Foto: Murilo Macena

Von Freitag bis Freitag München mit Max

Unser Autor Max scheint ein bisschen unter dem Vorweihnachts-Stress zu leiden. Trotzdem hat er für die kommende Woche einiges zu empfehlen. Mit dabei sind viel elektronische Musik, Benefiz-HipHop und ein Tango-Workshop.

Stress. Ich benutze dieses Wort oft, um zu beschreiben, wie es mir geht. Und komischerweise benutze ich es in den Wochen vor Weihnachten umso häufiger. Stade  Zeit? Von wegen. Auch dieser Text ist mit heißer Nadel gestrickt, was nichts anderes heißt, als dass ich spät dran bin. Ich habe nachgezählt: Auf sieben Weihnachtsfeiern bin ich eingeladen. Und ja, das ist offiziell Freizeit, aber im Endeffekt auch nichts anderes als Termindruck.

Ausgehen ist Ausgleich, Feiern löst den angespannten Nacken. Hoffe ich zumindest. Wenn diese (Arbeits-)Woche hinter mir liegt, beginnt die Freitagnacht und damit das Forever Alone Nikolaus Fest in der Prygoshin Bar. So einsam, wie es der Titel suggeriert, bin ich zwar nicht, aber vielleicht lässt es sich dort abschalten und den einen oder anderen Schoko-Nikolaus essen. Aber bitte zartbitter. Samstag habe ich tagsüber zu tun, leider. Uni-Krams und Textarbeit. Es geht viel um Worte, um minimale Bedeutungsunterschiede. Nur leider nicht um das gesprochene Wort, was sich aber mit einem Abstecher ins Import Export am Abend erledigt hätte. Beim Import Export HipHop Benefiz Jam tritt gut ein Dutzend Künstler auf, um Spenden für den Club zu sammeln. Ob ich es hinschaffe, weiß ich nicht. Unterstützen möchte ich das Import Export allerdings schon, es ist so ziemlich der einzige Club, den ich noch gut von zuhause aus erreichen kann.

Wer jetzt in der Adventszeit noch mehr Gutes tun möchte, dem empfehle ich in der Woche darauf, am Samstag, 14.12., das Benefizkonzert der Jungen Leute-Seite im Bahnwärter Thiel. Drei Acts, Malik Harris, Cosby und Jacob Brass, treten auf. Der Ticketerlös geht an den SZ-Adventskalender für Gute Werke. Und wo wir schon beim Bahnwärter sind: Dort findet diesen Sonntag der monatliche Flohmarkt statt. Für alle, die noch keine Weihnachtsgeschenke habe – mich eingeschlossen – ist das die Gelegenheit.

Den Montag werde ich vermutlich in der Bibliothek verbringen, Mittwoch droht mir eine Klausur. Es ist üblicherweise warm in der Bibliothek, stickig und die Atmosphäre eigentlich nie schön. Zumindest im Vergleich zu den Weihnachtsmärkten. Wenn ich aber eh schon abends in der Maxvorstadt bin, dann lohnt sich vielleicht auch ein Besuch bei Poetry in Motion im Lyrik Kabinett. Dienstag habe ich leider keine Zeit, tagsüber Uni, abends eine Weihnachtsfeier (die erste von sieben). Das schmerzt, denn ich verpasse den Tango Workshop für Einsteiger im Bahnwärter. Ich hätte einen nötig: Mit meinen 19 Jahren habe ich Tanzschulen bisher nur von außen gesehen.

Mittwoch hänge ich bis 20 Uhr an der Uni rum, gezwungenermaßen. Um 18 Uhr ist die besagte Klausur. Und weil ich da eh schon unterwegs bin, könnte ich gleich weiterziehen in die Favorit Bar in die Innenstadt. Dort findet Knobs&Wires only Live statt. Elektronische Musik, aber halt vor Ort erzeugt. Das kann anstrengend sein für die Künstler, ist aber eine tolle Erfahrung für die Zuhörer. Ich habe immer noch Erinnerungen an die Sounds von Packed Rich im Kopf, die er im Farbenladen gespielt hat. Am Donnerstag ist in der Pyrgoshin Bar wieder eine Veranstaltung, die mich interessiert. Und ja, irgendwie ist diese Wochenvorschau auf wenige Orte beschränkt, das tut mir Leid. Jedenfalls veranstaltet der &Töchter Verlag dort eine Reading Session. Die letzte Lesung war übrigens in einem Boxstudio, diesmal wird es vermutlich ruhiger.

Und dann, ja dann ist schon wieder Freitag. Am Ende dieser Kolumne verweise ich auf eine Abschlussbilanz der etwas anderen Art. In der Milla veranstaltet Radio 80000 ihre Geschäftsjahresabschlussbilanz. Und nein, da wird nicht gerechnet, sondern aufgelegt. Mit dabei ist unter anderem DJ G€ld. Und wer weiß? Vielleicht fühle ich mich nach dieser Woche besser, weniger gestresst. Vielleicht ist Party das bessere Spa.

Max Fluder