Von Freitag bis Freitag München: mit Jenny

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Vom Senioren-Programm bis zur Jungle Disko – Diese Münchner Woche hat mal wieder Einiges zu bieten. Nebenbei werden sehr verspätet die guten Vorsätze für’s neue Jahr in Taten umgesetzt und der Karpfen zur neuen Delikatesse erhoben.Warum? Begleitet Jenny durch ihre Münchner Woche!

Der erste Monat des Jahres neigt sich seinem Ende zu und ehrlich gesagt habe ich mir zwar viel vorgenommen, aber noch fast nichts umgesetzt. Nicht so schlimm, denke ich mir, noch habe ich elf Monate, um mit guten Taten zu glänzen, mich gesund zu ernähren, weniger Wodka auf Eis zu trinken und und und..

Freitag – Meine erste gute Tat wird sein, mit einer meiner liebsten Menschen Geburtstag zu feiern. Nicht irgendeinen, nein den 25ten! Ich werde sie kräftig unterstützen, ihr erstes viertel Jahrhundert mit viel Würde und vielleicht nur ein bisschen Wodka zu begießen. Danach Tanzen, Weinen, Jauchzen, sich auf die nächsten gemeinsamen 25 Jahre freuen – alles ist erlaubt!

Der Samstag beginnt etwas schleppend. Aber ich lasse keine Gnade walten. Wer etwas erreichen will, muss auch ein bisschen dafür leiden, oder so ähnlich. Raus aus dem Bett, rein in die Laufschuhe! Danach Dusche, Kaffee, Croissant, Zeitung – fühlt sich gut an, ich bin zufrieden.
Abends geht es zu Rudirockt, einer Veranstaltung von Viva con Aqua. RuDi steht für Running Dinner: Drei Gänge Menü, jeder Gang in einer anderen Wohnung, mit neuen Menschen. Einen Gang muss man selbst vorbereiten. Um es zusammenzufassen, es macht Spaß, es kann auch mal skurril werden, aber hauptsächlich trifft man viele lustige, nette Menschen und kann hervorragend essen. Eine After-Dinner-Party gibt’s im Milla ab 23.30 Uhr.

Sonntag ist einer meiner absoluten Lieblingstage: Lange schlafen, ausgiebig frühstücken, spazieren gehen. Klingt nach Senioren-Programm. Um da doch ein bisschen entgegen zu wirken, gehe ich noch in‘s Strom. Lässt sich auch gleich als gute Tat verbuchen: Ich unterstütze die Münchner Band Blackout Problems. Sie stellen ihr neues Album vor und das ist alles andere als Senioren-Stoff.

Am Montag kommt endlich mein Einkaufs-Ratgeber von Greenpeace. Auf meiner langen Liste der guten Vorhaben steht auch: Nachhaltiger und bewusster einkaufen. Das soll zwar zu keinem selbstauferlegten Döner-Verbot oder ähnlichem führen, allerdings möchte ich mich zu einem gut informierten Verbraucher erziehen, der beispielsweise überfischte Bestände verschont. Allerdings ist der einzige Fisch, den man uneingeschränkt konsumieren kann Karpfen. Ich muss sagen, ich bin nicht begeistert. Widerwillig erweitere ich meine Liste: Leckere Rezepte mit Karpfen recherchieren und ausprobieren! Mal sehen…

Der Dienstag führt mich erst mal in den Baumarkt. Ich möchte meine Wohnung nach einem Jahr ein bisschen wohnlicher gestalten. Zugegeben, ich habe noch in keinem einzigen Zimmer eine Lampe montiert. Nur karge Glühbirnen, zwei davon sind auch noch durchgebrannt und warten auf Austausch. Nachdem ich einmal vom Stuhl gestürzt bin, und der Lampenschirm in der Küche danach immer noch schief hängt, vertage ich das Projekt. Elf Monate habe ich ja noch Zeit. Heute Abend ist die Diplomausstellung in der Akademie der Bildenden Künste: Wie jedes Jahr, eine schöne Möglichkeit um Kunst bei einem kühlen Bier zu genießen.

Auch der Mittwoch wird der Nachhaltigkeit gewidmet. Denn nicht nur im Supermarkt, auch beim Klamotten-Kauf kann man sich die Frage nach Herkunft und Produktion stellen. Vergangenen Mittwoch hat der Dear Goods Store eine Filiale in Schwabing eröffnet, da werde ich mich heute mal umsehen. Abends versuche ich den Laptop gegen ein Buch, die Serie, gegen eine stilvolle Lektüre einzutauschen: Moby Dick, schon unzählige Male angefangen, nie zu Ende gelesen. Ich gebe mir elf Monate.

Auf den Donnerstag habe ich mich schon die ganze Zeit gefreut. Die Ausstellung „Öffentlich zensiert“ von Julian Mittelstaed beginnt heute in der Registratur. Wir haben den Fotografen bereits vor ein paar Wochen in unserer Rubrik Mein München vorgestellt. Öffentlich Zensiert, ist ein Projekt an dem er seit ein paar Monaten arbeitet, aber bisher noch nicht öffentlich gemacht hat. Dazu eine Apfelschorle oder ein Bier, zumindest kein Wodka auf Eis.

Freitag  – Eine Bilanz: Der Karpfen wartet zwar noch auf seinen großen Auftritt in der Pfanne, aber ich habe mir bereits hilfreiches Wissen angeeignet, damit ich verantwortungsbewusster über die Supermarktschwelle schreiten kann. Die Lampe in der Küche hängt immer noch schief von der Decke und die Glühbirnen in den restlichen Zimmern warten noch auf stilsichere Verkleidung. Macht aber nichts, ich bin zufrieden – fast zumindest. Heute Abend ziehe ich zwar nicht meine Lauf-, dafür aber meine Tanzschuhe an: Jungle Disco im Bahnwärter Thiel.