Neuland

Julian Wittmann, 25, und sein jüngerer Bruder Thomas Wittmann, 22, sind am Ziel ihrer außergewöhnlichen Reise angekommen.  Auf ihren beiden alten Zündapps haben sie den berühmten „Las Vegas Strip“ erreicht. Ihr Reiseprojekt unter dem Namen „Ausgrissn“ führte sie von einem Kaff im Landkreis Erding in die Weltmetropole Las Vegas. Nach elf Wochen und circa 11 000 Kilometern in Lederhosen auf dem Mopedsattel, unerwarteter Kälte, verschiedensten Reparaturen, einem Hurricane namens Michael und katastrophalen Straßenverhältnissen sind die Brüder nun doch erleichtert über ihre Ankunft: „Natürlich war für uns auch die ganze Zeit mehr der Weg das Ziel. Und da haben wir unglaublich tolle Erlebnisse zu verzeichnen. Trotzdem war es eine Erleichterung und ein emotionaler Moment, als wir dann endlich an diesem Las-Vegas-Schild gestanden sind“, sagt Julian. Zum Ausruhen bleibt den beiden nun allerdings nicht viel Zeit: Die beiden Mopeds müssen samt Besitzer zurück nach Deutschland verschifft werden. Aus dem Filmmaterial der Reise soll ein Kinofilm entstehen, der voraussichtlich im Herbst 2019 erscheinen wird. Amelie Völker

Foto: privat

Neuland

Ludwig und Kunst, die offene Bühne der LMU, hat eine neue Heimat: Am 19. Oktober läuft die erste Show in der neu eröffneten Studiobühne der Theaterwissenschaft der LMU, zu finden in der Neuturmstraße 5. Emma Greve, 24, freut sich über die neue Heimat: „Alle Leute, die etwas bei der Studiobühne machen, sind wieder unter einem Dach. Jetzt kann wieder viel mehr Austausch entstehen.“Zum Auftakt kann man sich laut Emma auf eine bunte Mischung freuen: Neben Stand-up-Comedy, Rap und einem Singer-Songwriter gibt es auch eine chilenische Band sowie einen Science-Slam zu bewundern. Amelie Völker
Foto: Jean-Marc Turmes

Bass unter Brücken

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Weil es in der Münchner Innenstadt nicht gerade einfach ist, unkonventionelle Partys zu organisieren, hat sich das Kollektiv „Time Tripping“ gegründet. Geboten wird elektronische Musik – und eine eigene Modelinie.

Kein Polizeieinsatz, keine Anwohnerbeschwerden. Im „Unter Deck“ steht die Hitze. Verschwitzte Körper bewegen sich zu dem rhythmischen Bass, der aus den Boxen dröhnt. Hinter dem DJ-Pult steht Max Lehmann, 24. Er wirkt konzentriert. Sein Kollektiv „Time Tripping“ ist hier zu Gast bei einer der monatlichen „Sustain-Partys“. Es ist ein kalter Januarabend. Normalerweise ist das Kollektiv im Sommer aktiv. Im Freien. Unter Brücken. Das bringt Spaß, aber ab und an auch Ärger.

„Time Tripping“ steht für unkonventionelle Partys in München, oft outdoor, immer alternativ. Das Kollektiv veranstaltet seit einigen Jahren Underground-Partys an verschiedenen Orten im öffentlichen Raum. Das Markenzeichen der Crew sind sommerliche Partys unter den Isarbrücken, aber auch Unterführungen oder Bunker kommen zum Einsatz. Auch im Winter will die Crew ihr Partyvolk nicht enttäuschen, in Ateliers oder Studios, die ihnen von Freunden zur Verfügung gestellt werden. Oftmals erweist sich die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten hier jedoch sehr schwierig, weshalb die Crew Gastauftritte bei anderen Veranstaltungen gerne wahrnimmt.

Gegründet wurde das Kollektiv vor vier Jahren von den jungen Münchnern Max Lehmann, 24, Bruno Schneegaß, 25, Michi Semler, 24, und Fabian Barthel,27. Durchzechte Partynächte und so manches Erlebnis unter einer Münchner Brücke hat eine enge Verbundenheit unter den Crewmitgliedern geschaffen. Die Sätze des Anderen werden vervollständigt, jeder will dringend eine andere Party-Geschichte loswerden. Max, Kommunikationsdesignstudent, trägt Hipsterbart und Brille, er scheint so etwas wie das Sprachrohr der Gruppe zu sein. Stets ergreift er zuerst das Wort. Die vier jungen Männer kennen sich aus der Schulzeit auf einem Münchner Gymnasium, waren dort teilweise Mitglieder der Theatergruppe. Damals veranstalteten sie ihre erste Party unter der Brudermühlbrücke – weil sie die Freiheit reizte, sich auszuleben. Und weil es laut Max in München eben schwierig ist mit den preisgünstigen Party-Locations. Auch durch die positive Resonanz ihrer Gäste war ihnen schnell klar, dass dieses Party-Konzept fortgesetzt werden musste. Nach der Namensgebung – der Begriff stammt aus einem gleichnamigen Song von DJ Hazard – begab sich „Time Tripping“ dann auf die Mission, Münchens Nachtleben ein wenig bunter zu machen. Mit Partys, aber auch mit selbst gestalteten Klamotten.
Im „Unter Deck“ tragen alle Crewmitglieder Oberteile aus dieser Kollektion. Tentakeln einer Krake sind auf einem T-Shirt zu sehen und natürlich das „Time Tripping“-Logo.

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Sie alle verbindet eine große Leidenschaft für Drum & Bass und andere basslastige, elektronische Genres wie Dub, Dub-step oder Glitchhop. Vorzugsweise legen sie auf ihren Partys selbst auf, aber auch Gastauftritte externer DJs und Crews werden organisiert. „An sich ist die junge elektronische Szene in München noch etwas überschaubar, vor allem, was Drum & Bass angeht. Das macht aber natürlich auch den Charakter dieser Szene aus, man kennt sich eben“, sagt Michi. Ein weiterer Punkt, der „Time Tripping“-Partys auszeichnet, ist der hohe Spontanitätsfaktor. Fast wie bei einem Happening. Oft werden die Veranstaltungen erst zwei Tage vorher angekündigt. Die Kollektivmitglieder besitzen ihr eigenes mobiles „Time Tripping Soundsystem“, was die Organisation solcher spontanen Events um einiges erleichtert. Hinzu kommen eine eigene Lichtanlage und ein Generator. Für die Crew fallen bei ihren Partys also keine fixen Ausgaben an. Dadurch entstehe laut Max für sie keinerlei Zwang, Eintritt zu verlangen oder an ihrer Bar Umsatz machen zu müssen. Der Getränkeverkauf deckt die Getränkekosten. Ein Partykonzept, bei dem die Musik und der Spaß an einem Rave mit Gleichgesinnten im Mittelpunkt stehen– keineswegs aber das Ansinnen, Gewinn mit dem Abend zu machen. Dies alles in einer Stadt, in der sich kaum ein Veranstalter kostenlosen Eintritt leisten kann und günstige Bierpreise selten geworden sind.

Lauter Bass unter freiem Himmel, noch dazu in der Münchner Innenstadt? Berührungspunkte mit Anwohnern oder der Polizei sind da vorprogrammiert. „An der Isar gibt es natürlich viele Anwohner, die im Sommer mit offenen Fenstern schlafen wollen, die sind also leicht zu verärgern. Daher hatten wir auch schon öfters Kontakt mit der Polizei“, sagt Fabian. „Meistens kommen sie dann aber nur, um uns darauf hinzuweisen, die Musik leiser zu drehen und den Bass rauszunehmen.“ Max erzählt von anderen, nahezu abenteuerlichen Erfahrungen beim Aufbau. „Wir kreuzen mit unserem Equipment genau die Route der sogenannten Isar-Ranger, die ja bis 24 Uhr patrouillieren. Wir haben dann teilweise wirklich jemanden unten bei der Brücke stehen mit Walkie-Talkie, und die anderen stehen oben mit den Boxen im Anschlag. Manchmal haben wir uns auch schon hinter Brückenpfeilern versteckt, alle Lichter aus, Musik aus, und zehn Meter weiter standen die Isar-Ranger und haben rübergeleuchtet.“ Ein Bild, wie aus einem College-Comedy-Movie: Eine Gruppe junger Münchner auf alternativer Partymission, im Versteckspiel mit den Hütern der Isar.

Im Allgemeinen sei für die Partycrew bei ihren Events der rücksichtsvolle Umgang mit der Natur und den Anwohnern selbstverständlich. Auch ist es ihnen wichtig, freundlich und offen auf Polizeibeamte zuzugehen. Laut Max ist es aber trotz der überwiegend positiven Erfahrung mit der Polizei aus anderen Gründen nicht gerade einfach in der Münchner Innenstadt unkonventionelle Partys zu organisieren. „Im öffentlichen Raum im Münchner Zentrum gibt es keinen anderen Ort außer der Brudermühlbrücke, wo man derart kostengünstige und basslastige Partys organisieren könnte. In Berlin ist es da mit den ganzen leer stehenden Locations bestimmt entspannter.“

In diesem Jahr will „Time Tripping“ bei ihren Locations noch kreativer und bei ihrer Message noch politischer werden. Insbesondere was das Thema Gentrifizierung angeht. Außerdem will die Crew diesen Sommer sogar noch einen Schritt weitergehen und ein mehrtägiges Festival in „Time Tripping“-Manier organisieren. „Es gibt hier durchaus gute Möglichkeiten, abseits des musikalischen Mainstreams feiern zu gehen“, sagt Fabian. Sie seien auch glücklicherweise weder die ersten noch die einzigen, die an ungewöhnlichen Plätzen Partys veranstalten. „Es ist nicht alles immer einfach in München, aber wir sind auf jeden Fall optimistisch, was die Zukunft in dieser Richtung angeht“, sagt er.

Text: Amelie Völker

Fotos: Stephan Rumpf, Time Tripping

Zeichen der Freundschaft: Brieffreundinnen

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Auch wenn unsere Autorin Tür an Tür mit ihrer jüngeren Schwester wohnt, ist ihre Lieblingskommunikation nicht das Reden. Sie schicken sich am liebsten handgeschriebene Zettel und Briefe.

Sobald meine drei Jahre jüngere Schwester Hannah, alias
meine beste Freundin, und ich beide alt genug waren, um lesen und schreiben zu
können, haben wir begonnen uns gegenseitig Briefchen zu schreiben. Kurze Texte,
strotzend vor Rechtschreibfehlern. Geschrieben auf buntem Papier, ausgerissen
aus Diddlpapier-Blöcken, verziert mit selbstgemalten Bildchen. Irgendwann haben
wir dann, um diesen Briefverkehr zu vereinfachen, kleine Briefkästen gebastelt.
Alte Schuhkartons wurden ordentlich verschönert, mit unseren Namen versehen und
vor unsere Zimmertüren gestellt.

Auch wenn wir einfach nur aus unseren Zimmertüren hätten
treten müssen, um miteinander zu reden, war für uns dieser andere
Kommunikationsweg oft so viel spannender. Wir gaben uns die größte Mühe, immer
neue Geheimschriften für unsere Briefchen zu erfinden. Für Nachrichten, an
deren Inhalte neben uns natürlich sowieso niemand interessiert gewesen wäre.
(Dieser kindliche Gedanke einer unleserlichen Geheimschrift würde da in Zeiten
von Whatsapp und Datenklau schon wieder weitaus mehr Sinn machen, oder?) Auch
unsere Mutter nutzte damals manchmal unser Fake-Post-System, um uns eine Freude
zu machen. Kleine Botschaften wie „Essen ist fertig“ oder „Bitte Hasenstall
ausmisten“, wurden in unsere Briefkästen gesteckt. Und wir freuten uns riesig,
ernst genommene Adressaten von so wichtiger Post zu sein.

Bis heute haben wir beide uns diese Freude über handgeschriebene
Briefe bewahrt. Wir schreiben uns nicht nur ausnahmslos aus jedem Urlaub eine
Postkarte. Auch jedem Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk liegt zumindest ein
kleiner handgeschriebener Zettel bei. Und als ich mein Auslands-Studium in
Stockholm angetreten habe, hat mir meine Schwester drei selbstgeschriebene
„Open-When“-Briefe mit auf den Weg gegeben. Ganz besonders den
„Open-When-you-need-a-good-laugh“-Brief konnte ich in dieser aufregenden Zeit
ein paar Mal ziemlich gut gebrauchen.

Ganz klar liegt doch in so einem handgeschriebenen Brief so
viel mehr Persönliches und Einzigartiges als in jeder Whatsappnachricht.
Insbesondere natürlich, wenn er von einer Person versandt wurde, die dich so
viel besser kennt, als alle anderen.

Hier sollte noch erwähnt werden, dass meine Schwester und
ich uns mit der Charakterstärke unserer Handschriften übertrumpfen. Soll
heißen: Die Eine ist unleserlicher als die Andere. Schönschrift war mit Abstand
unserer beiden schlechtestes Fach in der Grundschule. Aber auch wegen dieser
mir so vertrauten Schrift freue ich mich über jeden Brief von meiner
Lieblings-Brieffreundin. Sie erinnert mich an Heimat und an ganz viele schöne
Momente. Und ich bin mir fast sicher, ich könnte die wunderschöne Sauklaue
meiner Schwester unter hundert anderen identifizieren.

Text: Amelie Völker

Foto: Yunus Hutterer

Neuland: Capri.cious

Unter dem Namen “Capri.cious” arbeiten Studenten aus Wien und München gemeinsam an verschiedenen Produkten. Herauskommen unter anderem spannende Musikvideos und tolle Shirts.

“Capri.cious”. Dieser Name steht für ein Kunst-Kollektiv, das Studenten aus München und Wien vor gut einem Jahr gegründet haben. Neben dem fixen Kern, bestehend aus den vier Freunden Timotheus Ueberall, 24, Lorenz Mylonas, 23, Mira Possert, 23, und Julian Seiser, 25, sind circa zehn Leute involviert. “Durch die vielen unterschiedlichen Ideen, die die Leute in einem Kollektiv mit einbringen, wird eine absolute Traumvorstellung von Zusammenarbeit kreiert”, sagt Timotheus.

Aus dieser Zusammenarbeit entstehen Musikvideos, wie erst kürzlich für den Münchner Musiker Chuck Winter, oder auch eigens gestaltete T-Shirts. “Wir wollten die Mode machen, die wir selbst auch tragen würden”, sagt Timotheus. Die Ergebnisse ihrer kollektiven Arbeit werden alle drei Monate auf “Werkshows” ausgestellt, die mal in München, mal in Wien stattfinden. Für die Zukunft ist die Erweiterung von capri.cious auf andere Städte wie Zürich, Hamburg oder Berlin geplant. Und für jeden, den es im November nach Wien verschlägt: Die nächste “Werkshow" soll dort am 25. November stattfinden, mit so manchen analogen, digitalen und musikalischen "Schmankerln”.

Text: Amelie Völker

Foto: Daniel Schöllhammer, Michael Kraus

Zeichen der Freundschaft: Brunch-Babes

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So manche Freundschaft lebt gerade von ihren Ritualen. Unsere Autorin zelebriert regelmäßig Brunch-Dates mit einer alten Freundin und muss feststellen: der schönste Tratsch und hilfreiches Therapiegespräch liegen oft ganz nah beieinander.

Verführerischer Café-Duft liegt in der Luft. „Love“ steht in
geschnörkelten Buchstaben auf der hübschen Cappuccinotasse in meiner Hand. Eine
ganz bestimmte Liebe teile ich auch mit der Person, die mir mit einem extra
großen Latte Macchiato gegenüber sitzt: Meine gute Freundin Laura,
Ringellocken, lieb und verrückt zugleich. Sie und ich sind ganz vernarrt in
Brunch. Am liebsten Sonntags. Und bitte nicht vor elf. Denn wie heißt es doch
so schön: „Brunch is breakfast without an alarm clock.“

Laura und ich kennen uns schon seit der fünften Klasse. Wir
haben die wilden Teenager-Jahre und 16er-Club-Zeiten zusammen durchlebt. Sie
ist eine der Freundinnen, die nicht nur nach dem Abitur geblieben, sondern wo
die Verbindung in den Jahren nach der Schulzeit sogar noch fester geworden ist.
Zwar haben wir inzwischen verschiedene Studiengänge und sogar zeitweise
unterschiedliche Städte als Wohnort gewählt. Ihr Name befindet sich jedoch stets
unter denen ganz oben in meiner Whatsapp-Chat-Liste.

Zu Avocadobrot, Rühreiern und Lachs, wird bei unseren fast
wöchentlichen Brunch-Dates zunächst der wichtigste Gossip und aktuellste
Tratsch verkündet. In einer Woche kann ja bekannterweise unheimlich viel
Spannendes passieren. Laura weiß zu meiner sich wiederholenden Verblüffung
meist eh viel früher als jeder andere im Freundeskreis Bescheid, wenn sich dort
etwas Neues getan hat. Sie hat so eine Art, bei der man sich ihr einfach
anvertrauen muss. Mich nicht ausgeschlossen.

Bei Obstsalat und Bircher-Müsli kommen bei uns aber nach
einigem Smalltalk auch oft die Big Talks auf den Frühstückstisch: So manche
Trennung, oder die kleinere bis größere Lebenskrise haben wir bei unseren
Brunch-Dates schon gegenseitig therapiert. Unsere aktuellsten Topthemen: Lohnt
sich das Masterstudium: ja oder nein? Wie überlebe ich im Münchner
Wohnungsmarkt? Und: Wieso ist da plötzlich ein Kater nach einer Partynacht, wo
früher keiner war?

Meist reichen unsere Gespräche weit über den eigentlichen
Brunch hinaus. Über leeren Tassen, in denen schon die Café-Reste zu trocknen
beginnen und gehäuften Eier-Schalen wird jedoch fleißig weiter diskutiert und
ein flotter Themenwechsel folgt dem nächsten. Oft habe ich dann das Gefühl, ich
könnte ewig da so sitzen bleiben. Satt und glücklich mit diesem warmen
Sonntagsgefühl. Und mit einer meiner Lieblings-Gesprächspartnerinnen.

Text: Amelie Völker

Foto: Yunnus
Hutterer

Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Amelie

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Es ist Sommer in der Stadt! Für euch ist der Balitrip und die Toskanareise in diesem Jahr nicht drin’? Kein Problem! Unsere Autorin verrät, wie man besonders in München einen urlaubsreifen Sommer erleben kann.

Auch wenn ich mich im Sommer in München gerade Pudelwohl fühle, lässt mich das Reisefieber nie wirklich ganz los. Gut, dass man sich auch hier ganz easy mal wie am Strand fühlen kann. 

Mich zieht es heute am Freitagabend daher in den Strandclub Beach38°. Das Event verspricht Beach Clubbing mit warmen Sand unter den Füßen und einem kühlen Bier in der Hand. Hmm, hört sich nach einem ziemlich angenehmen Start in dieses Augustwochenende an.

Am Samstag geht es gleich sommerlich weiter. Zwar sagt der Wetterbericht leichte Regenschauer voraus, aber das hindert mich in keinster Weise daran auf ein Event zu gehen, das so spaßig klingt, dass ich es auf keinen Fall verpassen will: Die egoFM Schlauchboot Session! Friedliches Paddeln auf dem Olympiasee zusammen mit allen verrückten egoFM-Liebhabern Münchens! Das kann mir nicht mal der größte Regenschauer ruinieren. Und falls ich Abends noch nicht völlig durchnässt bin, schaue ich vielleicht noch beim Wannda Circus Open Air Closing vorbei. Dompteure der letzten Wannda-Circus-Manege sind zum Beispiel SOUKIE&WINDISH oder Miyagi! Yey! Tja, wie ich weint selbst der Himmel voraussichtlich, wenn das letzte Mal für dieses Jahr geWanndat wird.

Wie es sich für einen korrekten Sommerurlauber gehört, wird am Sonntag zuerst einmal ausgiebig ausgeschlafen. Und wenn ich dann schon bereit bin für den nächsten kulturellen Ausflug, begebe ich mich Nachmittags in das Studio3. Dort gibt es am Sonntag eine Vernissage mit der Kunst des jungen Kollektives und anschließender Aftershowparty mit, unter anderem, Jannis Chopin und Mindsight. In der Eventbeschreibung heißt es: „Wir zeigen den Mut uns einzubringen, Kunst in Experimenten und ersten Schritten. Ein einem offener Raum fordert Besucher, Künstler und die Kunst zum Dialog auf.“ Ich bin gespannt!

Zum Wochenstart bleibe ich Wettertechnisch optimistisch, denn für mich gibt es Openair im Kino, Mond & Sterne. Dort läuft am Montag ein Film, der sich schon seit Jahresanfang ganz oben auf meiner Movies-to-whatch-Liste befindet: Expedition Happiness. Ein Dokumentarfilm, in dem sich ein junges Paar zusammen mit ihrem Hund auf Amerikareise begibt, die in einem umgebauten amerikanischen Schulbus von Alaska bis nach Argentinien führt. Ich weiß jetzt schon, dass das Fernweh nach diesem Film nicht ausbleiben wird.

Am Dienstag lockt mich das dortige, sehr überzeugende Indie-Line-Up direkt zur Theatron-Seebühne. Die Aussicht auf Pardon Ms. Arden, The Sound of Money und Ni Sala machen mich schon jetzt ganz hibbelig. Ich freu mich!

Mittwochabend steht ein Grillabend mit Freunden auf dem Programm. Wenn die Temperaturen dafür schön sommerlich bleiben, liebes Wetter, verspreche ich, auch alles brav aufzuessen. Danach ziehen wir wahrscheinlich noch weiter ins Minna Thiel. Da ist Schienen-Bus-Konzert mit Rob Schröder. Der junge Kölner beschreibt seine Musik selbst als „einfühlsam und ehrlich“. Also, Hand aufs Herz, heute wird es noch gefühlvoll!

Zeit für etwas Kitsch wird es am Donnerstagabend. Zum Wochenausklang gönne ich mir nämlich das Feuerwerk beim Impark Sommerfestival im Olympiapark. Die Veranstaltungen dort scheinen es mir diese Woche irgendwie angetan zu haben.

Zum Ende der Woche hin wird es für mich nochmal kulturell. Am Freitag gehe ich zur Vernissage der Ausstellung „Samin“ von Filippo Steven Ferrara. Für die Fotografien dieser Ausstellung hat der Fotograf eine junge Iranerin begleitet, die in Florenz an der Akademie der Feinen Künste Bildhauerei studiert. Durch den Abschluss ihres Studiums wurde ihre Aufenthaltsgenehmigung, die an das Studium gekoppelt war, aufgehoben und sie muss sich jedes Jahr neu um eine Arbeitserlaubnis bewerben. Seitdem befindet sie sich in einem Zustand aus Unsicherheit, illegaler und unterbezahlter Arbeit, bürokratischen Problemen, dem kontroversen Heimweh, Liebe und Verzweiflung. 2016 hat Ferrara begonnen Samins Alltag und Umgebung zu dokumentieren, um schrittweise Zugang zu den intimsten Sphären ihres Lebens zu bekommen. Ich bin sehr gespannt auf diese ganz individuelle und sicherlich zum Nachdenken anregende Ausstellung. Ganz eindeutig ein Höhepunkt auf meiner Wochenreise durch das (fast durchgehend) sommerliche München.

Text: Amelie Völker

Foto: Privat