Musiker mit Botschaft

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Täglich porträtieren wir an dieser Stelle eine(n) der 20 mitwirkenden
KünstlerInnen unserer “10 im Quadrat”-Ausstellung im Farbenladen – mal
Fotograf, mal Modell. Heute: Singer/Songwriter Kilian Unger.

Kilian Unger, geboren 1991, nennt sich als Musiker Liann und erzählt
in seinen Liedern von alltäglichen Problemen. Manchmal wirft er auch
mal nostalgische Blicke in die Vergangenheit. In seinem Song „Kindertage“ heißt
es zum Beispiel: „So viel Liebe. So viel Euphorie. So viele Fragen, so
viel Phantasie. Die Tage werden länger, die Blätter farbig. So viele
Momente waren irgendwie magisch.“

Seine klare Stimme schwankt
dabei stets zwischen Sing- und Erzählstimme. Bei einem seiner Konzerte
scheint man daher mehr intimer Gesprächspartner als ferner Zuhörer zu
sein. Auch bei der musikalischen Begleitung für Theaterstücke war Kilian
schon beteiligt: Für Produktionen des Jungen Resis am Residenztheater
wie „Wir sind jung. Wir sind stark“ oder „Die Klasse" (Regie in beiden
Stücken: Anja Sczilinski) hat er die Musikkompositionen geschrieben.

Die Ausstellung “10 im Quadrat” ist an allen Wochenenden im Mai, samstags von 16 – 22 Uhr, sonntags von 16 – 20 Uhr, im Feierwerk Farbenladen geöffnet. Neben den Fotografien werden Konzerte, Lesungen und Diskussionen veranstaltet. Für weitere Infos klickt unsere Junge-Leute-Facebookseite.
Der Eintritt ist frei.


Text: Amelie Völker

Foto: Julia Schneider   

Fotografie und Psychologie

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Täglich porträtieren wir an dieser Stelle eine(n) der 20 mitwirkenden
KünstlerInnen unserer “10 im Quadrat”-Ausstellung im Farbenladen – mal
Fotograf, mal Modell. Heute: Fotografin Milena Wojhan.

Kein Raum für Spielchen: Milena Wojhan,
geboren 1994, hat für die „10 im Quadrat“-Ausstellung ein
tiefergehendes, psychologisches Konzept entwickelt, um den zehn Models
auf den Fotografien Natürlichkeit und Wahrhaftigkeit zu entlocken. „Ich
wollte weg von den Oberflächlichkeiten und mehr hin zur Selbstreflexion.
Die Kämpfe mit sich selbst, die Selbstliebe, der Selbsthass. Was
passiert, wenn das Äußere zur unwichtigen Hülle wird, und sich das pure
Innere offenbart“, sagt die Fotografin. Um dieses Ziel zu erreichen,
baute Milena aus Holzwänden einen ein 1×2 Meter großen Raum, mit einem
quadratischen Spionspiegel an einer Seite, durch den sie mit ihrer
Kamera das darin sitzende Model aufnehmen konnte. Der jeweilige Künstler
sollte auf einem Hocker darin Platz nehmen. „Ich habe relativ lange und
intensive Gespräche mit ihnen geführt, bevor sie sich für fast eine
Stunde in den Raum begeben haben.“ Der kleine Raum wurde von Milena so
konzipiert, dass die darin sitzende Person in einem Spiegel nur sich
selbst sehen konnte, die auf sie gerichtete Kamera auf der anderen Seite
allerdings nicht. Milena gab den Künstlern vorab die Aufgabe, sich
selbst völlig ehrlich gegenüber zu treten, ohne Erwartungen, aber auch
ohne Schauspiel. So war jedes der Models im Raum gänzlich auf sich
gestellt und intim mit seinen Gedanken. Zu den entstandenen Porträts
äußert sich Milena wie folgt: „Ich durfte festhalten, was sich alles in
ihnen bewegt hat. Die Momente, die entstanden sind, waren ziemlich
intim. Ich habe alles gesehen – von bitteren Tränen bis hin zu
schallendem Gelächter und gelassener Zufriedenheit.“

Milena ist
es gewohnt, sich bei ihren Fotografien auf die Geschichte der Person
hinter dem Bild zu konzentrieren. Denn Milena porträtiert meist ihr
persönliches Umfeld. Ein Kurator beschrieb Milenas Fotografie einmal als
„angstfreie, äußerst direkte Fotographie, die ihre Kraft aus der Nähe
zu ihren Protagonisten zieht.“ Auf Milenas Bildern sind oft (aber nicht
ausschließlich) junge Frauen, aber auch Paare zu sehen. Häufig sind es
Akt- oder Teilakt-Fotografien. Für ihr aktuelles Projekt erstellt sie
Generationen-Porträts von jungen Leuten, wozu sie von den Werken von
Larry Clark inspiriert wurde.

Momentan macht Milena eine
Ausbildung zur Fotografin. Ihre erste Kamera hielt sie schon mit sechs
Jahren in den Händen. Zu dieser Zeit lebte die Wiesbadenerin noch mit
ihrer Familie in Berlin, mit zehn folgte der Umzug nach München. Jahre
später dann ein neuer Umzug, dieses Mal auf Zeit. In der
südafrikanischen Metropole Kapstadt shootete sie ihre ersten, selbst
organisierten Modestrecken. Ansonsten ist die Fotografin mit ihrer
Tätigkeit regelmäßig in Berlin unterwegs und hat in Paris Mode-Shootings
organisiert und fotografiert.

Die Ausstellung “10 im Quadrat” ist an allen Wochenenden im Mai, samstags von 16 – 22 Uhr, sonntags von 16 – 20 Uhr, im Feierwerk Farbenladen geöffnet. Neben den Fotografien werden Konzerte, Lesungen und Diskussionen veranstaltet. Für weitere Infos klickt unsere Junge-Leute-Facebookseite.
Der Eintritt ist frei.

Text: Amelie Völker

Foto: Milena Wojhan   

Münchner auf Betriebsausflug

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Täglich porträtieren wir an dieser Stelle eine(n) der 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer “10 im Quadrat”-Ausstellung im
Farbenladen – mal Fotograf, mal Modell. Heute: Musiker Michael Spieler.

Teilweise
kennen sie sich seit der Krabbelgruppe: Michael Spieler, geboren 1992,
und seine Bandkollegen Timothy Lush, Kerim Öke und Thomas Sedlacek. Ihre
Band Kytes entstand im Mai 2015 aus der ehemaligen Formation Blind Freddy. Die Indie-Pop-Band vereint E-Gitarren-Klänge mit eingängigen Liedstrukturen und elektronischer Musik.

Die
Münchner Band mit internationaler Musik hat für das nächste Jahr viele
Konzerte in Deutschland und auch im Ausland geplant. Gerade waren die
Musiker als Vorband von den Sportfreunden Stiller zu sehen, im
vergangenen Jahr haben sie den New-Music-Award der ARD gewonnen.
Michael, der Leadsänger und E-Gitarrist der Band, hält jedoch fest:
„München ist und bleibt unsere Heimat, denn hier haben wir unser Studio
und hier gehören wir hin!“

Die Ausstellung “10 im Quadrat” ist an allen Wochenenden im Mai, samstags von 16 – 22 Uhr, sonntags von 16 – 20 Uhr, im Feierwerk Farbenladen geöffnet. Neben den Fotografien werden Konzerte, Lesungen und Diskussionen veranstaltet. Für weitere Infos klickt unsere Junge-Leute-Facebookseite.
Der Eintritt ist frei.


Text: Amelie Völker

Foto: Sophie Wanninger    

Spaß muss sein

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Täglich porträtieren wir an dieser Stelle eine(n) der 20 mitwirkenden KünstlerInnen unserer “10 im Quadrat”-Ausstellung im Farbenladen – mal Fotograf, mal Modell. Heute: Fotografin Sophie Wanninger.

„Isabella ist definitiv die Schiel-Queen“, sagt Sophie Wanninger und meint dabei Isabella Mola von der Münchner Band Mola.
In Sophies Konzept für die „10 im Quadrat“-Ausstellung“ ging es der
Fotografin darum, positive Energien zu verbreiten, Spaß mit den Models
zu haben und den Zuschauer zum Lachen zu bringen. Wichtig war der
Münchnerin dabei auch, durch die Farbigkeit der Bilder Kontraste zu
schaffen. Sophie gab den Models daher die Vorgabe, sich möglichst bunt
und einfarbig zu kleiden. Für den Hintergrund wurde dann die passende
Kontrast-Farbe ausgewählt.

Das Konzept hat jedoch auch eine
tiefere Botschaft: Das Schielen kann laut Sophie als eine Metapher für
die Möglichkeitsvielfalt in ihrer Generation gesehen werden. „Alle Türen
stehen uns offen, dabei ist es oft verwirrend herauszufinden, was wir
wollen. So kommt es dann dazu, dass wir Vieles ausprobieren, uns mehr
Zeit lassen zur Selbstfindung und oft mehrere Dinge gleichzeitig tun“,
sagt sie zu ihrem Projekt. Sophies Konzepte sind normalerweise mehr auf
die Mode darin ausgerichtet. Beim Farbenladen-Fotoprojekt wollte sie
sich jedoch ganz auf die porträtierten Menschen konzentrieren.

Sophie,
geboren 1987, hat ihren ersten eigenen Fotoapparat mit siebzehn Jahren
von ihrem damaligen Freund geschenkt bekommen. Nach ihrem Abitur machte
sie ein Praktikum bei einem Still-Life-Fotografen. Danach studierte die
junge Künstlerin an der Münchner Hochschule Fotodesign, machte ein
Auslandssemester in New York und assistierte bei verschiedenen
Fotografen. Mittlerweile unterrichtet Sophie als Dozentin für Fotografie
an der Münchner Hochschule Akademie Mode & Design.

Sophies
Fotografien sind meist im besten Sinne kitschig, fantasievoll,
ausgefallen und nicht sehr kommerziell. Sie sagt: „Mir liegt es nicht,
das zu machen, was gerade im Mainstream Trend liegt. Andere machen das
ganz wunderbar, aber ich höre lieber auf mein Bauchgefühl, als auf das,
was gerade angesagt ist.“

Die Ausstellung “10 im Quadrat” ist an allen Wochenenden im Mai, samstags von 16 – 22 Uhr, sonntags von 16 – 20 Uhr, im Feierwerk Farbenladen geöffnet. Neben den Fotografien werden Konzerte, Lesungen und Diskussionen veranstaltet. Für weitere Infos klickt unsere Junge-Leute-Facebookseite.
Der Eintritt ist frei.

Text: Amelie Völker 

Foto: Julia Schneider 

Zwischen Clown und Krankenhaus

Was es bedeutet, sich in München als junge Schauspielerin zu behaupten: Vera Flück, 23, und Mona Vojacek Koper, 24, sind begeistert von der Theaterlandschaft, fragen sich aber manchmal, ob ein sozialer Beruf nicht doch besser für sie wäre.

Auf der Bühne der Kammer 3 steht nur diese Tür. Mona Vojacek Koper tritt durch sie auf, wieder und wieder. Sie mimt in „Push Up 1 – 3“ eine Geschäftsfrau Ende 20: weiße Bluse, hohe Schuhe, Kaffee in der Hand. Anfangs versprüht diese Figur gute Laune, Professionalität, doch langsam wandelt sich Monas Spiel. Man merkt: Da steckt jemand fest in einer Lebenskrise. Einbauschränke und Einsamkeit, und das mit 28. Mit jedem neuen Auftreten durch die Tür steigert sich so der Grad der Verzweiflung. Als ihr Monolog zu Ende ist, bekommt Mona vom Münchner Publikum einen intensiven Applaus.

Dieses Vorspiel beim sogenannten Intendantenvorsprechen ist einige Monate her, im Sommer ist Mona fertig mit ihrer Ausbildung. Wie hat sie die Zeit in München als Schauspielstudentin erlebt? Und was bedeutet es, sich in dieser Stadt als junge Schauspielerin zu behaupten? Überall auf der Welt gibt es junge, talentierte Schauspieler mit großen Plänen und Visionen. Meist ist es ein kräftezehrender Kampf, bis es diese aufstrebenden Künstler so weit geschafft haben, dass sie ihr Leben ausschließlich vom Schauspiel finanzieren können. Bei kaum einem Beruf klaffen Anspruch und Wirklichkeit so weit auseinander wie hier. Wie verhält es sich damit in München? Hat man als junger Schauspieler hier vielleicht eher Existenzängste als anderswo? Und ist München generell eine attraktive Stadt für junge Künstler? 

Ein Treffen mit den beiden jungen Münchner Schauspielerinnen Vera Flück, 23, und Mona Vojacek Koper, 24 – beide Schauspielstudentinnen an der Otto-Falckenberg-Schule. Um sich ein genaueres Bild von den zwei Schauspielerinnen machen zu können, lohnt ein Blick in die jeweilige Zeit vor dem Schauspielstudium der beiden. Für Vera ist die Schauspielerei eine Art Lebenstraum. Seit sie denken kann, möchte sie in diesem Beruf arbeiten. „Ich war schon immer der Klassenclown und es war schon früh eine Leidenschaft von mir, Menschen zu beobachten und mir deren Welten zusammen zu spinnen“, sagt sie. Weil sie jedoch mit 15 schon mit der Schule fertig war, wollte sie zunächst etwas „Anständiges“ machen. Vielleicht auch etwas, auf das sie zurückgreifen kann, sollte es mit dem Lebenstraum Schauspiel nicht funktionieren? Vera absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester in ihrer Heimat Bern und arbeitete auch eine Zeit lang in diesem Beruf. „Da lernt man Menschen unverblümt kennen, das empfinde ich als wichtige Erfahrung“, sagt sie. Der Schauspielberuf und das Krankenschwesterdasein – zwei Beschäftigungen, die sich nicht unbedingt ähnlich sind. Doch was sind hier die größten Differenzen bei den Arbeitsbedingungen? Neben den geregelten Arbeitszeiten, sei es insbesondere der Kontakt mit Menschen, den sie im Krankenhaus hatte, sagt Vera. „Da gab es eine größere soziale Komponente als beim Schauspiel. Ich habe dort gesehen, dass ich als Mensch etwas Gutes tue.“ Das sei ein Teil ihres Berufs gewesen, den sie zu Beginn des Schauspiel-Studiums zunächst vermisst habe, erinnert sich Vera. 

Bei Mona war es ganz anders. Sie entdeckte ihre Liebe zum Schauspiel erst später. „Als dann aber mein Wunsch entstanden ist, hatte ich eigentlich keinen Plan B. Ich dachte mir damals: Entweder das klappt jetzt, oder ich geh halt noch einmal auf Weltreise“, sagt Mona und lacht. Zunächst sei sie eher naiv und arglos an die Schauspielerei herangegangen. Erst im Laufe des Studiums habe es sich ihr erschlossen, was der Schauspiel-Beruf wirklich für sie bedeutet. Mona hat ursprünglich viel im Bereich Tanz gearbeitet. Das sieht man ihr auch an: Kerzengerade sitzt sie da, die Beine im Schneidersitz verschränkt. Hin und wieder dehnt und streckt sie ihre Arme. Noch während den Nachwirkungen einer schweren Knieverletzung hat sie sich 2013 an der Otto-Falckenberg-Schule beworben. Ging mit Krücken zum Vorsprechen. Und wurde genommen.

Trotz Passion und Traum-Berufsziel scheinen beide Frauen den Schauspielberuf auch hin und wieder zu hinterfragen. Mona gibt zu, dass sie sich manchmal die Frage nach dem Zweck und Nutzen des Berufs stellt. So habe sie gelegentlich auch Zweifel, ob das alles nicht zu „leer“ für sie sei. Dass ein sozialer Beruf nicht vielleicht doch der bessere Weg für sie wäre. In diesen Gedankengängen sind sich die beiden Münchnerinnen sehr ähnlich. „Ich frage mich manchmal, ob ich meine Energie nicht besser für etwas nutzen könnte, was Menschen direkter etwas bringt“, sagt auch Vera.

Trotz der Zweifel und den immer wiederkehrenden Existenzängsten sind Vera und Mona ihrem Ziel auf der Spur. Ein Beruf und ein Leben im – nicht immer einfachen – Kulturbereich und Theaterbetrieb. Sie wissen, worauf sie sich einlassen, und scheinen jegliche unrealistischen Träumereien hinsichtlich des Schauspielberufs abgelegt zu haben. Trotzdem – oder vielleicht auch gerade deshalb – sind sie ihrem Berufsziel treu geblieben. Sie brennen für die Bühne, wollen Dinge erreichen und anpacken. Denn ihnen ist klar, dass man mit Schauspiel im besten Falle Menschen auch berühren kann.

Wie steht es mit München? Kann man sich hier verwirklichen? „Mir ist München zu wenig bunt“, sagt Vera und meint damit insbesondere die Subkultur dieser Stadt. Außerdem hätten Vera und Mona anfangs Mühe gehabt, sich hier einzuleben. Was daran lag, dass das erste Bild, das beide von München hatten, größtenteils aus dem Flair der Maximilianstraße bestand – hier liegt die Otto-Falckenberg-Schule. Die Theaterlandschaft Münchens sei jedoch großartig, da sind sie sich auf Anhieb einig. Auch Leonard Hohm, 26, Schauspieler aus München, ist da gleicher Meinung: „München ist eine ganz tolle Stadt voller Möglichkeiten. Dass viele immer so drauf schimpfen, verstehe ich nicht. Zwar hat die Stadt einen anderen finanziellen Druck und kulturellen Anspruch, aber das alles kann auch dazu führen, seinen Arsch hoch zu bekommen. In München gibt es zwar weniger Leute in der freien Szene als in Berlin, aber dafür habe ich hier tausend Möglichkeiten, etwas auf die Beine zu stellen.“

„Im Gegensatz zu Berlin finde ich es in München schön, dass alles so übersichtlich ist“, sagt Mona. „Ich habe das Gefühl, ich weiß, was es hier für freie Gruppen gibt und was so an den Theatern gespielt wird.“ Die kleine, überschaubare freie Szene Münchens also mal nicht als Makel, sondern als Vorteil? Vera ist davon überzeugt: „Hier in München hat man das Gefühl, man kann noch etwas bewirken, in Berlin hast du ja schon alles. Man muss es halt machen.“ Auch Kjell Brutscheidt, 21, der an der Theaterakademie August Everding Schauspiel studiert, sieht es ähnlich: „München ist schon eine attraktive Stadt für Schauspieler, allein wegen der drei großen Theater – Resi, Kammerspiele und Volkstheater. Und durch den Sitz der Bavaria und der Hochschule für Fernsehen und Film gibt es sogar die Möglichkeit, im Bereich Film neue Leute kennenzulernen und Verbindungen aufzubauen“, sagt er.

Kjell, Leonard, Vera und Mona sind momentan auf einigen Fotos der Ausstellung „10 im Quadrat“ der Junge-Leute-Seite im Farbenladen des Feierwerks zu sehen. Ein Ziel dieser Ausstellung war es, junge Münchner Fotografen und Künstler untereinander zu vernetzen. Wie wurde nun dieses Projekt von den drei Schauspielern wahrgenommen? „Ich bin ein großer Fan von Crossover“, betont Mona. Durch dieses Projekt habe sie auch erstmalig die vielen jungen Fotografen Münchens kennengelernt. Was sie künstlerisch so machen und auch wo diese am Wochenende gerne feiern gehen. Eine weitere positive Horizonterweiterung also, in gewisser Hinsicht. Auch Kjell gefällt das: „In München oder im Studium, so war es jedenfalls für mich, ist es relativ schwierig, andere Leute aus theaterfremden Bereichen kennenzulernen. Durch den vollen Stundenplan, besonders in den ersten beiden Jahren, ist man von morgens bis abends fast nur in der Akademie und somit in seiner eigenen kleinen Welt. Mir hat es echt gut getan, mal mit nicht theaternahen Leuten zu arbeiten, zu sehen was die so machen. Das hat Spaß gemacht.“

Text: Ornella Cosenza, Carolina Heberling und Amelie Völker

Fotos: Josef Beyer, Regine Heiland

Im Pop verwurzelt

Täglich porträtieren wir an dieser Stelle eine(n) der 20 mitwirkenden KünstlerInnen unserer “10 im Quadrat”-Ausstellung im Farbenladen – mal Fotograf, mal Modell. Heute: Musikerin Isabella Mola.

Isabella Mola, 28, heißt mit richtigem Namen Isabella Streifeneder und ist Frontsängerin der Münchner Band Mola. Bereits seit ihrem fünften Lebensjahr spielt sie Klavier, als Teenager begann sie, eigene Songs zu schreiben. Heute kreiert die Sängerin und Songwriterin mit ihren meist autobiografischen deutschen Texten und ihrer soulig-groovenden Stimme einen subkulturellen Mainstream-Pop. „In der Popmusik kann man mit verschiedensten Richtungen und Einflüssen spielen“, sagt Isabella, „irgendwie ist man so schön frei. Ich selbst höre alles Mögliche.“

Die Ausstellung “10 im Quadrat” ist an allen Wochenenden im Mai, samstags von 16 – 22 Uhr, sonntags von 16 – 20 Uhr, im Feierwerk Farbenladen geöffnet. Neben den Fotografien werden Konzerte, Lesungen und Diskussionen veranstaltet. Für weitere Infos klickt unsere Junge-Leute-Facebookseite.
Der Eintritt ist frei.

Text: Amelie Völker

Foto: Korbinian Vogt

Abenteuer Mensch

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Täglich porträtieren wir an dieser Stelle eine(n) der 20 mitwirkenden
KünstlerInnen unserer “10 im Quadrat”-Ausstellung im Farbenladen – mal
Fotograf, mal Modell. Heute: Fotograf Korbinian Vogt.

Korbinian Vogt,
geboren 1995, ist seinem fotografischen Hauptmerkmal in der „10 im
Quadrat“-Ausstellung treu geblieben: der Aktfotografie. „Mir ist es
wichtig, den Menschen als die Person, die sie ist, zu zeigen, ohne die
Ablenkung der Kleidung. Ungestellt und als die Person, die ich vor mir
sehe.“ Nur sein zweites Merkmal fehlt auf dieser Fotoserie: die rauen Berglandschaften. Anstatt felsiger Ausblicke im bayrischen Karwendel
oder die Weiten eines Gletschers in Island, ist hier zum Beispiel der
Lichthof der LMU im Hintergrund zu sehen. Und im Vordergrund: Die zehn
Münchner Künstler, unbekleidet. Eine neue Erfahrung für alle, da sie
ansonsten noch nie in direkter Berührung mit Aktfotografie gestanden
haben.

Korbinian sagt über die Shootings zu dieser Fotoreihe:
„Die große Aufgabe war das Vertrauen. Es ist normal, dass ein gewisses
Misstrauen vorhanden ist, das ist für mich eine gesunde Einstellung. Die
Personen zu überzeugen, sich davon zu befreien, war mit Abstand das
Schwierigste.“

Korbinian wächst in Obermenzing auf, die Schule
bricht er ohne Abschluss ab. Er widmet sich fortan ganz der Fotografie.
Immer wieder zieht es ihn in die Berge, erst ins nahegelegene Karwendel,
später nach Island oder Norwegen. Mit 18 fotografiert er erste
Aktaufnahmen. Seine Intention: die Schönheit der Natur durch die
Nacktheit seiner Models noch direkter darzustellen. Unterstützt wird er
dabei stets von seinem Mentor, dem renommierten, in München lebenden
Fotokünstler Olaf Unverzart. Einige von Korbinians Fotografien sind in
seinem auf 500 Exemplare limitierten ersten Fotobuch „Narrated
Monologue“ zu sehen, das im Januar diesen Jahres erschienen ist.

Die Ausstellung “10 im Quadrat” ist an allen Wochenenden im Mai, samstags von 16 – 22 Uhr, sonntags von 16 – 20 Uhr, im Feierwerk Farbenladen geöffnet. Neben den Fotografien werden Konzerte, Lesungen und Diskussionen veranstaltet. Für weitere Infos klickt unsere Junge-Leute-Facebookseite.
Der Eintritt ist frei.

Text: Amelie Völker

Foto: Martin Marckmiller

Doppelberufung

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Täglich porträtieren wir an dieser Stelle eine(n) der 20 mitwirkenden
KünstlerInnen unserer “10 im Quadrat”-Ausstellung im Farbenladen – mal
Fotograf, mal Modell. Heute: Graphikdesignerin und Musikerin Rosa Kammermeier.

Rosa
Kammermeier, geboren 1991, konnte das Poster zu ihrem eigenen
Konzertauftritt selbst gestalten. 2014 hat sie ihr
Kommunikationsdesign-Studium an der Hochschule für angewandte
Wissenschaften in Augsburg abgeschlossen. Die zweite Passion der
Graphikdesignerin: Musik. Hin und wieder ist sie als DJ in Münchner Bars
wie im Unter Deck oder Rennsalon zu sehen. Ihr aktuellstes
Musikprojekt, bei dem sie zusammen mit dem Münchner Musiker Julian Riegl
auftritt, heißt Blue Haze.

In dieser Band mit dem
mystischen Namen ist Rosa als Sängerin und Bassistin zu sehen. Das Genre
der Band ist nicht so leicht auf einen Nenner zu bringen. Die beiden
Musiker kreieren einen experimentellen Rock, reduzierten Post-Punk und
düsteren Elektro-Pop. Oder aber wie es SZ-Journalistin Rita Argauer
einmal treffend beschrieben hat: „Ein neo-romantisches E-Gitarren-Duo
mit einem Hang zur psychedelischen Realitätsverklärung.“

Die Ausstellung “10 im Quadrat” ist an allen Wochenenden im Mai, samstags von 16 – 22 Uhr, sonntags von 16 – 20 Uhr, im Feierwerk Farbenladen geöffnet. Neben den Fotografien werden Konzerte, Lesungen und Diskussionen veranstaltet. Für weitere Infos klickt unsere Junge-Leute-Facebookseite.
Der Eintritt ist frei.

Text: Amelie Völker    

Foto:
Laura Zalenga  

Zeichen der Freundschaft: Automatische Tränendrüse

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Wenn unsere Autorin mit ihrer besten Freundin Kitschfilme guckt, muss niemand Stärke beweisen: Die Tränen rollen die Wangen runter, die Wimperntusche löst sich auf – und beide sind froh, vor dem anderen echte Gefühle zeigen zu dürfen.

Mein Blick wandert nach links. Auf Annas Wange hinterlässt
gerade eine Träne eine schwarze Spur Mascara auf ihrer Wange. Ihre Hand  tastet nach der Taschentuchbox, die in
Reichweite auf dem Tisch steht. Auf dem Bildschirm meines Laptops liest Louisa
Clark gerade einen Brief ihres vor kurzem verstorbenen Geliebten Will Traynor
vor, indem er ihr viel Glück für einen Neubeginn ohne ihn wünscht. So kitschig.
Aber auch so traurig. Automatisch steigen auch mir Tränen in die Augen.

Schon seit wir im Teenager-Alter zusammen das erste Mal den
Film „P.S. Ich liebe dich“ gesehen haben, ist es unser Ritual, gemeinsam
besonders kitschig-traurige Filme zu schauen. Wir beide sind, wie man so schön
sagt, etwas nahe am Wasser gebaut. Ein Merkmal, das mir sonst immer eher
peinlich ist. Denn so schnell möchte niemand als Sensibelchen abgestempelt
werden. Doch bei den Filmabenden mit Anna wird diese Eigenschaft zu einer
schönen Gemeinsamkeit. Die kleinen Gefühlsausbrüche werden geteilt. Und unser
Zusammengehörigkeitsgefühl wächst mit jedem Taschentuch, das vollgeschnäuzt auf
dem Tisch landet.

Es schweißt zusammen, wenn man ein paar Mal gemeinsam so
richtig schön bei einem kitschigen Liebesfilm geweint hat. Doch nicht nur
weinen kann ich mit meiner besten Freundin. Auch herrlich kindische Lachanfälle
gehören zur Tagesordnung, wenn wir zusammen Zeit verbringen. Und vor ihr kann
ich nicht nur offen und ehrlich meine Emotionen zeigen, sondern auch über meine
Gefühle sprechen. Denn Liebesdramen à la „Er steht einfach nicht auf dich“ oder
„Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ finden nun mal auch im echten Leben
statt. Und müssen mit einer guten Freundin beredet und analysiert werden. Anna
ist so eine Freundin, mit der ich solche Dramen durchstehen kann. Ob nun als
Zuschauer vor dem Bildschirm oder im realen Leben.  

Wenn der Abspann läuft, nach einem besonders traurigen Film,
verweilen wir beide noch ein paar Momente auf meinem Sofa. Mit geröteten Wangen
und glasigen Augen. Irgendwann schauen wir uns dann an und müssen etwas
verlegen grinsen. Denn dann wird uns wieder bewusst: Die soeben tränenreich
gewürdigten Geschehnisse finden im fiktionalen Raum statt. Also ist es
eigentlich völlig übertrieben, darüber so viele Tränen zu vergießen. Und doch
werden wir beim nächsten traurigen Nicholas-Sparks-Film wieder gemeinsam
heulend auf meinem Sofa sitzen. Ganz bestimmt.

Text: Amelie Völker

Foto: Yunus Hutterer

Sprechen ist Sport

Täglich porträtieren wir an dieser Stelle eine(n) der 20 mitwirkenden
KünstlerInnen unserer “10 im Quadrat”-Ausstellung im Farbenladen – mal
Fotograf, mal Modell. Heute: Schauspieler Leonard Hohm.

Leonard
Hohm, geboren 1990, ist Schauspieler und Synchronsprecher. Er hat schon
Werbetexte für Firmen wie Sony oder Bosch eingesprochen, Serienfiguren
synchronisiert und viele Hörbücher eingelesen. „Sprechen kann zum Sport
werden, da wir unter starkem Zeitdruck arbeiten“, sagt Leonard. Für
seine Ausbildung zum Schauspieler hat er oft seinen Wohnort gewechselt.
Unter anderem war Leonard an der TASK Schauspielschule für Kinder und
Jugendliche Bremen, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst
Frankfurt und in einem Meisner Seminar, geleitet von dem deutschen
Schauspieler Jan Messutat in München. Am Residenztheater München spielte
er bei den Produktionen  „Die Räuber" (Regie: Ulrich Rasche) und
„Balkan macht frei" (Regie: Oliver Frljić).

Die Ausstellung “10 im Quadrat” ist an allen Wochenenden im Mai, samstags von 16 – 22 Uhr, sonntags von 16 – 20 Uhr, im Feierwerk Farbenladen geöffnet. Neben den Fotografien werden Konzerte, Lesungen und Diskussionen veranstaltet. Für weitere Infos klickt unsere Junge-Leute-Facebookseite.
Der Eintritt ist frei.

Text: Amelie Völker   

Foto: Laura Zalenga