Von Freitag bis Freitag München: Unterwegs mit Ornella

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Nein, ich will nicht über das Wetter reden. Und ja, natürlich wäre es schöner, immer noch in Italien zu sein. Aber hey, manche Dinge kann man einfach nicht ändern. Und auch wenn es in München gerade so schrecklich grau ist, draußen gibt es gefühlte tausend Möglichkeiten, um dem Wochenende und der kommende Woche Farbe zu geben. Dann ist es doch auch ganz egal, ob die Sonne scheint oder nicht. In Italien wäre ich jetzt trotzdem gerne. Der Kaffee hier ist nämlich (fast) überall ungenießbar.

Wo wir schon beim Kaffee sind: Am Freitag habe ich frei. Wie schön! Mein Tag beginnt bei (gutem!) Kaffee im Dinatale Café an der Universität. Vorher bin ich nicht ansprechbar. Und während ich da so sitze und rumträume, fühle ich mich zumindest wieder ein bisschen wie in Italien. Anschließend mache ich mich auf den Weg ins MUCA (Museum of Urban and Contemporary Art). Dort erwartet mich Streetart der besten Sorte. Aktuell kann man die Ausstellung WAHNSINN des Künstler-Duos Herakut bestaunen. Für das Faust-Festival haben Herakut im MUCA künstlerisch eine Reflexion der Gefühle auf Goethes Werk auf die Wände gezaubert.
Abends geht es dann in die Hochschule für Film und Fernsehen. Dort wird der Netflix-Film „Mudbound“ gezeigt und anschließend gibt es ein Gespräch mit der Autorin Hillary Jordan, die den Roman geschrieben hat auf dem der Film basiert.

Am Samstag gehe ich zum Wannda Kulturfestival im Kreativquartier in der Dachauer Straße, das noch bis zum Montag (21. Mai) geht. Was mich heute erwartet, weiß ich noch nicht. Aber ich mag Überraschungen. Und wenn man nicht weiß, was man machen soll, ist man beim Wannda immer richtig. Hier wird man nicht enttäuscht. Und ja, selbst wenn das Wetter grau ist: Beim Wannda ist es immer bunt genug. Auf dem Heimweg komme ich noch am Container Collective vorbei. Ich treffe dort ein paar Freunde und beschließe noch auf einen Drink mitzugehen in die Bar of Bel Air. Aber nur kurz. Ich habe es ja nicht weit bis nach Hause. Okay, aus einem Drink werden dort öfters vier.

Den Sonntag verbringe ich beim Theatron Pfingstfestival. Dort wird es heute international, denn neben Maria Rui aus München spielen auch Bands aus Montréal, Berlin und New York. Um 20 Uhr will ich allerdings im Milla sein, denn dort findet heute die Releaseparty des neuen Albums der Stray Colors statt.

Neue Woche. Aber ich denke mir: Guten Morgen, liebe Sorgen, leckt mich am Arsch bis Übermorgen, und starte den Tag  gemütlich im Café Fräulein mit einer hausgemachten Zimtschnecke. Scheiß auf Diät. Und jetzt ab in die Arbeit. Am Abend treffe ich ein paar Freundinnen und zusammen gehen wir in den Westpark ins Café „Gans am Wasser“. Dort wird heute Abend der Social-Impact-Film ROBIN-Watch for Wishes gezeigt. In dem Film geht es um einen todkranken Jungen und seinen Vater. Die beiden machen sich auf zu einem Abenteuer.

Am Dienstag geht es nach Feierabend zur ArtNight im „Solo Italia“. Heute kann man dort ein Porträt von Frida Kahlo malen und das Kunstwerk dann direkt mit nach Hause nehmen. Ich bin gespannt, was ich da so anstellen werde, und ob man Frida am Ende erkennt, oder ob mein Kunstwerk doch eher sehr abstrakt wird.

Mittwoch. Endlich. Fast geschafft diese Woche. Man sollte auch die kleinen Dinge im Leben zelebrieren. Also schnappe ich mir ein paar Freunde und wir gehen zur ersten Rooftop Session von „The Rooftop Sessions“. Heute legt über den Dächern Immanuel Zanzibar von Rhode&Brown auf. Das ganze findet im Corvatsch statt, einer Rooftop-Location in Mittersendling.

Donnerstag. Nach der Themenkonferenz der SZ Junge Leute will ich noch nicht heimgehen. Auf dem Weg zur S-Bahn komme ich am Unter Deck vorbei. Und bleibe. Heute spielt dort Lilié und stellt ihre neue EP vor. Ich kenne die Musikerin noch nicht. Vielleicht wird sie ja meine neue Musikentdeckung des Monats. Wer weiß.

Den Freitag starte ich am späten Nachmittag beim Kulturstrand München. Jeden Freitag von 17 Uhr bis 23 Uhr legen hier bei der Veranstaltungsreihe „United Colors of Feierabend“ verschiedene DJs unter freiem Himmel auf. Ideal also, um mit Freunden gemütlich am Vater-Rhein-Brunnen, um die Ecke vom Isartor, in den Feierabend zu starten. Im Anschluss schaue ich noch im Lost Weekend vorbei. Dort präsentiert die Singer-Songwriterin Stella Sezon aus München ihre neue EP. Ihre Musik kann man irgendwo zwischen Hip-Hop, RnB, Pop und Soul verorten.

Text: Ornella Cosenza

Foto: Lara Freiburger

Von Freitag bis Freitag München: Unterwegs mit Anastasia

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Egal ob Regen oder Sonnenschein, unsere Autorin hat für jede Wetterlage etwas geplant. Eine Diskussion zum PAG im Lovelace, die Artmuc-Kunstmesse oder der Substanz Poetry-Slam – die Auswahl an tollen Events ist auch in dieser Woche wieder so groß, dass die Entscheidung schwer fällt.

Ach, München! Ich bin sehr verliebt in dich und heute ganz besonders. Nachdem gestern einige Tausend Menschen auf die Straße gingen, um mit Plakaten, Musik und ganz viel bunter Farbe zu zeigen, was die Münchner von dem neuen PAG halten, bin ich so stolz wie noch nie, ein Teil dieser Stadt zu sein. 

Top motiviert starte ich also an diesem Freitag in mein München-Wochenende. Heute geht’s zur Artmuc. Gezeigt werden Bilder von mehr als 150 Künstlern und aus 25 Galerien aus ganz Europa. Das Ganze findet im Isarforum und auf der Praterinsel statt. Ich hoffe auf ein wenig Sonnenschein. Die vielen Wolken wirken doch recht düster und drücken die Stimmung. Dennoch weiß ich mir zu helfen: “Mit Vergnügen” lädt erneut zum Tanzvergnügen ein. Der Name ist Programm. Im Strom wird zu Beats von VELI x VIWO und André Dancekowski getanzt. Das taugt!

Auch der Samstag wird musikalisch. Heute steht allerdings Hip-Hop auf dem Programm. Im Container Collective freue ich mich auf Künstler wie Jason Saint, Madox oder Malcolm R. Unter dem Veranstaltungstitel Poetry & Hip-Hop werden Spoken Word Artists und Hip-Hop Artists, wie Mc’s, Beatboxer und Djs zusammengebracht, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.

Ich bin auf den Geschmack gekommen. Dabei sind Poesie und Reim eigentlich nicht meine Stärken. Nachdem ich also zuerst Rappern neidisch lauschen durfte, sitze ich am Sonntag im Publikum des Substanz Poetry-Slams. Künstler aus ganz Deutschland sind dabei. Nicht zu vergessen der amtierende Stadtmeister Yannik Sellmann.

Zum Wochenstart kommt noch einmal die ganze PAG-Sache auf. Im Lovelace wird zum Thema „Sicherheit vs. Freiheit? Was steckt hinter dem PAG?“ diskutiert. Für mich gilt: Nach der Demo ist vor der Demo. Es muss weiter gesprochen werden. Ich höre mir also an, was Markus Löffelmann vom Landgericht München, Bijan Moini von der Gesellschaft für Freiheitsrechte und Carmen Wegge von den Jusos dazu zu sagen haben.

Dienstag ist Unitag. Vorlesungen von acht bis acht, da bleibt nicht viel Zeit für ein großes Programm. Mittags verbringe ich die Freistunden dafür verrmutlich am Eisbach oder im Englischen Garten. Im Grünen ist das viele Texte-Lesen gar nicht mal so schlimm. 

Dafür geht’s am Mittwoch wieder mehr zur Sache. Im Feierwerk treten junge Musiker beim „Sprungbrett“ gegeneinander an. Hierbei handelt es sich um ein Förderprogramm für junge Bands der Stadt. Bei einer der beiden Hauptrunden unterhalten heute Embrace The Emperor, LORIIA und Endlich Rudern das Publikum mit Musik aus unterschiedlichen Genres. Selbstverständlich drücke ich meinen Favoriten die Daumen.

Donnerstag ist bekanntlich der kleine Freitag – und das bekomme ich heute sowas von zu spüren. Ich habe die Qual der Wahl zwischen gleich drei Events. Plan A: Im Amper ist heute Munich Rocks. Es spielen Amanda Marie, Muddy What? und BETA. Dazu noch Musikkaberett von Alex Döring. Plan B: Zeitgleich findet in der Kunsthalle das Event »Re-Act!«- Harry Klein goes Kunsthalle statt. Kunst und Electronica, klingt auch gut! Plan C: Ich nehme die Fahrt nach Garching auf mich und checke die Konkurrenz aus. Die TU lädt zur Unity ein!

Freitag, na endlich! Abends bleibe ich an der Uni. Oder zumindest so ähnlich. Im Kulturreferat StuVe LMU München findet erneut eine Kreative Hausparty statt. Glitzer, Musik, Farbe und Bier – die beste Kombination für einen gelungenen Start ins Wochenende!

Text: Anastasia Trenkler

Foto: privat

Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Max

Frühling in München. Da denkt man natürlich
unweigerlich und unverzüglich an das Frühlingsfest auf der Theresienwiese. An
der Mini-Wiesn im Frühjahr führt zu dieser Zeit einfach kein Weg vorbei –
scheinbar. Da unser Autor aber alles andere als ein Bierzelt-Fanatiker ist, muss er sich wohl jeden Tag eine Ausrede einfallen lassen. Wie das für die nächste Woche
aussehen könnte, lest ihr hier.

Am Freitag wird das mit der
Entschuldigung schon mal echt schwierig, denn mein Radl hat einen Platten.
Derweil wäre doch heute die Critical Mass München, ein Event, bei dem sich Radfahrer scheinbar zufällig treffen, um
gemeinsam durch München zu radeln. Nebenbei protestieren sie noch für die
Gleichberechtigung der Zweiräder auf den städtischen Straßen. Da muss ich mich
wirklich beeilen mit dem Flicken, denn um 18 Uhr geht’s am Max-Joseph-Platz
los. Nach der Fahrradtour radle ich aber auf jeden Fall noch weiter in die
Kongressbar zu meiner Lieblings-Jamsession.

Weil ich mein Radl gestern ja wieder in Stand
gesetzt habe, werde ich dem Radlflohmarkt am heutigen Samstag im Zenith wohl eher keinen Besuch
abstatten. Stattdessen schlafe ich lieber aus, um am Nachmittag fit zu sein für
Nico Semsrott. Der wohl traurigste Komiker der Welt spielt um 16 Uhr im Audimax
der LMU eine Zusatzvorstellung. Von Glück kann ich reden, dass die erste
Vorstellung so schnell ausverkauft war. Denn die wäre abends gewesen, und da
bin ich anderweitig unterwegs. Wo? Auf der Langen Nacht der Musik natürlich.

Die Lange Nacht macht ihrem Namen alle Ehre, und
so brauche ich am Sonntag ein bisschen, um in die Gänge zu kommen. Zum
Glück startet der Krims & Krams-Flohmarkt erst um 14 Uhr. Aber ab da verbringe ich den ganzen Nachmittag mit
Stöbern – vielleicht ist ja doch das ein oder andere nützliche oder unnütze
Teil dabei. Die Errungenschaften vom Flohmarkt unterm Arm geht’s direkt weiter ins
Shamrock Irish Pub zur English Comedy Night. Dort höre ich bei einem Guinness oder Cider dem österreicher (!)
Comedian Jack Holmes zu. Sein Programm ist aber natürlich auf Englisch.

Klappt ja ganz gut mit den Ausreden bisher. Und
auch der Montag ist schon ausgebucht. Denn heute Abend spiele ich in der
Band von Tina Menger. Sie ist einer der vier Acts, die das Homies-Benefizkonzert im Import Export musikalisch untermalen. Außerdem spielen auch noch
Bibilotta Viktualia, Rimsel und Heroine Twin für einen guten Zweck, nämlich für
die Organisation “Turning Tables”. Diese hat es sich zum Ziel
gesetzt, Geflüchtete für die Arbeit in Gastronomie und Hotellerie auszubilden,
um deren Integration zu unterstützen. Mit vier Bands wird es wohl ein langer
Abend, doch man kann heute sogar bis zum Schluss bleiben, denn: morgen ist
Feiertag.

Und was für einer: Dienstag, 01. Mai, Tag
der Arbeit, und traditionell Demonstrationstag. Und auch ich gehe heute
natürlich demonstrieren, und zwar auf die Laut.Stark 18. Denn die gehen auf die Straße für ein Thema, das mir, genau wie
jedem anderen jungen Menschen in München, sehr am Herzen liegt: mehr
bezahlbarer Wohnraum im Stadtgebiet. Und die Afterparty im Feierwerk kann sich
auch sehen lassen: hochkarätige Künstler aus München und Berlin beenden diesen
anstrengenden Feiertag für mich.

Am liebsten wäre mir, könnte ich am heutigen Mittwoch
mal eine Pause einlegen. Doch da seh ich schon die Nachricht auf meinem Handy:
“Yo lass mal Frühlingsfest gehen.” Also brauche ich auch für heute
eine Ausrede. Wie gut, dass heute das Dok.fest beginnt. Denn das geht noch bis zum 13. Mai, und damit ist meine
verbleibende Woche vorm Bierzelt sicher. Alternativ gibt’s heute im Import
Export noch eine Crossover-Veranstaltung der etwas anderen Art: TurnTableTennis – Open Stage für DJs trifft auf freies Spiel beim Tischtennis.

Habe ich gerade gesagt “vorm Bierzelt
sicher”? Das nehm ich gleich wieder zurück, denn am Donnerstag
kommt ein weiteres dazu. Am TUM-Campus in Garching startet nämlich die MaiTUM, und
die ist zur 150-Jahr-Feier der TU dieses Jahr extra groß. Hm… immerhin ist es
meine Alma Mater, und Publikum und Preise sind auch studentisch. Vielleicht
lasse ich mich da sogar mal breitschlagen. Ansonsten könnte ich bayerische
Tradition auch in gemütlich haben, beim Schafkopfturnier in der Glockenbachwerkstatt.

Eigentlich sollte immer Frühlingsfest sein. Denn
wenn man jeden Tag nach einer Alternative suchen muss, erlebt man echt viel. Am
heutigen Freitag gönne ich mir nochmal die Loop Session der Tribes Of Jizu mit den Gästen Maeckes und Morlockk Dilemma. Das
Wochenende lasse ich erstmal auf mich zukommen – vielleicht ist ja sogar mal
wieder ein Tag Nichtstun drin. Doch da vibriert auch schon das Handy:
“Alter, wir waren dieses Jahr noch gar nicht auf dem Frühlingsfest”.

Text: Max Mumme

Foto: Privat

Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Marietta

Endlich strahlt die Sonne in der Stadt! Perfektes Wetter, um sich draußen aufzuhalten. Neben einigen Konzerten, besucht unsere Autorin auch den Flohmarkt auf der Theresienwiese.

Die Woche neigt sich mit strahlendem Sommertagen und endlich komplett eintreffenden Frühlingsgefühlen dem Wochenende zu und ich verbringe den Freitagnachmittag erstmal an der Isar. Der Münchner Sommer lässt mich jedes mal wieder neu das strahlende Lebensgefühl dieser Stadt erkennen.
Abends mache ich mich auf den Weg ins Feierwerk. Martin Steer, Mitglied der Band Frittenbude, ist mit seinem neuen Soloprojekt Bad Stream auf Tour. Frittenbude fasziniert mich schon seit dem ersten Album mit ihren facettenreichen Songs und Stilen und auch das Soloprojekt von Martins Bandkollegen Jakob Häglsperger unter dem Namen Kalipo begeisterte mich sofort durch die so andersartige und verträumte Stimmung. Meine Affinität für die Musikerzeugnisse dieser drei so unterschiedliche Art kreativen Jungs lässt mich gespannt auf die Eindrücke von Bad Stream. 

 Am Samstag stehe ich dennoch früh auf, denn ich will auf dem Flohmarkt des Roten Kreuzes auf die Theresienwiese. Wie immer scheitert mein Versuch, einen Flohmarktbesuch systematisch anzugehen. Nach einer sorgfältig durchkämmten Reihe lasse ich mich von doch der Anziehungskraft des riesigen Angebots, wild von in alle Himmelsrichtungen treiben. Ich verliere mich im Irrgarten der Stände, bezaubert von den die letzten drei Generationen durchwandernden Exponaten.
Abends fahre ich dann noch in den besten Vorort von München… Ein Konzert der Münchner Hardcore-Ikonen Emil Bulls steht an, in meiner Lieblings Location jenseits der Münchner Stadttore, der Kantine Augsburg. 

 Am Sonntag komme ich, immernoch erschöpft von der Wucht des Konzerts, zurück nach München, doch nach einem Mittagsschläfchen gehts für mich direkt weiter ins Kulturprojekt von Allach. Das Kollektiv Netzwerk Spinner veranstaltet den Sunday Moonwalk, ein entspannter Sonntagnachmittag, eine Symbiose aus Kunst, Musik und sogar der Möglichkeit, die eigene Kreativität in das Projekt mit einfließen zu lassen. Im zauberhaften, fast magischen Ambiente der Container bekommt man tatsächlich das Gefühl einer anderen Galaxie. Ich lasse mich fallen, hinein ins Wurmloch. 

Der Montag ist geprägt von frühem Aufstehen, Uni und Verarbeitung der so verschieden Eindrücke des Wochenendes.
Abends schaue ich trotzdem noch im cucurucu vorbei. In der Bar der Hauskonzerte-Jungs kann man sich der guten Musik stets sicher sein. HELMUT, der mit seine Loop-Maschine zu fusionieren scheint, habe ich vor ein paar Jahren schonmal gesehen, aber bin gespannt auf Lakedaimon, ein “Sideprojekt” des lokal bekannten Dobré. 

Am Dienstag muss ich mich dann aber wirklich erholen und verbringe den Abend nur daheim. Denn am Mittwoch wartet wieder ein Konzert. Die kanadische Noise-Punk Gruppe Metz präsentiert ihr neues Album und zerlegt das wie immer zu heiße und gut gefüllte Strøm. Man muss die wilden Klänge mögen, aber für jeden Fan des Lo-Fi Kraches, ist der Spaß garantiert.

 Am Donnerstagabend zieht es mich in die Rennbahn Schwabing. Die kleine, altschwabinger Bar an der Münchner Freiheit war schon zu meinen Schulzeiten eine unserer Stammkneipen. Mittlerweile haben zwei Schulfreunde von mir die Bar übernommen und feiern am Donnerstag nach einer kleinen Pause die Wiedereröffnung. Seit Anfang April kann man sich schon wieder auf den Lederbarhockern niederlassen, aber am Donnerstag leiten die Jungs unter dem passenden Motto “Frühlingsfest / Wir sind wieder da!” die warme Jahreszeit nun offiziell ein. Denn sie haben recht – wenn der Münchner Sommer kommt, sind alle wieder da.

Foto: Privat

Text: Marietta Jestl

Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Jackie

Unsere Autorin mag ja eigentlich den Herbst und freut sich, ihre Winter­depression noch um ein paar Tage vertrösten zu können. Tagsüber plant sie einen Ausflug zur Kirchweihdult oder ins Lost Weekend, abends geht’s ins Müller’sche Volksbad oder in die Milla.

Hoch die Hände, Wochenende! Am
Freitagabend scheint zwar leider nicht mehr die Sonne, aber ich mache trotzdem
einen kleinen Ausflug auf die andere Seite der Isar um mir die neue
Fotoausstellung von Julian Mittelstädt anzuschauen. Unter dem Motto “Streetz”
stellt der Fotograf dort Bilder aus, die reale Menschen auf der Straße zeigen –
ohne gestellte Posen und gekünsteltes Lachen. Drinks gibt’s im Container
nebenan in der BAR of BEL AIR. Läuft.

Auch der Samstag steht im Zeichen
der Kunst – zumindest abends. Nach einem ausgiebigen Frühstück radle ich aber
erst einmal erneut auf die andere Seite der Isar: Diesmal nach Giesing. Von
heute an bis einschließlich 22.Oktober findet auf dem Mariahilfplatz die
wunderbare Kirchweihdult statt. Allerlei Leckereien schnabulieren und mal mehr
mal weniger sinnlosen Kram bestaunen – was könnte schöner sein an so einem
Samstag im Herbst? Abends gehört die alljährliche Lange Nacht der Museen
natürlich zum Pflichtprogramm. In diesem Jahr nehmen auch verschiedene Bäder an
der langen Nacht der Museen teil. Ich entscheide mich für eine Führung durch
das wunderbare Müller’sche Volksbad
. Ab 21Uhr finden diese alle 30 Minuten
statt und dauern ca. 20 Minuten. Da bekommt man fast Lust, sich einfach nackig
zu machen und selbst in den Pool zu springen oder sich in der Sauna
aufzuwärmen. Beim nächsten Mal dann!

Sonntag ist eigentlich Katertag,
doch dafür habe ich heute keine Zeit. Stattdessen steht heute Fair Fashion auf
dem Programm. Genauer: Der Fair Fashion Showroom meets Klimaherbst Dult. Hier
stellen nachhaltige Labels ihre Konzepte und Designs vor. Mit dabei Phasenreich
und Iki M., aber auch das Flüchtlingsprojekt Nähstube. Am Ende gibt es dann
auch noch eine Fashion Show bei der die Labels ihre akutellen Kollektionen
vorstellen. Einige schöne Teile dabei, aber ganz billig ist fair halt leider nicht.
Sowieso bin ich immer wieder in dem Dilemma zwischen bewusst einkaufen und
insgesamt einfach mal weniger kaufen. Immerhin ist es ja nicht so, als wäre
mein Kleiderschrank leer – auch wenn sich das zuweilen so anfühlen mag.

Viel wurde schon im Voraus
berichtet, seit der Eröffnung quillt meine Timeline zumindest gefühlt über mit
Veranstaltungen in der Location und ich bewege mich irgendwo  zwischen Abneigung und Neugierde. Zu viel
Hype macht mich zwar immer etwas skeptisch, aber anschauen will ich sie mir
schon, diese neue In-Location: The Lovelace. Was eignet sich da besser als eine
Filmvorführung? Am Montagabend wird der Film „Das Wunder von Mals” gezeigt.
Thema der Doku: Ein Dorf in Südtirol entscheidet sich gegen Pestizide und für
eine ökologische Landwirtschaft. Klingt spannend und lässt sich wunderbar
kombinieren mit Bier und Popcorn. Off-topic: Ist euch eigentlich schon aufgefallen,
dass es in immer weniger Kinos Popcorn gibt, sprich auch nicht mehr nach
Popcorn riecht? Traurig macht mich das!

Mehr Kunst für mich und alle
anderen Besucher des Lost Weekend an diesem etwas tristen Dienstag. Hier
findet heute die Vernissage der Ausstellung „Energiewende in Kambodscha“ statt.
Bewaffnet mit einem Bier schländere ich durch die Reihen und sehe mir die
Fotografien von Claire Jul und Viga F. Widjanarko an. Spannend zu sehen, dass
es für eine Energiewende nicht immer neuster Technologien bedarf, sondern das
manchmal auch ein paar Ziegel und eine Ladung Mist Wunder bewirken können. Zu
sehen ist die Ausstellung noch bis einschließlich 27.Oktober. Statt mit einem
Bier kann man sich die Ausstellung wahlweise auch wunderbar mit einem leckeren
Café tagsüber anschauen.

Ab ins Milla. Ein Satz den ich
viel seltener sage, als ich sollte, denke ich mir, als ich an diesem
Mittwoch die Treppe hinuntersteige. Das Milla ist einfach ein Wohlfühlort.
Und vor allem ein Ort, an dem gute Musik gelebt wird. Natürlich weiß ich nicht,
was mich beim Milla Song Slam an diesem Abend erwartet, aber wie schlimm kann
es schon werden mit dem wunderbaren Bumillo als Gastgeber und einem Gin Tonic
in der Hand? Zumal ja spätestens ab 23Uhr die Boys und Girls von Fancy Footwork
an den Turntables stehen. Kostenpunkt: 8€ im Vorverkauf, 10 € an der
Abendkasse.

Kann man schon mal machen.

Wärmstens zu empfehlen: Die
Infoveranstaltung von afk M94.5 und afk tv am Donnerstag! Alle die Mal Radio oder Fernsehen
machen wollen, sollten sich dieses Event auf keinen Fall entgehen lassen – ich
selbst mit eingeschlossen. Davor oder danach will ich auf jeden Fall noch auf
der ArtMuc vorbeischauen, wo auch in diesem Jahr vom 19. bis 22.Oktober wieder
90 Künstler und Galerien aus ganz Europa ausstellen. Mehr Kunst also. Aber
Kunst und Bier, das rat ich dir sowieso. Natürlich geht auch das Eine ohne das
Andere, aber warum denn halbe Sachen machen?

Lange steht die
Veranstaltungsreihe schon auf meiner To-Do-Liste, endlich schaffe ich es am Freitag

hinzugehen. Ich geh tanzen! Leider ist die Veranstaltung vom Import Export ins
Ampere umgezogen, aber an der guten Mischung aus Hip Hop, Funk und Electro hat
sich glücklicherweise nichts geändert und so schwinge ich das Tanzbein bis tief
in die Nacht. Ich muss gestehen, die langen, durchzechten Nächte werden
seltener, aber genießen tue ich sie umso mehr – auch wenn der  Kater am nächsten Morgen mich wohl noch bis
Sonntag begleiten wird. Aber man ist ja bekanntlich nur einmal jung und dumm.

Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Laura

Der Herbst begrüßt uns Münchner mit Regenwetter und Wiesn-Anstich. Unsere Autorin behält selsbtverständlich dennoch gute Laune und mischt sich ein buntes Wochenprogramm aus Besuchen im Milla, Lovelace und dem
Museum Fünf Kontinente.

Es ist nass. Dicke Regentropfen fallen auf die Straßen.
Überall geschäftiges Treiben, bunte Regenschirme an grauen Tagen. Die Stadt
spiegelt sich in großen Pfützen. Der Sommer scheint sich verabschiedet zu
haben. Doch auch der Herbst hat seinen Reiz: Tage, die drinnen schöner als
draußen sind und ganz viel Spätsommerlicht.  

Meinen Freitagabend verbringe ich deshalb im Lovelace. Dort
lädt das Hotel auf Zeit zur „Public Roof Night“. Ich erhoffe mir einen Abend,
an dem die Sonne noch einmal die Dächer der Stadt in ihr goldenes Licht taucht.
Anschließend geht’s ab ins Milla. Dort diggen an diesem Abend die DJ´s Dr.
Getdown, Rolf S. Royce, Kesch und Pryme tief in ihren Musiksammlungen, ganz
gemäß dem Motto „Musik, die keiner kennt, ist nicht gleich Musik, die keiner
mag!“
.

Am Samstag findet im Lovelace eine Lesung der Süddeutschen
Zeitung statt. Alexander Gorkow (Seite Drei), Kathleen Hildebrand (SZ.de
Kultur), Juliane Liebert (Feuilleton) und David Pfeifer (Langstrecke)
unterhalten sich über den Soundtrack des Lebens. Vorgelesen werden die besten
Absätze aus der neuen Ausgabe der „SZ Langstrecke“. Dazu spielt die Lovelace
Coverband die Lieblingslieder, die nie oder selten im „Feuilleton“ auftauchen
und die von Menschen geliebt und von Journalisten gehasst werden. Alternativ
findet im Strom an diesem Abend ein Indie- und Elektro-Konzert statt. Für die
Augenblicke im Leben, in denen sich alles perfekt fügt, entsteht ein Momentum
und genau solche Momente sollen dort geschaffen werden. Die richtige
musikalische Untermalung soll einem nichtigen Ereignis ungeahnte Intensität
verleihen.

Nicht vergessen darf man an diesem Wochenende natürlich den
Wiesn-Anstich. Und mit dem Oktoberfest beginnt auch schon wieder für den ein
oder anderen die fünfte Jahreszeit. Ein schneller Jahreszeitenwechsel, der mit
Sicherheit nicht jedem gleicht gut bekommt.

Den Sonntag verbringe ich im Museum Fünf Kontinente, einem
Ort den ich nicht nur an herbstlichen Tagen wie diesen stundenlang aufsuchen
könnte. Doch an diesem Sonntag darf ich mich auf einen spannenden und
interessanten Vortrag der Leiterin der Abteilung
Südasien, Südostasien und Australien, Dr. Michaela Appel freuen. Es geht um
Angkor Wat, Kambodschas strahlender Vergangenheit. Der Vortrag ist Teil und
zugleich das Ende der Ausstellung „Shaded Memories – Der Schatten über
Kambodscha
“, eine Fotografie-Ausstellung von den Spuren der dunklen
Vergangenheit Kambodschas. Die Arbeiten der Fotografin
Ann-Christine Woehrl sind persönliche und intime Reflexionen, die jeden
Betrachter sofort in ihren Bann ziehen.

Am Montag verbringe ich meine Zeit wieder einmal im
Lovelace. Dort findet die Veranstaltung „Movienight“ mit der Hochschule für
Fernsehen und Film statt. Gezeigt werden an diesem Abend drei Arbeiten von
HFF-Studierenden. Im ersten Film „Moonjourney“ von Chiara Grabmayr wird in 120
Sekunden die Geschichte eines sechsjährigen syrischen Mädchens gezeigt, das mit
ihrem Vater flüchten muss. Um ihr die Angst zu nehmen, erzählt der Vater seiner
Tochter, dass es sich um eine Reise zum Mond handle. Der nächste Film
„Invention of Trust“ von Alex Schaad geht es um einen Gymnasiallehrer, der nach
einer rätselhaften Nachricht um sein verletzte Vertrauen in seine Mitmenschen,
aber auch um seinen eigenen Ruf kämpfen muss. „Find Fix Finish“ von Mila
Zhluktenko und Sylvain Cruiziat wird als letzter Film bei der Movienight
gezeigt. Es wird ein expliziter Einblick in die Mittel der Überwachung gegeben
und Erfahrungen gezeigt, die dabei gemacht werden. Es wird spannend!

Das Provisorium feiert am Freitag seine Wiedereröffnung. Am
Dienstag findet dort im Lesesaal die Vernissage zur Ausstellung von
Dreihundertsechzig
statt. Echte 360° Aufnahmen in HQ.  Es ist die erste “Tiny
Planet/360°”-Ausstellung, die vom 19. – 23.09.2017 in München zu sehen
sein wird.

An diesem Mittwochabend startet das Milla wieder mit dem
Milla Song Slam
in die neue Saison. Startplätze sichern lohnt sich!

Am Donnerstag geht es für mich die Vernissage  „ A World of My Own“ von Laura Zalenga und
Korbinian Vogt. Die Gallerie von Ingo Seufert bietet aktuelle Kunst junger
Fotografen, wobei größter Wert auf qualitativ hochwertige und anspruchsvolle
Arbeiten gelegt wird. Ich freue mich auf die beiden und ihre Werke!

Der Startschuss fürs Wochenende fällt für mich im Milla.
Funk Related:
Florian & Ana Ana
heizen dort mit richtiger Anti-Mainstream Musik ein. Von Funk über Boogie, von
Rap zu Soul, bis hin zu Reggae und Jazz ist alles dabei. Egal ob neu oder alt,
eine Reihenfolge gibt es nicht!

Genauso buntgemischt wie die Musikwahl im Milla geht für
mich die Woche zu Ende. Der Herbst mit seinem bunten Meer aus Blättern, den
kühlen Regentagen und letzten Sonnenstrahlen wird wohl aber noch ein bisschen
bleiben.

Text: Laura Schurer

Foto: Privat

Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Hubert

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Unser Autor erlebt diese Woche eine bunte Kultur-Mischung. Auf dem Plan steht ein Besuch im MMA, die Eröffnung von The Lovelace und anerkennendes Nicken im Container Collective.

Freitag – Ich
scrolle. „Wir verlosen 3×2 Freikarten“  –
Ich scrolle weiter. „Wir verlosen Gästeliste-Plätze – zum Mitmachen einfach diesen
Post teilen oder kommentieren“. Übliche Posts in Facebook-Events. Nichts könnte
mir gerade egaler sein. Nicht, weil ich noch nie etwas gewonnen habe, sondern
weil ich mir sofort reflexhaft die überteuerten Vorverkaufskarten gesichert
habe. Schon vor Monaten. Kode9 kommt nach München. Es wäre ungerecht den
Hyperdub-Gründer einem Genre zuzuordnen, versucht er doch sich stetig neu zu
erfinden. Bassmusik fasst sein Spektrum aber recht treffend zusammen. In
irgendeinem meiner 37 offenen Tabs läuft seine Musik via Youtube-Autoplay. Ich
stelle mir vor, wie er zehn Jahre später in einem Interview von seinem
legendären Auftritt in München erzählt, von Jungs in weißen Hemden und in der
tobenden Meute eingequetschten Damen in Highheels.

Der Griff nach dem weißen Hemd scheint am Samstag schon nachvollziehbarer. In inszenierter Hotel-Umgebung feiert
The Lovelace“ sein „Grand Opening“. Meinen Beinen ist nach gestern nicht mehr
nach Hüpfen. Paulaner Spezi im Anschlag, ich verschwinde in einer Ecke und
verfolge das Programm: In einem halben Dutzend Räumen finden Akustik-Konzerte,
DJ-Sets, „Celebrity Ping Pong“ und Standup-Comedy statt.

Es ist Sonntag
und ich habe endlich den Kickflip auf dem Skateboard raus. Meine Beine quälen
mich. Ich schalte die Playstation 2 aus und schleppe mich zum Container
Collective. Der Skateboarding München e.V. veranstaltet heute einen „Cash For
Tricks Jam“.
Insgesamt 1000€ Preisgeld gibt es für die besten Tricks zu gewinnen.
Hier und da nicke ich den Skatern nach ihren Tricks anerkennend zu, so wie ich
es auch immer mache, wenn ich Leuten hochkonzentriert beim Schachspielen
zusehe. Ich habe keine Ahnung von Schach.

Im Kino am Isartor findet schon seit dem 6. Und noch bis zum
17. September das „Fantasy Filmfest“ statt. „Fantasy steht hier nicht für
Drachen, Feen und verwunschene Wälder, sondern für Fantasie, Innovation und
Skurrilität“. Der verzweifelte Versuch der Veranstalter nicht wie eine
Freakshow zu wirken. Stattdessen verspricht das Programm am Montag atemlose
Thriller, obskure Sci-Fi Träumereien, harte Horrorschocker und gefühlvolle
Arthausperlen. Ich stehe in einer breiten Schlange vor Kinosaal 2. Meine
Strumpfhose zwickt etwas im Schritt. Vorsichtig sehe ich mich um. Es lohnt sich
Facebook-Events gründlich durchzulesen. Ich bin der Einzige im Elfenkostüm.

Ich scrolle und scrolle. Leider weiß ich weder Dienstag noch Mittwoch etwas mit
mir anzufangen. Facebook schafft es auch nicht mich zu inspirieren. In den
vergangenen Tagen habe ich sowieso viel mehr Geld ausgegeben, als ich sollte.

Um
keinen Preis darf ich mir am Donnerstag den
Freier-Eintritt-bei-Zusage-Deal für Rant & Rave im Harry Klein durch die
Lappen gehen lassen… Mein Häkchen ist gesetzt.

Freitag. Wie
schafft das MMA es, so kontrastreiche Veranstaltungen unter ein Dach zu
bekommen? Obscure Shape ist heute gebucht. In der Youtube-Kommentarsektion wird
der Newcomer gern als „The best thing in techno at the moment“ gehandelt. Meine
Freunde treffen sich zum Vorglühen.

Ich sitze derweil schon seit einer Stunde im MMA und lausche
der Oper Carmen
. Richtig: In den selben Räumlichkeiten, in denen es gleich aus
den Lautsprechern scheppert, führe ich mir Georges Bizets Werk zu Gemüte. Im
Carmen-Ensemble spielen und singen Asylsuchende Künstler Seite an Seite mit
professionellen Opernsängerinnen und -sängern. Auch ein Chor aus
Flüchtlingskindern singt. Fang jetzt nicht an zu heulen, deine Leute wollten
jeden Moment auftauchen…

Bei jedem Versuch meine Kumpanen statt dem Vorglühen zur Oper
zu motivieren hatte ich nur Spott geerntet. „Der Elias hat ne neue Anlage, wie
kannst du dir das entgehen lassen?“ Ich frage mich, ob ich die Zeit nicht doch
mit meinen Freunden hätte verbringen sollen.

In der Halle bricht Klatschen aus. Mein Handy vibriert: „Kommen
nicht rein, Einlass-Stop“.

Auf dem Weg nach draußen antworte ich: „Wie könnt ihr euch
das entgehen lassen?“. Zwar werde ich Obscure Shape heute auch nicht mehr
spielen hören, aber die genervten Gesichter meiner Freunde heitern mich nach
dem Drama um Carmen wieder auf.

Text: Hubert Spangler

Foto: Privat

Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Sandra

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Bevor unsere Autorin ihrer Heimat für einige Zeit den Rücken zuwendet, will sie noch eine ordentliche Ladung Kultur, Nachtleben und Streetfood aus München tanken. Sie besucht das Lost Weekend, geht auf ein Giesinger Straßenfest und sammelt verschiedene Eindrücke.

Der September hat begonnen und damit offiziell das Sommerende eingeläutet. Guckt man aus dem Fenster bleibt nur ein hoffnungsloser Seufzer und der Gedanke, dem zu entfliehen. Dieser Gedanke wird für mich schon bald Realität, ich verabschiede mich vorerst von meiner Heimatstadt München und werde deshalb in den nächsten Tagen noch alles mitnehmen, was geht. 

Am Freitag statte ich dem Lost Weekend, an dem ich die letzten Semester fast jeden Morgen vorbei gelaufen bin, einen Besuch ab und höre als erstes einen Landsmann meiner neuen Wahlheimat, um dann zwei Münchner Bands, nämlich Trails, die sich zuvor schon als El Rancho einen Namen gemacht haben, und Freddy Gonzalez zu lauschen.

Die Tage, die man draußen verbringen kann, sind gezählt, deshalb heißt es heute am Samstag noch einmal eine Runde durch Giesing drehen, wo das Straßenfest im Rahmen von Ois Giasing stattfindet. Schon ab 11.30 Uhr kann man hier hauptsächlich lokale Rapper oder Ragger hören. Als Schmankerl gibt es sogar einige Essensstände, wie zum Beispiel vietnamesisches Streetfood.

Als vielleicht coolster Pub im Münchner Süden bezeichnet sich der/die/das (?) Pigalle. Das muss es nun aber mit der Open Stage Night am Sonntag beweisen.

Am Montag probiere ich einen Food-Trend aus Amerika: ungebackener Teig! Zwei Münchnerinnen eröffnen heute den Teiger Pop-Up-Store im Container Collective, wo man Keksteig zum Löffeln kaufen kann. Alle, die jetzt Mamas Stimme im Ohr haben (”Von rohem Teig bekommt man Bauchschmerzen!”), können sich beruhigt zurücklehnen – der Teig wird ohne Ei gemacht und kann dadurch auch keine Salmonellen enthalten.

Wer die letzte Fotoausstellung im Cafe Kosmos verpasst hat, kann dies nun im Salon Irkutsk nachholen: Ab Dienstag werden die Bilder des Münchners Ecco Meineke der Serie “Traveller” gezeigt, die auf den Reisen quer durch Deutschland entstanden sind und andere reisende Künstler an Bahnhöfen festhält. 

Mittwoch gibt es dann noch einmal Musik passend zu meinem nächsten Zielland: Der Nord-Ire Ryan McMullan zeigt seine Songwriter-Künste und verzaubert das Publikum mit seinen Geschichten der irischen Idylle. Mein Seufzer von letzten Freitag entwickelt sich nun von hoffnungslos zu verträumt…

Zu lange kann ich jedoch nicht in meinen Gedanken schwelgen, am Donnerstag will das Event “Kleine Läden in der Nacht” den lokalen Einzelhandel fördern und bietet bis 20 Uhr Spätshopping in verschiedenen Läden an. Wer abends nicht immer nur durch die großen Ketten laufen will, ist hier genau richtig!

Der Freitag rundet dann eine etwas kuriose, aber schöne Woche ab. Zum Schluss wird es noch richtig spannend: Das Techfest vereint Hacker, Designer und Coder auf einem festival-ähnlichem Event, das auch für Nicht-Nerds interessant ist. 

Von: Sandra Will 

Foto: privat

Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Max

Von wegen Sommerloch! Unser Autor macht sich auf die Suche nach spannenden Freizeitangeboten in München. Und siehe da: Er wird fündig! Auf ihn wartet eine Ausstellung im Farbenladen, das Isarinselfest und eine Menge Musik von Hip-Hop bis Metal.

Mit dem kalendarischen Sommer einher neigt sich auch der Festivalsommer
langsam dem Ende zu. Ein letztes Aufbäumen gibt es dieses Wochenende – und das
muss ich natürlich voll ausnutzen.

Los geht es am Freitag mit dem Sonnendeck
Festival
in Augsburg. Ja, richtig gehört, in Augsburg. Denn für
so ein Line-Up aus hervorragenden Münchner Künstlern, unter Anderem Henny Herz,
Xavier Darcy und DJ Fancy Footwork, verlasse ich gerne mal die geliebte
Heimatstadt.

Das war‘s aber auch schon wieder mit der Reiselust. Denn am Samstag
kann die Landeshauptstadt und ihr Umland mit einer Flut an Festivals
auftrumpfen. Durch meine Recherche für
einen Artikel
auf den Geschmack gekommen ist meine erste Station am
Nachmittag das Traditional Heavy Metal-Festival “Trveheim”, das sogar
schon gestern begonnen hat. Nachmittags spielen dort aufstrebende junge Bands
der Szene, während am Abend echte Oldschool-Legenden zu hören sind. Letztere
werde ich aber leider auslassen müssen, denn abends wartet die Innenstadt mit
einer Vielzahl an Konkurrenzangeboten auf. Da wären das Isarrauschen auf der
Praterinsel, und die Sommerfeste von Minna Thiel, Lucky Who und Kiosk 1917. Wo ich
letztendlich hingehe? Das entscheide ich wohl spontan.

Egal wo, gefeiert hab‘ ich gestern auf jeden Fall. Deswegen verbringe ich
den Sonntag vorwiegend im Bett – und das trotz traumhaftem Spätsommerwetter.
Shame on me! Naja, ich sollte mich ja auskurieren. Am Abend muss ich wieder
singen können, denn in der Milla steigt das Mitmach-Chor-Event GO SING CHOIR. Gesungen wird
genau ein Song, mitmachen darf jeder, der Lust hat.

Das war doch ein wirkliches Festivalwochenende! Am Montag ist
deswegen wieder etwas runter kommen angesagt. Was eignet sich da besser als die
Ausstellung “Samin” des
Fotografen Filippo Steven Ferrara? Im Farbenladen des Feierwerks dokumentiert
er das harte Leben der aus Teheran nach Italien emigrierten Bildhauerin Samin.
In Aussicht der herannahenden Bundestagswahl besuche ich am Abend noch das
Theater Heppel & Ettlich. Dort liest der
ehemalige Oberbürgermeister Christian Ude
aus seinem Buch
“Die Alternative oder: Macht endlich Politik!”. Das Buch, dessen
Titel unlängst von einem
AfD-Politiker für eine dubiose Wahlwerbung vereinnahmt wurde
.

Am Dienstag geht es kulturell weiter, denn ich begebe mich zunächst
auf einen Streifzug durch die Sommergalerie am Praterstrand.
Die zeigt momentan Werke von Simon James. Danach aber gleich weiter ins
Fußballstadion des FC Teutonia München. Denn dort tritt die SpVgg Unterhaching
in einem Benefizspiel gegen eine
All-Star-Auswahl der Münchner Amateur-Vereine an. Die Einnahmen aus dem Event
werden zur Restaurierung des Vereinsheims des FC Teutonia verwendet, das
letztes Jahr einem Großbrand zum Opfer fiel.

Der Mittwoch wird wieder musikalisch: Die Minna Thiel veranstaltet
im Kampf gegen das Sommerloch weiterhin regelmäßig ihre Schienenbuskonzerte. Dieses Mal mit
Stephan Worbs und Ziggy McNeill. Nach zwei entspannten Singer-Songwriter-Konzerten
habe ich aber noch Lust, ein bisschen zu tanzen. Da bietet sich heute das
Hip Hop Hooray” in der
BEARD BAR an.

Am Donnerstag beginnen drei wunderschöne Wochen für Keyboarder wie
mich. Bis 17. September nämlich werden in der ganzen Innenstadt verteilt wieder
die “Play me, I’m
Yours
”-Pianos stehen. Endlich wieder Straßenmusik mit
Klavier! Abends geht der etwas alternative Musik-Tag weiter, denn im Lucky Who
sprechen die Deutschrap-Podcaster Schacht &
Wasabi
über die neuesten Gerüchte rund um Farid Bang, Fler,
Sido und Konsorten. Und weil ich danach immer noch nicht genug habe, gibt’s bis
spät in die Nacht wieder Musik zum Mitmachen auf der Westendjam.

Das war eine anstrengende Woche! Deshalb lasse ich sie am Freitag
ganz entspannt auf dem Isarinselfest ausklingen. Auch
wenn das Fest noch bis Sonntag gehen wird, nach dieser Woche brauche ich wohl
erstmal eine Pause. Und da sag noch einer, München habe
im Sommerloch nichts zu bieten

Text: Maximilian Mumme


Foto: Serafina Ferizaj

Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Amelie

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Es ist Sommer in der Stadt! Für euch ist der Balitrip und die Toskanareise in diesem Jahr nicht drin’? Kein Problem! Unsere Autorin verrät, wie man besonders in München einen urlaubsreifen Sommer erleben kann.

Auch wenn ich mich im Sommer in München gerade Pudelwohl fühle, lässt mich das Reisefieber nie wirklich ganz los. Gut, dass man sich auch hier ganz easy mal wie am Strand fühlen kann. 

Mich zieht es heute am Freitagabend daher in den Strandclub Beach38°. Das Event verspricht Beach Clubbing mit warmen Sand unter den Füßen und einem kühlen Bier in der Hand. Hmm, hört sich nach einem ziemlich angenehmen Start in dieses Augustwochenende an.

Am Samstag geht es gleich sommerlich weiter. Zwar sagt der Wetterbericht leichte Regenschauer voraus, aber das hindert mich in keinster Weise daran auf ein Event zu gehen, das so spaßig klingt, dass ich es auf keinen Fall verpassen will: Die egoFM Schlauchboot Session! Friedliches Paddeln auf dem Olympiasee zusammen mit allen verrückten egoFM-Liebhabern Münchens! Das kann mir nicht mal der größte Regenschauer ruinieren. Und falls ich Abends noch nicht völlig durchnässt bin, schaue ich vielleicht noch beim Wannda Circus Open Air Closing vorbei. Dompteure der letzten Wannda-Circus-Manege sind zum Beispiel SOUKIE&WINDISH oder Miyagi! Yey! Tja, wie ich weint selbst der Himmel voraussichtlich, wenn das letzte Mal für dieses Jahr geWanndat wird.

Wie es sich für einen korrekten Sommerurlauber gehört, wird am Sonntag zuerst einmal ausgiebig ausgeschlafen. Und wenn ich dann schon bereit bin für den nächsten kulturellen Ausflug, begebe ich mich Nachmittags in das Studio3. Dort gibt es am Sonntag eine Vernissage mit der Kunst des jungen Kollektives und anschließender Aftershowparty mit, unter anderem, Jannis Chopin und Mindsight. In der Eventbeschreibung heißt es: „Wir zeigen den Mut uns einzubringen, Kunst in Experimenten und ersten Schritten. Ein einem offener Raum fordert Besucher, Künstler und die Kunst zum Dialog auf.“ Ich bin gespannt!

Zum Wochenstart bleibe ich Wettertechnisch optimistisch, denn für mich gibt es Openair im Kino, Mond & Sterne. Dort läuft am Montag ein Film, der sich schon seit Jahresanfang ganz oben auf meiner Movies-to-whatch-Liste befindet: Expedition Happiness. Ein Dokumentarfilm, in dem sich ein junges Paar zusammen mit ihrem Hund auf Amerikareise begibt, die in einem umgebauten amerikanischen Schulbus von Alaska bis nach Argentinien führt. Ich weiß jetzt schon, dass das Fernweh nach diesem Film nicht ausbleiben wird.

Am Dienstag lockt mich das dortige, sehr überzeugende Indie-Line-Up direkt zur Theatron-Seebühne. Die Aussicht auf Pardon Ms. Arden, The Sound of Money und Ni Sala machen mich schon jetzt ganz hibbelig. Ich freu mich!

Mittwochabend steht ein Grillabend mit Freunden auf dem Programm. Wenn die Temperaturen dafür schön sommerlich bleiben, liebes Wetter, verspreche ich, auch alles brav aufzuessen. Danach ziehen wir wahrscheinlich noch weiter ins Minna Thiel. Da ist Schienen-Bus-Konzert mit Rob Schröder. Der junge Kölner beschreibt seine Musik selbst als „einfühlsam und ehrlich“. Also, Hand aufs Herz, heute wird es noch gefühlvoll!

Zeit für etwas Kitsch wird es am Donnerstagabend. Zum Wochenausklang gönne ich mir nämlich das Feuerwerk beim Impark Sommerfestival im Olympiapark. Die Veranstaltungen dort scheinen es mir diese Woche irgendwie angetan zu haben.

Zum Ende der Woche hin wird es für mich nochmal kulturell. Am Freitag gehe ich zur Vernissage der Ausstellung „Samin“ von Filippo Steven Ferrara. Für die Fotografien dieser Ausstellung hat der Fotograf eine junge Iranerin begleitet, die in Florenz an der Akademie der Feinen Künste Bildhauerei studiert. Durch den Abschluss ihres Studiums wurde ihre Aufenthaltsgenehmigung, die an das Studium gekoppelt war, aufgehoben und sie muss sich jedes Jahr neu um eine Arbeitserlaubnis bewerben. Seitdem befindet sie sich in einem Zustand aus Unsicherheit, illegaler und unterbezahlter Arbeit, bürokratischen Problemen, dem kontroversen Heimweh, Liebe und Verzweiflung. 2016 hat Ferrara begonnen Samins Alltag und Umgebung zu dokumentieren, um schrittweise Zugang zu den intimsten Sphären ihres Lebens zu bekommen. Ich bin sehr gespannt auf diese ganz individuelle und sicherlich zum Nachdenken anregende Ausstellung. Ganz eindeutig ein Höhepunkt auf meiner Wochenreise durch das (fast durchgehend) sommerliche München.

Text: Amelie Völker

Foto: Privat