Internationale Familie

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Teresa Bertram, 27, hat MindLinks gegründet. Es ist eine Gemeinschaft in München, die Studenten und Geflüchteten die Möglichkeit geben will, sich auf Augenhöhe zu begegnen.

Auf einem Hügel steht eine majestätische Burg. Krak des Chevaliers heißt sie. Dieses Bild ist auf eine Wand im Institut für Soziologie projiziert. Ein junger Mann mit schwarzen, kurzen Haaren und Bartstoppeln steht neben dem Bild und redet über sein Heimatland Syrien. „This is my favourite one“, sagt Ghassan Abdulhadi, 24. „You should do Wandern.“ Im Raum lachen alle auf, weil dem Syrer eher das deutsche als das englische Wort einfällt. Die Tische sind an die Wand geschoben, 16 Menschen sitzen im Stuhlkreis und hören dem Syrer zu. Die meisten sind jung, zwischen 20 und 30 Jahre alt. Die Truppe ist bunt gemixt: Geflüchtete, Münchner, internationale Studenten ohne Fluchthintergrund. Es sind sowohl Frauen als auch Männer da. Alle sind leger gekleidet, aber nicht spießig, sie haben Jeans und dazu Pulli oder Sweatshirt an. Die Atmosphäre ist locker und entspannt.

Auch Teresa Bertram besucht dieses Seminar. Die 27-Jährige hört interessiert zu. Es geht um Syrien vor dem Krieg. Eines von vielen Themen, um das es in den Diskussionsseminaren von MindLinks geht. Zusammen mit dem Ägypter Mahmoud Bahaa und der Amerikanerin Mallissa Watts hat Teresa MindLinks vor fast zwei Jahren gegründet. Es ist eine Gemeinschaft in München, die Studenten und Geflüchteten die Möglichkeit geben will, sich auf Augenhöhe zu begegnen. Die drei Gründer fanden es toll, dass es viele Hilfsangebote für Flüchtlinge gibt. „Aber oft entsteht ein Hierarchiegefälle in irgendeiner Art und Weise, wenn einer bedürftig ist und ein anderer die Ressourcen hat“, sagt Teresa. „Mallissa hatte davor schon ganz viel in Flüchtlingsheimen und bei Essensausgaben geholfen und dann auch gemerkt, dass ihr der Austausch fehlte. Und ich habe in der Zeit, in der das Flüchtlingsthema in Deutschland so groß war, in London studiert und wollte auch gerne etwas machen.“

Jeden Montagabend um 19 Uhr findet ein Diskussionsseminar im ersten Stock des Instituts für Soziologie an der LMU statt. Dabei geht es jede Woche um die unterschiedlichsten Themen: Politik, Religion, Naturwissenschaft, Soziologie, Psychologie, Sexualität. Nach dem Vortrag wird diskutiert. Je nachdem, welches Thema sich der Vortragende aussucht, wird mal hitziger gestritten, mal gibt es kaum Wortmeldungen. Geredet wird auf Englisch, weil sich so alle verständigen können. Da die Flüchtlinge und inzwischen auch viele internationale Studenten ohne Fluchthintergrund auch Deutsch lernen wollen, bietet MindLinks davor eine Deutschstunde an. „Sprich mit!“ heißt sie. Außerdem koordiniert MindLinks ein Partnerprogramm. Es nennt sich „Peer-Partner-Programm“. Dabei bilden eine Person mit und eine ohne Fluchthintergrund ein Tandem. Gemeinsamkeiten, ähnliche Interessen oder ein akademischer Hintergrund sind Voraussetzungen, um zwei Personen zusammenzubringen. Wichtig ist, dass es nicht einen Mentor und einen Schützling gibt, sondern dass beide Personen sich auf einer Ebene begegnen. „Ich glaube, dass Sprache im Vordergrund steht, aber viele tauschen auch mehr als nur Sprache aus, zum Beispiel die Kultur, und machen viel zusammen“, sagt Teresa Bertram. „Da waren einige dabei, die enge Freunde geworden sind.“ So auch Ghassan und Duygu Büyükerzurumlu, 24. Sie interessieren sich beide für Medizin und haben viel gemeinsam unternommen.

Ghassan sieht inzwischen die ganze Gruppe als seine Familie an. Er freut sich auf die Seminare, weil er dort seine Freunde, aber auch neue Menschen trifft. Außerdem besucht er den Deutschkurs, um die Sprache zu verbessern, denn er möchte irgendwann in Deutschland Medizin studieren – so wie seine Tandempartnerin Duygu. Ghassan hat in Syrien bereits Anästhesiologie studiert und wartet momentan auf einen Studienplatz. Zuvor hat er als Freiwilliger in einem Second-Hand-Shop der AWO und in einem Restaurant gearbeitet.

Kinan Al Akhmar, 23, besucht seit anderthalb Jahren die Veranstaltungen von MindLinks, hat beim Peer-Partner-Programm mitgemacht und engagiert sich jetzt im Seminarteam. „MindLinks hat mir geholfen, die Sprache und Kultur zu lernen“, sagt Kinan. Er war zuvor in einem Integrationskurs. Dort wurde ihm gesagt, dass er keine Freunde in Deutschland finden wird, außer er ist Teil einer Gruppe. Als er aus Syrien hierher kam, hatte er 250 Freunde auf Facebook, nun hat er 700 – auch wenn das nichts heißen muss. Er lebt bereits seit zwei Jahren in Deutschland. Jetzt macht er in München eine Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel. Kinan mag die Gruppe, weil sie abwechslungsreich ist und er keine Angst hat, seine Ideen mitzuteilen. Er kommt jeden Montag zu den Diskussionsseminaren, weil es ihm viel Spaß macht und viel gelacht wird.

Während Kinan auf dem Laptop eine Seite weiterklickt bei der Präsentation, erzählt Ghassan etwas zu den Bildern. Auf der Wand sieht man das römische Theater in Bosra. Medizinstudentin Anna Raabe, 26, fragt, ob es noch steht. Darauf antwortet Ghassan, dass die meisten Ruinen zerstört worden sind. Der Vortrag und die anschließende Gesprächsrunde laufen ruhig ab. Das kann aber auch anders sein: Gerade bei emotionalen Themen wie Politik gibt es auch mal Konfliktsituationen. Vor ein paar Monaten hat ein Geflüchteter nach langem Überlegen des Teams einen Vortrag über den Krieg in Syrien gehalten. „Vor allem in der Gruppe der Geflüchteten war es schwierig“, sagt Teresa, „weil da natürlich auch Leute zusammenkommen, die in Syrien auf ganz unterschiedlichen Seiten standen und das natürlich superemotional aufgeladen ist.“ Die Situation ist aber nicht eskaliert, denn zu dem Zeitpunkt kannten sich alle so gut, dass manche zwar ein bisschen aneinandergeraten sind, aber danach war wieder alles gut.

Die Gesprächsrunde ist beendet. Manche bleiben noch sitzen und reden mit ihrem Sitznachbarn weiter – auf Englisch, aber auch auf Deutsch. Andere gehen nach vorne und gießen sich Saft oder Wasser in einen Plastikbecher und stellen sich zusammen. Wie auch schon beim Diskussionsseminar ist die Atmosphäre locker und rundherum sind oft Lacher zu hören. „Nach einem Jahr sind es deine Freunde und deswegen komme ich“, erzählt Anna. Sie hat so etwas wie bei MindLinks noch nie erlebt: „Man lernt, auf höfliche Art und Weise zu diskutieren, jede Meinung ist akzeptiert.“

Text: Lena Schnelle

Foto: Stefanie Preuin

Weg mit den Vorurteilen

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Integration ist der wichtigste Schritt in eine offene Gesellschaft. Inzwischen gibt es auch in München viele studentischen Initiativen die das ermöglichen. Das Projekt „zusammenWachsen“ etwa bringt Flüchtlinge mit jungen Münchnern in Kontakt – aber Geld für Ausflüge fehlt

Voneinander lernen statt dem anderen etwas vorzuschreiben, das war die Idee, die Thomas Steingasser, 23, mit einigen Freunden vor zwei Jahren hatte. Damals hatte die Flüchtlingskrise noch nicht das mediale Interesse auf sich gezogen wie später im Spätsommer 2015. Aber „es war schon absehbar, dass sich hier einiges in die falsche Richtung entwickelt und wir haben dann beschlossen, etwas dagegen zu tun“, sagt Thomas. Denn es sei damals häufig üblich gewesen, dass gerade junge Geflüchtete nur materielle Unterstützung erhielten, bei der Integration aber alleine gelassen würden.

Und genau dort wollten die Studenten ansetzen: Sie organisieren Ausflüge und Aktivitäten mit ausländischen und deutschen jungen Menschen, die zum Ziel haben, dass sich die Leute besser kennen lernen, Freundschaften schließen. „Wir haben die gleichen Interessen, Hobbys und Träume – und wir können auch viel voneinander lernen“, sagt der junge Mann, der an der Ludwig-Maximilians-Universität Physik studiert. 

Daher auch der doppeldeutige Name des Vereins: „zusammenWachsen“. Man soll nicht nur zusammenwachsen im Sinne von eine Einheit werden, sondern auch wachsen, sich weiterentwickeln.

Zu diesem Zweck arbeitet der Verein eng mit verschiedenen betreuten Wohngemeinschaften von jungen Geflüchteten zusammen, versucht sie mit gleichaltrigen Einheimischen zusammenzubringen. Die Nachfrage von Seiten dieser Gemeinschaften ist mittlerweile so groß, dass Thomas händeringend nach neuen Mitgliedern sucht, weil man sonst einigen absagen müsste. Das will Thomas aber nicht, denn die gemeinsamen Aktivitäten haben schon zu vielen Freundschaften geführt.

Besonders wichtig ist Thomas ein Punkt: Das Projekt „zusammenWachsen“ richtet sich eben nicht nur an geflüchtete junge Menschen, vielmehr steht der Verein jedem offen. Und so geht er auch explizit auf Leute aus sozial schwachen Familien zu und lädt sie zu Aktivitäten ein. Denn das größte Problem heutzutage sei es, dass Leute zwar nebeneinander lebten, aber nie die Gelegenheit hätten, ernsthaft miteinander ins Gespräch zu kommen. Und dafür sollen der Verein und die gemeinsamen Aktivitäten eine Grundlage bilden. Wer sich näher kennenlernt, baut leichter Vorurteile ab und zwischenmenschliche Beziehungen auf, das ist schön für beide Seiten. 

Doch diese Idee ist immer wieder bedroht, denn es kommt häufig vor, dass Geflüchtete, aber auch Einheimische oder Studenten nicht genug Geld haben, um etwa am gemeinsamen Bowlingabend teilzunehmen. Denn „zusammenWachsen“ kann als Verein nur einen Zuschuss zum Eintrittsgeld oder zur Zugfahrkarte bieten, der Rest muss aus eigener Tasche bezahlt werden: „Leider haben wir nicht immer die Mittel, jedem genug auszuhelfen. Und dann kommt es immer wieder vor, dass Leute an gemeinsamen Aktivitäten nicht teilnehmen können. Wenn wir mehr Mittel hätten, könnten wir vielleicht gewährleisten, dass jeder Interessierte auch wirklich mitmachen kann“, sagt Thomas. 

Zumal einige neue Projekte starten sollen. Der Verein will eine Gruppe nur für junge Frauen aufbauen, die sich auf Grund von traumatischen Fluchterfahrungen zunächst lieber in einer gesonderten Umgebung zurecht finden wollen. Außerdem würden sie gerne Flyer und Plakate drucken, damit noch mehr Geflüchtete von dem Projekt erfahren. Dann hätten viel mehr junge Menschen die Chance zum Wachsen.

Das Projekt wird unterstützt vom SZ Adventskalender. Mehr Infos:

www.facebook.com/szadventskalender

Text: Philipp Kreiter

Foto: Mathias Weidner

Von Mensch zu Mensch

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Die drei  jungen Münchner

Filmemacher

Kai Sitter, 28, Veronika Schwarzmaier, 26, und Seren Sahin, 27,  wollen in diesem Jahr den Kurzspielfilm “Gestrandet” drehen und darin die persönliche Geschichten von Flüchtlingen erzählen. Eine der Hauptrollen spielt eine geflüchtete Syrerin. 

Ein kleiner Blickkontakt kann alles verändern. Zwei einander fremde, junge Frauen – nur ganz kurz sehen sie sich in die Augen, dann gehen sie wieder auseinander. Was alltäglich klingt, wird durch die Situation, in der sie sich begegnen, brisant. Die Szene: Tumult vor einer Flüchtlingsunterkunft in München. Lautes Geschrei, Beleidigungen, Gedränge, Sirenen ertönen – die Stimmung ist aufgeheizt, die Lage unübersichtlich. Mitten drin: zwei junge Frauen. Die eine blickt eingeschüchtert aus dem Wohnheim auf das, was dort passiert. Die andere ist Polizistin und steht vor dem Haus. Die Szene trennt und verbindet die beiden Frauen gleichzeitig. Nur einen kurzen Augenblick treffen sich ihre Blicke. Genau dieser Moment wird die beiden Frauen, die aus so unterschiedlichen Lebenswelten kommen, nicht mehr loslassen.

Dieser Blickkontakt ist die Schlüsselszene des Kurzspielfilms „Gestrandet“, den drei junge Münchner noch dieses Jahr drehen wollen. Dass die Flüchtlingssituation gerade in München als Thema für einen Film dient, ist an sich nicht außergewöhnlich. Was dieses Projekt speziell macht, sind seine Schauspieler. Während die Polizistin von Regina Speiseder gespielt wird, die nach ihrer Schauspielausbildung bereits in Formaten wie „Rosenheim-Cops“ mitgewirkt hat, wird die Rolle der Geflohenen mit Lelas Alsayed besetzt. Eine Frau, die vor knapp vier Jahren selbst aus ihrer Heimatstadt Homs in Syrien fliehen musste und keine professionelle Schauspielausbildung hinter sich hat. 

Doch wie kam es zu diesem Konzept? Die drei Verantwortlichen des Films sitzen in einem Münchner Café. Auf dem Tisch stehen ein Cappuccino für Regisseur Kai Sitter, 28, ein Glas Tee für Drehbuchautorin Veronika Schwarzmaier, 26, und ein Spezi für Schauspieler Seren Sahin, 27. „Viele stürzen sich auf das Thema. Wir haben lange gebraucht, um den richtigen Zugang zu finden“, erzählt Kai. Beeindruckt von den Entwicklungen im vergangenen Jahr begann er, sich zusammen mit seinem langjährigen Freund Seren Sahin ehrenamtlich in Flüchtlingsunterkünften zu engagieren. Aus den Erlebnissen entwickelte sich der Drang, auch von diesen zu erzählen. Durch ihre eigenen persönlichen Kontakte entstand am Ende die Idee, dass mit einem Mix aus professionellen Schauspielern und Geflohenen, also Laiendarstellern, ein Film entstehen soll. „Als Schauspieler könnte man es spielen, aber nicht so gut. Man muss das erlebt haben“, erklärt Seren, der für das Casting des Films verantwortlich ist und auch selbst eine Rolle übernehmen wird. Auch Veronika, die Drehbuchautorin, machte ihre persönlichen Erfahrungen mit Geflüchteten und fand es „logisch“, mit Laiendarstellern zu drehen.
 

In der aktuellen Flüchtlingssituation sieht das Filmteam das Problem, dass oft nur nach allgemeinen, perfekten Lösungen gesucht werde. Das gehe aber am Leben und an der Realität vorbei. Die Situation müsse im Alltag angenommen werden, woraus sich dann persönliche Begegnungen ergäben, ohne die man in der Praxis nicht weiterkomme. „Beide Seiten müssen aufeinander zugehen“, sagt Veronika. Deshalb stellt sie in ihrem Drehbuch die Begegnung der beiden Frauen in den Mittelpunkt – auch, wie dieser Kontakt die beiden weiter beschäftigt.
 

Seit knapp einem Jahr arbeiten sich die drei Münchner nun in das Thema ein, haben Kontakte geknüpft und Schauspieler gesucht. Über eine persönliche Empfehlung fanden sie schließlich Lelas Alsayed für die Hauptrolle der geflüchteten Frau. Die studierte Psychologin floh aus Syrien zunächst nach Ägypten. Dort gründete sie unter anderem ein Sozialzentrum für Flüchtlinge, bevor sie vor knapp zwei Jahren nach Deutschland kam. Das Filmteam war von Anfang an überzeugt von Lelas Alsayed: „Sie weiß genau, was wir wollen, welche Intention wir haben und war auch sehr offen“, sagt Kai.

In „Gestrandet“ soll es nicht darum gehen, persönliche Geschichten von der Flucht zu erzählen, sondern darum anzukommen, in der Gegenwart zu sein. „Es entstehen so viele Barrieren, nur weil man sich nicht kennt“, sagt Kai, „aber man muss auch die Bereitschaft haben, selbst Menschen kennenlernen zu wollen.“ Er spricht von „Politikerschlagworten“ wie „Welle“ oder „Strom“, die Anonymität erzeugten. Diesen Begriffen soll im Film der persönliche Kontakt entgegenstellt werden. „Auch die Polizistin ist in dem Sinne gestrandet“, sagt Veronika, „die Fremdheit ist da, man muss sich aber dazu entscheiden, sie zu überwinden.“ Vor ihr steht dabei ein volles, mittlerweile kaltgewordenes Glas Tee. Die drei Beteiligten haben sich so in Rage geredet, dass die Drehbuchautorin schlicht vergessen hat zu trinken.
  

Ende August will das junge Team den Film drehen. Die Zeit drängt, sagt Kai. Bei vielen Akteuren wisse man nicht, wie lange sie an ihrem jetzigen Aufenthaltsort bleiben könnten.  

Von: Richard Strobl

Foto: Privat

Alles ist möglich

Samuel Flach, 25, plant ein besonderes Projekt: Bei
„Gemeinwohlwohnen“ sollen Flüchtlinge, Menschen mit Behinderung und Studierende
zusammenleben

Samuel Flach liegt in seinem Bett. Er starrt die Decke an. Er schaut auf die Uhr. Eigentlich müsste sein Assistent schon längst da sein. Er fischt nach seinem Handy. Akku leer. Alleine aufstehen kann er nicht. Samuel ist querschnittsgelähmt. „So eine Situation ist scheiße, so richtig, richtig scheiße. Alltag ist das nicht, aber es kann passieren, zum Beispiel wenn mein Assistent in der U-Bahn feststeckt.“  
 

Samuel lebt in einer Wohngemeinschaft mit einer Mitbewohnerin, die ihm hilft und bei ihm angestellt ist. Eigentlich ein super Prinzip, aber wenn einer mal länger weg bleiben will oder seine Mitbewohnerin mal nicht da ist, ist es schwierig. Deswegen kam Samuel auf die Idee, dass es besser wäre, mit mehr Menschen zusammenzuwohnen. Als er dann auch noch zufällig auf Alejandro Hünich traf, der sich in einem Projekt engagiert, in dem Flüchtlinge und Studierende gemeinsam leben, entstand die Idee zu einem ganz besonderen Wohnprojekt: Gemeinwohlwohnen, ein Projekt, in dem Flüchtlinge, Menschen mit Behinderung und Studierende zusammenleben sollen. „Alle Mitbewohner und Mitbewohnerinnen, ob mit oder ohne Behinderung, könnten von dem Wohnkonzept profitieren und selbstbestimmter leben“, sagt Samuel. Von dieser Idee ist er überzeugt.
 

Samuel sitzt seit seinem 20. Geburtstag im Rollstuhl. Jetzt ist er 25. Damals hatte er ein Jahr Zivildienst in Uganda gemacht und fuhr zum Abschluss und zur Feier seines 20. Geburtstages nach Sansibar, einer kleinen Insel vor Tansania. Direkt nach der Ankunft rannte er über den Strand und machte einen Hechtsprung ins Meer. Dabei stieß er mit dem Kopf vermutlich gegen eine Sandbank. Ein Halswirbel zersplitterte.
 „Ich würde sagen, es war ziemlich knapp“, sagt Samuel. „Ich war ja bei Bewusstsein, aber ich kam halt nicht raus und hatte auch nicht mehr viel Luft.“ Aber Einheimische am Strand sahen ihn, zogen ihn sofort aus dem Wasser und holten Leute von der ansässigen Tauchschule. Mit Plastikflaschen wurde sein Kopf stabilisiert, damit nicht noch mehr kaputt gehen konnte. Er musste schleunigst operiert werden, so viel stand fest. Aber es gab keinen Hubschrauber auf der Insel. Letztendlich organisierte und bezahlte ein tansanischer Manager einen Safari-Hubschrauber, der Samuel nach Daressalam flog. Dort wurde er untersucht und weiter nach Nairobi gebracht, wo er operiert werden konnte. Nach zehn Tagen kam Samuel nach Deutschland in die Unfallklinik in Murnau, wo er ein halbes Jahr verbrachte.
 

Seine Stimme ist leiser geworden, während er über seinen Unfall redet. Aber genauso fest. „Ich habe das schon so oft erzählt“, sagt er. „Immer wieder fragen mich Leute mit mitleidigem Blick, was mir denn passiert sei. Die können sich einfach nicht vorstellen, dass der Rollstuhl für mich inzwischen Alltag ist.“ Er sitzt in seiner Küche am Tisch. Bunt kariertes Hemd, Haare zurückgebunden. „Klar war das ein Bruch in meinem Leben“, sagt er, überlegt kurz und widerspricht sich dann: „Nein: Mein Leben ist mein Leben.“
 Nach dem Aufenthalt in der Klinik in Murnau war er wiederholt in einer Reha in Pforzheim. Sie versprachen viel. Sogar, dass Querschnittsgelähmte wieder laufen könnten. Bei ihm passierte das nicht. Nach fast einem Jahr Reha beschloss er zu studieren: „Ich wollte nicht länger mein Leben damit verbringen, nach einem Ziel zu streben, dass ich vermutlich nie erreichen würde“, sagt er. „Es ist jetzt einfach so. Ich sitze im Rollstuhl. Mittlerweile ist das normal geworden.“

Er wohnt seit vier Jahren in München, hat gerade seinen Bachelor in Ethnologie gemacht. Jetzt hat er sich für einen Bachelorstudiengang Statistik angemeldet. Um ganz was anderes auszuprobieren, wie er sagt. Er engagiert sich viel, macht bei einem inklusiven Theaterprojekt an Mittelschulen mit und ist aktiv in dem Verein für Jugendaustausch, mit dem er selbst in Uganda war. Außerdem reist und schreibt er viel. Aber auch sein Projekt Gemeinwohlwohnen nimmt ziemlich viel Zeit in Anspruch. Allein zwei bis drei Tage pro Woche beschäftigt er sich ausschließlich mit dieser Idee.
 Seit Anfang 2016 arbeiten er und Alejandro an dem Konzept. Kernidee ist, dass Menschen mit Behinderung ihre Mitbewohner anstellen und mit ihrem Pflegegeld bezahlen. Dadurch haben Studierende und Flüchtlinge, die Arbeit suchen, die Möglichkeit, auf Minijob-Basis zu arbeiten. Außerdem können Flüchtlinge durch das Zusammenleben leichter Deutsch lernen – und durch eine Wohngemeinschaft werden die Mieten günstiger. Es ist ein Vorhaben, das für alle Vorteile schafft. Aber auch Bildungsarbeit soll es leisten und die dort gelebten Werte wie Toleranz und Inklusion sowie die Idee an sich an die Öffentlichkeit tragen. Daher hätten sie auch gerne einen Gemeinschaftsraum. Manchmal träumen sie sogar von einem Café.
 

Mittlerweile ist das Projekt gewachsen. Gemeinsam mit den Mitgliedern eines schon bestehenden Wohnprojekts haben Samuel und einige Freunde den Verein Zusammen-Leben gegründet. Dieser dient als Trägerorganisation. Jetzt suchen sie nach einer Wohnung, die groß genug für etwa acht Leute ist, halbwegs zentral liegt und dann gemeinsam barrierefrei umgebaut werden soll. Alle städtischen Ämter, mit denen Samuel gesprochen hat, seien begeistert von der Idee, sagte er, haben aber kein Haus zur Verfügung.
 Die Suche nach geeigneten Unterstützern ist nicht einfach: „Wir passen in keine Schublade“, sagt er. Die meisten Wohnprojekte mit Behinderten managen große Trägerorganisationen. Außerdem kommt die Hilfe meist von außen. Dass das Projekt autonom ist, ist Samuel sehr wichtig. Es geht nicht um Hilfe, sondern darum, selbstbestimmt und gleichberechtigt zusammenzuwohnen. Auch wenn das schwierig ist, wenn Geld und Wohnung fehlen.
 Probleme könnte es natürlich auch beim späteren Zusammenleben geben. „Aber es ist ein Projekt, das von den Problemen leben wird“, sagt Samuel, „man kann das nicht vorher planen. Es kann schiefgehen, aber es ist halt ein Prozess.“

Während Samuel erzählt, gestikuliert er viel. Seine Hände zeigen alles Mögliche in der Luft. Samuel kann begeistern.
Natürlich hat sich sein Leben verändert. Aber natürlich ist er immer noch derselbe Mensch, der dieselbe Begeisterung und dieselbe Organisationskraft ausstrahlt. Und auch seine Zukunftspläne haben sich nicht wirklich geändert. In Uganda hat er eine Liste mit Zukunftsideen angefangen. Und als er diese nach dem Unfall wieder durchgegangen ist, hat er gemerkt, dass er nichts streichen muss. „Das ,wie‘ verändert sich natürlich, aber es ist trotzdem möglich.“ So reist er trotzdem ständig durch die Gegend, denn „Reisen und Schreiben wird mich mein Leben lang begleiten“, sagt er. Also verbrachte er ein Semester in Kuba, machte eine Reise nach Indien und jetzt plant er schon seinen nächsten Trip. Zurück nach Uganda und Sansibar. Vor allem seine Freunde aus Uganda will er wiedersehen und sich sogar überlegen, dort vielleicht später mal eine Feldforschung zu machen. Auch in Sansibar will er an denselben Ort zurück. Will seine Retter von damals wiedertreffen. Will vielleicht sogar mit ihnen tauchen gehen. Denn das haben sie ihm damals versprochen: Es ist alles möglich, was sich ändert, ist nur das ‚wie‘.

Von: Mariam Chollet

Foto: Stephan Rumpf

Neuland: Schön, dass du da bist

Die beiden Münchner Studentinnen Laura Kieblspeck, 24, und Tamara Stangl, 23, haben ein Kinderbuch herausgebracht, das sich an Kinder aus Deutschland und Flüchtlinge im Grundschulalter richtet. 

In dem 20 Seiten dicken Buch „Schön dass du da bist, zusammen sind wir bunt“ erzählen sie die Geschichte des jungen Ali, der Deutschland entdeckt. Ali wird mit westlichen Besonderheiten konfrontiert. Ihn verwundert es etwa, dass Frauen in Deutschland im Bikini ins Schwimmbad gehen. Diese Verwunderung sei real: „Als ich geflüchteten Kindern aus einem Kinderbuch vorlas, haben alle beim Anblick der Frau im Schwimmbad verschämt geschmunzelt“, sagt Laura, die junge Flüchtlinge betreut und deshalb aufklären will. Laura und Tamara wollen den Kindern Frauenrechte, Meinungsfreiheit und Kinderrechte vermitteln. Wichtig war den beiden Studentinnen, das Thema Flucht zu vermeiden: „Das kann zu Retraumatisierungen führen“, sagt Laura. Die Themen werden im Buch mit vielen bunten Illustrationen und einfachen, kurzen Sätzen bearbeitet. Bislang existiert das Buch nur digital. Sollte sich Verleger finden, wollen sie es in Schulen und Einrichtungen für Flüchtlinge einsetzen.

Von: David-Pierce Brill

Neuland: Aus Dose wird Firmenfeier

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Philipp Christov fing vor knapp einem Jahr an, sich hochzutauschen. Aus einem Dosentelefon wurde jetzt ein Gutschein für eine Firmenfeier. Ein Update zum Projekt “Das Dosentelefon.”

Ein Haus bekommt man für 10 000 Euro in München noch lange nicht. Das wäre das Ziel gewesen, das sich Philipp Christov, 23, gesteckt hatte, als er vor beinahe einem Jahr angefangen hatte, Dinge zu tauschen. Ein Haus für geflüchtete Menschen. Eigentlich hätte er laut seiner selbst formulierten Deadline auch noch bis Weihnachten Zeit gehabt, um das zu erreichen, aber „ich hatte mir einige Meilensteine aufgezeichnet, und als ich merkte, dass es nicht mehr recht weiterging, habe ich umdisponiert“, sagt Philipp. 10 000 Euro sind jedoch auch eine Menge Geld. So viel kostet die Firmenfeier, die er in Form eines Gutscheins ertauscht hatte und die jetzt von einer Münchner Firma gekauft wurde.

Den Erlös wird Philipp nun dem Münchner „Willkommenszentrum“ „Bellevue di Monaco“ spenden, das sich für einen humaneren Umgang mit geflohenen Menschen einsetzt. Den Abschluss der Aktion, die mit einem selbstgebastelten Dosentelefon startete, wird am 21. Juli im Bellevue di Monaco von 18 Uhr an bei Sekt und Brezen gefeiert.

 

Text: Theresa Parstorfer

Foto:

Schiwani Kakor

Ins Gespräch kommen

Call for Connection: Vier Urbanistik-Studenten ermöglichen Telefonate
zwischen Münchnern und Bewohnern von Flüchtlingsheimen. Im Interview sprechen die Initiatorinnen

Marrije Vanden Eyne und

Elisabeth Nagl über das Projekt und ihre Ziele.

Im Licht der untergehenden Sonne rasselt auf dem Gelände des Projekts „Lückenfülle“ ein altes, gelbes Telefon. Eines von zwei Yellow Phones, das diese Woche in der Münchner Innenstadt mit einem weiteren Telefon in einer Flüchtlingsunterkunft verbunden wird – Call for Connection, mit fremden Angekommenen in ein leichtes Gespräch kommen. Marrije Vanden Eyne, 21,
aus Gent, ist seit drei Monaten für ein Erasmus-Semester in München. Die
Flüchtlingssituation in München vergangenen Sommer hat sie nur in den Medien mitbekommen. 

Für das Semesterprojekts „Arrival Urbanism“ hat die Studentin gemeinsam mit Elisabeth Nagl, 26, Laura Haller, 24, und Tomáš Klapka, 25, thematisiert, wie die Kommunikation mit den Neuankömmlingen verbessert werden kann. Nach wochenlanger Konzeptionsarbeit werden nun zwei Telefone die Münchner mit den Flüchtlingen verbinden. Call for Connection – Gespräche erwünscht.

SZ Junge Leute: Ein Telefon mitten in der Stadt, wird das nicht missbraucht?
Elisabeth: Klar, kann schon passieren, aber wir sind ja da. Zwei von uns werden in der Stadt und zwei in der Flüchtlingsunterkunft sein.
Marrije: Außerdem kann man nur die Wahlwiederholung drücken und keine eigenen Nummern eingeben.

Wissen die Menschen in der Stadt, wo sie anrufen?
Elisabeth: Nein, wir wollen eine unvoreingenommene Verbindung herstellen und die Anrufer oder Angerufenen damit überraschen, wer ihr Gesprächspartner ist.

Und die Bewohner des Flüchtlingsheims haben auch keine Ahnung, warum da ein gelbes Telefon in ihrem Innenhof steht?
Elisabeth: Doch, die informieren wir natürlich schon. Das ganze Vorhaben musste vorab mit der Stadt und den Unterkünften abgesprochen werden.

Dürfte gar nicht so leicht gewesen sein.
Elisabeth: In der Tat haben wir beinahe bis zum letzten Tag auf die Erlaubnis gewartet.

Ein junger Mann am Tisch bringt sich in das Gespräch ein: Na ja, ist doch typisch München! Ich finde das eine ziemlich tolle Idee! Ihr solltet das einfach in anderen Städten machen. Oder sogar im Ausland.

Wollt ihr expandieren?
Marrije: Erst einmal warten wir die beiden Projekttage ab.

Nur zwei Tage?
Elisabeth: Ja, für mehr haben wir keine Genehmigung bekommen.

Wann genau muss man nach den gelben Telefonen Ausschau halten?
Elisabeth: Am Dienstag, 12. Juli, am Marienhof und dann am Donnerstag, 14. Juli, am Rindermarkt. Die Aktion läuft jeweils von 12 bis 19 Uhr.

Wie funktioniert das Telefon?
Elisabeth: Wir haben viel daran herumgebastelt, jetzt funktioniert es über Bluetooth und Kabel. Aber die Telefone sind eigentlich alte analoge Geräte.

Wie habt ihr das finanziert?
Elisabeth: Wir haben von der Hans-Sauer- Stiftung pro Gruppe eine Spende in Höhe von 450 Euro erhalten.
Marrije: Davon konnten wir uns auch das Mobiliar kaufen.

Was gehört zu eurem Inventar?
Marrije: Wir haben bei Ebay die gleichen Sessel, die Tische, Sonnenschirme, die Teppiche und die Telefone gekauft.
Elisabeth: Und die Blumen.

Habt ihr es schon getestet?

Elisabeth: Ja, direkt am Königsplatz. Und das hat total gut geklappt.
Marrije: Da ist Tomáš rangegangen. Und weil er Englisch gesprochen hat, hat das Pärchen am anderen Ende gefragt, woher er käme. Als er dann sagte, aus Prag, dachten sie kurz, sie würden gerade nach Prag telefonieren.

In welcher Sprache wird gesprochen?
Elisabeth: Das wissen wir nicht. Das muss sich einfach ergeben. Oder vielleicht auch nicht jedes Mal. Die Menschen werden sich fremd sein, aber vielleicht lernen sie sich kennen.

Was könnte passieren?
Elisabeth: Vielleicht ein überraschend schönes Gespräch. Oder nur ein ganz kurzes. Oder niemand geht ran, mitten auf dem Rindermarkt.

Also können die Flüchtlinge auch in der Stadt anrufen?
Elisabeth: Genau. Man kann von beiden Seiten aus anrufen. Eine Bedienungsanleitung liegt beim Telefon. Und im besten Fall sind wir zwar da, aber so weit im Hintergrund, dass man uns gar nicht wahrnimmt.

Was könnte das größte Problem sein?
Elisabeth: Wahrscheinlich die Sprachbarrieren. Aber wer weiß. Vielleicht verstehen sich die Fremden sofort, reden Englisch. Oder Passanten sprechen Arabisch oder Französisch. Wir werden sehen, wer da mit wem ins Gespräch kommt. Genau das ist ja unser Ziel.

Interview: Friederike Krüger

Foto: 

Friederike Krüger

Neuland: Time to wish

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Die Initiative Time to wish will Begegnungen zwischen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und Berufstätigen organisieren.

Die drei Gründerinnen Laura, 24, und ihre Schwester Hannah Kieblspeck, 27, und Sabrina Littek, 27, betonen im Namen bewusst einen Wunsch (wish) nach kulturellem Austausch zwischen Bevölkerung und Geflüchteten. Problem aber sei bei Berufstätigen die Zeit (time) für ein Treffen. Genau hier setzt die Initiative an. Durch Kooperationen mit Unternehmen sollen die Mitarbeiter während der Arbeitszeit unter der Woche für gemeinsame Aktivitäten freigestellt werden.

Ein großes Unternehmen ist schon dabei: „Nach einer Präsentation kam ein Mitarbeiter von BMW auf uns zu“, sagt Hannah, die junge Geflüchtete in einer Einrichtung betreut. Auch die IHK macht mit. Ausflüge zum Klettern, in den Tierpark oder ins Museum fanden bislang bereits statt. Für den Sommer plant das Team einen Schwimmkurs. Der große Vorteil: Mitarbeiter bekommen Zeit, die sie normalerweise nicht hätten und gleichzeitig bleibt der geregelte Tagesablauf der Geflüchteten erhalten. „Langfristig wären Partnerschaften oder Tandems nach den Ausflügen denkbar“, sagt Hannah.

Text:  David-Pierce Brill

Foto: Time to wish

Neuland: Social Bee

Mit ihrem Start-up Social Bee wollen die Münchner Master-Studenten Maximilian Felsner, 26, und Zarah Bruhn, 25, jungen Geflüchteten eine Perspektive geben. Gelingen soll das in der Zeitarbeitsbranche.

Die Idee der im März gegründeten Firma ist eine „soziale“ Zeitarbeit, bei der zusätzlich zum Personal auch Qualifikationen vermittelt werden sollen, um Geflüchtete langfristig zu integrieren. Seit vergangenen Mittwoch verfügt das Sechs-Mann-Team über die Zeitarbeitslizenz und will von August an Flüchtlinge anstellen. „Die Geflüchteten wollen gerne arbeiten, Arbeitgeber sind aber wegen der Bürokratie oft abgeschreckt“, sagt Gründer Max Felsner. Er will mit seinem Start-up der Vermittler sein, indem er diese anstellt und an die Unternehmen in der Logistikbranche ausleiht. Zusammen mit Sozialpädagogen und Trainern begleitet die junge Firma dann die Flüchtlinge durch den Job. Nach etwa einem Jahr sollen diese dann Beschäftigungen in Festanstellung bekommen.
„Für uns zählt nicht das Geld, sondern die Wirkung“, sagt Max. Er hat VWL im Bachelor studiert und studiert nun im Master Philosophie. Er will in seinem Job neben der wirtschaftlichen auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen: „Bei der klassischen Wirtschaft fehlt der soziale Mehrwert.“

Von: David-Pierce Brill

Foto: Jospeh Hagen