Neuland: Two Blacks & a Jew

Azeret Koua hat im Sommer an der Studiobühne der LMU das Stück #Dearharvey inszeniert und damit die Themen rund um #metoo auf die Bühne gebracht. Sie wollte die Stille brechen.  In einem neuen Projekt tut die 24-Jährige Studentin nun dasselbe – zu einem anderen Thema. Seit Mitte Oktober betreibt sie gemeinsam mit Vincent Kadiri und Nathan Bechhofer den Podcast “Two Black & a Jew”. Kennengelernt haben sich die drei an der LMU in der English Drama Group der Anglistik.  Die Idee zu dem Podcast ist über das vergangene Jahr entstanden. In dem wiederkehrenden Format sollen Aspekte wie Intersektionalität, Postkolonialismus und ähnliche Themenbereiche abgedeckt werden. Erreichen möchten sie damit alle Personen, die mehr über Minderheitserfahrungen wissen oder die über ihre eigenen Erfahrungen als ethnische oder religiöse Minderheit diskutieren möchten. “Erfahrungen von Minderheiten sind ein Thema, das in Deutschland nicht genügend und nicht öffentlich diskutiert wird. Das Ausbleiben dieser Diskussion führt an vielen Stellen dazu, dass Minderheiten ausgegrenzt, verurteilt, verfolgt, oder ihre Probleme nicht ernst genommen werden”, sagt Azeret.

Text: Ornella Cosenza 

Foto: Privat

Neuland: Pussycast

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Fünf junge Frauen aus München wollen in ihrem Radio-Magazin Pussycast ihre Hörer mit Witz und Poesie an Themen rund um Geschlechterrollen,
Gleichberechtigung und sexuelle Selbstbestimmung heranführen.

Podcasts im Namen des Feminismus: Das Radio-Magazin Pussycast entstand als Abschlussarbeit der fünf Münchner Autorinnen Ramona Drosner, 24, Elsbeth Föger, 24, Anett Selle, 26, Vanessa Vu, 25, sowie Caroline Wiemann, 24, an der Deutschen Journalistenschule. „Wir fordern nicht nur gleiche Rechte für alle Geschlechter, sondern gleichen Spaß.“ So heißt es in der Podcast-Beschreibung auf Soundcloud. Daher geht es neben Politik („Warum rechte Parteien strategisch auf Frauen setzen“) und Kulturgeschichte („Der Lippenstift als feministisches Symbol“) auch mal um Pussywitze. 

Das einstündige Radio-Magazin richtet sich explizit an alle Geschlechter. Die Macherinnen wollen ihre Hörer an Themen rund um Geschlechterrollen, Gleichberechtigung und sexuelle Selbstbestimmung heranführen. Nun verschlägt es die Frauen zunächst in verschiedene Städte. In jedem Fall wollen sie das Radio-Magazin jedoch weiterhin fortführen.  

Die erste Folge von Pussycast gibt’s hier auf Soundcloud zu hören.


Text: Amelie Völker

Bild: Pussycast

Neuland: Studio Welt

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Lennard Cramer verbindet sein berufliches Interesse an der Politik mit seiner Tätigkeit im Medienbereich. Herausgekommen ist ein Podcast, der nicht nur schwarz-weiß denkt: Studio WELT.

Der neue Podcast Studio Welt wurde von dem Münchner Lennard Cramer, 27, ins Leben gerufen. Er war lange bei M94.5 tätig, promoviert nun aber in Politischer Theorie. Lennard will gesellschaftliche und politische Inhalte kritisch hinterfragen und keinen Raum für schwarz-weißes Gedankengut hinterlassen.

Er hat das Projekt von Istanbul aus ins Leben gerufen, um zu zeigen, wie sehr Menschen in ihren Sichtweisen gefangen sind und immer höhere Mauern aufbauen. Doch auch in Deutschland beobachtete er immer mehr Misstrauen und Unbehagen, was nicht zur Diskussion, sondern zu Demonstrationen führe.
Studio Welt will gezielt zeigen, dass die Bürger ihren Staat weitestgehend selbst konstruieren können und damit auch für ihr eigenes Schicksal verantwortlich sind. Studio Welt soll daher Menschen wieder zusammenführen, oder ihnen zumindest Denkanstöße vermitteln.

Erster Interview-Gast war Michael Schramm, Korrespondent und Studioleiter des ARD-Studios in Istanbul. Das Gespräch entstand spontan in der Türkei, als Lennard zufällig Kontakt zu Michael Schramm hatte. Dieser erzählte von der aktuellen Situation der deutschen Medien in der Türkei.

Von: Sandra Will 

Foto: Privat