Eine offene Hand für die Kunst
Foto: Yoav Kedem

Eine offene Hand für die Kunst

Wo arbeiten Münchens junge kreative Köpfe? Wir haben sie an ihren Arbeitsplätzen besucht und ihnen über die Schulter geschaut. Heute mit Maskenbildnerin Sabeth Kelwing Jimenez, 27

Sabeth Kelwing Jimenez, 27, studiert im Master Maskenbild für Theater und Film an der Theaterakademie August Everding. Weil sie schon immer faszinierte, „was der Körper über den Menschen aussagen kann“, modellierte sie für ihre Abschlussarbeit nun zwei riesige, lebensechte Hände.

 

„Als Maskenbildnerin ist man Handwerkerin einerseits und Visagistin andererseits“, sagt Sabeth. Pinsel, Schwämmchen, Wimpernzangen, Cremes, Puder und Lippenstifte gehören daher ebenso zu ihrem Repertoire wie ein „riesiger Werkzeugkoffer mit Schraubzwingen, Hammer, Meißel und Säge“, sagt sie.

 

 

Die anderen drei Frauen des diesjährigen Masterstudiengangs Maskenbild im Atelier der Theaterakademie. Neben den vollen Silikoneimern arbeitet Sabeth mit einer Vielzahl an Materialien: „Mit Haaren, Tüll, Make-Up, Hautklebern, Montageschaum und allem, was zur maskenbildnerischen Ausstattung gehört“, sagt Sabeth.

 

 

Die Hand streckt den Zeigefinger aus. Sie soll Michelangelos Gottesgeste nachahmen, doch zugleich auch Sabeths eigene Hand darstellen. Sie möchte, dass man dem oft mit Klischees verbundenen Künstlerbegriff nicht allzu viel Bedeutung zuschreibt. „Man sollte Kunst einfach für das nehmen, was sie ist“, sagt Sabeth.

 

 

Ohren, Stirnstücke oder Hände aus Silikon wie diese hier hat Sabeth schon oft in ihrem Studium entworfen. „Leg dich in meine Hand und ich zeige dir meine Kunst“, sagt Sabeth, das solle die Hand symbolisieren. Sie diente als Vorstudie für die spätere 40 Kilo schwere Originalhand aus ölbasierter Modelliermasse.

 

 

Um die großen Hände lebensecht aussehen zu lassen, versah Sabeth diese mit Fingerabdrücken. „Dafür habe ich mir extra ein Werkzeug gebaut. Das liebe ich an dem Job. Du stehst immer wieder vor etwas Neuem und fragst dich, wie mache ich das jetzt?“, sagt Sabeth.

 

Texte: Lisa Miethke

Fotos: Yoav Kedem