Spontan und ohne viel Schnickschnack

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Täglich porträtieren wir an dieser Stelle eine(n) der 20 mitwirkenden
KünstlerInnen unserer “10 im Quadrat”-Ausstellung im Farbenladen – mal
Fotograf, mal Modell. Heute: Fotograf Manuel Nieberle.

Manuel Nieberles Porträts wirken oft wie spontane Momentaufnahmen. Die Kleidung:
alltagstauglich. Die Orte: ein ungemachtes Bett oder ein Balkon mit
orangefarbenem Campingstuhl. Dadurch wirken seine porträtierten Models
entspannt und natürlich. Ebendiesem Konzept ist Manuel auch in seiner
„10 im Quadrat“-Fotoserie treu geblieben. Hierfür porträtierte er die
zehn Künstler alle bei ihnen zu Hause oder an Orten, an denen sie sich
oft aufhalten. Bei Michael Spieler zum Beispiel fiel die Wahl für eine
Location nicht schwer: Die Fotos mit ihm sind in und um seinen Bandraum
entstanden. „In meinem Konzept geht es hauptsächlich darum, die Personen
möglichst natürlich in ihrer gewohnten Umgebung abzulichten“, sagt
Manuel. Er verfolge damit das Ziel, eine vertrauliche und persönliche
Atmosphäre zu schaffen.

Manuel, geboren 1993, wuchs in Kaufbeuren
im Allgäu auf. Bevor er sich dem Fotografieren widmete, war er
hauptsächlich auf dem Skateboard oder bei Dreharbeiten mit Freunden
unterwegs. Das Aufnehmen von Skateboard-Fotos und -Videos war auch der
Grund, warum er sich in erster Stelle mit Kameras befasste. Seit 2013
studiert er Fotodesign an der Hochschule für angewandte Wissenschaften
München. Als Fotograf arbeitet er mit Fokus auf Porträts, Editorials,
Dokumentarisches und Mode. Manuel sagt, er wisse, dass man es als junger
Fotograf zunächst nicht unbedingt leicht hat und dass die Konkurrenz in
diesem Gebiet stets sehr hoch ist. Aber er findet auch, es sei gut,
dass es so viele Fotografen gibt: „Mich können alle Arten von Bildern
überraschen, die ich jeden Tag sehe. Dabei spielt es keine Rolle, ob es
ein brillantes Plattencover oder einfach nur gute Bilder auf Instagram
sind.“

Die Ausstellung “10 im Quadrat” ist an allen Wochenenden im Mai, samstags von 16 – 22 Uhr, sonntags von 16 – 20 Uhr, im Feierwerk Farbenladen geöffnet. Neben den Fotografien werden Konzerte, Lesungen und Diskussionen veranstaltet. Für weitere Infos klickt unsere Junge-Leute-Facebookseite.
Der Eintritt ist frei.

Text: Amelie Völker

Foto: Lara Cevari   

Fragen über Fragen – Manuel Nieberle

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“Die Stadt kommt mir jetzt noch etwas kleiner vor“ – sagt Fotograf Manuel Nieberle, einer der 20 Mitwirkenden unserer “10 im Quadrat”-Ausstellung im Farbenladen. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt.

Worum geht es
bei deinem Konzept? / Wie bist du darauf gekommen?
In
meinem Konzept geht es hauptsächlich darum, die Personen möglichst natürlich in
ihrer gewohnten Umgebung abzulichten. Somit kam ich auf die Idee, alle bei sich
zuhause zu porträtieren, um eine vertrauliche und persönliche Atmosphäre zu
schaffen.

Wie war es, so
viele unterschiedliche Leute für eine Bildserie zu fotograferen?
Ich
fand das sehr gut. Es war interessant so viele unterschiedliche, kreative
Menschen in München kennenzulernen und in einem recht kurzen Zeitraum mehr über
sie zu erfahren.

Welche
Begegnung hat dich am meisten beschäftigt?
Es
gab keine Person die mich mehr beschäftigt hat, als eine andere. Ich fand es
bei allen gleichermaßen interessant.

War es
schwieriger, z.B. einen Schauspieler/Musiker zu fotograferen (also 
selbst
“Künstler”), als professionelle Models und wenn ja, inwiefern?
Professionelle
Models wissen ja ganz genau, wie sie sich vor der Kamera verhalten müssen,
somit ist das natürlich ein Unterschied zu den Leuten, die das nicht beruflich machen.

Bist du auch
mal an deine Grenzen gestoßen? / Musstest du deine Vorstellung/ dein Konzept
über den Haufen werfen, weil es schlichtweg nicht ausführbar war?
Manche
wollten leider nicht Zuhause fotografiert werden oder es war aus anderen Gründen
einfach nicht möglich, somit hat das leider nicht bei allen geklappt und man musste
sich auf einen anderen Ort einigen.

Nimmst du die
Szene dieser Stadt nach dem Projekt anders war? Braucht es mehr 
Vernetzung?
Sie
kommt mir jetzt noch etwas kleiner vor. Durch dieses Projekt ist mir
aufgefallen, dass sich jeder aus irgendeinem Grund kennt, bzw. man sehr viele
gleiche Kontakte und Bekanntschaften in München hat.

Foto: Lara Cevari