Neuland

Malen am Computer? Für Digital-Painterin Fedralita ist das nicht schwer. Für andere aber schon: Deswegen gibt die Künstlerin nun einen Workshop für Digitale Malerei.

Die Künstlerin Phaedra Richter gibt einen Einblick in die Digitale Malerei. Bei dem „Workshop Digital Painting für Anfänger“ zeigt Phaedra (Foto: Nils Schwarz) fünf Stunden lang den Teilnehmern, wie sie Photoshop kreativ einsetzen können: Zusammenstellen von Farben, Anwendung der Pinsel und Werkzeuge, Arbeiten auf mehreren Ebenen, Verwendung von Texturen und abschließend die Druckvorbereitung. Das Thema des Workshops bleibt dabei offen. „Ob Illustration, Malerei oder Modezeichnungen – die digitalen Medien bieten unermessliche Möglichkeiten, sich kreativ auszutoben. Was man damit anstellen will, das bleibt jedem selbst überlassen“, sagt Phaedra, die seit sechs Jahren unter ihrem Künstlernamen Fedralita arbeitet. „Ich weiß noch aus meiner Zeit an der Universität, dass man im Studium die Dinge oft nur in der Theorie, aber nicht in der Praxis lernt“, sagt sie. „Ich wäre froh gewesen, wenn es mir damals jemand gezeigt hätte.“ Der Kurs findet am 16. April in der Galerie FOE 156 (Oberföhringer Str. 156) statt. Mehr Infos kann man unter info@fedralita.com anfordern.

Mein München – Lichthof LMU

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Im Lichthof der LMU steht ein junger Mann, auf seiner Jacke prangt die Aufschrift „Hate“, doch aggressive Gewalt soll dieses Foto nicht ausdrücken. Es ist eine Fotografie aus einer Strecke des Fotografen Simon Mayr, 22. Die Serie soll als Hommage an den Film „Control“ von Anton Corbijn funktionieren.

 „In dem Streifen trägt Ian Curtis, Mitglied der britischen Band Joy Division, genau diese Jacke“, sagt Simon. Corbijn habe eine ehrliche Art, Dinge darzustellen: tiefgründige Porträts mit echten Emotionen. Nicht immer dieser „Happy-Quatsch“, sagt Simon. Den düsteren Schwarzweiß-Look von Corbijn versucht Simon in seinem Foto einzufangen. Die Szene im Film wirkt gestellt und inszeniert. Genau das gefällt Simon: „Daran merkt man, dass Corbijn eigentlich Fotograf ist“. Für die Aufnahme nutze der gebürtige Münchner eine Mittelformat Kamera und einen Schwarzweiß-Film. 
Simon studiert im fünften Semester Fotodesign an der Hochschule München. In London assistierte er Seb Winter. Gerade hat er ein Praxissemester in Berlin bei der Fotografin Neda Rajabi absolviert.

Neuland

Skater tragen einfach nur Mützen und sehen dabei cool aus? Dass sie viel mehr können, beweist nun Michael Wiethaus aka “Mixen” – er organisiert eine Ausstellung, bei der nur Kunst von  Münchner Skatern gezeigt wird.

Michael Wiethaus (Foto: Conny Mirbach) kuratiert eine Ausstellung, bei der nur Skateboarder ausstellen. Sämtliche Kunstformen sind vertreten. Die Gemeinsamkeit der Künstler ist ihre Leidenschaft: das Skaten. „Skaten war schon immer mehr Kunst als Sport. Viele Skater sind erfolgreiche Künstler, werden aber oft in kulturellen Belangen nicht ernst genommen“, sagt Michael, der in der Szene „Mixen“ genannt wird. Mixen ist Anführer der Skatergruppe „CURCUMAS“, die seit einigen Jahren in gepimpten Jeansjacken auf ihren Boards durch München fährt.
Die Vernissage von „Außer Mützen und Cool sein“ findet am Samstag, 14. März, von 19 Uhr an in der 1Page Gallery in der Blumenstraße 33 statt. Neben Mixen stellen die Künstler Conny Mirbach, Daniel von Mitschke, Florian Netzer, Ray Moore, Robert Poorter und Simon Reichel aus. Die Musik zur Ausstellung steuern Mikey Gee & Resus, Katmando und Marvin Anyone bei.

Neuland

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Ebru Düzgün, 24, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Ebow, verlässt München. Nachdem die Rapperin mit türkischen Wurzeln dieses Jahr ihren Bachelor in München absolvierte, tritt sie nun ihr Architektur-Master-Studium in Wien an. Auch für ihre Musik sieht sie dort neue Inspiration. „Ich finde, dass Wien eine mega-offene Art hat, mit Musik umzugehen“, sagt Ebru (Foto: Kamer Aktas).

Stefanie Witterauf

Neuland

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Wie zu Beginn angekündigt, verschwand der Conceptstore der jungen Designerinnen Theresa Reiter, 23, und Katharina Weber, 28, im Glockenbachviertel noch vor Weihnachten. Doch ihren Erfolg, den sie mit ihrem Pop-Up-Label WE.RE erreicht haben, möchten die beiden Münchnerinnen nicht einfach aufgeben. Nach der viel gelobten Winterkollektion soll nun auch eine Kollektion für diesen Sommer folgen. „Dafür ziehen wir jetzt in ein Studio in den Postgaragen an der Hackerbrücke, wo einige andere Künstler temporär ihr Studio eingerichtet haben“, sagt Theresa. Ein Pop-Up-Store ist für die Sommerkollektion außerdem geplant. Danach soll ihre gemeinsames Projekt ein Ende finden. „Wir sind zu zweit und damit am Rande unserer Kapazitäten und das Konzept soll auch nicht zu sehr ausgereizt werden“, sagt Theresa.  

Stefanie Witterauf

Neuland

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Linnéa Schwarz (Foto: Seya Hartl), 24, schneidet nicht nur Haare, sondern macht auch Schmuck. Die Akademiestudentin verpasst Freiwilligen auf ihrer Facebook-Seite „Linnéa schneidet Haare“ eine neue Frisur. Jetzt verkauft sie auf ihrer neuen Seite „Linnéa macht Schmuck“ filigrane Armbänder und Ringe. Der Schmuck wird aus unterschiedlichen Dingen gefertigt, die sie auf
dem Flohmarkt findet, etwa Gitarrensaiten oder Lederbänder. „Ich liebe es,
Schmuck zu machen, aber irgendwann ist der Eigenbedarf leider auch gedeckt.
Deshalb muss er jetzt unter das Volk, damit ich weiter Schmuck machen kann“,
sagt Linnéa.

Stefanie Witterauf

Club-Nacht mit Mutti-Zettel

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Joshua Neumann (Foto: Gabriel Jung) arbeitet als DJ auf Elektropartys – weil er nicht volljährig ist, müssen seine Eltern seit drei Jahren jedes Mal zur Aufsicht mitkommen.

Auf Joshua Neumanns Elektropartys tanzen nicht nur seine Freunde, sondern auch seine Eltern. Denn der junge Veranstalter ist noch nicht volljährig – und ohne Erziehungsberechtigte dürfte der Schüler auf seinen eigenen Events nicht mitfeiern. 

In seinem Kinderzimmer produziert er Tracks, lädt sie auf das Internetportal Soundcloud hoch und tritt so mit internationalen Künstlern in Kontakt. Ein paar Auftritte als DJ folgten – und die Idee, selbst Partys zu organisieren. Als Joshua auf der Internetseite des Münchner Clubs „Yib Yab“ erfährt, dass sein Lieblingskünstler und musikalisches Vorbild DJ Zedd auflegt, fasst er den Entschluss, sich als Support zu bewerben. 

Mit einer E-Mail an den Club-Betreiber geht es los. Joshua darf an diesem Abend auflegen – das einzige Problem: Er ist zu diesem Zeitpunkt 15 Jahre alt. Drei Jahre zu jung, um bei einer Club-Nacht in der Großstadt dabei zu sein. „Meine Eltern finden gut, was ich mache, und unterstützen mich. Sie sind als Aufsichtspersonen mitgekommen“, sagt Joshua. Und so konnte er sich seinen Traum erfüllen. Angespornt von dem Abend und dem Zuspruch der tanzenden Feiergesellschaft, will der Schüler weiterhin auflegen.

Mit seinen Schulkollegen Dylan Lackmann, 18, und Moritz Ludwig, 17, organisiert er spontan eine private Party. Sein Freundeskreis ist begeistert, und so kommt den Schülern der Einfall: eine eigene Partyreihe. „In München gibt es viele Möglichkeiten feiern zu gehen. Leider nicht für 16-Jährige. Das wollten wir ändern“, sagt Joshua. Im Sommer 2013 mieteten sie eine Location. Da auch Dylan und Moritz zu jung waren, holten sie sich Laurin Wassel, 19, mit ins Team.

Durch Joshuas Hobby, elektronische Musik zu produzieren und im Internet unter seinem Künstlernamen Prinzregent zu veröffentlichen, lernte Joshua ein DJ-Duo aus England und Schottland kennen. Schnell wurden die Finanzen gecheckt, der Flug und das Hotel für die internationalen Gäste gebucht – die erste Veranstaltung von „Soundbash“ konnte stattfinden. Obwohl die Jungveranstalter am Ende des Abends noch 500 Euro draufzahlen mussten, sahen sie ihr Debüt als Erfolg.

Eine Internetseite wurde für die Veranstaltungsreihe „Soundbash“ eingerichtet. Joshua kümmerte sich um das Design. Logo, Flyer und Gestaltung der Website sind für ihn nichts Neues. Für einen lokalen Radiosender entwarf er bereits Flyer sowie Logos für befreundete Elektrokünstler. Auch musikalisch ging es bei Joshua weiter. Durch die Kontakte von seinem Management „One Family Management“ wurden bereits zwei Tracks von verschiedenen Labels aus London und Los Angeles herausgegeben. An einer ersten eigenen Platte arbeitet der 17-Jährige zwischen Hausaufgaben und der Vorbereitung auf sein Abitur im Frühjahr.

Vergangenen Sommer wiederholten die drei Münchner ihr Projekt – diesmal größer. Zu ihrer Party auf dem Open-Air-Gelände Storchenburg kamen etwa 500 Gäste. Überrascht war Joshua, dass die Hälfte der Feiernden schon volljährig waren, obwohl die „Party mit Mutti-Zettel“ ab 16 war. „Um zwölf mussten die Minderjährigen gehen, danach ging es bis 6 Uhr für die Älteren weiter“, sagt er. Klar, dass seine Eltern auch bis zum Ende da waren. Die nächste Veranstaltung ist im August geplant – diesmal ohne Mama und Papa, denn Joshua wird diesen Freitag volljährig: „Meine Mutter hat gesagt, wenn du 18 Jahre alt bist, dann ist für uns auch mal Pause“, sagt Joshua und lacht. Stefanie Witterauf

Mein München

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Seine Heimatstadt München richtig verlassen hat der junge Fotograf Michael Färber, 25, noch nie. „Maximal für Urlaub und Ausflüge“, sagt er. „Ich liebe München. Diese Ordentlichkeit, die bayerisch-italienische Kultur und den Dorfcharakter.“ Mit der Kamera streift er gerne durch die Straßen und Grünanlagen. Während er anfangs vor allem Aufnahmen vom Botanischen Garten und dem Tierpark Hellabrunn machte, widmet er sich nun lieber der Fotografie von Menschen im Streetbereich oder der Porträtfotografie.

Vergangenes Jahr ging er mehrmals zum Eisbach. Dort fotografierte er fasziniert die vielen Surfer, die dort auf den Wellen ritten. Besonders gefällt ihm die Anonymität der silhouettenhaften Surfer, wenn das strahlende Sonnenlicht auf sie fällt. Generell zieht sich das Element Wasser wie ein Leitmotiv durch Michaels Bilder. „Durch die stillstehenden Surfer und das brechende Wasser im Hintergrund entsteht ein toller Kontrast“, sagt er. Michael, der tagsüber als Angestellter im Marketing-Bereich eines Münchner Start-ups arbeitet, sieht die Fotografie als Ausgleich zur Arbeit. 

Stefanie Witterauf

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Auf einer israelischen Kunstmesse auf der Praterinsel vergangenen Sommer lernten Matthias Lamsfuss, 24, und Eric Schönemeier, 25, die Gründer der downstairs. Galerie (Foto: Leo Konopizky), die junge Künstlerin Natalie Feldesman, 29, aus Tel Aviv kennen. Neben den Gemeinsamkeiten in der künstlerischen Arbeit stellten sie fest, dass auch politische Gedanken geteilt werden. „Tel Aviv und München ähneln sich in ihrem mikrokosmischen Käseglockencharakter“, sagt Eric. Nun veranstaltet die downstairs. Galerie vom 29. bis 31. Januar eine Ausstellung mit dem Titel „Excess – or post western decadency“ im Gabirol Kulturzentrum in Tel Aviv. Insgesamt stellen 18 Künstler ihre Werke aus – davon zehn Israelis und acht Deutsche.

Von Stefanie Witterauf

Neuland

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Er singt in gleich vier Chören: Konstantin Parnian. 

Konstantin Parnian (Foto: Johannes Rudschies) studiert Musikwissenschaft an der LMU. In seiner Freizeit singt der gebürtige Münchner in vier Chören: im Bayerischen Landesjugendchor, im Philharmoniechor, im Chor des Collegium MuWiCum und im Männerchor e.V., davor bei den Münchner Chorbuben. Im Januar startet wieder die Gärtnerplatzjugend, in der Konstantin in den vergangenen Jahren Mitglied war. Jetzt ist er nicht sicher, ob er weiterhin Zeit dafür hat. An diesem Montag ist das Semesterabschlusskonzert des Collegium MuWiCum um 19.30 Uhr in der großen Aula der LMU. Danach bereitet sich Konstantin auf Aufnahmeprüfungen verschiedener Musikhochschulen im Sommer vor.

Stefanie Witterauf