Neuland: Schön, dass du da bist

Die beiden Münchner Studentinnen Laura Kieblspeck, 24, und Tamara Stangl, 23, haben ein Kinderbuch herausgebracht, das sich an Kinder aus Deutschland und Flüchtlinge im Grundschulalter richtet. 

In dem 20 Seiten dicken Buch „Schön dass du da bist, zusammen sind wir bunt“ erzählen sie die Geschichte des jungen Ali, der Deutschland entdeckt. Ali wird mit westlichen Besonderheiten konfrontiert. Ihn verwundert es etwa, dass Frauen in Deutschland im Bikini ins Schwimmbad gehen. Diese Verwunderung sei real: „Als ich geflüchteten Kindern aus einem Kinderbuch vorlas, haben alle beim Anblick der Frau im Schwimmbad verschämt geschmunzelt“, sagt Laura, die junge Flüchtlinge betreut und deshalb aufklären will. Laura und Tamara wollen den Kindern Frauenrechte, Meinungsfreiheit und Kinderrechte vermitteln. Wichtig war den beiden Studentinnen, das Thema Flucht zu vermeiden: „Das kann zu Retraumatisierungen führen“, sagt Laura. Die Themen werden im Buch mit vielen bunten Illustrationen und einfachen, kurzen Sätzen bearbeitet. Bislang existiert das Buch nur digital. Sollte sich Verleger finden, wollen sie es in Schulen und Einrichtungen für Flüchtlinge einsetzen.

Von: David-Pierce Brill

Neuland: Kleyo

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Am Donnerstag tritt die Band Kleyo das erste Mal auf. Mit dabei die Münchnerin Sharyhan Osman. 

Sharyhan Osman und Sergio Minutillo sind die Köpfe der neuen Band Kleyo. Sharyhan, die vor Jahren in der Casting-Show „Unser Star für Oslo“ den fünften Platz belegte, singt das erste Mal in einer Band und auf Deutsch.

 „Ich kann zu 100 Prozent das sagen, was ich will“, sagt Sharyhan erfreut. Die Band definiert ihre Musik als „Indie Synth Pop“ zwischen Mia, 2raumwohnung und Frida Gold. Das allererste Konzert ist am kommenden Donnerstag von 22 Uhr an auf der Terrasse vom Heart.

Text: David-Pierce Brill

Foto: Manuel Nagel

Neuland: Aus Dose wird Firmenfeier

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Philipp Christov fing vor knapp einem Jahr an, sich hochzutauschen. Aus einem Dosentelefon wurde jetzt ein Gutschein für eine Firmenfeier. Ein Update zum Projekt “Das Dosentelefon.”

Ein Haus bekommt man für 10 000 Euro in München noch lange nicht. Das wäre das Ziel gewesen, das sich Philipp Christov, 23, gesteckt hatte, als er vor beinahe einem Jahr angefangen hatte, Dinge zu tauschen. Ein Haus für geflüchtete Menschen. Eigentlich hätte er laut seiner selbst formulierten Deadline auch noch bis Weihnachten Zeit gehabt, um das zu erreichen, aber „ich hatte mir einige Meilensteine aufgezeichnet, und als ich merkte, dass es nicht mehr recht weiterging, habe ich umdisponiert“, sagt Philipp. 10 000 Euro sind jedoch auch eine Menge Geld. So viel kostet die Firmenfeier, die er in Form eines Gutscheins ertauscht hatte und die jetzt von einer Münchner Firma gekauft wurde.

Den Erlös wird Philipp nun dem Münchner „Willkommenszentrum“ „Bellevue di Monaco“ spenden, das sich für einen humaneren Umgang mit geflohenen Menschen einsetzt. Den Abschluss der Aktion, die mit einem selbstgebastelten Dosentelefon startete, wird am 21. Juli im Bellevue di Monaco von 18 Uhr an bei Sekt und Brezen gefeiert.

 

Text: Theresa Parstorfer

Foto:

Schiwani Kakor

Neuland: Time to wish

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Die Initiative Time to wish will Begegnungen zwischen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und Berufstätigen organisieren.

Die drei Gründerinnen Laura, 24, und ihre Schwester Hannah Kieblspeck, 27, und Sabrina Littek, 27, betonen im Namen bewusst einen Wunsch (wish) nach kulturellem Austausch zwischen Bevölkerung und Geflüchteten. Problem aber sei bei Berufstätigen die Zeit (time) für ein Treffen. Genau hier setzt die Initiative an. Durch Kooperationen mit Unternehmen sollen die Mitarbeiter während der Arbeitszeit unter der Woche für gemeinsame Aktivitäten freigestellt werden.

Ein großes Unternehmen ist schon dabei: „Nach einer Präsentation kam ein Mitarbeiter von BMW auf uns zu“, sagt Hannah, die junge Geflüchtete in einer Einrichtung betreut. Auch die IHK macht mit. Ausflüge zum Klettern, in den Tierpark oder ins Museum fanden bislang bereits statt. Für den Sommer plant das Team einen Schwimmkurs. Der große Vorteil: Mitarbeiter bekommen Zeit, die sie normalerweise nicht hätten und gleichzeitig bleibt der geregelte Tagesablauf der Geflüchteten erhalten. „Langfristig wären Partnerschaften oder Tandems nach den Ausflügen denkbar“, sagt Hannah.

Text:  David-Pierce Brill

Foto: Time to wish

Neuland: Social Bee

Mit ihrem Start-up Social Bee wollen die Münchner Master-Studenten Maximilian Felsner, 26, und Zarah Bruhn, 25, jungen Geflüchteten eine Perspektive geben. Gelingen soll das in der Zeitarbeitsbranche.

Die Idee der im März gegründeten Firma ist eine „soziale“ Zeitarbeit, bei der zusätzlich zum Personal auch Qualifikationen vermittelt werden sollen, um Geflüchtete langfristig zu integrieren. Seit vergangenen Mittwoch verfügt das Sechs-Mann-Team über die Zeitarbeitslizenz und will von August an Flüchtlinge anstellen. „Die Geflüchteten wollen gerne arbeiten, Arbeitgeber sind aber wegen der Bürokratie oft abgeschreckt“, sagt Gründer Max Felsner. Er will mit seinem Start-up der Vermittler sein, indem er diese anstellt und an die Unternehmen in der Logistikbranche ausleiht. Zusammen mit Sozialpädagogen und Trainern begleitet die junge Firma dann die Flüchtlinge durch den Job. Nach etwa einem Jahr sollen diese dann Beschäftigungen in Festanstellung bekommen.
„Für uns zählt nicht das Geld, sondern die Wirkung“, sagt Max. Er hat VWL im Bachelor studiert und studiert nun im Master Philosophie. Er will in seinem Job neben der wirtschaftlichen auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen: „Bei der klassischen Wirtschaft fehlt der soziale Mehrwert.“

Von: David-Pierce Brill

Foto: Jospeh Hagen

Neuland: Ni Sala

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Vom ersten Konzert direkt ins Fernsehen: Die Musiker der Münchner Band Ni Sala werden am kommenden Sonntag, 10. Juli, um 19 Uhr bei „Galileo“ (Pro Sieben) die Rockstars mimen.

 Bei ihrem ersten Auftritt im Münchner Strom Anfang Juni überzeugte die Band den zufällig anwesenden Produzenten der Fernsehsendung so sehr, dass er noch im Backstage-Raum Kontakt zu ihnen aufnahm. Knapp eineinhalb Wochen später wurde bereits mit Ni Sala gedreht: „Das war eine Riesenerfahrung. Für uns alle war es das erste Mal vor der Kamera“, sagt Daniel Rapp, 22, Gitarrist der Band. Im Fernsehbeitrag werden die fünf Bandmitglieder von Groupies vor einem Club abgefangen, jammen im Tourbus und stöbern in einem Plattenladen.

Von: Richard Strobl

Foto: 

Luis Zeno Kuhn

Neuland: Snowfall

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Die Münchner Band Young Chinese Dogs ist einfach zu produktiv. Deswegen gründen die Bandmitglieder einfach ein Nebenprojekt. Bei Snowfall bringen sie die etwas dunkleren Songs unter.

Da regnet es seit Wochen, dann ist es einen Tag lang schön, und schon meldet sich eine neue Band: Hey, wir sind Snowfall. Im Sommer. Nicht irgendeine neue Band, es ist das Nebenprojekt der Young Chinese Dogs. „Dunkler, mit mehr E-Gitarre, mit mehr Elektronik, mehr Beat, mehr Sphäre“ als der fröhlich-folkige Sound der Hauptband soll es werden, erklärt Oliver Anders Hendriksson. 

Und mehr Birte Hanusrichter, die hier als Sängerin in den Mittelpunkt rückt. Young-Chinese-Dogs-Fans müssen sich nicht sorgen. „Erst mal soll beides nebeneinander laufen“, sagt Birte. Aus einer Laune heraus ist das Projekt nicht entstanden, sondern lange geplant: Oliver hat die Facebook-Seite der Band bereits im Januar 2015 eröffnet. 

Von: Michael Bremmer

Foto: Birte Hanusrichter

Neuland: Näher dran

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Die Kreativgruppe The Stu organisiert eine Ausstellung, in der Flüchtlinge Fotos, Videos und Texte zeigen, die sie vor, auf und nach ihrer Flucht mit dem Handy aufgezeichnet haben. 

Fotos und Videos auf dem Smartphone dokumentieren unser Leben. Auf der Suche nach einem Konzept, wie man die Menschen „hinter dem Wort Flüchtling besser kennenlernen kann“, kam der Kreativgruppe von The Stu die Idee zu einer Handy-Ausstellung: „Wir haben uns überlegt: Was haben die meisten Flüchtlinge bei sich, mit was kann man arbeiten? Ein Smartphone natürlich“, erzählt Amelie Kahl, 24. 

Am kommenden Wochenende stellen nun neun junge Geflohene aus Syrien, Nigeria, Eritrea und Iran Fotos, Videos und Texte im Farbenladen (Hansastraße 31) aus und erzählen von ihrer Geschichte vor, während und nach der Flucht aus ihren Heimatländern. 

Veranstaltungslink

Von: Richard Strobl

Foto: Mostafa

Neuland: Freimann Kann

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Auf dem “Freimann Kann” – Festival organisiert Josefine Morgan ein buntes Unterhaltungs-Programm, das sich auch explizit an Flüchtlinge wendet und zur Begegnung einlädt.

Ob Kurzfilmkino, Musiktheater oder ein Street-Art Workshop – am 9. Juli wird das „Freimann Kann“-Festival ein buntes Potpourri im Programm haben. Das Festival findet in der Mohr-Villa statt, organisiert hat es Josefine Morgan, 18. Ihr Ziel ist es, einen Platz für Subkultur auf Stadtteilebene zu schaffen.

Unterstützung bekommt sie dabei zum Beispiel von Markus Müller alias Curry Fiasko, der mit seiner Kurzfilmreihe VideoLyrix vertreten sein wird. Josefine hofft auf eine Atmosphäre für „Begegnung durch Kulturwahrnehmung von Einheimischen und Geflüchteten, um Anonymität, Fremdheit und Ängsten entgegenzuwirken“.  

Von: Philipp Kreiter

Foto: Sebestyén Kamp

Neuland: Music for Education

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Der Name “Music for Education” sagt eigentlich schon klar worum es geht: die Studenten organisieren diesen Freitag zum Beispiel das “Street Music Festival” im Glockenbachviertel. Die Spenden für die Bands gehen dann an zwei Kinder in Indien, denen damit eine Schulausbildung ermöglicht wird.

Life is awesome – das ist das Motto der studentischen Organisation Music for Education. An diesem Freitag lädt die Gruppe um ihre Gründerin Claire Jul zu ihrer zweiten Straßenmusik-Aktion ein. Das Glockenbachviertel wird kurzerhand zu einer großen Freiluftbühne für 20 Bands umfunktioniert. An sechs Plätzen werden die Musiker die Nachtluft mit ihrem ganz persönlichen Sound füllen. Mit den Erlösen aus Benefizveranstaltungen wie diesen wird Arun und Rubi, zwei Kindern aus Jaipur (Indien), eine Schulausbildung und damit eine bessere Zukunft ermöglicht. Außerdem unterstützt Music for Education mit den eingenommenen Spenden die Kiron University, eine Universität, die Flüchtlingen einen kostenlosen Hochschulzugang bietet. Im Oktober wird dann die erste eigene Single der Hilfsorganisation erscheinen. Das Besondere an dem Song ist, dass er von vielen Bands als Gemeinschaftsprojekt aufgenommen wird, und dass der Text interaktiv mithilfe der Zuschauer der letzten Konzerte geschrieben wurde. Dort wurden Zettel ausgeteilt und jeder durfte aufschreiben, wieso das Leben schön ist. Aus den besten Textzeilen entstanden dann die Lyrics für den Song, der, wie sollte es anders sein, „Life is awesome“ heißt. Wie schon bei den vorherigen Projekten geht der Erlös der verkauften Single an Arun und Rubi und die Kiron University. Musik für Bildung eben.  

Von: Pia Theresa Weber

Foto: Stewis Media