Der Münchner Samurai

Der Münchner Samurai

Ryūnosuke Ōtsuka, 26, heißt eigentlich Markus Lösch. Fasziniert von der Kampfkunst wanderte er mit 18 Jahren nach Japan aus und ist heute der erste nicht-japanische Großmeister. In der aktuellen Ausstellung in der Kunsthalle erzählt er Besuchern von der Tradition der Schwertkämpfer

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Text: Ornella Cosenza / Fotos: Lara Freiburger

 

 

 

 

 

 

Von Freitag bis Freitag München – Unterwegs mit Mira

Mira scheut den
weiß-blau-behimmelten Spätsommer. Statt zum tausendsten Mal in diesem Jahr
irgendwo in der Sonne rumzuliegen, macht sie sich lieber auf ihren Weg von
Ausstellung zu Konzert zu Tanz zu Ausstellung. Und freut sich auf das bisschen
an vorausgesagten Wolken.

Für Deutschland ist so ein Sommer wie dieses Jahr
ungewöhnlich. Hatte es schon lange nicht mehr gegeben. Insofern geht der
Ideenreichtum bei Außenaktivitäten irgendwann zu Neige. Gut, wenn dann das
Wetter vielleicht sogar mal wieder etwas unbeständiger werden soll. Aber auch
sonst werde ich diese Woche höchstens auf meinem Weg von Veranstaltung zu
Veranstaltung Zeit draußen verbringen. Ich will endlich mal wieder auf Konzerte
und ins Kino gehen. Und in verschwitzten und viel zu eng zusammen gedrückten
Mengen tanzen. Alle anderen können sich ja schon wieder in den Englischen
Garten legen, vorausgesetzt, das Wetter lässt es zu. Ich beginne das Wochenende
am Freitagvormittag aber zuerst mit
einem Besuch in der Kunsthalle München. An diesem Tag beginnt die Ausstellung „Jean Paul Gaultier“.
Der unangepasste Modeschöpfer, von dem ich erst kürzlich ein sehr sympatisches Interview im
SZ-Magazin gelesen habe, ist von 11 bis 12 sogar selbst anwesend, um die
Ausstellungskataloge zu signieren. Abends suche ich das Import Export am
Leonrodplatz auf, um mir SASEBO und G’rag &
die Landlergeschwister
anzuhören. Das Import Export macht mir mit seinen
Veranstaltungen immer wieder Freude, und an diesem Tag ist der Eintritt sogar
frei, was mein Herz gleich nochmal höher schlagen lässt.

Am Samstag werde
ich den Tag gemütlich beginnen, mit Kaffee in der Küche zu Musik und Zeitung.
Am Abend gehe ich ins Ampere zum Jalla World Music Club.
Wer Spaß am ausgelassenen Tanz ohne Hipster-Etikett hat, kommt hier für gewöhnlich
zu Balkan und Arabic Beats auf seine/ihre Kosten.

Der Sonntag wird
dann vormittags eher inaktiv bleiben. Gegen Nachmittag werde ich nochmal in der
Flüchtlingsunterkunft in der Richelstraße bei der Donnersbergerbrücke
vorbeischauen, ob sie Hilfe gebrauchen können. 

Am Montag mache
ich mich frisch beschwingt auf in die neue Woche. Abends gehe ich ins Kino, wobei
es mir schwer fällt, mich zu entscheiden. Entweder „45 Years“
mit Charlotte Rampling, oder die Daniel-Kehlmann-Verfilmung „Ich und
Kaminski“
mit Daniel Brühl in der Hauptrolle. Ich entscheide mich für
letzteren und hoffe, dass der Geldbeutel am Ende der Woche noch genug hergibt,
um Charlotte auf der Leinwand zu erleben, die als Rentnerin hinter die Fassade
der Liebe blicken muss.

Am Dienstag verzagt
mein aufregendes Abendprogramm etwas. Ich widme mich dafür den vielen Büchern,
die ich schon lange lesen wollte und gehe früh zu Bett.

Mittwochs gehe
ich in die Pinakothek
der Moderne
, in der an diesem Tag der Eintritt immer frei ist, wandere
stundenlang durch das weitläufige Gebäude und schaue mir unter anderem
Fotografien aus der Zeit der Weimarer Republik an. Interesting!

Durch das Eingesparte in den vorherigen Tagen kann ich mir
am Donnerstag den Eintritt wieder
leisten und gehe in die Villa Stuck zur Retrospektive
/ Evelyn Hofer
. Das Titelbild finde ich schon mal sehr ansprechend.

Am Freitag fahre ich mit einer niederbayerischen Freundin
„in die Heimat“ zur Viechtacher
Literaturrevue
. Die soll „voll gut“ sein, sagt sie. Ich glaube ihr.

Mira Sonia Bahl

Foto: privat