Neuland: Dokumentarfilm aus München

image

Der junge Filmemacher Alexander Bambach gastiert mit seinem Dokumentarfilm “Zwischenstation” auf dem Zimbabwe International Film & Festival Trust.

Von der Isar um die ganze Welt: Der junge Münchner Filmemacher, Kameramann und Schlagzeugspieler Alexander Bambach, 26, gastierte mit seinem aktuellen Dokumentarfilm über zwei Münchner Obdachlose gerade in Afrika. Vergangenen Donnerstag lief sein Film „Zwischenstation“ auf dem Zimbabwe International Film & Festival Trust, einem internationalen Filmfestival in Harare, der Hauptstadt Zimbabwes.

Schon beim Münchner DOK.Fest, auf dem der feinfühlige Porträtfilm Premiere feierte, erntete der junge Filmemacher viel Applaus. „Zwischenstation“ wurde dort von den Münchnern zum Publikumsliebling gewählt. Im Mittelpunkt des Films stehen die mittellosen Lebenskünstler Bernd und Zoltan. Das Leben und Wirken der beiden Obdachlosen, die unter der Wittelsbacher Brücke leben, wird von Alexander wirkungsvoll eingefangen.

„Während der Dreharbeiten habe ich wahnsinnig viel von den beiden lernen können“ erzählt der 26-Jährige Regisseur. „Zwischenstation“ gastierte bereits auf weiteren Filmfestivals, unter anderem auf dem Arthouse-Festival Filmkunstwochen München. 

Text: Louis Seibert

Foto:
Alexander Bambach

Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Laura

image

Der Sommer lässt noch ein wenig auf sich warten, und so gestaltet sich auch das Programm unserer Autorin Laura – mit Musiküberflutung bei der “Langen Nacht der Musik”, einem Street-Art-Festival unter Dach und vor allem: der lang herbeigesehnten Vernissage der “10 im Quadrat”-Ausstellung im Farbenladen!

Ich mag die Tage, an denen man dicke Regentropfen und  zarte Sonnenstrahlen auf seiner Haut spüren
kann. Tage, die nass und gleichsam warm sind. Tage, die an Sommer erinnern. Und
doch werden wir uns wohl noch ein wenig gedulden müssen. Auf die wirklich
warmen Tage. Auf den Sommer. Für die kommende Woche habe ich mir deshalb ein
Programm zusammengestellt, das für all die unberechenbaren Tage gilt, die sich
trotzdem planen lassen. Eine Woche, die gerade deshalb hoffentlich so schön bunt und
vielfältig wird.

Der Freitag wird zu meinem Filmeabend. Vom 3. bis 14. Mai
2017 findet das Dok.fest München statt. An mehreren Veranstaltungsorten über
ganz München verteilt laufen 157 Dokumentarfilme verschiedenster Genres auf
Münchner Leinwänden. Es ist das 32. Internationale Dokumentarfestival München,
das faszinierende und spannende Filme großer inhaltlicher sowie kultureller
Bandbreite zeigt. Zudem gibt es eine Vielzahl an Vorträgen, Ausstellungen und
Verleihungen. Besonders interessant finde ich die Fokusreihe DOK.euro.vision,
die die Gegenwart und Zukunft Europas in den Blick nimmt. Dazu gibt es zwölf
sehr verschiedene Filme, die den Kernthemen Europas auf den Nerv fühlen. So zum
Beispiel der Film „A Greek Winter“, der am Freitag um 17:00 in der Hochschule
für Fernsehen und Film läuft. Ein Film, der sich mit der bitteren Realität
Griechenlands nach Beginn der Wirtschaftskrise beschäftigt.

Nach dem Takeover des Feierwerk Farbendladens am Dienstag
steigt meine Vorfreude auf die Ausstellung „10 im Quadrat“ ungebremst. Wir, die Junge-Leute-Seite der SZ, haben zehn junge Münchner Fotografen mit zehn jungen
Münchner Künstlern zusammengebracht. Fotografen, die auf Schauspieler, Musiker
und Literaten trafen. Models, denen Bühnenerfahrung nicht fremd ist. Und dennoch
wird es interessant sein zu sehen, wie sich die jungen Künstler von Künstlern
in einem sehr persönlichen Moment jenseits des Rampenlichts porträtieren
ließen. Das Ergebnis dieser Begegnungen sind die knapp 100 unterschiedlichen
Fotografien, die es von Samstag, 6. Mai, an im Farbenladen des Feierwerks zu
sehen gibt. Den ganzen Mai über könnt ihr uns, die Autoren der SZ Junge Leute,
die zehn jungen Fotografen mitsamt deren fotografischen Arbeiten und die zehn
Künstler, die Modell standen, kennenlernen. Diesen
Samstag
eröffnen wir die Ausstellung mit der Vernissage von 19 bis 22 Uhr. Am
Sonntag
hat die Galerie von 16 bis 20 Uhr geöffnet. Als Rahmenprogramm wird es an
den Ausstellungstagen zudem Lesungen, Diskussionsrunden und Konzerte geben. Wir
freuen uns auf interessante Gespräche und spannende Begegnungen! Ein
Experiment, das dieses Wochenende mit euch in die nächste Runde geht!

Nach der Vernissage am Samstag
werde ich dann vorrausichtlich auf einem weiteren tollen Event, das auch nur einmal
im Jahr stattfindet, durch die Nacht tanzen. Denn in der langen Nacht der Musik
verwandelt sich die Münchner Innenstadt in ein wahres Musikspektakel: An mehr als
100 Spielorten werden Livekonzerte, Tanzdarbietungen,
Kabaretts und Führungen rund um das Thema Musik angeboten. Von 20 Uhr
an versprechen  zum Beispiel The Tonecooks
in der Box-Kitchen
, sich gegenseitig von der Bühne zu boxen!

Und weil ich nie genug von
interessanten Ausstellungen bekommen kann, werde ich meinen Montag ähnlich
künstlerisch gestalten. Im Lost Weekend findet dort ab 18:30 Uhr die Vernissage zur Ausstellung „LICHT“ von Max Fischer statt. Bis 19.
Mai kann man sich hier die künstlerischen Werke, darunter Bilder und Leinwände
unter dem Motto „Zyklus mit Licht-Raum“, ansehen.

Am Dienstag geht’s mit guter Musik weiter.
Ich werde zu Jake Isaacs Konzert im Muffatwerk gehen. Der Künstler aus London
besticht mit einer leidenschaftlichen Kombi aus Soul und Pop auf spannende Art
und Weise. Ich freue mich auf einen Abend mit dem millionenfach gestreamten und
zurzeit sehr gehypten Singer und Songwriter. Diesen Freitag folgt sein
Debütalbum „Our Lives“. Vorfreude pur!

Am Mittwoch geht es für mich auf eine weitere Ausstellung.
„Magic City – Die Kunst der Straße“ ist ein Projekt, für die renommierte
Street-Art-Künstler eine magische Stadt mitten in der kleinen Olympiahalle
erschaffen haben. Überdimensionale Wandarbeiten, überwältigende Graffitis,
verblüffende 3D-Illusionen und überraschende Installationen machen die
Attraktion zu einem echten Erlebnis.

Am Donnerstag geht das „Sprungbrett“ in die nächste Runde. Dabei handelt es sich um ein Förderprogramm vom Feierwerk für
Nachwuchsbands aus München. Dafür werden 16 Bands nominiert, die bis zu drei Auftritte
spielen. Anschließend bekommen sie von einer Fachjury detailliertes Feedback.
Die vier Bands, die von Jury und Publikum die besten
Bewertungen bekommen haben, erhalten zudem eine Anschubfinanzierung zur
Produktion eines Tonträgers oder zur professionellen Gestaltung von
PR-Material. Außerdem sichern sie sich gemeinsam einen Auftritt beim
Theatron-Musiksommer im Olympiapark. Am
Donnerstag spielen die Bands Backstreet OIZ, Stelle Sezon, Chuck Winter Music
und Delamotte im Feierwerk. Freitag geht die zweite Hauptrunde weiter mit den
Bands Paul Kowol, BETA, Sound Injection und MULLEIN. Ich freue mich auf einen
weiteren Abend ganz im Zeichen der Musik!

Meine Woche wird abwechslungsreich und bunt. Tage, an denen
es ganz egal ist ob es draußen nass oder warm ist. Tage, die mich dem Sommer
aber trotzdem ein Stückchen näher bringen werden.

Text: Laura Schurer

Foto: Privat

Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Gabriella

Es wird wieder geWanndat! Klar, dass es unsere Autorin deshalb diese Woche auf das Wannda Circus Opening zieht. Außerdem geht’s zu einer Vernissage im Farbenladen und zur Schnäppchensuche auf gleich zwei Flohmärkte.

Ich muss ehrlich zugeben:
manchmal vergesse ich, wie spannend und vielseitig München eigentlich ist.
Letzte Woche bin ich aus dem Urlaub zurückgekehrt und habe wieder Lust auf
München, auf Ausgehen und auf die vielen tollen Veranstaltungen, die diese
Woche anstehen.

Den Freitag möchte ich gemütlich ausklingen lassen. Nach einem
hoffentlich erfolgreichen Tag in der Bibliothek, geht es erst einmal zum
Streetfood Markt. Sollte ich nicht zu viel gegessen haben und mich noch
bewegen können, dann gehe ich zur Jazz Night ins Lost Weekend.

Samstag
ist wieder so ein Tag, an dem viel zu viel los ist und ich gar nicht weiß, wo
ich hingehen soll. Da ich grundsätzlich Entscheidungsschwierigkeiten habe, geh
ich einfach nachmittags zum Wannda Circus Opening, denn ich freue mich sehr, dass wieder Wannda-Zeit ist.
Bevor ich abends ins Strom gehe, da Temples, eine meiner absoluten
Lieblingsbands spielt, schaue ich noch kurz in den Farbenladen zur Vernissage
der Ausstellung von Nichts Desto Trotz von Metromadrid. Danach geht es zum Tanzen ins Harry
Klein, denn es ist wieder „Marry Klein“, eine, wie ich persönlich finde, sehr
coole Veranstaltungsreihe, bei der nur weibliche DJanes auflegen.

Für mich sollte der Sonntag ein entspannter Tag
sein. Deshalb werde ich endlich mal wieder ausschlafen, gemütlich frühstücken
und dann über den Flohmarkt in den Optimolwerken schlendern. Irgendwie klingt es zwar komisch,
dass er „Studenten Flohmarkt“ heißt, ich hoffe aber, das bezieht sich nur auf die Preise.
Abends schaue ich mir Macbeth in der Alten Kongresshalle an, das von „Libanon on stage“ aufgeführt wird.

Am Montag
fängt wieder der Ernst des Lebens an und ich muss in die Uni, den Abend lasse
ich mir aber nicht nehmen und gehe ins Bahnwärter Thiel zu Poesie und Musik bei
Talal trifft Thiel – Poetry & Bass.

Was ich am Dienstag mache, weiß ich noch nicht genau. Entweder werde ich
wieder ins Bahnwärter Thiel zu Entgleist! gehen, ein Stand-Up Comedy-Event, denn mit
Stand-Up Comedy habe ich mich bisher ehrlich gesagt noch nie sonderlich
auseinandergesetzt. Oder ich lasse mich überraschen und gehe ins Arts ‘n’ Boards zur Open Stage.

Am Mittwoch gehe ich zur Vorführung des
HFF-Abschlussfilms EUROPE, SHE LOVES und freue mich schon sehr darauf, dass das DOK.fest bald wieder los geht.

Am Donnerstag gehe ich in die Ligsalzstraße zum Umsonstflohmarkt. Besonders spannend finde ich, dass dort der Tausch-
und Eigentumsgedanke überwunden werden soll. Man kann
seine Bücher, Klamotten oder alten Spielzeuge mitbringen und sich das nehmen,
was man wieder verwenden kann und möchte, alles aber kein Muss.

Am Karfreitag gehe ich zur
DOK.fest & Marry Klein Filmnacht, in der zwei Filme gezeigt werden, die alle ziemlich

spannend klingen. „Töchter
des Aufbruchs“ ist ein Film mit der Münchner Rapperin Ebow von Uli Bez und es
geht um die Geschichte von Migrantinnen in Deutschland. „Sonita“ erzählt die
Geschichte der gleichnamigen Protagonistin aus Afghanistan, die einer
Zwangsheirat entgeht und ihren Traum, Rapperin zu werden, verwirklichen möchte.

Text: Gabriella Silvestri

Foto: Privat

Von Freitag bis Freitag München: Unterwegs mit Matthias

image

Ziemliche Schnapsidee, seine Bachelorarbeit im Sommer schreiben zu wollen, denkt Matthias. Aber es hilft ja nichts! Trotz Bachelorstress bleibt ihm aber noch Zeit für ein paar Veranstaltungsvorschläge.

Ich wache am Freitag auf, ich gehe duschen, ich zieh mich an. Zwiebelprinzip, und Wollpulli sowieso. Gestern hat es geschneit, ich geh auf Nummer sicher. Die Tagesschau redet zwar von Sonne und zweistelligen Plusgraden, aber ich traue keinem Wetterfrosch mehr. Heiß wird es heute erstmal in der Bibliothek – ich bacheloriere dieses Semester. Wenn es das Wort noch nicht gibt, ich hätte das dann gerne. Das finde ich nur angebracht, so zum 400. Todestag von Mister Shakes. Der Gute hat das ja auch gemacht. Wäre heute der 402. Giesinger Bandcontest, würde man Will.I.Am Shakespeare vielleicht auch noch unter den Gewinner finden. Es ist aber erst der 2. – dennoch, auch im Giesinger Bahnhof scheint es heute Abend heiß zu sein. 5 Bands, ein Sieger – wird eventful. Kommt übrigens vom Shaker, das Wort..

Erkenntnis am früh-bis-späten Samstagnachmittag – ich bin nicht oft genug in Giesing. Ich weiß nicht warum. Ich nehm mir vor, das zu ändern. Aber nicht heute – heute schaue ich mir erst mal an, wie die Bayern Meister werden. Ist mir eigentlich sehr egal, aber wegen dieser Hummels-Sache bestimmt belustigend. Egal. In der U-Bahn erste FCB-Trikots mit Hummels drauf. Auch egal. Ohne Pep Guardiola ist die Bundesliga nächstes Jahr trotzdem wieder erträglich. Apropos erträglich – ich mag Hiphop, auch deutschen. Aber oft ist der sehr unerträglich, Kollegah und Konsorten sind jetzt nicht so mein Ding. Aber Fatoni find ich gut, auch wenn ich kein Experte bin. Ich geh trotzdem hin. Yo, Fatoni.

Sonntag, 1. Mai, halb zehn in Deutschland – ich mach mich auf den Weg zur Kirche. Macht man so, oder? Dann Schweinebraten zum Mittagessen, als Nachtisch ein bisschen randalieren. Macht man auch so, oder ? Vielleicht bin ich im falschen Film. Keine Randale, und in einer Kirche war ich zuletzt als Grün noch regiert hat. Nachtisch gibt’s trotzdem – Open Air am Viehof, der Bahnwärter fährt ab. Letzter Halt Closing, schreibt er – musikalisch unterstützt von DJ-Prominenz aus und nicht aus München. Ich hab kein Ticket – aber Schwarzfahren ist sicher billiger als bei der MVG.

Montag ist Schontag, das hat ein weiser Mann mal gesagt. Klar – irgendwo muss man ja die Feiertage nachholen, die auf ein Wochenende fallen. Heute ist also noch mal erster Mai – zumindest was das Programm in der sozialen Welt angeht. In der sozialwissenschaftlichen Welt gibt es keine Feiertage, ich muss weiter bachelorieren. Ab in die Bib. Ich beschäftige mich mit EU-Sanktionen gegenüber einer kleinen Diktatur östlich von Europa. Russland ist doch keine Diktatur, höre ich von irgendwo. Und wenn, dann keine kleine!, schreit ein anderer. Ach – ja dann, dann hab ich nichts gesagt. Weiter im Text.

Apropos – auch in der EU laufen da paar Dinge aus dem Ruder. Pressefreiheit, zum Beispiel. Nein, ich rede nicht von Böhmermann. Öffentlich-rechtliche Medien in Polen an der Leine, restriktive Mediengesetze in Ungarn. Hochspannendes Thema, und gefährlich noch dazu. Der BR sieht das ähnlich, und lässt am Dienstag zu dem Thema diskutieren. Ich diskutiere mit – bis sich wieder alles um Schmähkritik dreht. Davon hab ich die letzten Wochen genug gehört. Von William Cohn hingegen nicht– der fehlt mir, wer hätte gedacht. Das ist bitter. Bei dem hab ich mir Woche für Woche neue Fashioninspiration geholt. Für die Wollwesten des heute-Show-Typen bin ich einfach noch nicht bereit…

Am Mittwoch wird das Wetter wieder besser. Es wird auch Zeit, es ist Mai – aber gut. Ich hab erstmal nichts davon, ich hab Bachelorseminar. Aber auch das ist ja irgendwann vorbei – danach geh ich mal zur Stroke. Ich weiß, ich weiß, da geht es um Kunst, nicht um Essen – bloß, ich hab jetzt Hunger, und daheim nichts im Kühlschrank. Foodtrucks sind zwar überteuert, aber dafür stimmt das Rahmenprogramm. Kunst, Design – eigentlich nicht so mein Ding. Darum geht’s doch nicht, sagt mir jemand. Stimmt, ich guck einfach überall ein bisschen – an Alternativen mangelt’s ja nicht. Die Pizza schmeckt auch gut – so einen 90-Sekunden-Pizzaofen bräucht ich auch zuhause. Ich schnapp mir ein Poster –beginnt hier meine Karriere als Kunstsammler ? Wer weiß, wer weiß…

Der Bauch tut mir weh. Ich hab noch ein paar Pizzen gegessen – die sind nämlich nicht nur ziemlich teuer, sondern auch ziemlich klein. Ich muss verdauen, das macht man am besten beim Filme gucken. Heute, am Donnerstag, beginnt das dok.fest – das Dokumentarfilmfestival in München. Und wie das in München so ist, muss sich erst mal wieder mit Berlin beschäftigt werden. Also : Eröffnungsfilm über die Hauptstadt, begleitet vom Münchner Kammerorchester, nicht dem Berliner. Die wollten nicht – also, spielen schon, nur nach München nicht. Egal. Die nächsten 10 Tage wird so einiges geboten. Ich freue mich besonders auf Genk Up, das Regiedebüt von Freestyle-Fußballer Sven Fielitz. Davon mal abgesehen mache ich es wie jedes Jahr – Programm ausdrucken, blind auswählen, überraschen lassen – Vorhang auf, bitte !

Lange Woche, denk ich mir. Es ist Freitag und ich bacheloriere wieder. Letzte Woche hat es noch geschneit, auf einmal sind es fast zwanzig Grad. Warum wollte ich die Arbeit nochmal im Sommer schreiben ? Naja, ich bleibe diszipliniert. Ich lasse mich nicht ablenken. Weder Grill- noch Beachvolleyballsaison werden heute eröffnet ! Das Handy klingelt, der Mitbewohner ist dran. Mein Kampf ist hart, unerbitterlich, und kurz. Flauchersaison eröffnen – gut, daran hatte ich nicht gedacht. Ich versuche abzulehnen. Ich sage Nein. Dann packe ich mein Zeug, die Sanktionen gehen zurück ins Regal und ich setz mich auf mein Radl. Reichenbach-, dann Wittelsbacherbrücke. Isarauen, Flaucher, schnell noch zum Edeka. Der Sommer fängt an – danke, dass du wieder da bist !

Mehr als nur Tricks

Freestyle-Fußball lebt eigentlich von kurzen Videos – 30 Sekunden oder weniger. In der Regel bewegt sich auch Sven Fielitz, 24, innerhalb dieser Youtube-Welt. Für seine Abschlussarbeit an der Macromedia Hochschule in München hat er seine Sportart in einem Dokumentarfilm festgehalten: „Genk Up“.

SZ: Warum hast du dich dafür entschieden, aus dieser Clip-Welt auszubrechen?
Sven Fielitz: Seitdem ich Freestyle praktiziere, habe ich immer mich und andere Sportler gefilmt. Aber in den Clips sieht der Zuschauer nie die Arbeit, das viele Training. Die Aufopferung für den Sport steht dabei nicht im Vordergrund.

Es geht diesmal nicht um Tricks?
Nicht vorrangig. Mein Ziel war es, das Leben von Freestylern außerhalb der kurzen Ausschnitte zu zeigen. Aber ich habe bei mehreren Turnieren gefilmt, also sind schon auch Tricks zu sehen.

Aber warum braucht es dann einen Film?
Weil „Genk Up“ eine Geschichte erzählt, die über die Tricks hinaus geht. Der Film erzählt die Geschichte von Daniel Dehenny – einem irischen Freestyler, der auf dem Weg zu großen Erfolgen schwer krank wurde. Er ist 2011 am Candida-Virus erkrankt, das heißt, ein Pilz hat seinen Magen befallen und sein Körper musste über Monate hinweg alle Kräfte dazu aufwenden, diesen Virus zu bekämpfen.

Eine Geschichte vom Kranken, der zum Helden wird?
Nein, der Film begleitet Daniel in der schweren Zeit nach der Krankheit. Damals war das Training gar nicht mehr möglich, von Turnieren und Wettbewerben ganz zu schweigen – und das ist im Freestyle fatal. Die meisten Sportler trainieren mehrere Stunden täglich, um sämtliche Abläufe und Tricks zu meistern – sogar eine Woche Pause wirft einen total aus dem Rhythmus.

Was bedeutet eigentlich „Genk Up“, und welchen Zusammenhang hat der Titel mit dem Film?
Eigentlich war der Arbeitstitel des Films „The boy with the striped Gazelles“ – nach dem berühmten Schuh von Adidas, den Daniel immer trägt. Das ist dann trotzdem ein Insider – also haben wir etwas noch Unbekannteres gefunden. Der Begriff „Genk Up“ kommt von dem japanischen Wort „genky“, was so viel wie Happiness bedeutet. Der Film begleitet Daniel dabei, wie er seine Krankheit überwindet – also wie er sein „genky“ wiederfindet.

Hast du Erwartungen daran, wie der Film ankommt?
Wenn ich ehrlich bin, dann hat „Genk Up“ schon meine Vorstellungskraft übertroffen. Ich habe den Film erstaufgeführt bei der Macromedia Hochschule und beim größten Freestyle-Turnier in Europa, dem SuperBall in Liberec. Die Reaktionen waren sehr emotional – und ich kann ohne Zweifel sagen, dass das die besten Tage meines Lebens waren. Außerdem wird der Film beim DOK.fest 2016 in München gezeigt – ich bin überzeugt, dass Daniels Geschichte auch bei einem Nicht-Freestyle-Publikum Eindruck hinterlassen wird.

Foto: Lorraine Hellwig

Von: Matthias Kirsch

Von Freitag bis Freitag München: Unterwegs mit Melissa

Bei Melissa dreht sich diese Woche alles um Kultur: Auf der Stroke und im Farbenladen gibt es Kunst zu sehen, bei “meine drei lyrischen ichs” werden Gedichte gelesen und zum Tanztheater geht es auch noch.

Die Woche startet schon mal gut: Feiertag! Dementsprechend
fällt der Freitag bei mir auch recht gemütlich aus. Ausschlafen, lesen,
vielleicht verbringe ich den Tag auch gleich ganz im Bett? Bei dem Wetter
sicherlich eine Option. Abends zieht es mich dann auf die Stroke Art Fair auf
der Praterinsel. Hier verbinden sich Kunst, Design und Musik. Gezeigt wird
Urban Art und zeitgenössische Kunst.

Das Wochenende steht ganz im Zeichen der Ausstellung
„München – eine Sehnsucht“ im Farbenladen des Feierwerks. Doch bevor es für
mich zur großen Vernissage geht, muss erst einmal eine Stärkung her. Die hole
ich mir Samstag beim Foodbazar im Wannda Circus. Das Interessante: der
Food-Markt ist komplett vegan. Zudem wird Bio-Bier angeboten. Ich bin gespannt.

Jetzt aber schnell zur Ausstellungseröffnung im Farbenladen.
Auf Einladung der Jungen Leute Seite der Süddeutschen Zeitung stellen dort im
Mai 15 junge Künstler ihre Arbeit zum Thema „München – eine Sehnsucht“ aus.
Geöffnet hat der Farbenladen an den Wochenenden im Mai, sowie Donnerstag den 14.
Mai. Es gibt ein buntes, spannendes und abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit
Kunst, Musik und Lesungen. Die Vernissage am Samstag beginnt um 19 Uhr.
Musik gibt es von NINO EL DINO feat. Louisa

Auch am Sonntag zieht es mich ab 16 Uhr wieder in den
Farbenladen, denn heute trifft Lyrik auf Klebeband. Zum einen gibt es eine
Lesung mit Lyrik von Lina Augustin, Lara Theobalt, Daphne Weber, Julia Angerer
und Daniel Bayerstorfer. Zum anderen wird Tape-Künstler Felix Rodewaldt live
ein Kunstwerk aus Klebeband kleben. Der Abend wird von The Birdwatchers musikalisch
begleitet.

Das Wochenende war vollgepackt, deswegen starte ich am Montag
die Woche entspannt. Abends schaue ich vielleicht auf ein Bier in der
Glockenbachwerkstatt bei Bless the Mic vorbei. „Rap meets Poetry“, der Gewinner
wird vom Publikum gekürt und nimmt das goldene Mikro und eine Flasche Sekt mit
nach Hause.

Öfter mal neue Dinge ausprobieren, denke ich mir am Dienstag
und schaue mir ein Tanztheater an. Genauer gesagt das RePeaTeR RPTR -keine
Sorge, das ist kein Tipp-Fehler, sondern eine Mischung aus Tanz, Schauspiel und
Musik.

Tagsüber zieht es mich am Mittwoch in die Uni, den
dort findet der Internationale Tag des Referats für Internationale
Angelegenheiten statt. Klingt sperrig, lohnt sich jedoch in jedem Fall für
alle, die noch auf der Suche nach Informationen und Inspiration für einen
Auslandsaufenthalt während des Studiums sind. Nach so vielen Informationen muss
erst einmal Entspannung her – hoffentlich bei einem Bier an der Isar.

Am Donnerstag ist mal wieder Lyrik angesagt – und
dabei wird gleich ein Jubiläum gefeiert. „Meine drei lyrischen ichs“ werden
drei Jahre alt. Aus diesem Anlass lesen Robert Stripling, Martin Piekar und
Lara Theobalt, deren Lesung durch die Performance der Künstlerin Martina Kigle
eingerahmt wird.

Je mehr ich mich auf das Wochenende zubewege, desto voller
wird mein Terminkalender – und ich kann mich eigentlich gar nicht so recht
entscheiden, auf welche Veranstaltung ich gehen soll. Am Freitag ist das
Studentenwerk auf dem DOK.fest München zu Gast, mit anschließender Party im
Harry Klein. Und die ersten 100 Studenten mit Studierendenausweis bekommen
sogar ein Freigetränk. Das klingt schon sehr verlockend. Wenn das Wetter jedoch
gut wird, dann fahre ich vielleicht nach Freising zum Uferlos Festival. Als
Vorstadtkind zieht es mich schon fast automatisch nach Freising. Vielleicht
mache ich aber auch einen Tag Pause, denn: Samstag und Sonntag gibt es wieder
spannendes Programm im Farbenladen.

Melissa Ludstock