Sauerkraut und Farbkleckse
Foto: Yoav Kedem

Sauerkraut und Farbkleckse

Wo arbeiten Münchens junge kreative Köpfe? Wir haben sie an ihren Arbeitsplätzen besucht und ihnen über die Schulter geschaut. Heute: Sara Mayoral Jiménez

Sara Mayoral Jiménez, 28, nutzt ihr Atelier in der Kunstakademie für großformatige Malerei und Skulpturen. Hier umgibt sie sich mit spannenden Objekten. „Ich sammle Dinge, die wegen der Erinnerung, die mit ihnen verbunden sind, oder ihrer Materialität besonders sind. Sie beeinflussen meinen Arbeitsprozess“, sagt Sara.

„Sauerkraut“ steht auf der großen Metalldose in ihrem Atelier in der Akademie der Bildenden Künste München. Solche Dosen nutzt Sara gerne als Aufbewahrungsorte für weiteres Material. Hier sammelt sie Plastikplanen, Papiere, Pinsel und mehr.

Malerei ist eine schmutzige Tätigkeit. „Ich mag nicht vorsichtig sein, wenn ich arbeite. Ich will mich nur auf meine Kunst konzentrieren. Deshalb ziehe ich mir sofort meine Arbeitsuniform an, wenn ich in mein Atelier komme. Die Flip-Flops habe ich an, weil ich da schnell rein und raus schlüpfen kann. Ich arbeite am liebsten barfuß.“

Überall liegen Pinsel, Stifte und Becher auf den Arbeitsflächen. Sobald die Inspiration kommt, kann Sara loslegen. Die Arbeitsflächen hält sie mit Absicht nicht sauber: „Ich mag die Farben, die überall in meinem Atelier sind. Sie sind für mich wie Spuren der Zeit, wie eine Karte, die den Arbeitsprozess dokumentiert.“

Ein Stapel von Skizzenbüchern: Hier hält Sara ihre Gedanken und Ideen fest. Sie nutzt sie oft zur Inspiration. „Ich habe immer ein Skizzenbuch dabei, sie sind fast wie Tagebücher für mich. In meiner Arbeit funktionieren sie wie Laboratorien der Ideen, hier erarbeite ich meine Konzepte“, sagt Sara.

Oft malt Sara mehrere Arbeiten gleichzeitig. Ihre Gemälde bewahrt die Künstlerin zusammengerollt auf. „Ich mag den direkten Kontakt mit den Textilien, es ist so einfacher für mich, wieder zu den Malereien zurückzukommen und sie erneut zu betrachten, als wenn ich sie auf einen Keilrahmen aufgespannt hätte“, sagt Sara.

 

Text: Tabitha Nagy

Fotos: Yoav Kedem