kowol  

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Milky Chance trifft auf Milky Way: Brauner Wuschelkopf, rhythmische Gitarre und schmusige Wohlfühlsongs – so tröstend wie ein Schokoriegel

SweetLemon 

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Pop trifft auf Jazz:  Zwei Schwestern mischen Zitate klassischer Musik in ihre Songs und brillieren mit ihren großartig volumenreichen Stimmen

Mola 

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Pumpende Bassdrum trifft auf pulsierendes Leben: Experimenteller Electro-Pop mit einer Hommage an starke Frauen, die sich nicht verstellen wollen

Nick Yume  

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München trifft auf London: Souliger, reduzierter Indie-Pop mit melancholischen Texten über die Suche nach dem eigenen Platz in dieser Welt

Clea Charlotte

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Süßer Herzschmerz trifft auf Sommerliebe: Melancholischer Folk-Pop mit zarter, anmutiger Stimme und berührend ehrlichen Texten

Line Walking Elephant

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Boy Band trifft auf Balladen: Indie-Rock – mal tanzbar, mal hymnisch, mal kommerziell: So vielseitig kann moderner Folk sein

The Red Aerostats 

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Elton John trifft auf Entschleunigung: Einfühlsamer Folk-Rock mit melancholischen Songs, die zum Tagträumen einladen

Ludwig Two

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Verspielter Rock trifft auf Discokugel: Schneller Indie mit viel Gefühl und Tiefgang – inspiriert von Coldplay, The Killers oder Radiohead

KLIMT 

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Melancholie trifft auf wütenden Pop: Die rauchige Stimme der Sängerin von The New Colossus mit genau der richtigen Portion Soul im Blut

Fotos: Nick Yume: Keno Peer
Vertigo: Laura Fiona Holder Photography
Mola: Kokutekeleza Musebeni
The Black Submarines: Philip Decker
The Red Aerostat: Marc-Henri Ngandu – Croco & Co
Clea Charlotte: Kai Neunert – Fotografie
The Charles: Janko Raseta
Ludwig Two: Ludwig Two
Line Walking Elephant Foto: Lennart Heidtmann
Sweet Lemon Foto: Simon Gehrig
Paul Kowol: Tom Kowol

Von Freitag bis Freitag München – Unterwegs mit Anna-Sophie

Anna-Sophie ist gerade dabei sich in ihrer neuen Heimatstadt München einzuleben. Das Kultur- und Partyleben hilft ihr dabei – auf Langeweile und Einsamkeit wird sie vergeblich warten: dabei mit am Start: Goa-Party, Rockkonzert, Theater, Halloween-Grusel, das eat&style-Festival und natürlich der erste Abend des legendären Sound of Munich Now Festivals im Feierwerk.

Frische Woche, frischer Start. Mit Karacho! Als Neumünchnerin schätze ich die Vielfalt an Kultur und Musik sehr. Ich kann mich glatt nicht entscheiden, was ich am Wochenende als erstes unternehmen soll. Bevor ich meine Entscheidung fälle, lege ich das Album „Mood Machine“ von Whiskey Foundation ein und lass mich treiben. Von der Musik und der Vorstellung an das beginnende Wochenende. Immerhin ist es dann doch schneller soweit, als zu Beginn der Woche gedacht.

Am Freitag beschließe ich, dass das Wort „frei“ nicht ohne Grund in diesem Wochentag steht. Frei-Tag, Freiheit! Man muss sich auch mal treiben lassen zu können. Nicht ständig aufs Smartphone zu schauen um ja nichts zu verpassen und nicht die ganze Zeit über neue Artikelideen oder Blogprojekte zu denken. Für den Abend habe ich mehrere Optionen: Im Kulturprojekt München findet das Psychedelic Happiness Festival statt. Viele coole deutsche Acts und das Kollektiv Future Anarchy aus Israel sind am Start. So eine Goaparty reizt mich ja schon sehr. Bislang war ich noch nie auf einer – Goas an sich finde ich superspannend, auch wenn die Musik mit ihren hämmernden Beats ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Wie lange kann ich eigentlich durchtanzen ohne umzufallen? Gute Frage. Dann entdecke ich durch Zufall auf Facebook, dass die DONOTS am Freitag im Münchner Backstage spielen. Die Band sagt mir was und für Rockmusik bin ich immer zu haben. Die fünf Jungs existieren bereits seit über 20 Jahren als Band. Das aktuelle Album „Karacho“ ist komplett in deutsch gehalten. Ein Novum – Die Platte ist die erste komplett auf deutsch. Ich entscheide mich für die DONOTs.

Den Samstag verbringen viele mit den letzten Vorbereitungen für die Halloween-Kostümierung. Ich boykottiere die Nacht der Untoten und Zombies dieses Jahr, beschließe ich. In den Tag starte ich mit einem Frühstück im Daddy Longlegs. Dort gibt es vorzügliche AÇAI BOWLS mit reichlich Vitaminen. Die brauche ich auch, um mein Immunsystem zu stärken. Kranksein ist blöd und langweilig. Mittags schlendere ich mit einer Freundin durch die Straßen Münchens ohne ein bestimmtes Ziel. Dabei entdecke ich ein einen hübschen kleinen Laden in einer Seitenstraße und bin  entzückt. Viel Zeit zum Stöbern bleibt mir allerdings nicht. In der Zenith Kulturhalle findet vom 30. Oktober bis 1. November Deutschlands größtes Food-Festival „eat & style“ statt. Dort lädt ein vielfältiges Programm aus Workshops, Liveshows und speziellen Themenwelten zum probieren, entdecken und einkaufen ein. Die bunte Mischung an Produkten aus regionalen Manufakturen begeistert mich. Abends steht mit der Zombie Session Vol. 17 doch ein wenig Halloween-Feeling auf dem Programm. Mit dabei sind Bands mit vielversprechenden Namen wie Corona Diver und Pirates of Suburbia. Der Fokus liegt auf Musik aus den Genres Grunge, Punk, Noise und Stoner Rock.

Sonntags genehmige ich mir den Luxus auszuschlafen. Nach dem einem Pumpkin Spice Latte und einem himmlischen Croissant, steht ein Exkurs in die Geschichte und die Münchner Subkultur auf dem Plan. Die Ausstellung „Zeitgeschichten-Aufklärung“ zeigt die erste große Retrospektive zum Werk von Hanne Darboven. Die Konzeptkünstlerin wurde bekannt für ihre Schreibzeichnungen. Zugegeben: Ich kannte sie zuvor nicht, lasse mich aber überraschen und kann mir im Haus der Kunst gleich ein Exemplar des Magazins „MÜNCHEN IST DRECK“ sichern. Das neue Magazin über die Subkultur unserer Stadt gibt es nur an einigen Stellen zu kaufen. Ich bin gespannt!

Schon Montag! Die Zeit rast aber. Heute wird ein gemütlicher Tag, den ich mit einer Tasse Tee und Jack Kerouacs Roman „Unterwegs“ auf der Couch verbringe. Später geht es dann in die Stadt. Das CinemaxX zeigt eine Sondervorstellung von „Pedal the World“. Wer die Dokumentation der 18.000 Kilometer langen Fahrradweltreise von Felix Starck noch nicht gesehen hat, sollte das so wie ich unbedingt nachholen.

Viele Denkanstöße liefert mir das Theaterstück „Winnie und Adi – Das Duell“ am Dienstag im Theater Drehleier. Das Stück passiert ausschließlich auf Originalzitaten der beiden Protagonisten Winston Churchill und Adolf Hitler. „Churchill ist eine richtige politische Hure. Ein anmoralisches, wiederwärtiges Subjekt“, ließ Audi von sich verlauten. „Hitler ist ein Ungeheuer an Verruchtheit, unersättlichh in seiner Blut- und Raubgier, ein blutrünstiger Straßenjunge“, erkannte der britische Premier.

„Gestatten, Kästner!“ – Am Mittwoch begebe ich mich in die Welt des deutschen Schriftstellers Erich Kästner. Pünktchen und Anton habe ich als Kind geliebt, die politische und literarische Dimension seiner Werke verstand ich erst im Deutschunterricht. Die Ausstellung des Literaturhauses zeigt die erste Exposition über Kästners Leben und Schreiben.

Eine weitere Premiere für mich steht am Donnerstag an: Ich bin zum ersten mal im Ampere. Dort gibt Cäthe anlässlich ihrer „Vagabund Tour“ ein Konzert. Die Frau fasziniert mich. Sie hat ihren eigenen Stil und zieht ihr Ding durch und wie wir aus ihrem Song „Unter meiner Haut“ wissen steckt in ihr ein echter kleiner Punk. Bei der Outfitwahl für das Konzert bin ich kurz ratlos: Die Lederjacke ist ein Muss, aber sind die DocMartens dazu vielleicht zu viel (und zu unbequem)? Kurzerhand entscheide ich mich für meine geliebten Airforce 1. Richtige Wahl, in meinen Lieblingssneaker rocke ich den Abend. Natürlich in der ersten Reihe.

Am Freitag ist mir nach Party und Tanzen. Wie gut, dass der erste Tag des zweitägigen „Sound of Munich Now“ Festivals im Feierwerk ansteht. Los geht’s mit Electro in der Kranhalle.  Da ich weiß, wie lange die Schlange dort sein wird geht es für mich zeitig los. Nach einer langen Nacht mit vielen neuen Bands und Gesichtern falle ich daheim glücklich und beschwingt ins Bett.

Anna-Sophie Barbutev

Foto: Ruth-Anne Barbutev

Von Freitag bis Freitag München – Unterwegs mit Barbara

Während andere sich noch an die letzten Semesterferienwochen geklammert haben wie schiffbrüchige Matrosen an einen Rettungsring, freut Barbara sich auf die erste Uniwoche. Nicht, weil sie Sehnsucht nach ihren Dozenten hatte, sondern weil in der ersten Semesterwoche bekanntlich vieles gemacht wird, außer in Vorlesungen gegangen: Barbara holt sich modetechnische Inspiration bei der Eröffnung des Pop Up Stores ANA ALCAZAR, die sie auch gleich auf dem Stijl Design Markt auslebt, sie lässt sich von Hip Hop Battles zur Muffathalle treiben, wo Nina Sonnenberg alias FIVA für Stimmung sorgt und hilft am Mittwoch im Substanz bei der Suche nach Germany’s next Topmatröse.

Es gibt drei Gründe, warum man sich auf kommende Woche freuen sollte: Erstens, das Wintersemester beginnt, zweitens, das Oktoberfest ist endlich vorbei und drittens: Ich biete spannende Veranstaltungstipps. Langweilig wird’s uns bestimmt nicht, denn wie jeder weiß: In der ersten Uni-Woche wird nicht studiert, sondern gefeiert.  

Am Freitag Abend geht’s gleich zur Releaseparty München ist Dreck. München ist Dreck ist eine Plattform für Künstler, Musiker und Freidenker. Der Abend gehört allen Kreativen, die auch einmal Kritik an der Stadt München üben möchten und gleichzeitig neue Ideen sammeln oder austauschen wollen. Beginn ist um 20 Uhr im Maxès. Vielleicht schaffe ich es davor noch zur Eröffnung des Pop Up Stores ANA ALCAZAR. Die Marke wurde von den zwei Schwestern Beate und Jutta Ilzhöfer gegründet, die für ihre selbstbewusste und feminine Mode bekannt sind. Weiteres Plus: Man bekommt dort kühle Getränke und Kaffee umsonst!

Auch am Samstag wird der Geldbeutel gezückt: Um 11 Uhr beginnt auf der Praterinsel der Stijl Design Markt. Die tollen Designerprodukte, Möbel und Klamotten lassen Frauenherzen höher schlagen.
Hip Hop-Fans sollten das Hip Hop Dance Battle in der Adolph-Kolpingstraße 10 nicht verpassen. Beginn ist um 12 Uhr! Abends werde ich brav bleiben, um meine Kräfte für die kommenden Tage aufzusparen.

Am Sonntag gehe ich erst einmal frühstücken. Allen Frühstücksliebhabern kann ich wärmstens das Cafe Lotti empfehlen. Nicht nur das blumige Ambiente überzeugt, sondern auch die Speisekarte. Veganer und Vegetarier werden hier ebenfalls fündig.
Wer noch ein Ticket abgestaubt hat, sollte um 16 Uhr nicht am Königsplatz fehlen: Dort findet die Veranstaltung „WIR. stimmen für geflüchtete Menschen“ statt. Viele nennenswerte Bands treten dort auf. Für alle Musikfans ohne Ticket gibt’s ein kleines Trostpflaster: Philipp Dittberner & Band spielen um 20:30 Uhr im Strom. Nichts wie hin!

Am Montag lasse ich es ruhiger angehen und treffe mich daheim bei Freunden. Vielleicht bekomme ich dort neue Ideen für den Rest der Woche.

Am Dienstag Abend dann die Qual der Wahl. Entweder in die Muffathalle zu Nina Sonnenberg alias FIVA oder aber in den Trachtenvogl zur Album-Release-Tour von Maria Reiser: Die bayerische Künstlerin gibt dort moderne Mundart-Musik zum Besten. Notfalls schmeiße ich einfach eine Münze!

Mein Mittwoch Abend gehörte jahrelang dem Atomic. Wie schade, dass dieser wunderbare Club schließen musste. Aber längst habe ich mich in die Substanz verliebt: Dort weiß man ebenfalls gute Musik zu schätzen. Das Motto des heutigen Abends lautet „Sing Matröse sing – Germany’s next Topmatröse“. Serafyn, eine fünfköpfige Folkpop-Combo, tritt gegen die Singer- und Songwriter Julian Nantes und Nikolaus Wolf an. Am Ende des Abends wird der „Topmatröse“ gekürt. Gespannt? Ich auch! Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt kostet acht Euro.

Regel Nummer Eins im Studium: Am Freitag werden keine Vorlesungen oder Seminare belegt. Donnerstagabends finden nämlich immer die besten Partys statt. Diesen Donnerstag lade ich meine Freunde zum Vorglühen ein, denn meine Wohnung ist nicht weit von der Arcissstraße entfernt: „Meine erste Uniparty“ steigt wie jedes Jahr im Stammgelände der TUM und lädt zum Leute kennenlernen und Alkohol konsumieren ein. Für Erstis quasi eine Pflichtveranstaltung!

Am Freitag Morgen dürfen wir erschöpft sein, das ist okay. Auch gegen Mittag müssen wir das Bett noch nicht verlassen, aber abends gibt es keine Ausreden mehr: Um 20: 30 Uhr beginnt nämlich im Gasteig das audio-visuelle Festival Digitalanalog 2015. Der Eintritt ist frei. Für Kunstinteressierte bietet sich eine schöne Alternative im Farbenladen: In der Ausstellung ANTWORTEN IN BILDERN wird die jüngste Fotoserie vom Künstlerduo Bianca Bättig und Franziska Schrödinger gezeigt. Für musikalische Wohlklänge sorgen an diesem Abend „Beneman“ und „Cha Cha“. Die Vernissage geht noch bis zum 31. Oktober. Beginn ist jeweils um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

Schon ist die Woche wieder um. Zeit zum Studieren bleibt noch genügend. Und wie heißt es doch so schön: Prüfungen kann man wiederholen, Partys und Events aber nicht. In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Wochenende!

Barbara Forster

Foto: Alexandra Forster