10 im Quadrat Volume 3: Eileen Aolani

10 im Quadrat Volume 3: Eileen Aolani

Zehn junge Fotografinnen und Fotografen treffen auf zehn junge Menschen mit Bühnenerfahrung.
Das Ergebnis: „10 im Quadrat Volume 3“ – eine Ausstellung der Junge-Leute-Seite im Farbenladen des Feierwerks. Hier im Porträt: Fotografin Eileen Aolani

Eileen Aolani hat Fotografie nie an einer Hochschule studiert. Sie besuchte auch nie einen Workshop oder Kurs, um die Technik zu beherrschen – und das hat einen Grund: Wenn sie fotografiere, dann wolle sie immer zuerst auf das Visuelle achten. Deshalb sollen die technischen Grundlagen nur dazu reichen, diesen Blick nicht zu gefährden.

Und dieser Blick, der sucht vor allem das Abstrakte. Eileen verzerrt ihre Bilder oft durch Gegenstände, die sie in das Blickfeld der Kamera hält. So auch im Shooting für „10 im Quadrat“. Die Models brachten Gegenstände mit, wie eine Vase oder eine Statue, „durch die dann gemeinsam ein neuer Blick geschaffen wird“, sagt die 22-Jährige. Es entstehen abstrakte Aufnahmen, die zwar das Model zeigen, es aber durch den Blick durch oder über den Gegenstand entfremden. Auf diese Art der Fotografie ist Eileen vor vier Jahren gekommen, als ein Glas ihrer Brille zerbrach und sie begann, die Welt durch die zerbrochene Sehhilfe zu fotografieren.

Mit der Fotografie an sich kam die junge Künstlerin bereits in der Kindheit in Kontakt. Geboren in Frankfurt, zog sie fast alle zwei Jahre durch die Arbeit ihrer Mutter um. Mit 18 wurde sie dann sesshaft in München. Das lag aber weniger an der Stadt, als an dem International Munich Art Lab. Ein Verein, der Projekte wie das „Laboratorium“ anbietet. Ein Jahr lang erlernen die Teilnehmer in Workshops, Praktika und freier Arbeit den künstlerischen Erschaffungsprozess von der ersten Skizze bis zur gemeinsamen Ausstellung. Als Eileen dann den Sprung von der Gruppenausstellung zu einer eigenen Ausstellung schaffte, wurde ein Traum war. 80 Fotografien und Zeichnungen stellte sie damals in der Kunstbar „Provisorium“ aus.

Heute kann sie auf Ausstellungen wie im mittlerweile geschlossenen, „The Lovelace“ zurückblicken und ist freiberufliche Fotografin. Zudem arbeitet sie in einer Modelagentur, wo sie auch die Testshootings übernimmt.

Bei all ihren Aufträgen, aber auch in jeder anderen Lebenslage, trägt Eileen dann ihre analoge Kamera in der Tasche. In Zeiten von Smartphone, in der eigentlich jeder jederzeit Zugriff auf eine Kamera hat, ist es doch außergewöhnlich, wenn sie sagt: „immer, ja überall – Arbeit, Feiern, Sport, einfach immer.“ Es könnte ja stets ein Augenblick kommen, den sie festhalten will. Für sie liegt der Reiz an der langen Zeit, die die Entwicklung benötigt. Es sei einfach besonders, da es auch so wenige Möglichkeiten zur Nachbearbeitung gebe. So kann man den Auszug nur länger in einem der Bäder lassen, um die Kontraste zu verstärken. „Man überlegt sich zweimal, ob es das Motiv jetzt wert ist abzudrücken“, sagt Eileen.

Text: Larissa Kahr

Foto: Eileen Aolani

Alle Informationen zur Ausstellung gibt es hier