The Nice Nice Bandfoto

Die SZ Junge Leute Spotify-Playlist im Mai 2019

Manchmal verspüren wir alle Schmerz. Sei es physischer oder seelischer Schmerz, sei es wegen Trennung, Abschied, Wut oder Enttäuschung. Und sehr oft ist Musik eine Abhilfe. Welche Songs unsere Autoren hören, um mit Schmerz umzugehen, könnt ihr in unserer Mai-Playlist herausfinden. Außerdem: rockige Filmmusik, ein löwenstarkes Debüt und eine deutsche Band, die sich nicht so recht entscheiden kann.

 

Biffy Clyro – Balance, Not Symmetry

Dieses Eingangsriff lässt einfach nicht stillstehen und zeigt wiedermal, dass Biffy Clyro eben nicht nur Hymnen schreiben können. Ein starker Einstieg ins Album, hoffentlich wird der Film dazu ebenso mitreißend. Als Live-Bühnenbild würde der sich dann sicher auch gut machen. (MJ)

 

die ärzte – Rückkehr

Abschied, Rückkehr? Na, was denn nu? Die Beste Bänd der Welt sorgt mal wieder für Verwirrung, und ich kann nicht leugnen, dass mein 12-jähriges Ich (das durchaus mit die ärzte den Punk entdeckte) sich freudig und verzweifelt zugleich die Haare rauft. In diesem Sinne halte ich es mit dem Outro: “Woa ey, ärzte – ick hasse dich. Alle drei.” (MJ)

 

Rammstein – ZEIG DICH

Zugegeben, Rammstein waren für mich schon immer ein zweischneidiges Schwert – auf brachiale wie verstörende Art faszinierend, mit teils hinter täuschender Stumpfheit versteckter Genialität; dahingegen liegt dieser typische Rammstein-Metal musikalisch meiner Meinung nach oft nur im unteren Mittelmaß und langweilt mich schnell. Dennoch: auf wirklich jeder Platte gibt es einen Song, der mich packt. Und Kritik an der Kirche ist immer gut. Listen closely. (MJ)

 

Biffy Clyro – Sunrise

Das neue Album der Schottenrocker Biffy Clyro trägt zwar den Untertitel “Soundtrack zum Film”, passender wäre jedoch der “Film zum Soundtrack”. Denn die Musik gab es zuerst – der Kinostreifen wurde im Nachhinein auf die Songs zugeschnitten. Quasi ein Musikvideo für’s ganze Album. (MM)

 

$UICIDEBOY$ X Travis Barker – nothingleftnothingleft

When nothing goes right, go left! Manchmal läuft es dann aber immer noch scheiße und es hilft nur noch laute Musik von Künstlern mit vernichtenden Namen und gebrüllten Lyrics. Wer sich also für eine Minute und vierzig Sekunden kurz der Destruktivität hingeben möchte, darf jetzt aufdrehen. (IP)

 

Tiger Tiger – Future Club

Schon 2018 hat Tiger Tiger bewiesen, dass sie herrlich träumerische Soundkulissen schaffen kann. Nun gibt’s endlich eine EP und das sanfte Crescendo von Future Club sticht aus den 4 neuen Songs doch mit einem gewissen Nachdruck heraus. (MJ)

 

NEIKED & Ellen Birath – Une Lettre

Der schwedische Singer/Songwriter NEIKED und die französische Sängerin Ellen Birath – eine so unterschiedliche Kombination, die man sich nicht vorstellen kann. Genau das spiegelt das Lied wider – verrückt und durchgeknallt. Der Sound klingt positiv und lebensfreudig. Alle, die Französisch sprechen, widersprechen dem jedoch. Es geht um Liebe und Herzschmerz. Ums Alleinesein und warum man mit 19 Jahren niemals eine Beziehung eingehen sollte. (SR)

 

LAKEDAIMON – Something About You

Wer die sanfte Stimme von Joe Dobroschke aus seinem zweiten Projekt, Dobré, gewohnt ist, wird zugleich überrascht und begeistert sein. Lagerfeuer-Stimmung trifft auf Indie-Club. Knisternde Melancholie auf helle Euphorie. Leise auf laute Töne. Wobei der Song auf jeden Fall laut aufgedreht werden sollte. (LS)

 

The Nice Nice – Beached

Der erste Song einer Band ist meiner Meinung nach oft der spannendste. Das ist bei den neugegründeten The Nice Nice aus München nicht anders – ein spannendes Experiment aus Echos, hallenden Gitarren und viel, viel Gefühl. Aber hört selbst. (LS)

 

Ilgen-Nur – In My Head

Spätestens seit dem Song „No Emotions“ hat sich Ilgen-Nurs Stimme in mein Herz gesungen: so schön düster wie ein zu lang dauernder Winter, dennoch stets mit einer Spur trotziger Leichtigkeit. In My Head klingt erneut wunderbar introvertiert, ein Song zur dreiheinhalbminütigen Isolation. (MJ)

 

The National – I Am Easy To Find

Was sind das für Menschen, die nie die Hoffnung verlieren? Im neuesten Album von The National klingt die Melancholie an vielen Stellen zwar deutlich durch, doch gerade in diesem Song, wird der Optimismus textlich einfach nicht aufgegeben. Warum eigentlich? (IP)

 

MOLA – Tot

Irgendwann sind wir alle tot / Keine Sorge denn dann gibt es einen anderen Idiot / Der deinen Job macht – wer auf solch weltschmerzlich-sarkastische Texte steht, dem sei MOLAs neue EP “Blaue Brille” dringend ans Herz gelegt. (MM)

 

LORiiA – Lion

Ein Debüt, das – nun ja – löwenstark ist. Jetzt auch ohne Witz: LORiiA hat mich diesen Monat praktisch begleitet. Erst das Video, dann ihr Auftritt in der Glockenbachwerkstatt und am Ende noch beim Streetlife. “Lion” wird nur selten so gefühlvoll gesprochen wie im Track der Künstlerin und wer bei der Stimme keine Gänsehaut bekommt, der sollte nochmal hinhören. (MF)

 

SAMT – Fall

Gut, der Herbst ist glücklicherweise noch fern. Die sphärischen Klänge aus dem brandneuen Song “Fall“ der Münchner Popband SAMT lassen sich aber auch ziemlich gut im nahenden Sommer genießen. Und hierbei vielleicht am Besten im Englischen Garten oder an der Isar. Denn nach eigenen Angaben der Band erzählt der Song über Wiederkehrendes in der Natur. (AV)

 

Mac Miller – Self Care

Manchmal, da ist die Welt so laut, dass man sich selbst nicht mehr hört. Und dann ist es wichtig sich Zeit zu nehmen. Und Stille. Bis bald. (OC)

 

Dazu gibt’s noch Songs unserer Bands der Woche im Mai: Sofia Lainovic, Eyeclimber und Charly Barker. Unsere Band der Woche Where we linger hat noch keine Songs auf Spotify veröffentlicht.

 

Unsere Liste auf Spotify:

 

von Marietta Jestl, Maximilian Mumme, Isabel Prößdorf, Sophie Röhrmoser, Louis Seibert, Max Fluder, Amelie Völker und Ornella Cosenza.

 

Foto: The Nice Nice