10 im Quadrat Volume 3: Nick Romeo Reimann

Zehn junge Fotografinnen und Fotografen treffen auf zehn junge Menschen mit Bühnenerfahrung.
Das Ergebnis: „10 im Quadrat Volume 3“ – eine Ausstellung der Junge-Leute-Seite im Farbenladen des Feierwerks. Hier im Porträt: Schauspieler Nick Romeo Reimann

Nick Romeo Reimann wollte kein Schauspieler werden. Er wollte ein „wilder Kerl“ sein. „Ich war so besessen von diesem Film und dieser Welt“, sagt Nick beim Fotoshooting mit Alina Hartwig. Als er dann im dritten Film der Reihe „Die wilden Kerle“ die Rolle des „Nerv“ bekam, war der Traum des damals Siebenjährigen auf einmal real. Geblieben ist ihm aus dieser Zeit die Liebe zur Schauspielerei, die mittlerweile einen großen Teil seines Lebens ausmacht. Das liegt vor allem an der Ausbildung, die Nick gerade an der Otto-Falckenberg-Schule absolviert. Dort hat er auch das Theater mit allem, was dazugehört, für sich entdeckt. „Ich in meiner totalen Essenz“, beschreibt er es in seinem Castingvideo.

Aber auch der wilde Kerl ist immer noch in ihm. Das wird deutlich beim Shooting mit Alina. So schmeißt sich Nick selbstbewusst, fast frech auf das fremde Bett in der Wohnung der Fotografin. Sofort hingelegt habe sich bisher noch niemand, merkt Alina prompt an. Wie selbstverständlich rollt sich der junge Schauspieler durch die Laken. Als Alina die Kamera senkt, um die Aufnahmen zu überprüfen, greift sich Nick in die dunkelblonden Locken und macht Witze über die Situation: er in einem fremden Bett, bekleidet nur mit langer Unterhose und T-Shirt, dazu die Bemalung im Gesicht. Eine bizarre Situation. Gleichzeitig strahlt Nick eine Selbstsicherheit aus, als gäbe es nichts Normaleres.

Diese Mischung aus Liebe zum Schauspiel und Selbstsicherheit ist wohl der Grund, dass er sich gerade nur aufs Studium konzentriert. Was nach der Ausbildung nächstes Jahr kommt, ob er lieber zum Film oder dem Theater geht, das wisse er nicht. „Das einzige, was gerade zählt, ist, ein guter Schauspieler zu werden“, sagt Nick.

Wobei das Theater ihn momentan besonders interessiert. Aufgewachsen an Filmsets wie beim Streifen Vorstadtkrokodile, ist diese Art des Spielens auf der Bühne mit ganz anderen Reizen verbunden. „Durch das ständige Wiederholen im Probenprozess aber auch in den Vorstellungen entwickelt man einfach einen ganz anderen Bezug zur Figur“, sagt Nick.

Dann zieht der junge Schauspieler auf dem Bett aus einem Impuls heraus die Knie an und stützt sich gleichzeitig mit den Ellenbogen auf der Matratze ab. Sein Blick konzentriert sich auf Alina und ihre Kamera, als würde er nichts Anderes wahrnehmen. Nur noch ihre Stimme, mit der sie ihm Anweisungen gibt, bis er seine Pose um ein paar Millimeter korrigiert: „Das Kinn etwas höher“, sagt sie. Nur das Projekt und der Moment zählen jetzt. Für Nick ist dieser Prozess wie ein Geben und Nehmen. „Ich finde es sinnvoll, eine Symbiose herzustellen“, sagt der 21-Jährige.

Text: Larissa Kahr

Foto: Quirin Siegert

Alle Informationen zur Ausstellung gibt es hier