Band der Woche: Things That Need To Be Fixed

Things That Need To Be Fixed aus München mixen ihre Einflüsse aus Punk, Metalcore und Rap zu einer ambitionierten Form des Pop-Punk

Von Marietta Jestl

Was ist heutzutage für eine Band der Schlüssel zum Erfolg? Pop-Balladen schreiben? Auf so vielen Bühnen wie möglich stehen? Ein paar Tausend Follower auf Instagram erarbeiten? In einer Zeit, in der die Charts größtenteils von bierzelttauglicher Musik dominiert sind, oder von Künstlern, die mit vom Autotune verfälschten Stimmen fraglich stumpfe Texte performen, ist es schwierig zu sagen, warum andere Genres oft nicht über Szenengrenzen hinaus gehört werden. In den Neunziger- und Nullerjahren hatten schon einmal Bands wie Green Day oder Blink-182 dem Punk-Rock Wege in die Charts geebnet. Dies war insbesondere möglich, indem sie das Genre für poppige Einflüsse öffneten. Mit gut gelaunten Riffs und Lyrics verschafften sie so einem breiteren Publikum Zugang zu Genres wie Punk und Hardcore.

Aktuell finden sich auch innerhalb Deutschlands wieder junge Bands wie etwa Grizzly oder Flash Forward, die sich auf ihre Teenie-Idole berufen und mit Pop-Punk durchaus Erfolg haben.
Auch Things That Need To Be Fixed aus München mixen ihre Einflüsse aus Punk, Metalcore und Rap zu einer ambitionierten Form des Pop-Punk. Und sie haben sich ein Ziel gesetzt, über das sich alle Mitglieder einig sind: Nicht länger zu ruhen, bis sie mit einem Album eine Chartplatzierung erreicht haben. Entsprechend diesem von Motivation nur so strotzenden Vibe trägt ihr im Sommer erscheinendes Album den Titel „Neverest“.

Um ihr Ziel zu erreichen, geben alle gerade 100 Prozent. „Da wir alle in anderen Bands gespielt haben, hat jeder schon erlebt, wie frustrierend es ist, wenn nichts voran geht“, sagt Schlagzeuger und Sänger Florian. „Wahrscheinlich muss man so was durchgemacht haben, um einen hohen Anspruch zu erreichen.“ – „Es geht uns dabei nicht ums Geld oder so. Viel wichtiger ist uns, dass uns möglichst viele Leute hören wollen. Dafür müssen wir professionell sein“, sagt Gitarrist Alfred. Die erste Single „Scars Like These“ thematisiert genau dieses selbstbewusste, sich trotzdem nicht zu ernst nehmende Motto: „Wir machen hier alles andere, als ihr erwartet, aber wir haben Spaß dabei und ihr werdet euch noch wundern, wie sehr euch unser Zeug gefallen wird.“

Aktuell machen sie ihre Fans mit kurzen Making-Of-Videos neugierig auf mehr. Eine schon 2016 erschienene EP stammt aus dem Projekt des Sängers Kleanthis, seit 2017 bestehen Things, wie sie sich abgekürzt nennen, aus der aktuellen Besetzung. Der Pop-Punk-Vibe ist zwar bei allen tief verankert, ist aber nur der Grundbaustein, der in alle Richtungen ausgebaut wird. „Jeder von uns war in seinen anderen Projekten beim Songwriting am aktivsten und hat viel einzubringen“, sagt Kleanthis. „Trotzdem haben alle Bock, sich auf die Ideen der anderen einzulassen.“

So zeichnet sich zwar jeder der Songs durch zupackende Refrains aus, getragen vom sauberen, meist zweistimmigen Gesang, eingängigen Lead-Gitarren und schnellen Punk-Riffs. Daneben finden sich jedoch gerappte Übergänge, harte Screams und wuchtige Breakdowns – jeder Song überrascht. Genau dadurch distanzieren sie sich aber auch wiederum vom reinen Feel-Good-Punk. „Vielleicht werden gerade die Metalcore-Parts manche abschrecken“, sagt Alfred. „Aber wir wollen ja die Leute ansprechen, die divers hören und verschiedenen Genres offen gegenüberstehen.“ Dass dieser Kontrast funktioniert, sieht man bei Bands wie A Day To Remember, die maßgeblich das Genre des Easycore geprägt haben.
Things haben bisher ohne Label oder Booking-Agentur nicht nur die Produktion eines Albums gestemmt, sondern sich durch den Support der US-amerikanischen Band Skillet und auch einer Show auf dem Free-&-Easy-Festival Aufmerksamkeit verschafft. Besonders die Zusammenarbeit mit anderen Bands aus der Szene wollen sie weiter nutzen. Auf das Albumrelease sollen mehrere Shows in verschiedenen Städten mit je einer lokalen Band folgen.

Foto: Dennis Wiese

Things That Need To Be Fixed

Stil: Pop-Punk, Easycore
Besetzung: Kleanthis Argiropoulos (Vocals), Florian Scheininger (Schlagzeug, Vocals), Thomas Reichel (Gitarre, Vocals), Alfred Buchner (Gitarre), Adrian Richter (Bass)
Aus: München
Seit: 2016
Internet: www.ttntbf.com