Von Freitag bis Freitag München: Unterwegs mit Anastasia

Ich bin verdammt müde. Während meine Ethnologie-Kommilitonen gerade auf Kuba, Sri Lanka oder in Portugal chillen, bin ich in der vergangenen Woche von Bibliothek zu Bibliothek gereist und habe mich meiner Hausarbeit gewidmet. Was? Mitten in den Semesterferien? Ja, ich geb‘s zu. Vielleicht habe ich mal wieder zu spät angefangen. Vielleicht habe ich mich während der lauen Sommerwochen in München nicht aufraffen können. Vielleicht macht sich das schlechte Gewissen wieder mal erst am Ende bemerkbar. Naja. Ich bin müde, aber unternehmungslustig, ignoriere die tollen Reise-Insta-Stories und freue mich auf eine bunt gemischte Veranstaltungswoche in München.

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Neuland: Politische Podiumsdiskussion

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Von jungen Menschen für junge Menschen:
Philomena Poetis

veranstaltet eine politische Podiumsdiskussion. Die jüngsten Münchner Kandidaten verschiedener Parteien für den nächsten Bundestag sollen sich einen Schlagabtausch liefern.

Junge Erwachsene werden oft mit dem Vorurteil konfrontiert, sich kaum für Politik zu interessieren. Philomena Poetis möchte sich dem angeblichen Phänomen der Politikverdrossenheit unter jungen Menschen stellen.

Als Initiative der „Global Shapers Munich“ und in
Kooperation mit dem CDTM  

veranstaltet die 27-jährige Münchnerin am kommenden Donnerstag, 14. September, eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Deine Wahl“.

Von 19.30 Uhr an liefern sich die jüngsten Münchner Kandidatinnen und Kandidaten aller Parteien für den nächsten Bundestag einen Schlagabtausch. „Wir haben alle Parteien eingeladen, die derzeit über fünf Prozent liegen“, sagt Veranstalterin Philomena Poetis. „Uns ist wichtig, dass junge Menschen die Möglichkeit bekommen zu erfahren, für welche Werte die verschiedenen Parteien einstehen. Die Veranstaltung richtet sich besonders an Erstwähler aus Berufsschulen, Universitäten und Hochschulen“, erklärt sie.

Alle Gäste sollen an dem Abend zusätzlich die Möglichkeit bekommen, Fragen aus dem Publikum an die Kandidaten zu stellen und in einem Gespräch Antworten erhalten. Eine interaktive Diskussion soll entstehen.

 

Text: Anastasia Trenkler

Foto: Stephanie Girard

Der Hitze zum Trotz

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Am letzten Tag der Ausstellung der SZ-Junge-Leute-Seite im Farbenladen herrschten beinahe subtropische Temperaturen – dennoch sorgten eine Politikdiskussion und Musik von Matthew Mathilda und Xavier Darcy für ein volles Haus.

Am Ende war es dann noch einmal richtig voll im Farbenladen –
auch wenn die Sonne ihr bestes gab, um die Leute fern zu halten. Aber was ist
schon die Sonne gegen die Stimmen von Matthew Austin und Xavier Darcy? Gegen die
letzte Möglichkeit, die fantastische Ausstellung „München im Quadrat“ zu
bestaunen?

Einer, der richtig gefesselt von den Bildern war, war Kytes-Sänger Michi Spieler. Auf Grund
einer umfangreichen Tour schaffte er es erst am letzten Tag der Ausstellung,
endlich alle Bilder von allen Fotografen mit allen Models zu sehen: „Die Bilder
sind so cool, es gibt so viel zu entdecken. Ich musste wirklich mehrmals
durchgehen, um alle Facetten zu sehen.“

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Aber nicht nur Michi Spieler hatte sich gegen einen Besuch an der
Isar entschlossen, auch viele Besucher waren da und hörten gespannt Vertreterinnen
und Vertretern junger Organisationen zu, die darüber diskutierten, was man
gegen Politikverdrossenheit tun könnte. Alle drei Projekte vertreten dabei
einen ähnlichen, aber in der Ausführung unterschiedlichen Ansatz: Während Our
Impact und das Projekt „Denkende Gesellschaft“ auf den Dialog setzen und
Menschen zum Nachdenken über Politik und Wählen animieren wollen, möchte Pulse
of Europe zeigen, wie viel Begeisterung es für die europäische Idee und die
europäischen Werte in der Bevölkerung gibt. So waren sich dann auch alle Diskussionsteilnehmer
einig: Die junge Generation muss die Zukunft aktiv in die eigene Hand nehmen,
teilhaben und mitgestalten. Wie Clara Mokry, Mitinitiatorin von Pulse of Europe
auch sagte: „Es geht um unsere Zukunft!“.

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Wirklich beachtlich war, wie engagiert und interessiert das
Publikum an der Debatte teilnahm – schließlich konnte man die Luft im
Farbenladen euphemistisch bestenfalls als stickig bezeichnen. Dass das aber
allen egal war, lag nicht zuletzt an der Performance von Matthew Mathilda, die
in voller Bandbesetzung das Publikum mit ihrem atmosphärischen, immer leicht
melancholischen Bluesrock begeisterten.

Und dass Xavier Darcy – im Farbenladen ein alter Bekannter –
d die Öffnungszeiten etwas
überzog, nahm ihm auch niemand mehr übel. Im Gegenteil: Alle Besucher, alle
Teilnehmer, alle Fotografen, alle Models genossen diese letzten, musikalischen
Minuten der SZ- Farbenladenausstellung 2017. Bis sie mit dem letzten Akkord aus
Xaviers Gitarre ihre Pforten schließen musste – hoffentlich aber nur bis zum
nächsten Jahr.

Text: Philipp Kreiter

Fotos: Ornella Cosenza

Von Matratzenlagern im Audimax und Zelten im Englischen Garten

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Im Farbenladen wurde am Samstag lebhaft über das Thema Wohnungsnot in München diskutiert. Umrahmt wurde die anregende Podiumsdiskussion von zwei Konzerten der Singer/Songwriter Alisha Prettyfields und Chuck Winter.

Das hatte etwas familiäres. Gerade noch schlenderten die Besucher gemeinsam und doch jeder für sich durch den Raum. Als man dann aber mit der Anmoderation beginnen will, verteilen sich alle wie auf ein Zeichen hin auf die Sitzmöglichkeiten an den sonnendurchfluteten Fenstern. Einige machen es sich im Schneidersitz bequem. Zusammen lauschen die eben noch durch den
Ausstellungsraum wandernden Gäste den Sprechern.

Das Abendprogramm der Ausstellung „10 im Quadrat“ beginnt an diesem Samstag mit einem kurzen Künstlertalk. Jean-MarcTurmes und Vera Flück berichten von ihrer Arbeit als Künstler oder Model. „Mich selbst als Person auf den Bildern zu verkörpern hat mir eigentlich keine Schwierigkeiten bereitet. Ob ich nun eine Figur auf der Bühne spiele, oder für einen Fotografen Model stehe, ein Teil von mir lässt sich immer in den Rollen wieder finden“, erklärt die junge Schauspielerin Vera Flück.

Es folgt ein Auftritt der Singer-Songwriterin Alisha Prettyfields. Mit ihrer Darbietung gelingt es der Münchnerin eine sehr gefühlvolle und intime Atmosphäre zu schaffen. Jeder scheint in seine eigene Gedankenwelt abzuschweifen.

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Die Moderatorinnen Laura Schurer und Antonia Franz leiten über zur Diskussionsrunde Münchner Unimagazine.Thema ist das allseits bekannte Wohnproblem der Stadt. Was denken junge Studenten darüber? Welche Opfer kann und will man bringen, nur um hier eine Wohnmöglichkeit zu bekommen? Gibt es Tipps um die Wohnungssuche im überteuerten München zu erleichtern? Wo liegen Schmerzgrenzen? „Wenn man ein bestimmtes Maß der Verzweiflung erreicht hat, würde man wohl vieles auf sich nehmen, nur um in der Stadt wohnen zu können“, meint Carola Schulz von der Campus Zeitung.
Zustimmendes Nicken geht durch die Runde. Das Gefühl ist jedem bekannt. „Man kennt die skurrilsten Fälle. Angefangen mit Angeboten für fensterlose Kellerzimmer, bis hin zu Anfragen für „offene Wgs“, wo Nacktheit unter Männern auf der Tagesordnung steht“, fügt Autorin Elina des Studentischen Magazins Nomen Nominandum hinzu.

Die beiden Studentinnen diskutieren noch lange mit ihren Kollegen von Unikat, Philtrat und Cogito. Es werden utopische Wohnideen entwickelt. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Vom Matratzenlager im Audimax bis hin zum Sommerzeltlager im Englischen Garten werden alle Hirngespinste ironisch diskutiert. Mit einem etwas realistischeren Blick werden alternative Wohnformen betrachtet. Alle sind sich einig: Man würde viel dafür tun, um sich einen Münchner nennen zu können. Aber warum das alles? Wieso Stress, Kosten und Anstrengung für eine Schuhkarton-Wohnung oder ein Kellerapartment investieren? „München ist einfach großartig! Die Stadt hat ein gewisses Feeling. Der Englische Garten, die LMU – einfach viele verschiedene Dinge, die das Leben hier einzigartig machen“, meint eine der Diskutierenden und schließt somit die Talkrunde mit einem positiven Statement.

Geteiltes Leid, eine Situation und ein Problem, wovon so gut wie alle Münchner Studenten betroffen sind. Doch das schweißt zusammen. Draußen wird noch eifrig weiter diskutiert. Bei einer Zigarettenpause erzählen Besucher und Veranstalter weitere Geschichten über komische Wohnangebote und monströse Mietkosten.

Nach der kurzen Unterbrechung tritt Chuck Winter in die Mitte des Raumes. Nach nur wenigen Minuten scheint jegliche Anspannung und getrübte Diskussionsstimmung verflogen. Der Sound des jungen Musikers erfüllt die gesamte Ausstellung und man erfreut sich an unterschiedlichen
Songs und der krönenden Premiere seiner neuen Single.

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Text und Fotos: Anastasia Trenkler