Shooting-Star

Tagsüber studiert Christine Bluhm Spanisch und Französisch auf Lehramt. Nachts schneidet sie selbst gedrehte Modeclips. Nach einem klassischen Lebensweg sieht es bei der 25-Jährigen derzeit nicht aus

Kamera, Stativ, Schnittprogramm. Christine Bluhm, 25, braucht nicht mehr, um mit den Profis der Branche mitzuhalten. Sie studiert Französisch und Spanisch auf Lehramt. In diesem Jahr will sie ihr Studium beenden. Nebenbei produziert die junge Frau seit gut einem Jahr Clips. Drehen und Schneiden hat sie sich selbst beigebracht. Hin und wieder wird sie für ihre unkonventionelle Herangehensweise belächelt. Nicht selten halten sie die Profifilmer am roten Teppich für eine Praktikantin oder eine Hobbyfilmerin. „Wo ist dein Equipment? Das werde ich oft gefragt“, sagt Christine, wenn sie ihre kleine Handkamera auspackt. Kleine Sticheleien, auf die sie inzwischen gelassen reagieren kann, denn sie hat Erfolg. Neulich bekam sie den Auftrag, eine Charity-Gala zu Gunsten der Stiftung von Auma Obama, der Halbschwester von Barack Obama, zu filmen. 

Wenn die Profis auf Veranstaltungen noch damit beschäftigt sind, ihr Stativ aufzubauen, hat Christine die ersten Bilder meist schon im Kasten. „Auf einem Event geht es darum, die besten Sequenzen zu filmen, und da kann ich nicht immer mit dem Stativ ankommen“, sagt sie unbedarft. Hanebüchen, mag der ein oder andere denken, der sich am Regelbuch orientiert. Ihr ungelernter Blick macht Christine frei. Unkonventionell. Es interessiert sie nur am Rande, ob die Bilder immer scharf sind, ihr geht es nur um natürliche Bilder und Emotionen. Alles bleibt unbearbeitet. Möglichst echt. Nur so könne man emotionale Bilder drehen, sagt sie.

Als 14-Jährige hat Christine angefangen zu filmen. Sie dokumentiert Familienurlaube, den Abi-Ball, die Organisation ihres Erasmus-Aufenthalts in Lille. In Frankreich stehen Vorlesungen zu französischem Film und Dramaturgie auf dem Lehrplan. Begeistert besucht sie jede Vorlesung. Eine Dozentin wird nicht müde zu betonen, dass viele Filmemacher und Fotografen Quereinsteiger waren. Ein letzter Schubser für die ehrgeizige Studentin. „Ich habe gemerkt, dass ich nicht alleine mit der Idee bin, etwas zu machen, was ich nicht studiert habe“, sagt sie. Christine atmet tief aus, die Erleichterung darüber wird spürbar. Als sie zurück nach Deutschland kommt, gründet sie myfashionclip.com. Ein Blog, auf dem sie sich, wie sie sagt, „den ästhetischen Dingen des Lebens“ widmet. Einige ihrer Freundinnen seien Models, da schien es ihr naheliegend, mit ihnen als Filmmotiv zu arbeiten. 

Für ihren ersten Clip filmt Christine eine Freundin, die hübsch zurechtgemacht durch die Straßen von Altschwabing zieht. Hier ein Blick über die Schulter, da ein Lächeln in die Kamera. Banal – eigentlich. Aber die Art und Weise, wie sie das rothaarige Model in Szene setzt, ist nicht weit entfernt von einem Clip, der auch auf der Seite der Vogue anklickbar sein könnte. „Die Vogue-Clips waren mein Vorbild“, sagt Christine, die einen modischen Oversize-Pulli mit farblich harmonierendem Schal trägt. Generell spricht sie gerne von ihren Vorbildern und Menschen, die sie antreiben. Meist sind das Autodidakten.

Ihr zweiter Clip zeigt eine Freundin, die Schuhe entwirft. Peu à peu baut sich Christine so ihr Portfolio auf. „Voller Fehler sind meine ersten Clips“, sagt sie und lächelt. Dennoch reicht es, um mit diesen Clips nach Düsseldorf auf den Event eines Start-ups aus der Modebranche eingeladen zu werden. Als sie nach München zurückfährt, hat sie schon ein, zwei Folgeaufträge in der Tasche. Hier und da habe es auch Kritik gegeben, aber auch das schüchtert die junge Filmemacherin nicht ein. Stattdessen entwirft sie Visitenkarten und meldet sich für die „Bits and Pretzels“, eine Messe für Start-ups, an. „Mir fehlten ja die Kontakte, die andere schon aus dem Studium haben“, sagt sie. Also netzwerkt sie. Lernt einen Filmstudenten aus Berlin kennen. Der zeigt ihr, wie man Drehbücher schreibt. Auf einer Zugfahrt von München nach Ulm lernt sie per Zufall eine Cutterin kennen, die 3-D-Animationen fürs Kino schneidet.

Mittlerweile hat sie eine neue Kamera gekauft, für den Notfall auch ein Stativ. „Ich filme lieber aus der Hand“, sagt sie. Nicht jeder habe eine ruhige Hand, sie aber schon. Außerdem gehe es ja darum, die echte Welt zu zeigen. „Mich langweilen starre Konzepte“, sagt sie.

Gleiches gilt auch für ihr Studium. „Wenn ich wirklich noch Lehrerin werden sollte, dann müsste der Lehrplan schon etwas alternativer sein, mit Film zum Beispiel“, sagt sie und lacht. Aber nach einem klassischen Lebensweg sieht es derzeit nicht aus. Die Aufträge häufen sich. „Ich sitze oft in der Vorlesung und schreibe nebenbei Angebote“, sagt sie. Eine Getriebene. Stillstand kennt sie nicht. Tagsüber Uni, nachts Schneiden. Mittags ein kleines Nickerchen. „Ich habe nie das Problem, nicht zu wissen, wie ich anfange. Ich muss mich eher entscheiden, mit was ich anfange“, sagt sie. 

Christine tippt auf ihrem Laptop. Scrollt ihre Homepage auf und ab. „So viel Arbeit“, sagt sie. Die Website müsse endlich umgebaut werden und auch das mit dem Namen, myfashionclip, passe nicht mehr so richtig. „Ich will nicht nur Mode machen“, sagt sie und zieht ihren rechten Nasenflügel nach oben. Muss sie auch nicht. Die deutsche Krebsgesellschaft hat sie beauftragt, einen Clip über Prostatakrebs umzusetzen. Inklusive einer Kooperation mit der alljährlich stattfinden „Movember-Aktion“, für die sich Männer weltweit einen Schnauzbart stehen lassen. Sie habe schon eine genaue Vorstellung von der Dramaturgie des Kurzfilms. Eine Doku-Fiction schwebt ihr vor. „Ich will, dass diejenigen, die den Film sehen, Tränen in die Augen bekommen“, sagt sie zielsicher. Nur wie sie das mit ihrem Studienabschluss kombiniert bekommt, das wisse sie noch nicht. „Irgendwie wird es schon klappen“, murmelt sie.  

Text: Esther Diestelmann

Foto: Kristijan Golesic

Münchens kleinste Bühne

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Hans Kohler und seine Freunde veranstalten DJ-Gigs in seinem WG-Zimmer und veröffentlichen sie anschließend im Internet. Das Konzept ist nicht neu. Allerdings hat „Hansi’s Room“ seinen ganz eigenen Charme.

Chris, Künstlername C-Ras, drückt auf Play. Der Plattenspieler beginnt zu rotieren. Ein tiefer Bassschlag wabert durch den Raum. Darauf folgt eine knackige Snare-Drum. Das Ganze wiederholt sich mit kleinen Variationen. Dann setzt ein Sample ein. So baut sich innerhalb weniger Sekunden ein Hip-Hop-Beat auf. Die Anwesenden beginnen mit dem Kopf zur Musik zu nicken. Sie hören zu, unterhalten sich, reißen Witze. Man merkt, dass sie untereinander befreundet sind – die Stimmung ist ausgelassen.

C-Ras legt nicht in einem Club auf, sondern in einem WG-Zimmer in Haidhausen. Im Zimmer von Hans Kohler, 28. „Beats kommen daheim besser rüber“, sagt Hans und lächelt. „Im Club hat man das Gefühl, man muss tanzen.“ Hier, in „Hansi’s Room“, tanzt niemand. Sie hängen ab, entspannen und sitzen auf der durchgesessenen Couch, während sich im Hintergrund die Plattenteller drehen.
 

Neben den Tischen, auf denen Plattenspieler und Mixer stehen, thront das Plattenregal. Die Sammlung besteht aus mehreren hundert Platten. Im gesamten Zimmer kleben Sticker, Poster und – wie soll man sagen – Sonstiges an der Wand. Zum Beispiel eine alte Soundkarte oder ein großer Karton-Scheck, den man typischerweise aus Gameshows im Fernsehen kennt: Er steht für das Preisgeld für eine gewonnene Breakdance-Battle. Was aber viel wichtiger ist, sind die Einrichtungsfreunde, sind die Freunde im Zimmer. Sie trinken Bier, haben Spaß und nicken mit dem Kopf zur Musik.
 

So weit, so normal. Allerdings haben es die Konzerte in diesem WG-Zimmer zu einer kleinen Berühmtheit gebracht. Denn Hans und seine Freunde filmen die Auftritte und laden sie anschließend ins Internet. So ist das Zimmer über die Zeit zu einer Plattform für lokale Produzenten und DJs geworden. C-Ras aus München etwa spielt an diesem Abend hauptsächlich Tracks seiner neuen Platte. Auch internationale Künstler haben in Hans’ Zimmer schon ihre Musik zum Besten gegeben.
 

Hans tanzt seit Langem Breakdance und ist somit eng mit Münchens Hip-Hop-Szene verbunden. Mit der Zeit beschäftigt er sich immer mehr mit der Musik und beginnt aufzulegen – vor allem Hip-Hop, Funk und Boogie. Hans und sein Mitbewohner Alexander Starck, 29, hängen oft in seinem Zimmer ab, hören Musik und laden immer wieder Freunde ein. Dabei wächst die Plattensammlung stetig. Sie legen auch immer öfter gemeinsam auf, vor dem Weggehen oder einfach so. So kommt es, dass Hans und Alex beginnen, die Gigs zu filmen. Hans erinnert sich: „Wir sind verkatert aufgestanden – es waren ja eh immer irgendwelche Leute da – und haben dann einfach angefangen aufzunehmen.“ Das war im März 2014.
 

Mittlerweile waren schon zahllose Musiker zu Gast. An diesem Abend ist es C-Ras. Neben Hans und Alex sitzt auch Stephen Nayat, 23, Spitzname Monte, auf der Couch und hört zu. Seit die Jungs angefangen haben, ist er für die Technik zuständig. „Der ursprüngliche ,Boiler Room‘ kommt am nächsten an das hin, was wir machen“, sagt Monte über ihr Projekt.
 

Der Boiler Room. Das ist eine der größten Erfolgsgeschichten innerhalb der elektronischen Musikszene in den vergangenen Jahren. Ein großer Vergleich also. Denn die Musikplattform, die damit angefangen hatte, DJ-Gigs im Internet zu streamen, ist inzwischen ein millionenschwerer Konzern. Es gibt Boiler-Room-Videos aus allen Ecken der Welt – von New York über Barcelona bis Peking. Fast jeder halbwegs angesagte DJ hatte dort schon einen Auftritt. Allerdings hat auch dieses Projekt klein angefangen, in einem winzigen Heizungsraum (zu englisch: boiler room) im Osten Londons. Ein paar Freunde mit guten Verbindungen zur Kreativszene hatten spaßeshalber begonnen, befreundete DJs einzuladen und die Auftritte im Internet zu veröffentlichen. Aus diesem Blickwinkel versteht man, was Monte meint, wenn er vom „ursprünglichen“ Boiler Room spricht. „Auf keinen Fall sind wir bloß eine Boiler-Room-Nachmache“, sagt Hans. „Die Anfangsidee ist dieselbe.“ Also Musik mit Freunden zu machen und die Atmosphäre dann noch per Internet zu verbreiten. „Wir wollen aber beibehalten, dass man Spaß hat“, ergänzt Alex. Denn für Hans und seine Freunde geht es nicht darum, erfolgreich zu sein. Für sie steht die Musik weiterhin im Vordergrund.
 

Das merkt man auch am Namen des Projekts: Hansi’s Room – analog zum Boiler Room, benannt nach dem Ort, an dem alles stattfindet. Dabei schwingt natürlich Ironie mit, denn zum Zeitpunkt des Namensgebung war der Boiler Room bereits allseits bekannt. Hans’ WG-Zimmer hingegen kannten bis dato nur Freunde. Doch das hat sich inzwischen geändert.
 

Mittlerweile gibt es eine Liste mit Musikern, die bei Hans im Zimmer spielen wollen. Zu ihnen kommen sie meistens über Empfehlungen von Freunden. „Es geht auch darum, Leute kennenzulernen“, sagt Hans. Natürlich hat Hans noch Verbindungen in die Hip-Hop-Szene. Obwohl die Jungs alle selbst eher aus dieser Richtung kommen, sind sie auch für anderes offen – „Hauptsache: gute Musik“. So ist ein kleines Netzwerk entstanden, mit durchaus ungewöhnlichen Abzweigungen. So waren digitalluc, der Beats für Edgar Wasser produziert, und erst kürzlich die Münchnerin Lisaholic bei Hans zu Gast – die selbst ernannte „Königin von Bayern“ spielte eine knapp 45-minütige Session ein. Auch internationale Künstler wie Sono aus Brasilien oder DJ Flake aus den USA haben schon Hans’ Zimmer beschallt.

Die Zugriffszahlen sind ordentlich – oft sind sie im fünfstelligen Bereich. Auch die Resonanz auf ihr Projekt ist international. „Manchmal schreiben mir irgendwelche Leute auf Englisch so Sachen wie: Danke, dass ihr mich durchs Studium gebracht habt“, sagt Hans. Vor kurzem gab es auch eine Anfrage aus Portugal, ob man nicht ein paar Hansi’s-Room-Aufkleber haben könnten. Das freut sie natürlich, trotzdem denken die Jungs nicht daran, ihr Projekt kommerzieller zu gestalten. Obwohl auch schon die erste Zahlung für Klicks auf einer Videoplattform bei ihnen eingegangen ist – elf Cent.

Von: Lukas Haas

Foto: Lukas Haas

Nicht von der Stange

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Poledance, Surfen, Videos: Das Leben von Musikern spielt sich nicht nur auf der Bühne ab. Wir haben bei Bands, die beim „Sound of Munich now“-Festival spielen, nachgefragt.

Freddie Mercury hat Briefmarken gesammelt. Rod Stewart liebt Modelleisenbahnen. Was machen junge Münchner Musiker eigentlich heutzutage, wenn sie nicht gerade im Proberaum oder auf der Bühne stehen? Einige der Musiker, die auch beim Festival „Sound of Munich now“ zu hören sein werden, haben spannende Hobbys, die sie teilweise sogar zum Beruf gemacht haben.

Da wäre zum Beispiel Johannes Brugger, 24, der die Musikszene aus zwei ganz unterschiedlichen Perspektiven kennt. Auf der einen Seite ist er der Schlagzeuger der Band Hadern im Sternenhagel, macht Musik, während die Fans Handyvideos vom Konzert drehen. Aber er steht auch oft auf der anderen Seite der Videokamera, produziert Musikvideos für Bands und versucht dabei, die Wünsche der Musiker mit seiner Vorstellung vom perfekten Video in Einklang zu bringen. Wenn das Budget der Band klein ist, verzichtet Johannes auf Honorar, verwendet das Geld lieber für Requisiten und hochwertige Ausrüstung.

„Charme, eine gute Idee und Humor“ – das sind die Aspekte, die für den Schlagzeuger ein wirklich gutes Musikvideo ausmachen. In seinen Videos kreiert er am liebsten kleine, ganz eigene Welten. Seine Aufträge wählt er sorgfältig: „Es ist wichtig, dass man selber das Zeug feiert“, erklärt er, nur so könnten Videos mit spannenden Bildern entstehen. Besonders die musikalische Karriere seines Bruders Martin hat er filmisch begleitet: So war Johannes am Video zu „New York’s got a piece of my chest“der Indie-Pop-Band This is the arrival beteiligt, in dem auch Model Marie Nasemann mitspielt. Doch sein Lieblingsprojekt ist das Video zu „Down“ von Occupanther, bei dem „einfach ziemlich viel gut gelaufen ist“. Gedreht wurde nur an einem einzigen Tag, drei Wochen dauerte es mit Planung und Schnitt aber insgesamt, bis aus der Idee ein fertiges Video wurde.

Über seine Videos ist Johannes überhaupt erst mit der Band Hadern im Sternenhagel in Kontakt gekommen. Er habe auf gut Glück angefragt, ob die Band Interesse an einem Musikvideo hätte, erzählt der Filmemacher. Hatte sie. Und bald darauf wurde ein Schlagzeuger gesucht. Für eines seiner Videos wäre Johannes diese Geschichte sicherlich zu kitschig. Mittlerweile verdient der Schlagzeuger in der Filmbranche sein Geld, als Kameraassistent oder Cutter. Dabei fing er mit dem Videodrehen vor ungefähr drei Jahren eher zufällig an, als er die Videofunktion seiner Spiegelreflexkamera ausprobierte.

Auch bei Marie Kobylka, 25, der Sängerin der Band Cosby, war es der Zufall, der sie ihr Hobby Poledance entdecken ließ: Sie wurde zu einer Probestunde eingeladen. Offensichtlich hatte die Stange eine magnetische Anziehungskraft, denn seit eineinhalb Jahren trainiert Marie nun schon Poledance und gibt sogar als Trainerin selbst Stunden. Es macht ihr Spaß, die Tanzsportart einmal pro Woche in Dachau zu unterrichten, vor allem der herzliche Umgang mit den Kursteilnehmerinnen gefällt ihr.

Besucht werden die Kurse von 13-jährigen Teenagern, aber auch von deren Müttern, so akzeptiert ist Poledance in inzwischen. Überhaupt stehe der sportliche Aspekt im Vordergrund, sagt Marie: „Die Vorurteile gegen Poledance sind in meiner Welt nicht da.“ Ihre Schülerinnen kennen Marie teilweise schon als Sängerin, wenn sie in ihre Stunden kommen. Gerne würden sie zur Musik von Cosby tanzen – und die 25-jährige Sängerin plant tatsächlich, ihre eigene Musik in Zukunft in die Stunden zu integrieren.

Poledance sieht Marie, die in ihrem WG-Zimmer eine eigene Stange hat, als „perfekten Ausgleich“: Mit ihrer Band macht sie Musik, beim Poledance bewegt sie sich zur Musik. Und hält sich gleichzeitig fit für ihre Bühnenauftritte. Denn Poledance ist „eine Art von Tanz, die unfassbar anstrengend ist“ und, weil viel Kraft in den Armen benötigt wird, „eigentlich eine Männersportart“ sei, erzählt Marie und lacht. Genauso wie die sportliche Herausforderung begeistert sie allerdings die Ästhetik der Sportart, die aus so viel mehr besteht als „mit dem Hintern zu wackeln“.

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Auf einen sportlichen Ausgleich zur Musik setzt auch Sängerin Sarah Kreile, 22, (Foto: Bjoern Richie Lob) von Akere. Schon mit 14 Jahren hat sie angefangen, regelmäßig nach der Schule im Eisbach zu surfen. Dort hat sie auch an einem Surfcontest teilgenommen und die Produktion eines Surffilms unterstützt. Mittlerweile surft sie allerdings lieber im Meer, wo sie ganz bei sich sein kann und zur Ruhe kommt, wie sie es beschreibt. Die Geduld, auf den richtigen Moment zu warten, die Anstrengung und die Freude darüber, die Welle gesurft zu haben, machen für Sarah die Faszination des Surfens aus.

Ihr Lieblingssurfgebiet ist Portugal und ganz surfertypisch hat sie dorthin auch schon einen Roadtrip gemacht. Portugals Küstenlandschaft, die Felsen und kleinen Buchten haben es ihr angetan. In München hat Sarah kürzlich eine andere Brettsportart für sich entdeckt: das Skateboarden. Es sei ein wenig wie Surfen, aber in München etwas unkomplizierter.

Wie die drei Musiker die Musik und ihre anderen Leidenschaften unter einen Hut bringen? Sarah lässt sich „einfach nicht stressen“, erzählt sie. Marie bemerkt: „Die Tage sind doch immer länger als man denkt.“ Und Johannes verrät, dass er früh aufsteht und früh ins Bett geht. Aber nicht am 8. November. Denn dann werden die drei gemeinsam mit ihren und vielen anderen Bands beim „Sound of Munich now“ auf der Bühne stehen. Katharina Hartinger

Das Festival „Sound of Munich now“, veranstaltet vom Feierwerk und der SZ, findet am Freitag, 7. November, und Samstag, 8. November, im Feierwerk, Hansastraße 39, statt. Der Eintritt ist frei. Einlass ist am Freitag um 22 Uhr – man muss allerdings volljährig sein. Am Samstag gilt diese Einschränkung nicht. Einlass ist dann um 18 Uhr. Es wird empfohlen, früh zu kommen, sonst sind wie in den Vorjahren alle Plätze weg.

Auf Facebook sind die “Sound of Munich now”-Abende auch zu finden: https://www.facebook.com/events/695356983853037/
https://www.facebook.com/events/276992862486971/