Neuland

Die Verbindung zwischen dem Studium der Psychologie und dem Schreiben von Musicals muss nicht jedem auf dem ersten Blick logisch vorkommen. Simon Moll hat durchaus Verbindungen gefunden. Er hat festgestellt, dass sowohl Schauspieler als auch Psychologen den Zusammenhang zwischen der unsichtbarer Psyche und dem sichtbarem Verhalten analysieren. Ein Psychologe sieht ein Verhalten und versucht daraus auf die psychischen Prozesse zu schließen. Der Schauspieler hingegen bekommt eine Rolle vorgelegt und versucht dann, deren psychische Prozesse durch sein Spiel sichtbar zu machen. Die beiden Berufe unterscheiden sich seiner Meinung nach also nur durch die Richtung der Aufgabenstellung. Nach dieser Erkenntnis hat sich Simon kurzerhand dazu entschloss, ein Musical zu konzipieren, komponieren und zu schreiben: „Norbert – Das Computerspiel-Musical“. Es wird am 27. und am 28. Oktober in der Kultur-Etage Messestadt aufgeführt. Viktor Schacherl

 

Foto: Moritz Moll

Neuland

Palästina ist nicht Pakistan. Dass das nicht immer ganz klar ist, erfährt man in der ersten Folge des neuen Podcasts „Kanackische Welle“. Dort erzählt Marcel Nadeem Aburakia, Halb-Palästinenser, Halb-Deutscher, dass zu Schulzeiten seine Mitschüler oft Palästina mit Pakistan verwechselt hätten, als er ihnen erzählte, dass sein Vater aus Palästina stammt. „Und, wie ist das so, in der Nähe von Indien?“, haben sie ihn dann gefragt. Kanackische Welle ist ein Podcast der beiden Münchner Journalisten Malcolm Ohanwe, 25, und Marcel Nadeem Aburakia, 23. Beide eint, dass sie unter anderem palästinensische Wurzeln haben. Kennengelernt haben sie sich beim Bayerischen Rundfunk. In ihrem Podcast, der auf allen gängigen Streaming-Diensten verfügbar ist, sprechen sie über Popkultur, Rassismus, Sport und Musik, aber eben auch über Identität und das Aufwachsen als Halb-Palästinenser in Deutschland. „Natürlich geht es um Sichtbarkeit und darum, eine Plattform für uns und andere Menschen mit Migrationshintergrund zu schaffen. Wir beide haben Diskussionsbedarf. Diesen können wir mit dem Podcast frei und unabhängig ausleben“, sagt Malcolm. Ansprechen wollen sie mit dem Podcast Hörer mit Einwanderungsgeschichte, „aber natürlich sollen uns auch Deutsche ohne Migrationshintergrund hören“, sagt Malcolm. Ornella Cosenza

Foto: Sümeyye Ugur

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Ludwig und Kunst, die offene Bühne der LMU, hat eine neue Heimat: Am 19. Oktober läuft die erste Show in der neu eröffneten Studiobühne der Theaterwissenschaft der LMU, zu finden in der Neuturmstraße 5. Emma Greve, 24, freut sich über die neue Heimat: „Alle Leute, die etwas bei der Studiobühne machen, sind wieder unter einem Dach. Jetzt kann wieder viel mehr Austausch entstehen.“Zum Auftakt kann man sich laut Emma auf eine bunte Mischung freuen: Neben Stand-up-Comedy, Rap und einem Singer-Songwriter gibt es auch eine chilenische Band sowie einen Science-Slam zu bewundern. Amelie Völker
Foto: Jean-Marc Turmes

Neuland

Das Aufwachen am Morgen nach einem One-Night-Stand, der fremde Mensch neben sich im Bett, der Kater nach der vergangenen Nacht – alldem wohnt durch die Unbehaglichkeit der Situation auch eine gewisse Komik inne. Diese wollen Anna Cvetkov, Bella Kilian, Ida Marie Sassenberg, Leila Keita und Lilly Müller, alle zwischen 21 und 29 Jahre alt, unter dem Namen „Feminist Mumblecore Comedy Project“ in einem Kurzfilm einfangen. Das Feministische des Projekts rührt daher, dass es eine Frau ist, die sich verschiedene Einmal-Partner mit nach Hause nimmt, ohne dabei als leichtes Mädchen dazustehen – und nicht, wie sonst in Filmen üblich, Männer. Die Protagonistin wird von Initiatorin Ida gespielt, ihre männlichen Partner sind Laienschauspieler. Vorgegebene Rollen und Texte gibt es nicht, die Szenen werden improvisiert. Vier der fünf Frauen haben bisher kaum Film-Erfahrung. „Durch unsere unterschiedlichen Erfahrungen erhoffen wir uns einen lustigen Film, der nicht super perfekt sein wird, aber hoffentlich für alle Zuseher Spaß macht“, sagt Leila. Bis Mitte 2019 soll die Produktion beendet sein, dann soll der Kurzfilm auf Festivals präsentiert werden. Maximilian Mumme

Neuland

München bekommt ein neues Comedy-Programm: die Comedy-Schorle. Hinter dem Projekt stehen der Münchner Comedian Michael Mauder und sein Kollege Johann Theisen aus Stuttgart. Beide sind Mitte Zwanzig, beide sind noch jung im Comedy-Business und beide träumen schon länger von einem Soloprogramm. Bei der Comedy-Schorle geht es darum, „die Erfahrung zu sammeln, wie es denn ist, einmal 45 Minuten am Stück alleine gestalten zu dürfen“, sagt Michael. Normalerweise treten die beiden Comedians nämlich für maximal 15 bis 20 Minuten als Teil einer größeren Show auf. „Die Comedy-Schorle ist also ein sogenanntes Halbsolo, das wir uns zu gleichen Teilen teilen. Wir sind damit die ersten der neuen Comedy-Generation, die in München einen eigenen Soloabend gestalten“, sagt Michael. Wenn das Projekt gut läuft, soll in Zukunft auch anderen Comedy-Künstlern die Möglichkeit gegeben werden, zum ersten Mal ein langes Set spielen zu dürfen. Die erste Comedy-Schorle findet am Dienstag, 16. Oktober, im Theater Heppel & Ettlich an der Münchner Freiheit statt. Ornella Cosenza

Foto: Comedy Schorle

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Eine Plattform rund ums Thema „Selbstmachen“: Damit wollen Clarissa Juse, 24, Natalie Kellerer, 24, Simone Miller, 25, und Melanie Urbasik, 27, die Münchner zu einem nachhaltigeren Leben motivieren. Sie haben den Verein Tauschkomplott gegründet, diese Woche fand auf dem Giesinger Grünspitz ihr erster Tauschmarkt für selbstgemachte Lebensmittel statt. So sollen neben einer abwechslungsreicheren Vorratskammer auch die Nachbarschaftsvernetzung und der Austausch zwischen Generationen gefördert werden. „Wir sehen Tauschen, Leihen, Reparieren und Recyceln als Alternative zur Konsum- und Wegwerfgesellschaft“, meint Clarissa. „Gerade im Bereich Lebensmittel selbstmachen gibt es in München keine wirkliche Tauschplattform.“ Elly Fleschutz

Neuland

In 72 Stunden einen 72-sekündigen Film mit einem kurzfristig bekannt gegebenen Thema drehen. Das ist die Herausforderung beim Zürich Film Festival 72-Film Contest. „Vor allem zeitlich herrscht natürlich Druck, aber das macht den Reiz aus“, sagt Paul Hirschauer. Der 18-Jährige macht zum zweiten Mal beim ZFF 72 mit und ist für das 15-köpfige Filmteam aus Bayern mitverantwortlich. Beim Dreh ist der Münchner zudem Kameramann. Das Thema „Schuldig“ wurde am vergangenen Freitag bekannt gegeben. Die Gewinner werden durch eine Jury und ein Online-Voting gewählt, das von Montag an 72 Stunden lang läuft. Die Preisverleihung ist am 5. Oktober. Lea Binzer

Foto: Jakob Holzapfel

Neuland: Neue Freunde

Sänger Paul Kowol und Schauspielstudentin Anouk Elias schufen zu Pauls Song „Nie mehr nach Hause“ ein Musikvideo mit Anouk als Protagonistin. Kennengelernt haben sich die beiden bei der Ausstellung „10 im Quadrat Reloaded“ der SZ Jungen Leute Seite im März. Zusammen mit Pauls erster EP wird das Video am 21. September veröffentlicht.

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