Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Max

 

Die ersten zwei Uni-Wochen sind rum und es wird Zeit, um ein wenig zu entspannen. Kommende Woche freuen wir uns auf einen Feiertag und das extra lange Wochenende. Unser Autor findet, das soll genutzt sein: Max tanzt in der Milla, hört Musik im Sunny Red und sucht nach einer Winterjacke beim Kleidertausch im Import Export.

Es gibt diese Wochen, da ist man einfach 24/7 auf den Beinen. Sei es Uni, Ausbildung oder Job, und wochenends ruft dann noch das Ehrenamt oder das Hobby. Und dann gibt es Wochen wie die nächste. Der altbekannte und höchst angenehme Donnerstagsfeiertag, der mit der Brücke über den Freitag wunderbar zum langen Wochenende ausgedehnt werden kann. So eine Woche eignet sich für mich natürlich hervorragend, um mal wieder ein bisschen mehr in meiner Heimatstadt unterwegs zu sein. 

Am Freitag verlasse ich das Hauptgebäude der LMU. Eigentlich studiere ich an der TUM, doch heute Mittag stellen sich die Unizeitschriften der LMU und der Radiosender m94.5 vor und laden zum Mitschreiben ein. Da muss ich doch glatt mal schauen, was die Zeitungs-Kollegen so machen. Auf dem Nachhauseweg komme ich ins Grübeln. Auf welche Musik hab ich den heute Abend Lust? Auswahl gibt es genug: House im Container Collective, Psychedelic im Sunny Red, Neunziger im Cord oder ein DJ-Set von Singer-Songwriter Xavier Darcy auf der Anti-Schickeria-Party im Import Export.

Den Zündfunk Netzkongress lasse ich dabei mal aus. Denn da bin ich am Samstag schon den ganzen Tag und höre Vorträge zum Thema Internet und Geld: Inwiefern bereichert das Internet unser Leben, inwiefern dient es nur einem Zweck, dem Konsum? Am Abend ziehe ich natürlich noch weiter, und zwar zur Neuhauser Musiknacht. Denn so viele Bands geballt auf ein Stadtviertel erlebt man nur genau dieses eine Mal im Jahr.

Noch ist das Wetter draußen herbstlich, aber aushaltbar. Doch ich wittere schon einen Umschwung auf kältere Zeiten und bin deswegen fleißig dabei, mich mit Wintersachen einzudecken. Wie gut, dass am Sonntag die „rehab republic“ Kleidertauschparty im Import Export stattfindet. Da kann ich mir bestimmt ein paar warme Pullover oder sogar eine Winterjacke ertauschen. Frisch eingekleidet geht’s dann zum Sonntag Abend Brunch in den Stemmerhof, der bereits sechsten Ausgabe der Talkshow von Comedian Michael Mauder.

Der leidige Montag ist in Erwartung des kommenden Feiertages etwas angenehmer auszuhalten als sonst. Auch dank der Vorfreude auf den Abend „Nachts und nebenbei: ‚Für immer unterwegs‘“ im Residenztheater. Viel verraten Titel und Beschreibung der Veranstaltung nicht – es gibt verschiedene Stationen und in jeder davon geht es ums Reisen. Ich bin gespannt.

Der Dienstag wird wieder musikalisch, denn die Indie-Band „Some Sprouts“ feiern ihren EP-Release in der Milla. Die Truppe aus München und Regensburg ist mir auf dem StuStaCulum und auf dem Kulturspektakel in Gauting schon begegnet und – was soll ich sagen – Hörempfehlung. Danach direkt noch weiter zur Hip Hop Open Tracks-Session in den Bahnwärter Thiel, der ersten Jamsession rein für Hip Hop in München. Mal sehen, was mich mehr umhaut, die Lines der Freestyle-Rapper oder die Beats und Grooves der Begleitband.

Mittwoch. Halloween. Einer der Tage, die ich mir im Kalender immer extra dick anstreiche – mit schwarzem Edding. Kürbissuppe löffeln, verkleiden, trinken, nicht so mein Fall. Ich betrinke mich lieber, ohne mich zu gruseln. Und das geht heute am besten beim jetzt-Kneipenabend. Texte der jetzt-Autoren gelesen von jetzt-Autoren und ein Song-Quiz-Trinkspiel, das ist viel mehr mein Fall als Hexen, Spinnen und Zombies.

Guten Morgen Donnerstag, guten Morgen Kater. Hab ich wohl gestern etwas zu wenige Songs richtig erraten. Naja, schnell ein fettiges Frühstück oder vielleicht ein Konterbier, dann ist der Kater hoffentlich weg. Denn heute am freien Tag hab ich endlich mal Zeit, die Ausstellung „200 Frauen“ zu besuchen. Die läuft schon seit Sonntag und zeigt Porträts von 200 mehr und weniger berühmten Frauen aus aller Welt, die alle fünf gleiche Fragen zu beantworten versuchen. Ich werde einige Zeit brauchen, um mich durch alle Porträts durchzuarbeiten, wie gut, dass der Science Slam in den Münchner Kammerspielen erst um 22:30 Uhr beginnt.

Am Brücken-Freitag gibt es keine Diskussion und nur ein Event für mich. Denn mein Münchner Lieblingsclub, die Milla, feiert Kindergeburtstag. Nach eigener Aussage kann der Club inzwischen „problemlos Bälle werfen und sich rhythmisch und koordiniert zur Musik bewegen“. Und das mit nur sechs Jahren! Zur Feier des Tages ist das neu gegründete Quartett von Ex-Blumentopf-Mitglied Sepalot am Start, danach gibt’s Disco.

Ach ja, Feiertagswochen sind schon was Schönes. Und jetzt genieße ich meine langes Wochenende, bevor die nächste Woche dann doch wieder sieben Arbeitstage hat.

 

Text: Maximilian Mumme

Foto: Privat