Fremdgänger: How to be parisian

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Was passiert, wenn der vorübergehende Wohnort zu der Heimat des Herzens wird? Unsere Autorin berichtet von ihrer nie endenden Begeisterung für Paris und der Traumerfüllung eines jeden Erasmus-Studenten.

Es geht nicht darum, in Paris geboren zu sein. Um Pariser zu
sein, muss man in Paris wieder geboren werden. So und anders lauten viele
Sprüche, die unter Paris-Pilgernden in Mode sind. Der Hype um die Stadt der
Liebe mit all seinen überlaufenen Hotspots von Eiffelturm bis Champs-Elysees
erfährt eine ganz neue Dimension für diejenigen, die wirklich nach Paris gehen,
um dort zu leben, uns Erasmus-Studenten. Ein wenig in der Stadt der Liebe, der
Kunst, der Schönheit, der Freiheit zu leben, rein durch den eigenen Aufenthalt
dort etwas von ihrem Zauber aufzunehmen– wer wünscht sich das nicht. Jedes Jahr
strömen wieder Massen an Hypenden in die Stadt, um sich diese zu eigen zu
machen.

Es gibt einen regelrechten Kult um das Leben in Paris.
Jemand, der einmal mit Wein an der Seine gesessen hat, hält sich jetzt für eine
waschechte Pariserin. Das Ganze noch auf social media inszeniert hashtag
parisienne, „Pariserin“. Doch sie machen alle den einen Kardinalfehler, der sie
für immer im Status erbärmlicher Touristen gefangen halten wird. Sie finden
Paris toll. Die echten Pariser nämlich, finden Paris nicht so besonders. Mein
Gastvater sagt immer zu mir, er verstünde sowieso nicht, was alle immer mit
Paris hätten. So herausragend schön sei die Stadt nun wirklich nicht.

Im Septime la Cave, einer schnuckeligen Weinbar im elften
Arrondissement, die wie ein Weinkeller aussieht, aber viel hipper ist, sprechen
uns zwei Pariser an, wie sie wohl im Buche stehen. Er mit Dreitagebart, Betreiber
mehrerer charmanter Restaurants, Frauenheld, wie mir seine beste Freundin
später augenzwinkernd verrät, sie elegant und klassisch, Psychologin, die sich,
selbst mit kleiner Krise, als Erste verabschiedet. Sie
laden uns ein, mit ihnen weiter zu ziehen, wir gehen in eine noch kleinere,
noch geheimere Bar und trinken Rotwein mit Käse und Baguette. Ich befürchte
schon, vor lauter Klischee fällt die Szenerie gleich in sich selbst zusammen.

Warum wir ausgerechnet in Paris seien, fragen sie
interessiert. Sie verstünden gar nicht warum alle Welt nach Paris wolle. Gut,
ja, es sei schon ganz nett hier, aber doch irgendwie auch immer das Gleiche und
so viel habe die Stadt doch dann auch nicht zu bieten. Ich muss lächeln über
ihre Übersättigung und gekünstelte Unzufriedenheit, die wohl die Pariser zu
charakterisieren scheint. Und irgendwie macht sie mich auch tieftraurig. Wie
kann man in einer Stadt wie Paris leben und für ihre Reize blind werden? Ich
versuche mein begeistertes Lächeln über die ganze Situation, in Paris, mitten
in der Nacht, mit Parisern und Wein, so original, der Traum eines jeden
Austauschstudenten,ein bisschen herunterzuschrauben. Will mich ja nicht gleich
outen, als eine der ewig Paris-Begeisterten.

Aber doch, ich gebe es zu. Aus mir wird niemals eine
Pariserin werden. Ich erhebe auch nicht den Anspruch nach einem Jahr in Paris
zur Pariserin geworden zu sein. Ich will Paris nicht langweilig finden oder
seiner überdrüssig werden. Ich will es jeden Tag von Neuem großartig finden. Will
durch die Parks und Boulevards schlendern und jedes Mal wieder von der
Schönheit des Stadtbilds überwältigt sein. Ich will aufblicken, über die
Brücken der Seine bis zur Notre Dame und es einfach genießen, in dieser
traumhaften Kulisse zu leben. Ich will meinen künstlerischen Idolen auf ihren
Spuren folgen, Monet im Musée d’Orsay besuchen und auf Simone de Beauvoirs
Platz im Les deux Magots heiße Schokolade trinken, im Louvre vor dem
Turnergemälde auf der Couch lesen und es unheimlich romantisch finden, den
Sonnenuntergang vom Arc de Triomphe aus betrachten und mir sagen „hier wohne
ich“.

Text: Anne Gerstenberg

Foto: Privat

Fremdgänger: Mein Tisch, mein Teller

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Essen und Küche ist Bestandteil einer jeden Kultur. Nur kann man sich in dieser Hinsicht manchmal mit der einen besser und mit der anderen schlechter identifizieren. Unsere Autorin beschreibt ihren geplatzeten Croissant-Traum.

Etwas irritiert und enttäuscht starre ich auf die fast leere Schachtel Madeleines, die vor mir steht, und den Fruchtjoghurt. „Und das frühstückt ihr?“, frage ich meine Gastgeber und bemühe mich, meine Abneigung nicht zu zeigen. Es fällt mir sehr schwer. Die
nicken und bedeuten mir freundlich, mich zu bedienen. Unglücklich löffle ich trotz Laktoseintoleranz den Joghurt, die drei übrigen Madeleines waren schon unter den restlichen Händen verschwunden. So ganz entspricht das nicht dem Frühstück, das ich mir an einem traumhaften Sonntagmorgen im Frankreichurlaub erhofft hatte. Selbst mein alltägliches Haferflockenmüsli erscheint mir geradezu verlockend dagegen. Sehnsüchtig denke ich an die Boulangerie 100 Meter weiter. Als ich mich dezent erkundige, warum man denn dort nichts zum Frühstück geholt habe, ernte ich sehr erstaunte Blicke, die verraten, dass man diese Option von selbst nie erwogen hätte.
 Am nächsten Morgen nehme ich die Angelegenheit selbst in die Hand. Aber als ich mit zwei großen Tüten Croissant und Pain au Chocolat zurückkomme, bin ich die Einzige, die davon isst. Die Franzosen können vieles, aber nicht ordentlich frühstücken. Viele Franzosen trinken einfach einen Tee oder Kaffee, ohne etwas zu essen. Dann gibt es noch die Fraktion, die „bisquits“ mit Honig oder Marmelade bestreicht, in Deutschland gemeinhin bekannt als Zwieback. Kann man sich selbst noch schrecklicher quälen morgens? Warum die Franzosen von all den Köstlichkeiten, die es nur in ihrem Land gibt, zum Frühstück nicht Gebrauch machen, werde ich wohl nie verstehen.

Ich habe als Gastgeschenk – neben Brezn und Bier – Frühstücksbrettchen mit hübschen Münchner Stadtmotiven mitgebracht, deren Sinn sich trotz freundlichen Erklärens niemandem so richtig erschlossen zu haben schien. Sie wurden weggeräumt. Zum Frühstück benutzt man hier keinen Teller, die Brote werden auf dem Tisch bestrichen. Vom Tisch essen? Kein Problem! Dafür macht man ihn ja sauber! Die Krümel und Flecken? Kann man wegwischen. Ach, wenn das so plausibel ist, warum benutzen wir überhaupt noch Teller? Ich bin begeistert. Nix mehr mit abspülen. Ab jetzt ist mein Tisch mein Teller. Das widerspricht meiner gesamten Erziehung. Diese gesamte Frühstückssituation ist an Absurdität kaum zu übertreffen für meinen müden Geist. Fast müsste ich lachen über diesen Anblick.

Doch das ist noch nicht der größte Schrecken. Die größte Umstellung kam mit den Essenszeiten. Dîner, also Abendbrot gibt es hier nicht vor halb neun. Während ich also mit meinem brav an deutsche Essenszeiten gewöhnten Magen von halb sieben an Hunger hatte, musste man um diese Uhrzeit noch ein bisschen herumsitzen, bevor man Abendbrot machen konnte. Dabei ist Abendbrot schon der falsche Begriff. Nix mit Brotscheibe und Aufschnitt, fertig und gut so.
Das Abendessen gestaltet sich als Gänge-Menü. Eine warme Hauptspeise und Salat werden jeden Abend serviert. Darauf folgt die rhetorische Frage „Un peu de fromage?“, wer möchte noch Käse? Danach obligatorisch ein Dessert, um zehn Uhr rolle ich mich schließlich müde und mit vollem Magen in mein Zimmer. Jede weitere Bewegung ist ausgeschlossen. Dafür isst man mittags um 12.30 Uhr. Wer hat denn bitte da schon Hunger? Einen deutschen Tagesrhythmus gewohnt, musste ich den französischen wortwörtlich erst einmal verdauen. Am nächsten Morgen hatte ich dann auch keinen Hunger mehr. Aber ein frisches französisches Buttercroissant würde ich mir in Hinblick auf baldige Abstinenz sogar noch nach einem Fünf-Gänge-Menü genehmigen.

Text: Anne Gerstenberg
Foto: Privat

Paris, wie es stinkt und lebt

München, das ist reich und sauber. Dass diese Beschreibung nicht nur einem Klischee, sondern im Vergleich zu anderen Großstädten manchmal auch vollkommen der Wahrheit entspricht, das musste unsere Autorin in Paris erleben.

Gebeugt und tränenüberströmt betritt sie an der République die U-Bahn, torkelt auf mich zu und fällt fast auf mich. Und dann fängt sie an zu klagen. „Bonjour meine Damen und Herren, es tut mir leid, Sie zu stören, ich bin ganz allein, habe Job und Wohnung verloren, haben Sie nicht etwas Geld für mich?“ Sie geht mit der offenen Hand durch den Waggon, bei Temple steigt sie aus und geht einen Waggon weiter. Der nächste steigt ein.

An solche Szenarien musste ich mich in Paris erst gewöhnen. Leid oder Armut im Stadtbild öffentlich zur Schau gestellt sieht man in München kaum. Ich habe wenig Verständnis für all die Heuchler, die, sobald sie einmal über den Münchner Tellerrand blicken, großartigen Städten eine Absage erteilen, weil sie „wegen all der vielen Bettler so verunstaltet“ würden. Wer aus dem Münchner Kaff in eine Metropole wie Berlin, Rom, Madrid, London oder eben Paris reist, der muss eben damit rechnen, dass sie nicht Münchner Schicki-Micki-Standards entsprechen. Trotzdem ist es für jemanden, der das „Münchner Wohlleben“, wie es mein Soziologieprof zu nennen pflegt, gewohnt ist, sehr erschreckend und macht betroffen, wenn man in Paris plötzlich noch nachts Familien mit Kindern auf der Straße sitzen und betteln sieht.

Paris ist die Stadt der Bettler. Dort gab es lange regelrecht eine Kultur der sogenannten „clochards“: ein romantisierter Begriff für Aussteiger, die sich in ihrer bürgerlichen Existenz nicht zurecht gefunden haben und ein ungebundenes Leben außerhalb des Systems wählen, darunter sind Lehrer, Rechtsanwälte. Sie hausen unter den Seinebrücken und leben fernab und doch mitten im restlichen Paris ein eigenes Leben nach eigenen Regeln. Wer aus anderen europäischen Städten, wie München, vertrieben wurde, kommt nach Paris, denn hier kann er bleiben, wird geduldet. Inzwischen heißen die clochards offiziell S.D.F. „sans domicile fixe“, ohne feste Unterkunft, und von ihrem einstigen Ruf sind nur noch Mythen übrig.

Als ich nach einem Jahr Paris wieder in München U-Bahn fahre, sehe ich aus dem Augenwinkel, wie während der Fahrt jemand durch den Waggon läuft. Instinktiv nehme ich meine Tasche enger an mich und blicke weg. Je weniger Aufmerksamkeit ich der Person schenke, desto wahrscheinlicher torkelt sie nicht zu mir, brabbelt mich lallend voll und beschimpft mich mit „Merde! Putain! Fils de Pute!“ Eine Vielzahl an wilden Schimpfnamen, nur weil ich wirklich kein Bargeld dabei habe, das ich ihr geben könnte. Jedoch setzt sich die Person neben mich. Ich blicke schon entnervt auf. Dann die Überraschung. Die Person ist eine junge Frau, die einen freien Sitzplatz gesucht hatte. Ach ja, fällt es mir ein. In München wird kaum gebettelt.

München ist wie die Wohnung von Kinderfreunden, die jeder kennt. Sie sieht aus wie für ein Fotoshooting im Wohnkatalog präpariert. Neubau, das Interieur verchromt und – man sieht auf den ersten Blick – teuer. Die Eltern arbeiten und haben eine Putzfrau, in der Wohnung liegt nichts rum, absolut nichts. Es sieht aus, als würde hier niemand wohnen. Als Kind fühlt man sich hier exorbitant unwohl, denn man hat Angst, auch nur irgendetwas anzufassen, sich zu bewegen, um diese totale Sauberkeit und Ordnung nicht zu stören. Wirklich leben kann man in so einer Wohnung doch nicht. Was war man froh, wenn man nach Hause kam und alles etwas chaotischer, lebendiger und bewohnt war. So ist es auch mit Paris. Ja, Paris stinkt und man ist mit Leid konfrontiert. Aber es lebt.

Text: Anne Gerstenberg

Foto: Privat

Fremdgänger: So ähnlich, so fremd

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Eigentlich könnte man meinen, dass man sich nach einigen Monaten Auslandsstudium bereits einheimisch und zugehörig im neuen Umfeld fühlen kann. Doch unsere Autorin berichtet darüber, wie es ist auch nach einiger Zeit noch die Fremde zu sein.

Ich sitze nach der Uni mit Mädels aus meinem Studium in einem Café, und sie erzählen sich ihre neuesten Bettgeschichten. „Hahaha, nach dem Wochenende mit Jean-Philippe konnte ich auch nicht mehr aufrecht gehen.“ Ich bin kurz überrascht über so viel Offenheit mir gegenüber, dann bemerke ich: Sie denken, ich verstehe sie nicht. Sie reden, als ob ich nicht da wäre.

Ich seufze tief und lerne, was es heißt, sich einsam unter vielen zu fühlen. Als Erasmus-Studentin habe ich es leider nie geschafft, die gläserne Decke zu durchdringen, die mich von einer echten Freundschaft mit meinen Kommilitonen getrennt hat. Auf Französisch gibt es für Ausländer und Fremde das gleiche Wort. „Etranger“. Ich bin als Etrangère also nicht nur Ausländerin, sondern auch Fremde in Frankreich. Manchmal ist es schon spannend, was Sprache über das grundlegende Verständnis der Dinge verrät.

Man ist freundlich zu uns Austauschstudenten. Neugierig werden wir gefragt, woher wir kommen und wie uns Frankreich gefällt. Aber darüber will ich nach fünf Monaten nicht mehr sprechen müssen. Ich studiere an dieser Uni genauso wie alle anderen Studenten auch. Wir finden alle Musik, Filme, Maler und Schriftsteller großartig, gehen gerne mal was trinken oder stöbern nach ausgefallenen Kleidungsstücken. Wir alle haben die gleichen Kurse und die gleichen Prüfungen zu bestehen. Wir alle haben vielleicht ein Mädchen oder einen Jungen, für den wir schwärmen oder mit der – beziehungsweise mit dem – gerade etwas läuft. Obwohl wir die gleichen Probleme und Sehnsüchte haben und wir uns in Art und Interessen sogar ähnlich sind, werde ich meinen Sonderstatus nicht los. Ich bin hier nur vorübergehend, ich gehöre hier eigentlich nicht hin. Ich könnte es wie die anderen Erasmus-Studenten machen, die unter sich bleiben. Den ganzen Tag Englisch sprechen, mit Leuten aus allen Teilen der Welt, außer mit Franzosen, und am Wochenende auf Sightseeing-Trips mitfahren. Aber das will ich nicht. Ich will richtig in Paris leben.

Doch die Unterhaltungen drehen sich oft um Dinge, die ich nicht verstehen kann. Französische Rapper, die ich noch nie gehört habe, Wortwitze, für die mir der Wortschatz fehlt. Immer nachfragen zu müssen, immer erklären zu müssen, dafür ist irgendwie kein Platz in den Unterhaltungen. Ich habe eine echte Freundin gefunden. Sie kommt aus Ägypten, ist in Schottland aufgewachsen, ihre Mutter ist Französin, sie kann alle Sprachen perfekt, sie weiß, wie es ist, in einem neuen Land zu sein. Aber sie lässt mich nicht fremd sein. Sie hört mir zu, geduldig. Sie wartet, bis ich die Worte gefunden habe, sagt Sätze zweimal. Und plötzlich haben wir so viel zu besprechen. Und plötzlich werden Unterschiede zu Gemeinsamkeiten. Ich koche ihr Kaiserschmarrn, wir gehen ägyptisch essen, und sie zeigt mir die Bretagne, wie man Cidre aus Keramikschüsseln trinkt und Galettes – Buchweizencrêpes mit Spiegelei und Käse gefüllt – isst.

Mir fallen schlechten Gewissens all die Momente ein, in denen mich in München Erasmus-Studenten nach dem Kurs gefragt haben, was ich jetzt noch mache. Und ich völlig in meinem Alltag gefangen nicht darauf eingegangen bin. Und ich nehme mir vor, es von jetzt an anders zu machen. Mit ein bisschen Geduld, Offenheit und echtem Interesse kann man so viel Austausch erreichen. Schade, dass man sich immer erst selbst einmal fremd fühlen muss, um dafür sensibel zu werden.


Text: Anne Gerstenberg

Foto: Privat

Outing an der Ampel

Als einen der größten Kulturschocks empfindet unsere Autorin in Paris den rasenden Verkehr. Da wird gerne mal unangeschnallt 20 km/h zu schnell über die rote Ampel gefahren. Doch bei all ihrem Unverständnis merkt sie: ein bisschen Pariserin ist sie selbst geworden.

Ich spüre einen scharfen Luftzug an meinem Handgelenk, das Geräusch eines Motors reißt mich aus den Gedanken. Jaulend rauscht ein Roller denkbar knapp an mir vorbei. Einen Zentimeter weiter links, ein unbedachter Schlenker – und das wäre es mit mir gewesen. Mit solchen Gedanken muss ich mich in Paris jeden Tag auseinandersetzen. Ich sitze auf dem Fahrrad und fahre den Boulevard Saint-Germain entlang. Schön ist das, dachte ich früher, nur so kann die Stadt besser kennenlernen. Fahrrad fahren, das lohnt sich! Aber Schreckmomente, wie dieser, häufen sich. Als ich endlich an der Uni ankomme, bin ich völlig fertig mit den Nerven.

In Paris Fahrrad zu fahren, ist nichts für Freunde von geregeltem Straßenverkehr. Es gibt etwa keine Haltelinien für Autos an Ampeln, hier hält man nach Gefühl. Ein einziges Mal bin ich in Paris mit einem Einheimischen Auto gefahren. „Tempo 50“, erklärt er mir, „ist in Paris nur eine freundliche Empfehlung.“ Was dann gelte, frage ich. „Tempo 70“, sagt er kurz. Er zwinkert mir zu, schnallt sich nicht an und gibt Gas. Damit begann die größte Höllenfahrt meines Lebens. Rote Ampeln? Für ihn nicht existent. Fußgänger? Fahrradfahrer? Andere Autos? Wer nicht selbst ausweicht, hat Pech gehabt. Am Anfang habe ich noch alle zwei Sekunden „Vorsicht!“ gebrüllt, dann habe ich es aufgegeben und mich mit geschlossenen Augen meinem Schicksal ergeben – verbunden mit der Hoffnung, dass ich und alle anderen Verkehrsteilnehmer diesen Höllenritt lebendig überstehen.

So viel zu den Autofahrern. Am schlimmsten sind allerdings die Fußgänger. Es gilt als elegant, die Straße nach Belieben an jeder Stelle und ohne Seitenblicke zu überqueren. Um an dieser Stelle meine absolut favorisierte Autorin Anna Gavalda zu zitieren: „Hinweis: Eine Pariserin, die etwas auf sich hält, überquert den Boulevard Saint-Germain niemals zwischen den weißen Linien an der Ampel. Eine Pariserin, die etwas auf sich hält, beobachtet den Verkehr und wirft sich zwischen die Autos, wohl wissend, dass sie ihr Leben riskiert.“ Als Tourist outet sich, wer die Fußgängerüberwege nutzt. Anfangs blickte ich meine französischen Freunde immer entgeistert an, wenn sie einfach bei Rot über die Straße liefen: „Du weißt schon, dass du in Deutschland dafür deinen Führerschein verlieren würdest?“ In besonders schweren Fällen zumindest.

Zurück in München dann der Kulturschock. Ich bin mit Freunden unterwegs. Es ist mitten in der Nacht. Die Straße ist komplett leer und verlassen, weit und breit kein Auto in Sicht. Ich überquere wie selbstverständlich die leere Straße – Und komme auf der anderen Seite alleine an. Hinter mir wartet die restliche Gruppe brav an der roten Ampel. Entgeisterte Blicke mustern mich von der anderen Seite der Straße. Ich merke, dass ich wohl ein bisschen pariserisch geworden bin.



Text: Anne Gerstenberg

Foto: Privat

Nackt im Schlossgarten

Dass wir Münchner uns ziemlich glücklich schätzen können, was Abkühlungsgelegenheiten in den heißen Sommermonaten angeht, merkt unsere Autorin erst jetzt in Paris so richtig – es kann eben nur eine Isar geben.

In Paris ist über Nacht Sommer geworden. Die schönste Stadt der Welt erwacht zu ganz neuem Leben. Den ganzen April hindurch hatte es noch geregnet, Wintermantel und Erkältung inklusive. Und dann, eines Morgens Ende Mai, gehe ich gewappnet mit Wollpulli und Jacke vor die Haustür. Und kehre zurück, um mich direkt wieder umzuziehen, so heiß ist es. Ich komme in Sommerkleid mit Sandalen zurück. Jetzt scheint bis spät abends noch die Sonne und taucht die Stadt in ein fröhliches Licht. Alle Pariser Parks sind voll mit Picknickgesellschaften und Sonnenbadenden. Die Seine und der Kanal Saint Martin sind bevölkert von Jugendlichen und Liebespärchen mit Wein.

Wenn in München Sommer wird, ist die Vorgehensweise klar. Sommerkleid, Bikini drunter, ab Richtung Badesee, oder Freibad, völlig egal, Hauptsache abkühlen. Es gibt nur noch einen Modus: Der Hitze muss mit Baden entgegengewirkt werden. Deswegen ist auch hier meine erste psychische und physische Reaktion: „Ich möchte schwimmen.“ Doch als ich mich bei meinen Gasteltern nach dem nächstgelegenen Badesee oder Freibad erkundige, schauen sie mich nur völlig irritiert an. Ich bin total erschlagen von den Temperaturen hier! Es hat durchgehend 30 Grad, ich will einfach nur ins Wasser springen, aber Badeseen gibt es in Paris leider nicht und Freibäder auch nicht in der Form, wie wir es kennen mit Liegewiesen.

Mein Semester in Paris neigt sich dem Ende zu. Zehn Monate war ich jetzt hier. Kein einziges Mal in diesem Zeitraum habe ich München so sehr vermisst wie jetzt. Oder Paris als so lebensunwert empfunden. In München gibt es eine echte Kultur für Sommer, die hier in Paris niemand kennt. Wenn im Juli in der Klausurenphase traditionellerweise die drei Wochen mit dreißig Grad Temperatur eintreten, dann ist das zwar ätzend, aber: Die Bibliotheken sind klimatisiert. Und: Welcher gute LMU-Student hat nicht als Back-up während eines langen Lernmarathon-Tages im Schließfach Badekleidung und Handtuch eingeschlossen, um sich nach getaner Lernarbeit in der Isar abkühlen gehen zu können? Hier schwitze ich tagsüber in der unklimatisierten Bibliothek. Wenn ich an die spontanen Badeausflüge denke, will ich einfach nur zurück nach München.

30 Grad Anfang Juni sind für eine Münchnerin schon gewöhnungsbedürftig. Da beginnt die Phase der Übergangskleidung, wenn man sich langsam aus dem Pulli-Knödel, der man den Winter über ist, herausschält und sich bei mittleren Temperaturen langsam daran gewöhnt, sich wieder draußen bewegen zu können, bevor man kurz darauf dazu übergeht, mit kurzer Hose und Bier die Abende im Englischen Garten zu verbringen. Hier ist es jetzt schon so heiß, dass ich mit offenem Fenster und nur einem Bettlaken schlafen muss, um nicht zu zerfließen. Meine Gastmutter sagt: „Ach, das ist doch noch erträglich, jetzt kühlt es nachts wenigstens noch ein bisschen ab.“ Also kühle Nächte sehen für mich anders aus. Auch meine Erasmus-Kommilitoninnen aus Portugal, Italien und Brasilien lachen mich aus. Und die Pariser tragen weiter stur lange Hosen und langärmlige Hemden. Hallo? Bin ich hier die einzige, die merkt, dass Sommer geworden ist? Ein Glück bin ich von Juli an wieder in München.

Eine französische Freundin hat mir als Geheimtipp empfohlen, in Versailles – verbotenerweise – einfach nackt in den Kanal zu springen, das würde sie immer machen. Ob ich mich das noch mal traue?

Text: Anne Gerstenberg

Foto: Privat

Fremdgänger: Glatze und Glamour

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Was sich unsere Autorin in München niemals hätte vorstellen können, hat sie sich in einem kleinen Dorf in der französischen Provinz nun getraut: Die Haare abzuschneiden, komplett. In ihrer neuen Heimat Paris fühlt sie sich pudelwohl damit.

Ich habe meine Haare abgeschnitten. Raspelkurz. So kurz, dass man die Kopfhaut sehen kann. So kurz, dass ich den Wind um meinen Kopf streifen spüre. So kurz, dass die Leute auf der Straße mir Platz machen, wenn ich ein bisschen aggressiv schaue. So kurz, dass man auf den ersten Blick nicht weiß, welches Geschlecht ich habe – eine genderfreie Frisur. Aber: Damit falle ich hier in Paris in der Menge nicht groß auf. An modischen Kuriositäten, ausgefallenen Persönlichkeiten und Anonymität gibt es hier genug. In München hätte ich so etwas nie machen können. München ist ein Dorf und die Breite an verschiedenen Stilen und gesellschaftlicher Offenheit gering.

Ich bin in der Bretagne, als ich mich entscheide, meine Haare endlich abzuschneiden. Ich wohne bei der Tante einer Freundin. Sie macht mir spontan einen Termin bei ihrer Friseurin aus, zu der sie seit ihrer Jugend in irgendeinem winzigen bretonischen Kaff geht. Auch der Friseursalon ist winzig. Drei ältere Damen erwarten mich. Wir tragen unser Anliegen vor und sind plötzlich Attraktion des ganzen Salons. Meine Friseurin war früher in Paris bei einem renommierten Friseur und ist eine richtige französische Diva, wie sie im Buche steht. Laut ruft sie erst einmal „mon dieu“. Ja die schönen Haare, ja ganz weg damit. Radikal. Ja. 

Und dann schneidet sie mir so souverän und künstlerisch die Haare, wie noch niemand vorher. Wild fuchtelt sie mit der Schere um meinen Kopf herum, völlig irrational schneidet sie immer mal wieder irgendwo etwas ab, während sie auf Französisch vor sich hin redet. Als sie alle Haare einmal rundherum abgeschnitten hat, habe ich einen so schönen Kurzhaarschnitt wie nach Jahren des Experimentierens und Friseurwechsels nicht. Danach kommt der Rasierer. Ich muss kurz schlucken, dann beginnt die endgültige Verwandlung.

Während in Paris oder gar in Städten wie New York gesellschaftliche Vielfalt allgegenwärtig ist und auf der Straße so richtig gelebt wird, ist die Münchner Mentalität eine komplett andere. Ich hatte hier immer das Gefühl, äußerlich nicht besonders auffallen, aus der Masse herausstechen zu dürfen. Der Kontrast zum Durchschnitts-Münchner wäre dabei so groß, dass ich mich viel zu sehr beobachtet fühlen würde, als für mein Wohlbefinden gut ist. Die Ray-Ban Sonnenbrille auf der Nase, Burberry oder Barbour Coat um die Schultern gelegt, Bluse zu beigem Pulli und dunkelblauer Hose – so laufen sie in München herum. Dazu passen keine raspelkurzen Haare. Die gesellschaftlichen Normen basieren in Paris mehr auf ehrlichem und glaubwürdigem Auftreten, und das bringt einen viel eher dazu, sich einfach mal was zu trauen und zu schauen, was dabei rauskommt.

Ich kann plötzlich auch ästhetisch Widersprüchliches miteinander verbinden, das mir schon immer gefallen hatte. Ich wage jetzt zu tun, was mir gefällt und habe plötzlich einen eigenen Stil. So unbeschwert, leger und eigenwillig overdressed wie es für die Pariserinnen eben typisch ist. Dieses „nach freier Lust und Laune“ einfach machen, was man will. In einer Stadt, einer Gesellschaft, einem Lebensgefühl kultiviert. Das ist Paris. 

Die Strähnen fallen. Die alten bretonischen Frauen um mich herum kommentieren, wie groß meine Augen plötzlich wirken und wie mutig sie mich finden. Aber ich höre nicht zu, sondern lächle glücklich in den Spiegel. Seit einem Jahr schon wollte ich meine Haare einmal so kurz schneiden. Aber in München schien das einfach nicht möglich. Ich schaue zufrieden dabei zu, wie mit jeder Strähne ein sozialer Zwang mehr von mir abfällt. Eine echte Münchnerin wäre ja doch nie aus mir geworden.


Text: Anne Gerstenberg

Foto: Privat

Fremdgänger: „Na, auch militant?“

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Unsere Autorin wundert sich diese Woche darüber, dass die politische Mentalität der

Deutschen so viel weniger enthusiastisch ist als die der Franzosen.  

„Und du? Bist du auch ein bisschen militant?“, fragt mich eine französische Kommilitonin. Als wäre das gerade in Mode und ungefähr so normal wie gerne Vanilleeis zu essen. Wir haben uns vor zehn Minuten kennengelernt und seitdem nutzt sie die Gelegenheit, mich über ihr politisches Engagement zu informieren. Ich lausche ihr mit einer Mischung aus Belustigung und ernsthafter Besorgnis. Denn die typisch französische Passion, wenn es um Politik geht, fasziniert mich ebenso so sehr, wie ich ihr gleichzeitig suspekt gegenüberstehe.

Französische Studenten sind politisierter, als ich es aus Deutschland kenne. Prinzipiell kann über alles eine wortreiche, laute und extrem leidenschaftliche Grundsatzdiskussion vom Zaun gebrochen werden. Sie haben klare Überzeugungen und bringen diese regelmäßig bei sogenannten „Manifestations“, das sind Demonstrationen, zum Ausdruck. Sonntag ist immer Demonstrationstag. Sie mobilisieren sich gegenseitig für alles Mögliche, vor der Uni stehen täglich neue Menschen mit Flugblättern, die zu Demonstrationen aufrufen. Ich bin ehrlich beeindruckt. 

Nun komme ich als Politikwissenschaftsstudentin aus einem überdurchschnittlich politisch interessierten und informierten Umfeld. Doch eine politische Kultur à la francaise kenne ich aus München nicht. Auch wir diskutieren in München bis spät in die Nacht und ergehen uns in links-intellektueller Selbstgefälligkeit, was das Zeug hält. Auch wir sind davon überzeugt, dass sich etwas ändern muss. Auch wir demonstrieren für Themen, die uns am Herzen liegen. Und doch fehlt uns eine gewisse Radikalität, die hier zum Umgangston zu gehören scheint. Unsere politische Mentalität ist viel systemunkritischer und weniger revolutionär, als es die französische schon immer gewesen ist, finde ich.

In München waren für mich Toilettenbesuche im Geschwister-Scholl-Institut immer eine spaßige Angelegenheit, fand sich doch immer irgendein amüsanter Spruch, den ich noch nicht kannte. Französische Unitoiletten meide ich, denn nicht nur ihr desolater Zustand, sondern auch die politischen Parolen an den Wänden schrecken mich ab. Dort finden sich Aussagen wie „Wählt Le Pen als eine Lehre für die kommenden Generationen!“ Ist das noch jugendlich-naive Verirrung oder schon strafbare Dummheit? Leider bin ich auf Französisch noch nicht eloquent genug, um Dinge, wie „Hitler war auch eine Lehre für die folgenden Generationen“ entgegnen zu können.

Meine Kommilitonin hier zum Beispiel ist links-radikal, möchte die Repräsentative Demokratie abschaffen und Selbstverwaltung einführen, Austritt aus der Europäischen Union und kommunistische Planwirtschaft inklusive. Stünde es in der zweiten Wahlrunde zwischen Marine le Pen und dem liberalen Kandidaten, wird sie nicht wählen. Warum auch, ihrer Meinung nach kann dann ja endlich die Regierung gestürzt werden und die ersehnte kommunistische Revolution kommen. Ich beginne mich zu fragen, was schlimmer ist. Das in Deutschland um sich greifende Desinteresse an Politik oder diese Politisiertheit, die sich fatal gegen die Demokratie richtet? Es macht mich unendlich wütend, mir vorzustellen, dass aufgrund linker Befindlichkeiten in Frankreich bald eine rechte Präsidentin all das, woran ich glaube, beseitigen soll. Auf ihre Frage antworte ich mit: „Ich identifiziere mich mit Demokratie.“

Text: Anne Gerstenberg

Foto: Privat

Fremdgänger: München, Stadt der Liebe

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Kann Paris in Bezug auf Romantik so viel mehr als andere Städte? Unsere Autorin startet ein Experiment und begibt sich in München auf die Suche nach dem Zauber für frisch Verliebte.

„Ah Paris – da ist das Leben so süüüß!“ bekam ich zu hören, wann immer ich erzählte, dass ich dort für eine Weile wohnen würde. Oder „ohoo, in der Stadt der Liebe!“ war auch ein echter Klassiker. Nun, viele dieser hübschen Vorurteile konnten der Realität nicht standhalten, denn Paris stinkt, lärmt, schmutzt und die Überzahl an Obdachlosen und Bettlern an jeder Straßenecke führen einem schnell vor Augen, dass das süße Leben hier nicht zu finden ist. Ist Paris die vielbesungene, mythisierte Stadt der Liebe?

Ich wollte daran zunächst nicht glauben. Paris ist doch eine Stadt wie jede andere und Liebe à Paris war für mich nicht mehr als diese furchtbaren Schlösser an Pariser Brücken und furchtbare Pärchen-Menüs in furchtbaren Touristenrestaurants. Denn wer ein Kuss-Selfie vor dem Eiffelturm – gedrängt zwischen einer Überzahl an Touristen – für den Gipfel der Romantik hält, dessen Einschätzung ist sowieso ungültig. 

Und doch bin ich dem Zauber, den diese Stadt auf frisch Verliebte versprüht, auch verfallen. Es ist schwer, sich nicht in Paris zu verlieben. Denn wer schon mal am Morgen danach ein frisches Pain au Chocolat in Jardin des Plantes gefrühstückt hat, gemeinsam stundenlang vor einem Espresso und mit Zigaretten in einem hübschen Straßencafé geplaudert hat, spätabends durch den fast leeren Louvre flaniert ist oder in einem winzigen originellen Weinkeller „Cave“ eine Flasche Wein geleert hat und dann durch einen pompösen Hauseingang in ein Bohème-Apartement, wie man es sich vorstellt, gelangt ist, der weiß, dass die Leichtigkeit, Süße und Romanik dieser Szenerien schon Verführung genug sind. Hat man dann noch einen verdammt schnuckeligen Begleiter – wie soll man ihm in einer solchen Kombination nicht verfallen? Dem Charme der Stadt zu widerstehen, ist einfach unmöglich.

Doch kann Paris in Bezug auf Romantik so viel mehr als alle anderen Städte? Auf Heimaturlaub in München wage ich den Selbstversuch und erkunde die bayerische Landeshauptstadt mit einem charmanten Münchner an der Hand. Und stelle fest, wenn man sich die Zeit nimmt, zu flanieren und die Stadt zu betrachten, statt wie sonst, sie vom Alltag blind zu durchlaufen, dann steht München der Zahl und Grad romantischer Plätze Paris nicht nach. 

Die Leopoldstraße ist genauso breit und lang und eindrucksvoll wie jeder Pariser Boulevard. Der Blick vom Friedensengel über die Lichter der Stadt kann genauso viel wie ein Blick von der Pont Neuf über „La ville de lumière“. Eine Breze im Hofgarten und ein Helles in einer gemütlichen Kneipe sind als Münchner Pendant zu Pariser Wein und Pain au chocolat unschlagbar.

Lange Spaziergänge durch den Englischen Garten sind genauso schön wie die durch die Tuileriengärten oder den Jardin du Luxembourg. Die Münchner Oper hat mindestens genauso viel Pomp wie die Pariser, und das Resi das bessere Programm als die Comédie Francaise. Will ich zu impressionistischen Gemälden seufzen, kann ich das auch in der neuen Pinakothek. Auch das Münchner Rathaus ist mindestens genauso eindrucksvoll wie das Hôtel de Ville. Und der viel besungene Himmel über Paris ist auch nicht blauer, seine Wolken nicht fluffiger als die bayerischen. 

Außerdem ist München gemütlicher, leiser, sauberer und weniger anstrengend als Paris. Ich stelle fest, Romantik lässt sich mit der richtigen Einstellung überall finden. Nur die richtige Einstellung findet man nur in Paris.

Text: Anne Gerstenberg

Foto: Privat