Band der Woche: Gruppe 2

image

Fabian Bottler und Christian Rehländer, ehemalige Bandmitglieder von Exclusive, bewegen sich mit ihrer neuen Band Gruppe 2 vom Popschema weg, hin zu elektronischer Musik. Auf ihrem ersten Album „Game Over Zeus“ fehlt nun zwar die markante Stimme von Fabian Bottler, die zehn Instrumentalstücke haben es aber in sich. 

Vor circa fünf Jahren in der Roten Sonne in München: In dem Kellerclub läuft elektronische Musik, die Anlage dort ist ziemlich gut, weshalb die Beats in der Magengegend treffen und man das Gefühl hat, sich in einem eigenen Raum aus plastisch spürbarer Musik zu befinden. Doch dann schmettert auf einmal der Klang einer Snare-Drum durch den Raum: metallisch, klirrend, durchdringend. Diese Trommel ist der wichtigste Akzentgeber eines jeden Schlagzeug-Sets und mit einer rasselnden Kettenkonstruktion unter dem Trommelfell ausgestattet, die den Klang verfremdet und verstärkt. Der Klang schneidet durch den Raum. Er setzt sich mühelos gegen die elektronische Beat-Kulisse durch und schafft Akzente, die fesseln. Das britische Duo Mount Kimbie hat bei diesem Konzert in München recht eindrucksvoll bewiesen, was akustische Instrumente in einem elektronischen Kontext so reißen können. Und es ist erstaunlich, wie wenig Club-Musiker immer noch mit diesen doch so berückenden Effekten arbeiten.

Die neue Münchner Band Gruppe 2 versucht sich nun ebenfalls daran. Weniger erstaunlich ist dabei jedoch die radikal geplante und schnittige Ästhetik, mit der Fabian Bottler und Christian Rehländer solche Effekte in ihrem neuen Projekt erschaffen. Denn dass die beiden Musiker, die zuletzt mit der Band Exclusive ernst zu nehmenden Erfolg hatten, ein Gespür für ästhetische Grenzgänge mit enormen Pop-Appeal haben, zeigten sie auf ihrem Album „Nachtmensch“. Völlig in Eigenregie hatten sich Exclusive da von der Schülerband zum spannenden Pop-Projekt entwickelt; mit einer Radikalität und einer Frische, an die sie auf ihrem Major-Debüt anschließend nicht mehr herankamen. Dass sie das aber noch können, zeigen sie nun mit Gruppe 2. Fabian und Christian greifen damit mal wieder zu den Göttern oder sogar darüber hinaus, wenn sie ihr erstes Album, das sie gerade veröffentlicht haben, „Game Over Zeus“ nennen. Dieses überbordende Selbstbewusstsein gab ihnen schon auf „Nachtmensch“ eine schlagende ästhetische Aussagekraft. Bei Gruppe 2 schichten sie die aber auch musikalisch noch einen Schritt weiter. Denn auch kompositorisch sind die beiden, die seit fast zehn Jahren in verschiedenen Formationen gemeinsam Musik machen, nun ein Stück radikaler. 

Zum Beispiel verzichten sie völlig auf Fabians Stimme, was sich erst einmal wie ein Verlust anfühlt, denn Fabian verfügt über ein schon sehr besonderes, aufgerautes Timbre. Doch die rein instrumentale Musik, die sie nun als Gruppe 2 in zehn Tracks veröffentlicht haben, gibt ihnen andere Freiheiten. Etwa bezüglich der Strukturen, in denen sie sich nun weit vom üblichen Popschema entfernen und stark an der elektronischen Musik orientieren: Sie setzen also auf lange Spannungsbögen anstatt kurzfristiger Hooklines. 

Trotzdem ist das kein Druffi-Techno. Vielmehr hat diese Musik in ihrer Dramaturgie etwas Orchestrales, das ohne Abstriche auf Mächtigkeit setzt: „Unser Ziel war es immer, energiegeladene Musik zu machen, die einen kickt und antreibt“, erklären sie und vergleichen das mit einem Moment im Sport, „wo du auf der Zielgerade bist und die letzten 500 Meter deinen Lieblingssong anmachst und du dadurch noch mal einen Energieschub bekommst! So in etwa ist unsere Vorstellung zu unserer Musik. Power“. Produziert wird diese Musik, mit der sie sich an Justice oder Daft Punk orientieren, am Computer und mit Synthesizern. Live soll das aber zum Teil mit echten Instrumenten umgesetzt werden – Christian wie gewohnt am Schlagzeug, Fabian an Bass oder Gitarre. Den Druck wird die ohnehin schon mächtige Musik dadurch wohl ziemlich erhöhen können.

Text: Rita Argauer

Foto: Kai Lehner

Band der Woche: Isarkind

image

Wenn es einen Musikstil des 21. Jahrhunderts gibt, dann ist es die elektronische Musik. Normalerweise sind die Beats computergeneriert und werden nie live mit Instrumenten gespielt. Bei dem Münchener Techno-Duo Isarkind ist das anders…

Bei solchen Erinnerungen freuen sich die heute weit über 30-Jährigen: die Isar-Partys in München. Als das mit dem Techno als neue Musikrichtung anfing, zu Zeiten, als München noch eine Sperrstunde hatte, entwickelte sich eine Szene außerhalb der bestehenden oder neu entstehenden Clubs: Partys in Unterführungen, in verlassenen Gebäuden oder eben gleich ganz unter freiem Himmel an der Isar. Heute wirkt das hier alles organisierter – und natürlich ist elektronische Tanzmusik in all ihren Facetten einer viel breiteren Masse zugänglich geworden als Mitte der Neunzigerjahre. Doch in ein paar Münchner Projekten setzt sich diese Kombination aus anarchistischer Raum-Ergreifung und elektronischer Musik fort. Seit 2010 etwa gibt es die Gruppe Isar Bass. Mit Bollerwagen, Soundanlage und Bierkästen kehrten die an die Isar zurück, um dort Partys zu veranstalten, die sich der inzwischen stark kommerzialisierten Clubszene entziehen.

Das Duo Isarkind trägt den Fluss der Stadt hingegen eher als eine Art Motto im Namen, auch wenn sie musikalisch ebenfalls der elektronischen Musik und dem Techno nahestehen. Nur verzichten sie auf dort sonst übliche Insignien: keine Turntables, keine Computer und keine Synthesizer. Dafür eine konventionelle Bandaufstellung aus Schlagzeug und Gitarre. Schlagzeuger Michael Steinberger und Gitarrist Christian Pfaffinger spielen damit fließenden Analog-Ambient. „Clubsound mit Schlagzeug und Gitarre zu spielen, ist deshalb so spannend, weil wir den Sound live jedes Mal neu formen können“, erklären sie. Die Instrumente seien „vielschichtiger als elektronische Sounds, sie schwingen anders und zwar bei jedem Anschlag“.

Es ist erstaunlich, wie selten es solche Bands gibt. Elektronische Musik ist gegenwärtig prägend wie kaum ein anderer Musikstil. Trotzdem kommt fast niemand auf die Idee, das mit Live-Instrumenten umzusetzen. Wie sehr das knallen kann, zeigte Mitte der Nullerjahre zuletzt die Münchner Band Pollyester. Isarkind sind ein bisschen zugänglicher und lieblicher als die frühen Pollyester. Die Musik ist wolkiger, sie spielen den Techno nicht nur nach, sondern formen diese Musik weiter. Das mag auch an der klassischen Band-Erfahrung der beiden liegen: Im niederbayerischen Hinterland aufgewachsen, haben sie in diversen Punk- und Alternative-Bands gespielt. 

Im Sommer 2017 erschien das selbstbetitelte Debüt-Album. Elf Tracks zwischen treibenden Sechzehntel-Noten und pulsierenden Bass-Drum-Schlägen am Schlagzeug und beinahe psychedelischen Gitarren-Pickings. „Klar knallt das nicht so derbe wie ein High-End-Electro-Beat“, geben sie zu, aber ihnen ginge es sowieso viel mehr um „Atmosphäre und Dynamik“. Dabei entsteht etwas Spannendes. Denn in dieser Musik liegt im Hören plötzlich die Verbindung von Postrock und modularer, technoider Musik offen. Die Gitarren, die Harmonien und die monotonen Kompositionen kennen beide Genres. Im Techno wird das nur oft überdeckt von der Härte der Drumcomputer und den künstlichen Sinusklängen der Synthesizer. Bei Isarkind aber, wo immer hörbar bleibt, dass hier ein echtes Schlagzeug spielt und Metallsaiten schwingen, ist die Nähe plötzlich deutlich hörbar. Auch weil das Duo weniger auf stampfenden Techno, sondern mehr auf Ambient setzt.

Foto: Flo Strigl

Text: Rita Argauer

Erst Theater, dann Techno

“Ohne das Publikum ist man nichts”, sagt Leon Haller, 21. Er ist Schauspielstudent an der Theaterakademie August Everding. Wenn er nicht gerade auf der Bühne steht, legt er nachts als DJ auf – und organisiert queere Partys. Manchmal muss er direkt nach dem Club zu den Proben für das nächste Stück

Schwarze Stiefel. Schwarze Hosen. Nackte Oberkörper. Die Räuberbande marschiert im Gleichschritt auf den riesigen Laufbändern des Residenztheaters. “Die Hölle: versunken. Wie Sodom und Gomorrha!”, rufen sie. Drei Stunden dauert die Inszenierung von Ulrich Rasche. Die Räuber sind ständig in Bewegung. Einer von ihnen ist Leon Haller, 21, Schauspielstudent der Theaterakademie August Everding. Für ihn ist der Abend nach dieser Vorstellung noch lange nicht zu Ende. Als DJ wird er im Anschluss bis in die frühen Morgenstunden im Harry Klein auflegen. Keine Zeit zum Durchschnaufen. Keine Zeit für lange Pausen.

Aufgewachsen ist Leon Haller in Bielefeld. Für das Schauspielstudium hat es ihn nach München verschlagen. “Ich bin ein unfassbar fauler Mensch. Wenn mich etwas nicht interessiert, dann mache ich auch nichts dafür”, sagt er. Deshalb wäre ein klassisches Studium mit viel Lernen nicht für ihn in Frage gekommen. Bereits zu Schulzeiten hat er im Jugendclub des Stadttheaters Bielefeld Erfahrungen gesammelt. Die Schauspielerei sei das einzige gewesen, “was mir auch Spaß gemacht hat und worin ich gut war”, sagt er; deshalb war es für ihn die einzige Möglichkeit, sich für ein Schauspielstudium zu bewerben – er wurde auf Anhieb aufgenommen. Nicht nur in “Die Räuber” ist Leon aktuell zu sehen, sondern auch in einer Inszenierung von Alia Luque am Burgtheater in Wien.

Da gibt es aber noch eine andere Leidenschaft in Leons Leben: die Musik. Seit ungefähr vier Jahren legt er auf. Angefangen hat alles bei einem Rave. “Mit 17war ich auf meinem ersten Rave und ich habe diese Musik einfach abgöttisch geliebt”, sagt er. Von seinem Konfirmationsgeld hat er sich die ersten Billig-Plattenspieler gekauft und damit herumexperimentiert. Später ist er über das Theater und Freunde von Freunden an seinen ersten Gig in Bielefeld gekommen: eine Partycrew, die Techno-Partys organisiert. Leon lernt die Veranstalter kennen. Es ergeben sich weitere Möglichkeiten. Er legt bei Vernissagen auf und in verschiedenen Bars. Springt sogar einmal für einen anderen DJ in einem Club ein – alles in Bielefeld.

Dann aber zieht er für das Studium nach München. Da sei man natürlich “erst mal aufgeschmissen”, wie Leon sagt, “weil niemand dich kennt.” Leon ist aber auch in München im Nachtleben unterwegs, zum Beispiel bei den Partys von Tuesday Slump im MMA oder der Roten Sonne. Er kontaktiert die Veranstalterin Petra Weigart, schickt ihr ein Mixtape und legt bald in dem Club am Maximiliansplatz auf.

Im vergangen November war es dann soweit: Leon Haller legt zum ersten Mal bei Garry Klein auf, der schwulen Partyreihe, die immer mittwochs im Harry Klein stattfindet. “Über einen Tipp von Marlene Neumann, die unter dem Namen Proximal als Visual Jockey aktiv ist, bin ich auf Leon aufmerksam geworden”, sagt Peter Fleming, 50, Inhaber und Musik-Booker des Harry Klein. Bei der Auswahl der DJs achtet Fleming darauf, dass die Sound-Ästhetik stimmt. “Es muss schon so sein, dass ich meine Gäste nicht verschrecke”, sagt er.

Wenn Leon von seinem ersten Abend erzählt, bei dem er gleich sechs Stunden durchgehend aufgelegt hat, dann lacht er. “Das erste Mal im Harry war schwierig. Ich habe es geschafft, mitten in der Nacht den kompletten Floor leerzuspielen”, sagt er. Das sei dann schon ein komisches Gefühl gewesen. “Beim nächsten Track sind die Leute aber wieder gekommen”, sagt er. “Da habe ich Leon ein bisschen ins kalte Wasser geworfen”, sagt Peter Fleming rückblickend. Sechs Stunden sind eben lang. “Dass das Publikum weniger wurde, ist nicht Leons Schuld. Das ist so eine Eigenart der Leute. Da kommt und geht immer wieder ein Schwung”, sagt er. Mittlerweile ist Leon angekommen in der Szene in München. Als Mitveranstalter und DJ organisiert er außerdem die queere Clubnacht Helga.

Abends Theater und nachts Techno -ist das nicht anstrengend? Ist man da überhaupt fit genug für Theaterproben am nächsten Tag? Für Leon liegt genau darin der Reiz. “Manchmal ist es toll, um acht Uhr morgens aus dem Club zu kommen. Du bist verschwitzt, gehst duschen, trinkst einen Liter Kaffee, gehst dann zur Probe. Am Ende des Tages fühlst du dich wach und tot gleichzeitig.” Natürlich ist da ab und auch zu die Sorge, nicht fit genug zu sein. Bisher ist das aber nicht oft vorgekommen. Zwei- oder dreimal vielleicht. Manchmal wirke sich diese Müdigkeit sogar positiv aus, findet Leon. So auch im Januar, als er direkt nach der Räubervorstellung ein zweites Mal bei Garry Klein auflegte. “Ich war so müde, dass ich nicht viel nachdenken konnte, sondern einfach gemacht habe. Und es war gut dadurch”, sagt er. Wenn er müde sei, könne er sich nur noch auf das Wesentliche konzentrieren. Auf der Bühne, wie auch im Club.

Obwohl Leon die Müdigkeit als etwas Positives empfindet, ist es dann doch einmal zu viel geworden. Im Laufe eines Schauspielstudiums setzt man sich nicht nur mit verschiedenen Rollen auseinander. Auch mit sich selbst. Man überlegt, wohin man möchte, welche Möglichkeiten es gibt. Arbeitet viel an sich. Macht sich selbst Druck. “Ich habe mir während des Studiums zwei Monate lang eine Pause von allem genommen”, sagt Leon. Die Ausbildung hat damals einen Punkt bei ihm erreicht, an dem er zu viel an sich selbst gezweifelt hat. “Das hat sich destruktiv auf das Spielen ausgewirkt”, sagt er. Die Zeit hat er zu Hause bei seiner Familie und seinem Hund in Bielefeld verbracht, um Abstand zu nehmen und dann mit freiem Kopf wieder durchzustarten.

Trotzdem: Leon weiß, was er will – Schauspieler sein und auflegen. Auf den ersten Blick zwei unterschiedliche Dinge. In beiden Fällen geht es aber darum, Leute mitzunehmen. “Ohne das Publikum ist man nichts”, sagt er. Weder hinter den Plattenspielern, noch auf der Bühne. Für Leon gibt es zwischen diesen Künsten Gemeinsamkeiten. “Ich benutze Musikstücke oder Texte, die andere verfasst haben, und interpretiere diese neu”, sagt Leon. “Es ist wie eine Art Symbiose: ein dynamischer Raum, der sich auftut im Austausch mit dem Publikum. Im Club kann man zum Beispiel mit der ganzen Dramaturgie, die man aufbaut, eine bestimmte Stimmung kreieren”, sagt er. Die Musik, die maschinell, aber verträumt und dumpf sein kann und nichts mit dem Alltag zu tun hat, fasziniert ihn schon immer. “Ich war nie der Typ, der gern Bands gehört hat oder auf Konzerte gegangen ist.”

Ende dieses Jahres steht für Leon als letzte Station im Schauspielstudium das Absolventenvorsprechen an. Es ist die Chance für angehende Schauspieler, sich zu zeigen und ein Engagement zu ergattern. Trotzdem wirkt Leon in den Monaten davor beim Projekt “10 im Quadrat Reloaded” der Junge-Leute-Seite mit. Zehn Shootings mit zehn Fotografen mussten in kürzester Zeit organisiert werden. “So etwas wie den Farbenladen müsste es eigentlich viel öfter in München geben”, sagt Leon. Denn es gibt zwar viele Möglichkeiten, Kunst zu sehen und zu studieren, dennoch sei München, so der Schauspielstudent, eher spießig. “Kunst ist in München nur ein Accessoire.”

Fotos: Diego Reindel / Stephan Rumpf / Lara Freiburger

Text: Ornella Cosenza

Mega musikalisch

Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: DJ Natanael Megersa.

„Ich mag es, die Leute dazu zu bringen, dass sie nicht
anders können als zu tanzen“, sagt Natanael Megersa, geboren 1990, der als DJ
Techno und House auflegt. Dabei ist er selbst erstaunt, was Musik mit ihm
macht: „Es ist für mich wie ein Rausch und ich kann mir nicht vorstellen, dass
es anderen nicht gefällt.“ Immer wenn sich Natanael als Kind die Bravo Hits
seines Bruders angehört hat, haben ihm die Instrumentallieder am besten
gefallen. Als sich sein bester Freund einen DJ-Controller zum Auflegen und
einen Plattenspieler gekauft hat, war es auch um Natanael geschehen: Nach der
Übungsphase wurde das Auflegen schnell zum Beruf – wofür Natanael „mega
dankbar“ ist. Er hat jedoch auch schon am eigenen Leib erfahren, wie
anstrengend es sein kann, nachts in einem Club aufzulegen, um dann in der Früh
einem „normalen“ Beruf nachzugehen. Deshalb ist ihm bewusst, dass das DJing
auch anstrengend sein kann. Ob er das für immer wird machen wollen, weiß er
nicht. Was er aber weiß, ist, dass er immer mit Musik zu tun haben will und da
er sowieso schon Musik produziert, kann er sich vorstellen, junge Künstler in
sein Studio zu holen.

Text: Lena Schnelle

Foto: Lorraine Hellwig

Schluss mit Touri-Techno

image


Berlin ist arm, aber sexy. Heißt es. Und München? Wer nun nach der aktuellen Münchner Elektroszene fragt, spart sich aber am besten gleich den Verweis auf die Techno-Metropole. Impulse aus München mit dem famosen DJ-Duo COEO.

Berlin ist arm, aber sexy. Heißt es. Und München? Wer nun nach der aktuellen Münchner Elektroszene fragt, spart sich aber am besten gleich den Verweis auf die Techno-Metropole. Denn der Blick auf die Hauptstadt sei „einfach ein bisschen Panne“, sagt Florian Vietz. Gemeinsam mit Andreas Höpfl steckt er hinter dem DJ-Duo COEO, das man beim „Sound Of Munich Now Electronica“ dieses Jahr live erleben kann. Angefangen haben die Künstler aus der Nähe von Deggendorf mit einem „30-Euro-Programm zum Musikbasteln“. Mittlerweile in München angekommen, gelten COEO als erfolgreichster Act des Labels Toytonics, das seit vier Jahren Dance-Musik in Richtung Disco- und Funk-House veröffentlicht und vor allem Künstler aus München betreut.

Und das wird gefeiert: mit einer Labelparty zur Eröffnung des LIT am 17. November im Werksviertel. Denn der Erfolg spricht für sich: 2016 belegte das kleine Label Platz drei der „Bestselling Deep-House Labels“ auf der Online-Plattform Beatport, dem Gradmesser für elektronische Musik. Darin sieht Label-Chef Matthias Modica Anzeichen für einen weitläufigeren Trend: eine Gegenreaktion zum düsteren Berliner Techno, hin zu soul- und funkinspiriertem Elektrosound. München scheint in dieser Gegenreaktion bereits angekommen zu sein, für Modica dank des „positiven, sommerlichen Vibes“, den die einstige Discometropole München verströmt. Auch COEO fühlen sich hier wohl: Die Stadt sei einfach schön und habe die richtige Größe, „um alles zu kriegen, was man kulturell braucht“.

Wahrscheinlich ist München eben genau das Dorf, über das man wahlweise schimpft oder schwärmt – und wer sich zu vernetzen weiß, kann Erfolg haben. Das weiß auch Moritz Butschek, selbst DJ und Betreiber des München-Blogs „Tow in a Row“. Für ihn steht fest, dass „sowohl der funky Sound, als auch ganz neue Ausrichtungen elektronischer Musik koexistieren und regen Zulauf haben. Es gibt tolle etablierte Locations, immer wieder spannende Zwischennutzungen und vor allem für fast jeden Geschmack eine Szene mit tollen DJs und Live-Acts.“ Matthias Modica allerdings wünscht sich, dass die großen Münchner Clubs aufhören, den Berliner „Touri-Techno“ zu imitieren. „Vor zehn, fünfzehn Jahren gab es in München weniger Clubs, dafür mehr Vielfalt. Impulse aus München gingen in die Welt“, sagt er. Mit COEO scheint dieser Trend nun hoffentlich wiederbelebt zu sein. 

Text: Yvonne Gross

Foto: Kerstin Rothkopf

Techno und Trompete

Digital trifft auf analog: Das DJ-Duo „Naftali Sound“ überrascht in Clubs mit seiner Musik.

München – Eine Häusersiedlung am Rande von München. In der Straße gleicht eine Fassade der anderen, und dennoch fällt Hausnummer fünf aus dem Raster. Durch die verschlossenen Fenster lässt sich selbst auf der Straße der tiefe Klang einer Trompete wahrnehmen. Auch aus dem Keller ist Musik zu hören – elektronische Klänge mit bebendem Bass. Was für manch einen Vorbeigehenden als musikalischer Zufall wahrgenommen wird, ist für das DJ-Duo Naftali Sound pure Absicht.

„Kritiker unserer Musik behaupten manchmal, unser Sound wäre zu verspielt – wir sehen das aber als Kompliment“, erklärt Marinus Burger, 24, und muss schmunzeln. Die Musikrichtung lässt sich als Dub mit technoidem Einfluss betiteln. Ton, Klang und Bass sind entscheidend und charakteristisch für Naftali Sound. Zusammen mit Michael Salvermoser, 25, produzierte Marinus in Hausnummer fünf „Austenite“, die neueste EP des Duos. Der Klang ist meditativ, rhythmisch, atmosphärisch und trotzdem kommen Bass und Dub- Beats nicht zu kurz.

Marinus und Michael verbindet ihre Wohngemeinschaft, Freundschaft sowie analoge als auch digitale Musik. Dennoch sind beide zeitlich sehr eingespannt, haben ihren eigenen Alltag. Während Michael von einer Bigband-Probe zur nächsten hetzt, arbeitet Marinus gerade an seinem Master in Informatik. Seit einer Weile schon wohnen sie mit vier weiteren Studenten in einer WG zusammen. In dem Haus haben sie auch im Keller ihr Studio eingerichtet.

Im Garten wird sich zwischen lädierten Gartenmöbeln, einer kaputten Waschmaschinentrommel und eigener Feuerstelle über beider große Leidenschaft, den Dub, unterhalten. Angefangen hat alles bereits im Musik-Leistungskurs. Schon damals wurde an gemeinsamen Beats getüftelt. Die Musik an sich war jedoch für die heutigen DJs bereits von Kindheit an von großer Bedeutung. Mit fünf Jahren lernte Marinus – auf Wunsch seiner Eltern – Geige spielen. Im Laufe der Zeit kamen noch E-Gitarre und Schlagzeug dazu. Michael trat im Alter von sechs Jahren dem örtlichen Musikverein bei. Nach dem Blockflötenunterricht kam die Trompete, und bei der blieb er. Heute studiert er Jazz.

Die beiden sind ein gut eingespieltes Team. Im Studio sind die Aufgabenbereiche gleichmäßig verteilt und auf der Bühne hat jeder seinen eigenen Part zu leisten. Marinus bedient versiert die Maschinen, Michael wendet sich, mit einem Musikinstrument an den Lippen, dem Publikum zu. Ein Konstrukt bestehend aus digitalen Dub-Beats vom Computer, die vom analogen Klang einer Trompete gebrochen werden.
Die Kombination von analogem Instrument und digitalen Beats wurde zu ihrem Markenzeichen und brachte ihnen eine Veröffentlichung bei „Stepwise Records“ ein.

Die Dub-Szene Münchens ist gut vernetzt und bleibt meist unter sich. Was
also tun, um in der eingeschworenen Gemeinschaft auf sich aufmerksam zu machen? Michael antwortet ganz selbstverständlich: „Du schaust dir die unterschiedlichsten Gigs an und versuchst danach, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Und man muss einfach mehr und mehr Musik produzieren und sie auch mit den Leuten teilen.“

Genau das versuchen sie mit „Austenite“ zu erreichen: ihre Musik mit Menschen zu teilen. Denn durch Musik kann Leidenschaft zum Beruf werden und Musik kann Menschen zu besten Freunden machen. Hier am Rande von München. In der Dub-WG. 

Text: Lisa Katharina Spanner

Foto: Anna Dietze

Band der Woche: VKKO

Wie kann man heute noch revolutionäre Musik machen? Das Verworner-Krause-Kammerorchester kommt schon nahe dran – denn sie spielen Techno. Dass diese Kombination gar nicht so abwegig ist, zeigt die Stimmigkeit ihrer Kompositionen.

Zuletzt war das mit der Ausbildung der verschiedenen Kunsthochschulen in Deutschland ein bisschen kompliziert. Während in München etwa der Akademie der Bildenden Künste in überraschender Regelmäßigkeit mit Lisiena oder Nalan mit die avanciertesten Pop-Acts der Stadt entsprangen, sonderten die Jazz-Klassen der Musikhochschule plötzlich Mainstream-Pop-Bands ab, etwa Moop Mama oder den studierten Jazz-Bassisten Martin Brugger, der als Occupanther feine elektronische Musik veröffentlicht, die durchaus ein breiteres Publikum erreichen dürfte. Eine Hochschule für Popmusik gibt es in München nicht, diesbezüglich fehlt also der Vergleichswert. Aber die Kompositionsklassen der Musikhochschule blieben sich bisher dabei ihrer eigentlichen Fachrichtung als einzige ziemlich treu: Die dort Studierenden komponieren neue klassische Musik, die sie in Noten aufschreiben und die dann von anderen, die ihr Instrument studiert haben, gespielt werden. So ist das auch beim Verworner-Krause-Kammerorchester, kurz VKKO. Die beiden Musiker Claas Krause und Christopher Verworner studieren Komposition in München, schreiben ihre Stücke in Partituren und dirigieren ein Ensemble, das diese Stücke dann spielt.

Als zuletzt gut 2000 Menschen, die für gewöhnlich ein Konzert der Münchner Philharmoniker besuchen, im Gasteig ankamen, schallte ihnen brechend lauter Techno entgegen. Doch auf der Bühne stand weder ein Computer, noch ein Mischpult – sondern eine ganze Menge Blechbläser, und ein wild aussehender, junger Dirigent trieb sie an, zu hochenergetischem und trotzdem harmonisch sehr trockenem Sound. Das Klassik-Publikum blieb stehen, denn irgendwie funktionierte diese Band nach den Codes der Klassik (Notenständer, akustische Instrumente, ein Dirigent). Das VKKO, das hier eine straßenmusikalische Intervention der Hochkultur vollzog, klang nur völlig anders: jung, frisch und neu. Eigentlich so, wie man das von Neuer Musik heutzutage erwarten könnte. „Wir lieben die Neue Musik mit ihrer klassischen Tradition“, sagen die Komponisten Claas und Christopher, aber sie würden eben auch Radiohead, den Berghain-Techno-Sound und britische Bass-Musik lieben. Also schreiben sie für das VKKO Musik, die sie selbst gerne hören und die es bisher so noch nicht gibt.

Bei solchen Mash-up-Geschichten besteht natürlich auch immer die Gefahr, beliebig zu werden. Und die Musik des VKKO begibt sich ständig in diese Grenzgebiete. Da wird plötzlich in bester Portishead-Manier gesungen, während ein Streichquartett darunter fast nach einem James-Bond-Soundtrack klingt, nur um dann wieder von Brass-Sätzen zerrissen zu werden. Doch Claas und Christopher schreiben seit 2014 für das VKKO, man hört den Songs an, dass da mittlerweile eine Routine in der Mischung der verschiedenen Stilistiken vorhanden ist, die die Musik fließend, natürlich und nicht zerhackt oder zu gewollt klingen lässt. „In der jetzigen Generation gibt es kaum Komponisten, die nicht auch Popmusik lieben“, sagt Claas, wenn man ihn auf den Gegensatz von neuer klassischer Musik und Popmusik anspricht. Außerdem sehe er ebenfalls den Einfluss der Avantgarde auf die Popkultur. Es gilt also, die Schubladen zu verlassen und aus den Möglichkeiten der Musik, die es heutzutage gibt, „gute, relevante Kunst zu machen“, sagt Claas. Die Vehemenz, die der Musik vom VKKO dabei inne liegt, die ist sowohl in der Popmusik als auch in der Neuen Musik ungewöhnlich und ausgesprochen mitreißend. Sie mögen die „raue Kraft“ der Technoshows und Rockbands und würden auch bei einem Konzert in der Philharmonie die „Notenständer zerschreddern“. Dass das passiert, darauf kann man sich nur freuen. 

Stil: Neue Musik /Pop
Besetzung: Claas Krause (Live-Elektronik, Gitarre, Dirigat), Christopher Verworner (Dirigat, Zündschnur, DSI Mopho) – dazu ein Orchester
Aus: München
Seit: 2014
Internet: www.kammerorchester.eu

Text: Rita Argauer

Foto: VKKO

„Man kennt sich“

image

Die Elektro-Szene mag vielleicht kleiner sein als in Berlin. Schlechter ist sie nicht. Moritz Butschek, Blogger und DJ, hat das diesjährige Festival „Sound Of Munich Now Electronica“ kuratiert

Interview: Sandra Will

Für Moritz Butschek, Blogger und DJ, ist der Vergleich
zwischen München und Berlin nicht unbedingt notwendig. Aber warum wird er so oft angeführt? Klar, die Dichte an Künstlern
und Clubs ist in Berlin weitaus höher als hier, doch auch München hat
Namen, die weltweit nicht mehr aus der Club-Szene wegzudenken sind. Umso unerwarteter scheint es, wenn man von hier ansässigen DJs hört, die
nach Berlin ziehen. So auch das Producer-Duo BAAL mit Matthias Dräxler
und Matthias Schüll, die erst dieses Jahr München verließen. Schüll
findet: „Der kreative Pulsschlag Deutschlands liegt in Berlin.“ Dass es
auch hier eine Electrocia-Szene gibt, die mit Festivals wie Isle of Summer
oder eben auch dem Sound of Munich Now Electronica und Namen wie
Mindsight oder LCAW vertreten ist, zeigt Moritz Butschek auf seinem Blog
„Two In A Row“.

SZ: In der Popmusik wurde in jüngster Zeit darüber diskutiert, ob das Image Münchens den Künstlern schadet. Wie sieht es in der Techno-Szene aus? Kämpft man als DJ aus München mit Vorurteilen?
Moritz Butschek: Das würde ich so nicht unterschreiben. In den meisten Fällen ist –zumindest mir – nicht einmal bekannt, woher Lieblings-DJs kommen. Auf die Musik alleine kommt es an. Wie viele Leute ein Künstler erreicht, hängt dann in erster Linie noch vom Marketing ab. Persönlich hatte ich noch keine Erfahrung mit wirklichen Vorurteilen gegenüber Münchner DJs.

Kann man denn in München ähnlich wie in Berlin erfolgreicher DJ werden? Wieso sollte man gerade hier anfangen oder auch bleiben?
In München ist es wie in jeder anderen Stadt, glaube ich. Einziger Unterschied ist die Anzahl der möglichen Spielstätten – in Berlin ist es vielleicht etwas leichter Unterschlupf zu finden, da es einfach eine viel größere Auswahl an potenziellen Clubs, längere Öffnungszeiten und somit mehr Slots gibt. Dafür gibt es aber auch wieder mehr Musiker …    

Welche Hotspots der Elektro-Szene gibt es in München, welche gefallen dir?
Hotspots sind natürlich bekannte Clubs wie das Harry Klein oder MMA und Plattenläden wie Public Possession oder Optimal. In München trifft man viele befreundete DJs aber auch einfach auf der Straße. Zu meinen liebsten Veranstaltungen zählen unter anderem die von Daniel Hahn wie der Wannda Circus oder die Abende im Bahnwärter Thiel. Sonst bin ich derzeit auch viel und gerne im Harry Klein.  

Fehlt dir etwas in der Münchner Szene, was es vielleicht in anderen Städten gibt?
Ich weiß, dass du auf diesen ständigen Berlin-Vergleich abzielst. Natürlich gibt es dort ein weitaus größeres Programm mit wilderen Öffnungszeiten, aber München braucht sich da ganz und gar nicht zu verstecken! Es gibt auch hier zahlreiche Veranstaltungen und meist auch ein vielfältiges Programm, sodass sich immer etwas tolles zum Ausgehen finden lässt.  

Was findest du in Berlin besser?
Leider sind hier die Vorschriften sehr streng, in Berlin ist das bezüglich Öffnungszeiten und Ortschaften gelassener. Wahrscheinlich sind auch die Berliner Anwohner etwas strapazierfähiger.

Dass München auch gute Bands und DJs hat, zeigt unter anderem das Festival Sound of Munich Now, das die SZ gemeinsam mit dem Feierwerk veranstaltet. Beim Sound of Munich Now Electronica hast du das Line-up organisiert. Auf wen freust du dich am meisten?
Ich freue mich auf alle gleichermaßen, einen Favoriten habe ich nicht. Wir haben querbeet Leute aus allen Genres, jeweils zwei aus Techno, Electronica und Deep House / House eingeladen. Besonders ist aber zum Beispiel LCAW, der aufgrund seiner Größe nicht selbstverständlich in diesem Line-up ist.

Auf dem Blog „Two in A Row“, den du zusammen mit Angelika Schwarz betreibst, gebt ihr Tipps für Clubs in München. Ihr seid speziell auf elektronische Musik ausgerichtet, warum?
Auf unserem Blog empfehlen wir ausschließlich Veranstaltungen, zu denen wir auch selbst hingehen würden. Und elektronische Musik trifft schon immer in erster Linie unseren Geschmack.  

Ist das Publikum in München ähnlich wie in anderen Städten? Oder hat es einen Ruf wie die Stadt, spießig zu sein?
Um auf deinen Berlin-Vergleich zurückzukommen: Dort macht es den Anschein, dass die Leute etwas losgelöster und freier feiern. Aber auch das Münchner Publikum kann das, wenn der Abend stimmt.

Auch dieses Jahr sind einige weibliche DJs beim Sound of Munich Now Electronica dabei, darunter auch Arta Narini und Essika. Was sagst du zur Frauenquote?
Man kann zusehen, dass es immer mehr weibliche DJs gibt. Das Harry Klein zum Beispiel hat gerade mit Stefanie Raschke die 50/50-Quote an Residents geknackt. Frauen trauen sich oftmals weniger, den Anfang zu machen, was vielleicht auch am eigenen Perfektionismus liegt. Männer hingegen stellen sich einfach ohne große Vorbereitung eines Sets ans DJ-Pult und legen los. Ich würde aber nicht sagen, dass es Männer oder Frauen besser können.

Unterscheidet sich ihre Musik vom Sound der Männer?
Das kann man so nicht pauschalisieren. Hier in München ist mir aufgefallen, dass die Frauen bevorzugt härteren Techno spielen, aber woran das liegt, weiß ich auch nicht.

In wie weit verändern sich die Künstler momentan? Auch bei Sound of Munich Now Electronica sind viele sehr junge DJs dabei.
Die Generation nach mir ist deutlich affiner zu sozialen Medien und weiß sich besser selbst zu vermarkten. Viele DJs haben noch nicht viel live gespielt, aber schon deutlich mehr Klicks auf ihre Musik als alt-eingesessene Künstler. Allerdings hat dies auch den Nachteil, dass es immer schwieriger wird, aus der Masse herauszustechen.

Verändert sich die Szene daher auch schneller, weil man auch im Internet Erfolg haben kann?
Ja, sicherlich. Aber die Szene verändert sich generell sehr schnell. Kürzlich erst zum Beispiel war „Deep House“ der absolute Trend. Mittlerweile gibt es so viele Subgenres dessen, dass man sie kaum noch aufzählen kann. Aktuell ist „Future Bass“ in den Charts ganz groß. Als Mitbegründer dessen zählt Flume – wenn jemand mit derart vielen Followern neue Wege einschlägt, beeinflusst dies wieder andere.  

In der Münchner Szene gibt es mittlerweile neben den etablierten Techno-Clubs einige, wo ein Umbruch stattfindet. Was genau ist da in Bewegung?
Interessant wird sicherlich das Bahnwärter Thiel, das schon Ende Oktober auf den Viehhof zurückkehrt. Das MMA darf noch ein bisschen bleiben. Außerdem dürfen wir noch gespannt sein, was genau aus der ehemaligen Paulaner Brauerei wird und wie das neue Kong auf der Museumsinsel wird.

Fotocredit: Felix Rodewaldt