Mary Goes Wild (Punk / Rock / Garage)

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Mary Goes Wild zeigt Mut zu ausgefransten Klängen und unsauberem Spiel.

Dreck, Staub und Rock’n’Roll. Mary Goes Wild (Foto: Tobias Tschepe) lassen sich tatsächlich noch hinreißen zu geradlinigem Mitgröl-Punk und stampfendem Garagen-Rock. Gerade hat das Münchner Duo seine zweite EP veröffentlicht und ergeht sich in einer fast streberhaften Produktivität. Fünf schnelle kurze Songs sind das auf „A la Mierda“ – die EP ist benannt nach einer Hymne der spanischen Band Ska-P. Und obwohl die Musik von Ska-P durch die Bläser um einiges voller klingt, passt die Verbindung: Auch Mary Goes Wild arbeiten mit eingängigen Melodien, treiben diese sowohl im Tempo als auch energetisch auf ein hohes Niveau und kloppen sich durch ihre Songs.

Ein bisschen gleicht das dem Prinzip, sich die Jeans in mühsamer Feinarbeit selbst aufzuribbeln, damit sie nach wilden Konzertnächten und langen Touren aussieht. Mary Goes Wild frischen ihre einfachen Akkorde durch ein unsauberes Spiel auf und lassen ihre Musik ausfransen: „Garage bedeutet für uns die Freiheit, auch mal außerhalb von Takt und Musiklehre Songs zu schreiben“, erklärt Gitarrist und Sänger Danny Wild. So stellen sie in jedem ihrer Songs klar, dass es ihnen mehr um Attitüde und Energie geht, als um ein technisch perfektes Konzert; eine Hingabe, die durchaus mitreißt. Man kann sich das gut vorstellen, wie die Songs in einem kurzen Moment, in einer Probe entstehen. Eine verzerrte Gitarre und ein dreschendes Schlagzeug, mehr braucht es für Mary Goes Wild kaum. Doch wenn sich das letzte Stück der EP – vom jaulenden Klang einer Orgel dominiert – im Titel selbst zum Tarantino-Soundtrack erklärt, relativiert das Augenzwinkern all den breitbeinigen Rock. Erst seit 2012 gibt es die Band, doch haben sie schon zwei EPs veröffentlicht. Trotzdem wollen sie sobald wie möglich wieder ins Studio; und vielleicht entsteht demnächst auch ein ganzes Album.

Internet: www.marygoeswild.com

Von Rita Argauer

Manhattan Project (Pop-Rock)

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Jahr: 2013, Woche: 29

Der Sänger und Bassist der Band Manhattan Project (Foto: Lara Freiburger) bewarb sich alleine beim KJR-Bandwettbewerb „Running for the Best“. Erst nach der Bewerbung wurde die Band gegründet.

Am Anfang waren sie ein Phantom. Eine Band ohne Band. Musik ohne Zuordnung. Patrick Denhofer, Sänger und Bassist bei Manhattan Project nahm alleine einen Song auf und sendete ihn beim KJR-Bandwettbewerb „Running for the Best“ ein. Nicht einmal ein Jahr später werden sie nun am Samstag, 20. Juli, das Oben-Ohne-Festival auf dem Münchner Königsplatz eröffnen und sich die Bühne mit Prinz Pi und Edgar Wasser teilen.

Erst als Patrick nach seiner Bewerbung die Einladung zu dem Wettbewerb bekam, fing er an, Musiker zu rekrutieren: Gitarrist Klaus Stelzer und Schlagzeuger Michael Mögele. „Der Hardrock, den ich früher gemacht habe, hat nicht so gut zu uns gepasst“, erklärt Patrick, deshalb schreiben sie jetzt ganz versöhnliche Pop-Rock-Songs. Die Stimme Patricks ist glatt, die Gitarren sind leicht verzerrt, das Schlagzeug ist treibend, aber nicht zu laut. So ist das Grenzwertigste der Truppe wohl der Bandname: Unter dem Titel Manhattan Project liefen die US-amerikanischen Forschungen an der Atombombe.

Doch ihre Musik kommt an – den Wettbewerb haben sie gewonnen und die Zusage für den Gig beim Oben-Ohne-Festival hatten sie noch vor dem Sieg bekommen. Dass die Musik gehört wird, sei im Moment noch das Wichtigste für sie, sagt Patrick. Deshalb bieten sie ihre EP, die – ganz auf die Schnelle – im Winter entstanden ist, im Internet unter www.manhattanprojectband.de zum freien Download an. Rita Argauer

Stil: Pop-Rock.
Besetzung: Patrick Dendorfer: Gesang, Bass; Klaus Stelzer: Gesang, Gitarre; Michael Mögele: Schlagzeug.
Aus: München.
Seit: 2012.
Internet: www.manhattanprojectband.de

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Rita Argauer ist die Musik-Expertin der Junge-Leute-Seite. Sie ist nicht nur ständig auf der Suche nach neuen Münchner Bands und deswegen in den Clubs dieser Stadt unterwegs. Sie kennt die Szene auch von der anderen Seite: Sie singt und spielt Keyboard in der Band Candelilla.

Darcy (Songwriter-Rock)

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Jahr: 2013, Woche: 27

Eine im klassischen Chor geschulte Stimme trifft auf rockige Gitarrenklänge. Der 18-jährige Singer-/Songwriter thematisiert in seinen Liedern die durch viele Umzüge hervorgerufene Heimatslosigkeit.

Das ist alles nur geklaut. Was die Sängerknaben von den Prinzen einst als Überhit proklamierten, ist auch für den Songwriter Darcy (Foto: Jemima Chantal D’Arcy) eine künstlerisch sinnvolle Vorgehensweise. Die Uniform trage er als Hommage an Pete Doherty und die Libertines, die Frisur hat er sich von Morrissey abgeschaut. Die Lederstiefel trägt auch Alex Turner und die Telecaster-Gitarre ist die eines Bruce Springsteen. „Ich habe eigentlich ziemlich vieles von anderen Künstlern geklaut“, erzählt er locker.

Die Musik des Songwriters ist dann aber doch erstaunlich eigen geraten. Eine Stimme, die er im klassischen Chorgesang geschult hat, trifft auf Gitarrenklänge, die so gar nicht brav und singer-songwritermäßig klingen wollen. Vielmehr spielt er mehrere Spuren übereinander ein, auch gerne mal verzerrt oder als typisches Bluesrock-Riff wie im Song „Floodlights“. Hinzu kommen sparsam gestreute Pianotöne und sein Gesang, den er gerade in den Höhen immer wieder rau und brüchig klingen lässt. Themen schöpft er aus seinem bisherigen Leben – das für den 18-jährigen Xavier Benedict D’Arcy recht international verlief; so lebte er in Frankreich, England, Kanada und Belgien. Und seit 2005 nun in München. Wenn er sich auf seiner Website als „Französisch-britischer Troubadour“ stilisiert, der in seiner verzweifelten Lyrik seine Heimatlosigkeit ausdrückt und gleichzeitig zugibt, den typischen Sorgen eines heranwachsenden Teenagers zu erliegen, blitzt da ein trockener und wohltuender Humor durch, der auch in seinen Songs zu spüren ist. Am Samstag, 6. Juli, tritt er beim Stadt-Land-Rock Festival der SZ-Jugendseite auf. Rita Argauer

Stil: Songwriter-Rock.
Besetzung: Darcy: Gitarre, Gesang.
Aus: München.
Seit: 2011.
Internet: https://www.facebook.com/xdarcymusic

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Rita Argauer ist die Musik-Expertin der Junge-Leute-Seite. Sie ist nicht nur ständig auf der Suche nach neuen Münchner Bands und deswegen in den Clubs dieser Stadt unterwegs. Sie kennt die Szene auch von der anderen Seite: Sie singt und spielt Keyboard in der Band Candelilla.

Line Walking Elephant (Pop / Rock)

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Jahr: 2013, Woche: 25

Line Walking Elephant sucht ihren eigenen musikalischen Weg und erreicht durch den Sound des Poprock eine herausragende Stellung in der Musikszene.

Verschiedenste Themen packt die Münchner Band Line Walking Elephant (Foto: Susanne Dankesreiter) in ihre Musik – die sie nun auf dem ganz passend betitelten Album „Overload“ veröffentlichen. Etwa verliebt sein und sich selbst ganz hässlich und unscheinbar im Vergleich zur Angebeteten fühlen („Pretty Soul“) oder einfach die mediale Überfütterung im Informationszeitalter und dessen überbordende Sinneseindrücke im Titelstück. Die Musik, die sie dazu schreiben, ist nun aber tatsächlich ein Phänomen: Ende der 90er hatte ein Genre völlig ausgedient – der sogenannte Poprock, der den Konsens von Rock-Energie, die brav und radiotauglich klingen sollte, schaffen wollte. Und dem so einfach ein übles kommerzielles Anliegen unterstellt werden konnte, dass er in Indie-Kreisen ganz schnell ganz schön verpönt war.

Deshalb hört und spielt den jetzt auch keiner mehr, was Line Walking Elephant, die sich diesem Genre hingegeben haben, nun doch eine herausragende Stellung gibt. Denn Indie-Rock hat vielleicht heutzutage eine ähnliche Stellung eingenommen, wie Poprock in den 90ern.

Gerade sind Line Walking Elephant aus der Sprungbrett-Wettbewerb Hauptrunde geflogen. Auch das kann aber durchaus positiv für eine Band sein, die ihren eigenen Weg suchen will. Seit 2012 spielen sie zusammen und sind bereit für ein Leben für die Musik. Auf dem Album, auf dem sie ab und an von der Gastsängerin Sophia Riedl unterstützt werden, gelingt ihnen ein sehr stimmiger Gesamtsound, der aber mit ein bisschen mehr Abwechslung noch frischer werden könnte. Am Freitag, 21. Juni, stellen sie das Werk live im Münchner Milla vor. Rita Argauer

Stil: Pop, Rock
Besetzung: Ferdinand Dankesreiter: Gesang, Gitarre; Felix Nagel: Bass; Simon Richter: Schlagzeug
Aus: München
Seit: 2012
Internet: www.LineWalkingElephant.com; www.Facebook.com/LineWalkingElephant

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Rita Argauer ist die Musik-Expertin der Junge-Leute-Seite. Sie ist nicht nur ständig auf der Suche nach neuen Münchner Bands und deswegen in den Clubs dieser Stadt unterwegs. Sie kennt die Szene auch von der anderen Seite: Sie singt und spielt Keyboard in der Band Candelilla.

Hello Gravity (Rock / Pop)

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Jahr: 2013, Woche: 17

Trotz Erfolg nicht abheben – Dieses Ziel drücken die vier Jungs von Hello Gravity schon in ihrem Namen aus. Jetzt erscheint ihr zweites Album “The Golden Kind” über die Suche nach Sinn und Transzendenz im glitzernd aufgeplusterten Gewand.

Narzissmus, Größenwahn, Selbstdarstellung. Im Pop ist die Überhöhung der eigenen Kunst häufig zu beobachten. So lange man selbst behauptet, man sei größer als man ist, dann werden es die anderen schon irgendwann glauben. Bei Hello Gravity (Foto: Johannes Brugger) steckt im Namen noch die Bodenständigkeit ihrer Schrobenhausener Heimat. Auf ihrem zweiten Album allerdings suchen sie Sinn, Transzendenz und Grundfragen im glitzernd aufgeplusterten Gewand.

Und diese Inszenierung ist ausgesprochen perfide geplant: Lange galten die vier jungen Männer mit ihrem wirklich gut gemachten Indie-Pop als Hoffnungsträger. Schließlich landeten sie beim Münchner Label „Dienje“ und veröffentlichten dort ihr erstes Album „Wunderkind“. Das verspielte, aber trotzdem mit einem enormen Willen und Ehrgeiz an die Perfektion gedrückte Album, machte seinem Namen alle Ehre und die Band einem breiteren Publikum bekannt. Es folgten Konzerte fern der Heimat und die Arbeit am Nachfolger.

Wo bei „Wunderkind“ noch das Schalkhafte mitschwang, ist „The Golden Kind“ ernster. Die Musik ist fülliger geworden. Die Stimme von Mike Zitzelsberger schwankt zwischen Falsett und Brust – die Unterlage ist elektronisch, die Gitarren vereinen sich mit Bass und Keyboards zu einer Soundwand, die die einzelnen Klangfarben nicht mehr differenziert, sondern als Ganzes funktioniert. Ein wenig erinnern Hello Gravity manchmal an die amerikanische Band „Animal Collective“, die allerhand elektronisches Blubbern und Piepen mit afrikanisch angehauchten Rhythmen würzen – ein wenig mehr dieser Freiheit wünscht man sich auch bei Hello Gravity, deren interessante Ideen manchmal zu sehr von Synthesizern überklebt werden. Dennoch dürfte das Album, das am Freitag, 10. Mai, im Ampere vorgestellt wird, in einigen Plattensammlungen landen. Rita Argauer

Stil: Rock/Pop
Besetzung: Mike Zitzelsberger, Felix Koch, Simon Popp und Thomas Zitzelsberger
Aus: Schrobenhausen, München
Seit: 2009
Internet: https://www.facebook.com/wearehellogravity

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Rita Argauer ist die Musik-Expertin der Junge-Leute-Seite. Sie ist nicht nur ständig auf der Suche nach neuen Münchner Bands und deswegen in den Clubs dieser Stadt unterwegs. Sie kennt die Szene auch von der anderen Seite: Sie singt und spielt Keyboard in der Band Candelilla.

Bentz (Rock)

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Jahr: 2013, Woche: 06

Eine Ska-Punk-Band lotet die Welt des Rocks mit Bläsersätzen aus: Bentz. Das Quintett mischt Saxofon mit prolligen Gitarrensoli und bellendem Gesang. Im Frühjahr soll ihr erstes Album erscheinen.

Ein bisschen Witz schadet nicht. Die Mitglieder der – mittlerweile aufgelösten – Ska-Punk-Band The Green Tea Monkeys aus dem westlichen Münchner Umland, haben sich neu formiert. Unter dem brachialen wie abstrakten Namen Bentz (Foto: Dominik Schmook) haben sie sich nun etwas vom strengen Genre-Denken ihrer Vorgängerband befreit und loten die Welt des Rocks mit Bläsersätzen aus.
Das ist kein leichtes Gebiet: Zum einen ist bei all der Elektronik, die in den vergangenen Jahren Einzug gehalten hat, das Blasinstrument – zumindest im Indie-Bereich – völlig aus der Mode geraten. Zum anderen mischen Bentz ihr Saxofon auch noch mit wirklich prolligen Gitarrensoli und bellendem Gesang. Damit klingen sie ein wenig nach Altherren- und Stonerrock. Doch diese Schublade tut dem noch so frischen Quintett unrecht. In ihrem Artwork, in ihren Texten und in den hin und wieder aufblitzenden Post-Punk-Passagen schaffen sie sich ein sehr eigenes musikalisches Genre, was ihnen kürzlich sogar den Support-Gig für die noisigen Indie-Rock Heroen Scumbucket einbrachte. Dass sie sich dabei nicht ganz ernst nehmen, zeigt sich auch in ihrer Herangehensweise. Bassist Matthias Tann erklärt, dass sie überhaupt nicht mehr das Ziel hätten, etwas Neues zu schaffen, sie stehen – in alter postmoderner Manier – zu ihren Einflüssen: „Das unausgesprochenes Credo: Man sollte alle Klischees aus dem Effeff beherrschen“, erklärt Matthias, dann könne man ihnen entweder bewusst ausweichen oder sie als Stilmittel einsetzen.

Derzeit arbeiten sie an einem ersten Album – im Frühjahr soll es erscheinen. Bis jetzt haben sie sich eine geschickte Veröffentlichungsstrategie ausgedacht. Ihre zwei Songs auf Soundcloud gibt es jeweils im Original und in einer verdrehten Remix-Version, die Saxofonist Christopher Hutt anfertigt hat. Rita Argauer

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Rita Argauer ist die Musik-Expertin der Junge-Leute-Seite. Sie ist nicht nur ständig auf der Suche nach neuen Münchner Bands und deswegen in den Clubs dieser Stadt unterwegs. Sie kennt die Szene auch von der anderen Seite: Sie singt und spielt Keyboard in der Band Candelilla.

The Whiskey Foundation (Blues-Rock)

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Blues-Rock, der aus München kommt, allerdings nach den staubigen Wüstenstraßen des wilden Westens klingt – The Whiskey Foundation machen Musik voll nostalgischer Sehnsucht. Die Whiskeyflasche gehört zum Programm.

Selten war der silberne Lametta-Vorhang im Atomic Café passender. Die Münchner Band The Whiskey Foundation kann diesen etwas ranzigen Glamour perfekt füllen: Mit Vollbart und Musik, die sich dick und langsam durch die Blues-Riffs schleppt, scheinen sie direkt einem Tarantino-Film entsprungen zu sein. Der US-Ostküsten-Schick im Sinne der Band Grizzly Bear war gestern; das hier ist tief in den staubigen Wüsten des ehemals wilden Westen angesiedelt.

Das Live-Video zu „Do you need my love“ aus dem Münchner Atomic Café bietet einen Vorgeschmack auf das Album, das die Band gerade aufgenommen hat. Im März soll es erscheinen – der Titel „Take the Walk“: Das Quintett will einen mitnehmen in eine Welt voll nostalgischer Sehnsucht, als Musik noch handgemacht war, als eine Flasche Whiskey noch Probleme gelöst hat. Das sei Musik für alle, die genug haben vom Auto-Tune-Sound aktueller Pop-Produktionen, und die sich Bands wie The Doors zurückwünschen, proklamieren sie auf ihrer Internet-Seite: dazu Fotos mit dicken Lederjacken, Brusthaaren und der obligatorischen Schnaps-Flasche. Geplant war dieses Image nicht: „Im Grunde probieren wir eigentlich nicht, uns auf eine gewisses Genre zu fixieren“, erklären sie, es sei nur einfach so, dass ihnen allen die Musik von damals gefalle.

Solch ein romantisches Konzept kann durchaus funktionieren zwischen all dem Vocoder-Pop. Dass das museale Image ausgesprochen attraktiv sein kann, zeigt sich unter anderem darin, dass das Mode-Blatt Instyle die Jungs unbedingt für eine Fotostrecke als Models haben wollte. Das Shooting steht demnächst an, die Musik soll aber trotz der ganzen Oberflächlichkeit weiterhin im Vordergrund stehen: Etwa bei ihrem Konzert am Samstag, 29. Dezember, im Orangehouse.

Stil: Blues-Rock.
Besetzung: Murat Kaydirma: Gesang; Julian Frohwein: Piano; Pascal Fischer: Gitarre; Franz Klein: Bass; Janis Gursky: Drums.
Aus: München.
Seit: 2011.
Internetwww.thewhiskeyfoundation.de;www.facebook.com/thewhiskeyfoundation.

Von Rita Argauer

The Exclusive (Pop/Rock)

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Mit 16, 17 Jahren noch jagten die Mitglieder der Indieband The Exclusive noch dem großen Traum hinterher, international Erfolg zu erlangen. Mittlerweile sind sie älter und probieren sich nun auch mal an elektrischen Klängen.

Schon als Schüler mit 16, 17 Jahren hatten die Musiker der Truderinger Band The Exclusive (Foto: Jonas Funk) ein Ziel, das nicht geringer war, als das nächste ganz große Ding des Britpops zu werden: international. Also haben sie eine EP auf „In Bloom“, dem Ableger von „Flowerstreet Records“, herausgebracht und einige größere Support-Shows gespielt. Ein paar Jahre später steht nun ein neues Album an, eine neue musikalische Richtung, ein neues Image. Die Lederjacken wurden gegen trendige Hipster-Sport-Jacken getauscht, die angezerrten Off-Beat-Gitarren gegen pulsierende Bass-Synthies.

Diese wabernden synkopischen Bässe sind längst kein Nischending mehr – spätestens seit Alex Clare mit seinem düster-drückenden Gemisch aus Dub und Soul durch die Werbung geistert, ist dieser Stil im Mainstream angekommen. Den Mainstream der Popwelt wollen nun The Exclusive gerne wieder in ihrer Heimat München sehen. München als internationaler Pop-Hotspot: Das letzte Mal war das in den frühen 80ern Realität. Die fünf Jungs von The Exclusive sind nun an vorderster Front dabei, bewerben mit drei schicken Promo-Videos ihr neues Album, das am Freitag, 20. Juli, mit einem Konzert im Ampere vorgestellt wird.

Ein bisschen größenwahnsinnig wirken sie zwar, wenn sie für Fotos vor Monumentalbauten wie dem Haus der Kunst posieren und milde lächelnd in die Kamera blicken. Aber so abgeklärt und berechnend ist die – immer noch sehr junge – Band dann doch nicht. Mit der Euphorie, gerade die Schule beendet zu haben, und dem Ziel, sich fest im Musikgeschäft zu etablieren, schmettern sie deutsche Texte wie „Ein Leben wie Licht, ein Leben, das niemals erlischt“.

Stil: Britrock / Synth-Rock
Besetzung: Fabian Bottler: Gesang, Gitarre, Johannes Wimmer: Gitarre, Gesang, Markus Harbauer: Bass, Synthesizer, Benedikt Höcherl: Gitarre, Gesang, Percussion, Christian Rehländer: Schlagzeug.
Seit: 2009
Aus: München-Trudering
Internetwww.myspace.com/theexclusiverocks

Von Rita Argauer

Hadern im Sternenhagel (Synth-Pop / Rock)

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Jahr: 2011, Woche: 50

Lokalpatriotismus wirkt etwas altbacken. Doch wenn sich der Heimatstadtteil einer Münchner Band (Foto: Antonia Meißner) zu einem so passenden wie witzigen Wortspiel ummodeln lässt, ist die ganze politische Korrektheit geschenkt:

Hadern im Sternenhagel haben die vier Jungs ihre Band getauft: Hommage an das Viertel zwischen Holzapfelkreuth und dem Klinikum – und musikalische Programmatik. Denn: Sie umgarnen den gefühligen Kitschrock der 80er Jahre und umschiffen diese Oberflächlichkeit gleichzeitig: ungefilterte Wahrheit, die sich im Rausch oft in ihrer ganzen Brutalität zeigt. Die Synthesizer schaffen die Klangwände, das Schlagzeug legt einen trockenen Disco-Beat darunter. Und Texter Julian Chudoba singt auf Deutsch; mit einem Timbre und einem Akzent, der an Falco, aber auch an die ein oder andere Schlagergröße erinnert. Doch wenn die Gitarre einen Refrain in noch höhere Höhen treibt, dringt eine Wahrhaftigkeit samt all dieser Künstlichkeit durch: Das Hadern mit der Welt und mit sich selbst erscheint als echtes Anliegen. Seit 2011 gibt es die Band. Und bevor die vier ein Konzert gespielt haben, waren sie schon im Studio und haben ihre Songs in einen cleanen, klar umrissenen Sound gepackt – zu hören unter www.soundcloud.com/hadern-im-sternenhagel. Nach einem ersten Unplugged-Konzert will die Band nun in voller Besetzung auftreten.
Rita Argauer

Stil: Synth-Pop / Rock
Besetzung: Julian Chudoba: Gesang und Bass; Leo Messi: Synthesizer; David Fleischmann: Gitarre; Kilian Petrich: Schlagzeug
Aus: München
Seit: 2011
Internet: http://soundcloud.com/hadern-im-sternenhagel; http://www.facebook.com/pages/Hadern-Im-Sternenhagel/250080661692655

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Rita Argauer ist die Musik-Expertin der Junge-Leute-Seite. Sie ist nicht nur ständig auf der Suche nach neuen Münchner Bands und deswegen in den Clubs dieser Stadt unterwegs. Sie kennt die Szene auch von der anderen Seite: Sie singt und spielt Keyboard in der Band Candelilla.

Mama Jokes (Indie-Rock)

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Jahr: 2011, Woche: 47

Humor ist eine Tugend. Die Mutter, Autorität per se, als schmunzelnde Namensgeberin – da darf auf Bandfotos schon mal Schnaps aus edlen Gläsern getrunken oder geraucht werden. Mama Jokes nennt sich diese Band aus dem Münchner Westen – und diese Leichtigkeit tut ihr gut.

Die Musik klingt frisch und enthusiastisch – trotz des mittlerweile so überfrequentierten Genres Indie-Rock. Seit März 2008 gibt es die Band, seitdem spielen sie regelmäßig Konzerte und haben nun endlich auch eine EP in einem professionellen Studio aufgenommen. „Last Train Is Gone“ wurde vor einem Jahr eingespielt; Vorbilder wie Mando Diao sind hörbar, doch wenn im Song „Get By“ die Strophe von einem dem Reggae entliehenen Off-Beat getragen wird, blitzt diese unterschwellige Eigenart der Band durch. Musik sei ihr Leben, erklärt Gitarrist Matthias Löffler – und auch wenn das nach einem Klischee klingt, wird doch Musik, zumindest für zwei der Band, weiterhin ihren Lebensinhalt bestimmen. Denn: Schlagzeuger Ludwig Mittelhammer und Bassist Jan Nash studieren Operngesang. Dass die beiden auch für den mehrstimmigen Backgroundgesang der Songs zuständig sind, liegt auf der Hand. Nun werden sie erneut ins Studio gehen – und mit Reamonn-Gitarrist Uwe Bossert drei Songs einspielen. Das haben sie bei einem Bandwettbewerb gewonnen; und weil das so gut geklappt hat, werden sie sich dieses Jahr auch beim Emergenza-Wettbewerb stellen. Davor spielen sie – ohne Konkurrenzdruck – am Mittwoch, 23. November, im „8 Below“ in München. Rita Argauer

Stil: Indie-Rock
Besetzung: Thomas Walther: Gesang und Orgel; Matthias Löffler: Gitarre; Ludwig Mittelhammer: Schlagzeug und Backgroundgesang; Jan Nash: Bass und Backgroundgesang.
Aus: München.
Seit: 2008.
Internet: www.mamajokes.de, www.myspace.com/mamajokes

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Rita Argauer ist die Musik-Expertin der Junge-Leute-Seite. Sie ist nicht nur ständig auf der Suche nach neuen Münchner Bands und deswegen in den Clubs dieser Stadt unterwegs. Sie kennt die Szene auch von der anderen Seite: Sie singt und spielt Keyboard in der Band Candelilla.