Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Anastasia

Das Wochenende unser Autorin beginnt vielversprechend: Ihr Freitag beginnt mit der Langen Nacht der Architektur im Bunker, dann geht’s bei ihr weiter zur Loop Session im Ampere. Am Samstag geht sie zuerst zum Nachtflohmarkt und dann zur Veranstaltung Red Cabinet. Aber auch ihre Woche wird sicherlich nicht langweilig: Viel Musik und Kunst stehen auf der Agenda

Von Anastasia Trenkler

Jeden Januar erneut: die alte Leier von Klausurenphasen und Abgabestress. Ich will hier niemanden belügen. Wochenlanges Lernen für Prüfungen, das war noch nie meine Stärke. Im Prokrastinieren war ich dagegen schon immer gut. Anstatt hier also schlechte Lerntipps zu geben, teile ich meine Empfehlungen für ein buntes Alternativprogramm.

Das beginnt diesen Freitag mit der Langen Nacht der Architektur im Bunker. Von 18 Uhr an wird es dort Diskussionsrunden und Ausstellungen geben. An der Veranstaltungsplanung war in diesem Jahr auch Kravolta, eine Plattform für junge Architektinnen beteiligt. Parallel startet im Ampere eine Loop Session: Dexter, Edgar Wasser und Juse Ju geben dort ihr Können zum besten. Wenn ich mich geschickt anstelle, bringe ich beide Events an diesem Abend unter einen Hut.

Samstagmorgen startet trist. Das Wetter mag momentan keinerlei Besserung versprechen. Ich bin dennoch überzeugt, dass der Frühling nicht mehr lange auf sich warten lassen kann. Also laufe ich motiviert durch den Nachtflohmark in der Reithalle. Vielleicht werde ich tatsächlich auch mal fündig. Wenn nicht, dann wird zumindest mein Abend vielversprechend: Im Kunst Block Blave in der Friedrich von Pauli Straße findet eine Veranstaltung mit dem abstrakten Titel Red Cabinet statt. Was mich dort erwartet? Kunst, Musik, Ekstase. Das versprechen zumindest die Veranstalter.

Okay, so ganz braucht man’s mit dem Ausgehen auch nicht übertreiben. Von schlechtem Gewissen geplagt, packe ich also meine Bücher und stampfe in die Bib. Denkste. Es ist Klausurenphasen, also wird dort bestimmt alles überfüllt sein, keine freien Tische, Massenpanik an den Schließfächern. Ich weiß schon, warum ich hier eigentlich nicht hin wollte. Na ja, der Wille war da. Wenn ich aber schon in Uni-Nähe bin, wage ich einen Abstecher ins Lost Weekend. Hier findet an diesem Sonntag von 19 Uhr an die Veranstaltung „Hello Gypsy – Jazz Night“ statt. Von Jazz habe ich zwar keine Ahnung, aber man lernt bekanntlich nie aus. Auch wenn heute eben nicht für die Uni gelernt wird.

Die neue Woche startet wie gewohnt. Der Mensch braucht schließlich Routinen. Montage beginnen mit der Zeitungslektüre. Auf der Jungen Leute Seite gibt es frischen Lesestoff. Ihr findet alle Artikel im Laufe der Woche auf unserer Webseite und auf Facebook. Den Aufmacher gibt’s gleich am Montag.

Seit vergangenem Donnerstag zeigt das Köşk die Ausstellung „Zusammen“. Beteiligt sind neun Künstler aus drei Ländern. Mit ihren Arbeiten fördern die Kreativen europäische Zusammenarbeit  und unterstützen mit dem Verkauf ihrer Werke ein bulgarisches Waisenhaus. Mit Hilfe dieser Spende soll die Kulturförderung für Kinder und Jugendliche angekurbelt werden. Ein spannendes Projekt, finde ich. Das steht am Dienstag auf dem Programm.

Im Eine Welt Haus wird es am Mittwoch politisch und international.  Zum bevorstehenden Jahrestag der Revolution in Ägypten wird der Dokumentarfilm „The Square“ gezeigt. Es geht um die Geschehnisse am Kairo Tahrir-Platz. Im Anschluss soll es eine Diskussionsrunde mit einem beteiligten Aktivisten geben, ein Gespräch über die aktuelle politische Lage und die Grenzen der Pressefreiheit des Landes. Vielleicht hat mir das ja sogar etwas für die Ethno-Prüfungen gebracht. Vielleicht. 

Donnerstagabend präsentieren die Monaco Sessions „Amistat“. Die Zwillinge sollen in Australien eine große Nummer sein. Seit acht Jahren leben sie im Outback und spielen an diesem Abend in München. Kaum zu glauben, dass die beiden ursprünglich aus Rosenheim kommen. Ich lausche ruhigem Singer-Songwriting und verfalle in Tagträume.

Ich bin ehrlich: Gitarrenmusik kann ich leiden, aber zu viel davon ist nichts für mich. Für das nötige Kontrastprogramm sorgt heute das Münchner DJ-Duo Rhode & Brown. Die beiden spielen Freitagabend von 23 Uhr an im Goldenen Reiter. Ich tanze in mein wohlverdientes Wochenende. Prokrastination? Kann ich.

 

Foto: Privat