10 im Quadrat Volume 3: Quirin Siegert

Zehn junge Fotografinnen und Fotografen treffen auf zehn junge Menschen mit Bühnenerfahrung.
Das Ergebnis: „10 im Quadrat Volume 3“ – eine Ausstellung der Junge-Leute-Seite im Farbenladen des Feierwerks. Hier im Porträt: Fotograf Quirin Siegert

Für den Fotografen Quirin Siegert hat sich Melli Zech auf einen Hügel gelegt. Der Gitarrenkoffer liegt ein paar Meter neben ihr im Gras und über ihr ist der blaue Himmel zu sehen. Elena Rud fotografierte Quirin auf einer Couch. Schummriges Licht fällt auf Elenas ungeschminktes Gesicht. Und dann ist da noch die Aufnahme von Klara Rebers. Die schaut, den Kopf auf die Hände gestützt, durch eine Glasscheibe, in der sich ein Monitor und eine Lampe spiegeln.

Drei sehr unterschiedliche Fotos. Es ist fast keine Gemeinsamkeit zu finden, die Rückschlüsse auf das übergeordnete Konzept des Fotografen zulässt. Und das liegt daran, dass es kein übergeordnetes Konzept gibt, das die einzelnen Aufnahmen zu einem gemeinsamen vereint. Denn um jeder Persönlichkeit gerecht zu werden, gibt es für jedes Model ein eigenes kleines Konzept. „Keiner möchte in eine Rolle gepresst werden“, sagt der 21-Jährige. Und deshalb versucht er nicht Gemeinsamkeiten bei den Künstlern zu finden, die sie verbinden. Quirin möchte sie so auf dem Foto zeigen, wie er sie erlebt hat und sieht.

Um genau auf den Einzelnen einzugehen, trafen sich Künstler und Fotograf zu einem Treffen vorab. „Damit ich sie verstehe“, sagt er. Dabei hatte dieses Treffen auch ganz andere überraschende Seiten. So konnte der junge Fotograf über seinen Tellerrand der Fotografie hinausblicken. Mit einer Führung hinter die Kulissen der Kammerspiele mit Nick Reimann oder einem gemeinsamen Besuch des Milla-Song-Slams mit Klara Rebers von Umme Block. „Gerade bei Musikern ist es spannend, ihnen über die Schulter zu gucken“, sagt der junge Fotograf.

Für Quirin war dieser neue Blick auf jedes Model spannend. Denn gerade auch durch das Projekt vollführe er eine Entwicklung in seiner Fotografie, sagt er. So hat sich der junge Fotograf bisher auf die Modefotografie beschränkt. Im Anschluss an sein Abitur absolvierte er eine zweijährige Ausbildung in einem Modestudio in München. Vor allem die Technik stand dabei im Vordergrund. Da Quirin aber auch andere Ansätze kennenlernen wollte, wie das „in die Tiefe gehen und Storys für Bilder finden“, bewarb er sich an der Hochschule München im Fach Fotodesign. Neben dem Studium, mittlerweile ist er im vierten Semester, arbeitet er als Fotoassistenz und ist auch selbständig, etwa für das Magazin L’officiel Arabia.

Bei diesen Shootings mit Models steht natürlich die Kleidung im Fokus. Quirin gibt hier mehr vor, als dass er auf den Charakter des Models eingeht. Bei den Porträts für „10 im Quadrat“ allerdings, da dreht sich alles um. So ist der Hügel auf dem Melli Zech liegt, genau der Hügel, der ihr Heimatdorf Pähl und Quirins Heimatdorf Vilshofen voneinander trennt. Die Quasi-Nachbarn kannten sich davor noch nicht. Jetzt liegt Melli auf dem Hügel, unbeschwert, die Arme und Füße in einer Geste von sich gestreckt, als könnte sie gerade die ganze Welt umarmen.

Text: Larissa Kahr

Alle Informationen zur Ausstellung gibt es hier.