Wo kann man… richtig gut Boule spielen?

image

Neben Festivalgaudi und Isaraction muss im Sommer auch mal Zeit zur Entspannung sein – mit einer Partie Boule auf dem Königsplatz, im Hofgarten oder auf der Theresienwiese.

1. Hofgarten
Natürlich im Hofgarten – und sich nebenbei entweder Packungen oder Ratschläge von den wahren Münchner Boule-Profis abgucken.

2. Königsplatz
Auf dem Königsplatz, wenn man bereit ist, auch ein bisschen zu posen.

3. Josephsplatz
Vor der Kirche vorm Josephsplatz, zwischendurch holt man sich einen Café in der Augustenstraße und bei einbrechender Dunkelheit geht’s in den Salon Irkutsk oder ins Bruckmanns (Neureutherstraße).

4. Isar
An der Isar, wenn man drauf steht, dass irgendwer für einen den rettenden Sprungs ins kühle Nass wagt, wenn euch die Boule-Kugeln ins Wasser rollen.

5. Pinakotheken
Vor den Pinakotheken, weil da selbst das Fußballspielen erlaubt ist.

6. Elisabethplatz
Auf dem Elisabethplatz in Schwabing, weil sich vielleicht noch ein paar Alteingesessene anschließen.

7. Hauptbahnhof
Direkt vorm Hauptbahnhof, weil man gleich zum Abriss des potthässlichen Gebäudes beitragen kann.

8. Theresienwiese
Auf der Theresienwiese, weil man hier eh alles super machen kann – nur an Verpflegung sollte gedacht werden.

9. Alter botanischer Garten
Vorm alten botanischen Garten nördlich vom Stachus. Verstärkung gibt’s am Abend beim Cucurucu, der schönen Alternative zum Kosmos mit Außenbereich – allerdings nur bis 23 Uhr.

10. Englischer Garten
Im englischen Garten natürlich, entweder zum Ärger anderer auf den Wegen, in der sandigen Pferdekoppel am Südende oder am besten ganz im Norden, wo man seine Ruhe und Ausblick auf ein paar wilde Tiere hat.



Text: Friederike Krüger

Foto: Raymond Römke

Ein Abend mit: Martin Piehlmeier

image

Der Akustikgitarrist Martin Piehlmeier tummelt sich wie die meisten Münchner wenn’s warm genug ist an der Isar und im Englischen Garten. Ob er dann auch immer seine Gitarre dabei hat, bleibt offen…

Name: Martin
Piehlmeier

Alter: 26

Beruf: Student

Internetseite:
www.martinpiehlmeier.com

 

Hier beginnt mein Abend:

Isar/Englischer Garten. Im Winter beim
Kumpel.

Danach geht’s ins/zu:

Am besten zu einem Konzert, aufs Tollwood oder
nach Schwabing.

Mit dabei ist immer:

Mein Hausschlüssel, hoffentlich.

An der Bar bestelle ich am liebsten:

Ein Weißbier.

Mein Lieblingsgesprächsthema:

Schlechte Witze in guter Gesellschaft.

Der Song darf auf keinen Fall fehlen:

Taro (Alt-J) / Bongo Bong (Manu Chao)

Mein Tanzstil in drei Worten:

Nicht so gut.

Meine dümmste Tat im Suff war:

… bestimmt witzig!

Das beste Frühstück nach einer durchfeierten
Nacht gibt’s im:

Bett.

Diesem Club/dieser Bar trauere ich nach:

Bis jetzt keinem/keiner, es gibt in München
genug schöne Ecken!

Foto: Privat

Mein München: Flaucher

Francesco Giordano, 23, fühlt sich an der Isar besonders wohl, denn es erinnert ihn an die Nagold in seiner Heimat. Weil Flüsse das Stadtbild immer besonders prägen, ist die Isar auch Teil seines Fotos.

Für Francesco Giordano, 23, war München ein neuer Lebensabschnitt. Von einer Kleinstadt in der Nähe von Tübingen zog er zum Studium in die bayerische Großstadt. Im Sommer verbringt er seine Tage am liebsten an der Isar. Einem Fluss, der das Stadtbild von München bestimmt – genauso wie der Fluss Nagold in seiner Heimat im Schwarzwald. Besonders den Flaucher besucht Francesco oft. „Es macht mir Spaß, die unterschiedlichsten Leute zu beobachten. Gerade im Sommer fühlt es sich so an, als würde sich ganz München hier treffen“, sagt er. Seit sechs Semestern studiert der junge Mann mit italienischen und spanischen Wurzeln an der Hochschule München Fotodesign. Das Berufsziel Fotograf stand schon während seiner Schulzeit fest.

Im Rahmen eines Uniprojektes fertigt Francesco einen Film an. An verschiedenen Standpunkten stellt er seine Kamera am Flaucher auf und macht im Fünf-Sekunden-Intervall Fotos. Die Bilder schneidet er zu einem Video. Die Menschen bewegen sich aus einem Bild und lassen sich im nächsten Motiv wieder finden. Mit einem erfundenen Ton unterlegt der Student den Film und versucht so, die Fantasie des Betrachters anzuregen.

„Der Flaucher ist für mich ein Rückzugsort direkt in der Stadt. Bei meinem Motiv erkennt man die Verbindung vom Urbanen und Grünen. Wohnhäuser und Straßen sind in unmittelbarer Nähe. Und trotzdem fühlt es sich so an, als ob man irgendwo auf dem Land wäre“, sagt Francesco. 

Von: Stefanie Witterauf

Foto: Francesco Giordano

Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Maxime

Maxime zeigt diese Woche, was es Abseits vom Fußball gibt. Für alle diejenigen, die keine schreienden isländischen Kommentatoren hören möchten, hat München einige zu bieten:   Was macht München mit mir? im Bahnwärter Thiel, Kino mit Ben Wheatleys Film „High Rise“, Kunst im Lyrik Kabinett mit  Dada today, eine Reise in die Zukunft bei STAR WARS Identities und Party beim  Uni-Sommerfest an der LMU oder  bei der Ethnoparty in der Glockenbachwerkstatt. 

Selbst unter Annahme der quantenmechanischen Viele-Welten-Interpretation gibt es wahrscheinlich kein einziges Universum, in dem mein Interessengrad an Fußball nicht gen Null tendiert. Die Regeln von Abseits finde ich  noch unverständlicher als Hegels Phänomenologie des Geistes, und Spielpläne konsultiere ich eigentlich bloß, um möglichst effizient feierwütigen Mengen in der U-Bahn aus dem Weg zu gehen. Dementsprechend habe ich für kommende Woche dann auch ein umfassendes Alternativprogramm zum omnipräsenten EM-Wahn zusammengestellt.

Freitags führt mich meine Alternativroute zu Was macht München mit mir? im Bahnwärter Thiel direkt bei der HFF. Dort erwartet die Gäste neben Musik und Getränken vor allem auch die Auflösung der titelgebenden, geheimnisumwobenen Kampagne, für die im Laufe der letzten Wochen Aussagen von jungen Menschen über die bayrische Landeshauptstadt gesammelt worden sind.

Falls das Wetter sich als nicht allzu kapriziös erweist, werde ich mich am Samstag im Anschluss an meine Klausurvorbereitungen aus meiner Höhle heraus an die im Sonnenlicht badende Isar trauen und mich dort endlich mal in Heraklits Aphorismen hineinstürzen. Zu dessen rätselhaften Sprüchen, mit denen er schon seit tausenden von Jahren für besonders schmerzhafte Knoten im Kopf sorgt, zählt unter anderem auch der Satz „Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen, denn andere Wasser strömen nach“. Welcher Ort sollte also perfekt für solch eine Lektüre geeignet sein, wenn nicht die Isar?

Sonntags zieht es mich dann nach der allwöchentlichen Probe mit meiner Band ins Kino, wo ich mir Ben Wheatleys „High Rise“ mit Tom Hiddleston in der Hauptrolle zu Gemüte führe. In besagtem Streifen, der  auf einem Roman von J. G. Ballard basiert, geht es um einen luxuriösen, abgeschotteten Gebäudekomplex, in dem sich eine Parallelwelt herausgebildet hat. Die Handlung nimmt ihren Lauf, als letzterer langsam zu zerfallen beginnt, was wiederum zu Spannungen zwischen seinen Bewohnern und damit auch zahlreichen sozialen sowie ökonomischen Fragestellungen führt.

Im Anschluss an mein Seminar zum Thema „Die Philosophie des Existenzialismus und ihre künstlerische Darstellung“ am Montag habe ich einen Abstecher in den Englischen Garten eingeplant. Dort kann ich die Erkenntnisse aus Letzterem dann auch gleich selbst in die Praxis umsetzen. Antoine Roquentin aus Sartres La Nausée nacheifernd, versuche ich genau wie er beim Betrachten der ansässigen Bäume von der Erkenntnis der Sinnlosigkeit unserer Existenz ereilt zu werden. Alternativ reichen dazu aber auch wahrscheinlich die um diese Jahreszeit notwendigerweise im Park anzutreffenden Nudisten aus.

Ähnlich sinnlos geht es am Dienstag weiter, wo ich im Lyrik Kabinett die Veranstaltung Dada today besuche, welche ganz im Zeichen der titelgebenden Kunstrichtung steht. Unter den vielfältigen künstlerischen Strömungen des 20. Jahrhunderts zählt Dada definitiv zu meinen Lieblingen. Das liegt vor allem daran, dass die ihr zugerechneten Kunstwerke es auch nach hundert Jahren noch immer zustande bringen, Menschen zur Weißglut zu bringen. Das durfte ich erst vor Kurzem in einer Vorlesung in Kunstgeschichte feststellen, als unser Dozent ein Bild von Marcel Duchamps Fountain zeigte und dieses allerlei herrlich empörte Rufe hervor rief. Dieser Ablehnung möchte ich an dieser Stelle nur ein besonders ergreifendes und treffsicheres Zitat von Hugo Ball, einem der bekanntesten Dadaisten, entgegenstellen: „gadjama bimbalo glandridi glassala zingtata pimpalo ögrögöööö“.

Inspiriert von der gestrigen Veranstaltung bastele ich mittwochs mit dem Gitarristen und Sänger meiner Band an unserem gleichermaßen dadaistischen elektronischen Sideprojekt weiter. Abends steht dann das Cinema Iran in der Stadtbibliothek München an. Da das iranische Kino in den letzten Jahren zahlreiche hochwertige Filme, wie etwa Persepolis oder den experimentellen A Girl Walks Home Alone at Night, hervor gebracht hat, freue ich mich auch umso mehr auf den Abend.

Auch der Donnerstag ist der siebten Kunst gewidmet — dann steht nämlich die noch bis Mitte Oktober in München stattfindende Ausstellung STAR WARS Identities auf dem Plan. Zu diesem Anlass schleppe ich auch extra meine Plastiklaserschwerter mit. Die haben nämlich zusätzlich den Vorteil, dass ich mich mit ihnen auf dem Weg notfalls auch gegen all jene Fußballfans, die ich mit meiner dezidierten Ablehnung gegenüber ihrer Lieblingssportart sosehr vergraule, dass sie mich mit ihrer eigenen Variation von Darth Vaders Force choke in die Mangel nehmen wollen, zur Wehr setzen kann.

Freitags lasse ich meine EM-freie Woche dann schließlich noch mit dem Uni-Sommerfest an der LMU und der parallel dazu stattfindenden Ethnoparty in der Glockenbachwerkstatt ausklingen.

Von Freitag bis Freitag München – Unterwegs mit Michaela

image

Die Sonne strahlt warm auf die Haut, das Eis schmilzt kalt auf der Zunge. Es ist Frühling! Faul auf der Couch liegen, kann man im Winter. Deswegen heißt es für Michaela, rausgehen – auf den Markt, an die Isar. Dort, wo man den Frühling schmecken, riechen und fühlen kann. Wer die schönste Zeit im Jahr nicht ausnutzt, ist selbst schuld, findet sie. Aber auch wenn die Sonne untergegangen ist, gibt es in München diese Woche viel für Michaela zu entdecken: Einen Filmabend der Kunstakademie München oder die Ausstellung “Take it – don’t leave it” zum Beispiel.

Der Frühling ist die beste Zeit, um frischen Wind in die Bude zu bringen. Auf dem Schreibtisch stapeln sich alte Uni-Unterlagen, die Regale sind eingestaubt. Jetzt heißt es: aufräumen und ausmisten. Das Beste daran: In Wohnung und Kleiderschrank ist wieder Platz für neue Sachen. Als Belohnung geht es Freitag auf die Designmesse „Blickfang“. Ab 14 Uhr zeigen 100 Designer aus 11 Ländern ihre Kreationen. Ich suche nach Postern oder Bildern, denn auch nach einem halben Jahr in München sind meine Wände noch kahl. Nach der Shoppingtour geht’s auf einen Absacker ins „Nage und Sauge“. Bei guter Musik und leckeren Salaten mit Foccacia kommt man wunderbar in Wochenendstimmung.

Samstag will ich früh raus. Diese Woche war Spargelanstich. Also schlendere ich durch das bunte Treiben am Viktualienmarkt. Eine Handvoll weißer Stangen landet in der Einkaufstasche. Ich schiebe meine Sonnenbrille ins Haar, genieße die zarten Strahlen auf dem Gesicht. So scheint die Sonne nur im Frühling. Mittags gibt es Spargel mit Salzkartoffeln, natürlich auf dem Balkon.
Frischer Wind kommt auch von außerhalb ins Land. Viele Flüchtlinge kamen in den letzten Monaten in München an – und mit ihnen neue Kulturen, neue Ideen und Meinungen. Im Alltag aber kreuzen sich die Wege von Geflüchteten und Einheimischen selten. Das will die Veranstaltung „All Human Beings Are Equal” ändern. Die Münchner Kammerspiele machen ein lockeres und ungezwungenes Kennenlernen möglich. Los geht’s heute Abend um 19:30 Uhr mit einer Vernissage. Zwei Wochen lang gibt es ein tolles Rahmenprogramm mit Bildern, Lesungen und Diskussionen. Ein spannendes Projekt, das sich niemand entgehen lassen sollte. Danach geht es – je nach Lust und Laune – zum Abtanzen in den Club.

Am Sonntag heißt es erstmal ausschlafen. Die Nacht war zu kurz, der Wein zu viel. Dagegen hilft nur frische Luft: Also ab aufs Mountainbike und eine Runde über die Isartrails heizen. Hat sich die Sonne dann noch nicht verzogen, mache ich es mir am Flaucher gemütlich: eine Decke, ein Radler und ein gutes Buch. So lasse ich den Tag ausklingen.

Am Montag holt mich die Realität ein. Der Tag war stressig, es gab viel zu tun. Gut, dass ich am Wochenende Energie getankt habe. Ich bin noch nicht müde, will was erleben: also ab zum Filmeabend der Kunstakademie München. Um 20 Uhr läuft ein Überraschungsfilm. Nur so viel wird verraten: Es geht um das Asperger-Syndrom. Ich hol mir Popcorn und bin gespannt.

Von Dienstagen halte ich nicht viel. Es ist nichts los. Das Wochenende ist noch viel zu weit weg. Ich gebe auf, die Frühjahrsmüdigkeit hat mich gepackt. Ich mixe mir einen Shake aus Grünkohl, Zitronen, Äpfeln, Ingwer und Minze und entspanne auf dem Balkon.

Am Mittwoch will ich Kultur. Ich mag das Moderne: schlicht, gradlinig und trotzdem besonders. In der Design meets Photography Ausstellung „Take it – don’t leave it” bin ich genau richtig. Eindrucksvolle Fotos und Design-Objekte bilden eine Einheit. Die Vernissage startet um 18 Uhr in der Maximilianstraße.

Der Donnerstag ist für Musik reserviert. Ab 20 Uhr tritt Singer-Songwriterin Sofia Talvik im Lost Weekend auf. Der Neo-Folk der Schwedin ist unaufdringlich und leicht. Leicht wie ein warmer Sommertag. Und so entführen mich ihre selbstgeschriebenen Songs in eine fremde Welt. Ich schweife ab, denke an Reisen und Abenteuer. Mit dem bittersüßen Gefühl von Fernweh gehe ich nach Hause und plane meinen Sommerurlaub in Tansania.

Am Freitag gehe ich ins Harry Klein, nein falsch: ins Marry Klein. Einmal im Jahr tauft sich der Technoschuppen um. Der Grund: Es soll auf die Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen aufmerksam machen. Während der Aktion legen nur weibliche DJs und VJs auf. Außerdem gibt es ein spannendes Rahmenprogramm: Der Tag heute widmet sich den weiblichen Ikonen der elektronischen Musik. In kurzen Filmen erzählen sie von ihrem Alltag und ihrer Liebe zur lauten Musik. Wer danach mehr über die Künstlerinnen wissen will, kann diese einfach fragen: Einige der Protagonistinnen stehen nach dem Programm für einen Plausch bereit. Danach schnappe ich mir ein paar Freunde und gehe ins Milla. Hier wühlen sich die DJs durch die Plattenkisten. Wer Interpret und Titel errät, bekommt ein Freigetränk. „Junktion“ aus Berlin und „Dance Kill Move“ aus Stockholm stehen an den Turntables. Funk, Hip-Hop und Dubsteb mischen sich zum Soundtrack meiner Frühlingsnacht. 

Foto: Privat

Von: Michaela Schwinn

Von Freitag bis Freitag München mit Yunus

image

Der gute Vorsatz zum neuen Jahr – er wird ambitioniert ausgerufen und weicht am Ende meist doch nur altbekannten Gewohnheiten. Kein Grund es erst gar nicht zu versuchen denkt sich Yunus: Er beginnt seine Münchner Woche also joggend an der Isar. Außerdem begeht er einen Frühjahrsputz. Der beschränkt sich allerdings auf seine Festplatte. Er ist Fotograf, da sammelt sich Einiges. Er besucht eine Ausstellung von Alina Birkner und hört auf einer Lesung die spannenden Texte von Sophia Klink.

Braun
gebrannt und wieder gut in München angekommen, fange ich ganz ehrgeizig an meinen einzigen Neujahrsvorsatz umzusetzen
– den obligatorischen „gesünder leben und mehr Sport machen“ Vorsatz.

Ich schlüpfe also am Freitag endlich mal
wieder in meine Laufschuhe und fange an, etwas für Körper, Geist und Seele zu
tun. An
der Isar jogge ich an  vielen Menschen vorbei, die den selben Tatendrang
verspüren. Dabei höre ich das neuste DJ Set von Einmusik. Musik brauche ich
dann doch noch um mich endgültig motivieren zu können.

Ausgepowert
und doch aufgeladen mache ich mich anschließend auf den Weg in die
Adalbertstraße zur Super+ Centercourt Galerie. Sie dient als
Ausstellungsraum für junge Kunst aus München. Die Malerin Alina Birkner stellt
dort ab heute einige ihrer Arbeiten aus. Sie studiert direkt um die Ecke an der
Akademie der bildenden Künste. Mit
dem Geruch von Acryl in der Nase treffe ich mich danach noch mit Freunden auf
ein kühles Bier im Café Sax.

Den
Samstag verschlafe ich zur Hälfte,
da es natürlich doch nicht bei dem einem Bier geblieben ist – fängt ja schon
wieder gut an. Am
frühen Abend zieht es mich in das Kafe Kult. Heute
beginnt dort zum sechsten mal das innen: welt. Festival, welches
von dem Kollektiv innen.aussen.raum auf die Beine gestellt wurde. Auf
die Band Warm Graves, deren atmosphärische Sounds mich schon seit einer Weile
begeistern, freue ich mich am meisten!

Am Sonntag startet bei mir schon vorzeitig der Frühjahrsputz. Ich
fotografiere. Sehr viel. Und im digitalen Zeitalter füllen sich dementsprechend
die Festplatten rasant. Also verbringe ich den Tag damit, Bilder aus dem vergangenen
Jahr auszusortieren und erlebe dadurch einen verspäteten Jahresrückblick.
Richtig viel leerer werden meine Festplatten trotzdem nicht. Doch alles irgendwie wichtig und unvergesslich.

Am
Abend schaue ich im Substanz vorbei. Dort findet heute der erste Poetry Slam des Jahres statt und das
lasse ich mir natürlich nicht entgehen.

Am
Montag schaffe ich es endlich mir
das Projekt „Genesis“ von Sebastião Salgado im Kunstfoyer anzuschauen. Ich bin spät dran. Die Ausstellung läuft schon seit Anfang Oktober. Normalerweise bin ich, als begeisterter Fotograf, unter den ersten Besucher. Die
Hommage an den Planeten Erde in Form von beeindruckenden Schwarz-Weiß
Fotografien ist hier noch bis zum 24. Januar zu sehen.

Mein
Dienstag beginnt mit einer Runde
Joggen. Oder doch nicht. Ich bin noch unentschlossen. Motiviert bin ich ja, aber es ist so kalt draußen. Doch
es könnte auch schlimmer sein, denke ich mir. Schnee. Matsch. Januar eben.

Da
sollte der nicht vorhandene Winter ein Grund mehr sein, um mich zu
überwinden. Außerdem kann ich doch nicht jetzt schon wieder aufgeben! Deshalb ziehe
ich mich warm an, suche mir wieder gute Musik aus und laufe los. Diesmal
höre ich ganz passend die EP „On The Run“ von den Kytes. Die Band, der ich auch meine
Stimme bei der Suche nach der Band des Jahres auf der SZ-Jugendseite gegeben
habe.

Den
Mittwoch widme ich einmal mehr der
Fotografie und schaue bei der Vernissage von Paul Hiller vorbei. In der Galerie
BIG POND Artworks stellt er unter dem Titel Merry-Go-Round einige
Bilder aus. Sie befinden sich meistens in großen Leuchtkästen. Dadurch wirken sie noch einmal
ganz speziell auf den Betrachter.

Vier Bands spielen jeweils vier Songs. Das klingt gut! Donnerstag schaue ich beim Singer & Songwriter Table in den BavariaMusikstudios
vorbei. Hier bekommen Musiker seit kurzem die Möglichkeit sich und ihre Musik
zu präsentieren. Heute treffen Musiker aus München, Wien, Augsburg und Berlin
aufeinander. Das kann heiter werden!

Es
ist Freitag, und bevor ich mich am
Abend meiner Lieblingsmusik zuwende und das Tanzbein
schwinge, mache ich noch einen kleinen Abstecher in das Haus der kleinen Künste. Liaison heißt die Lesereihe. Unter anderem liest heute Sophia Klink. Sie
wurde im Jahresausblick der SZ-Jugendseite vorgestellt.
In ihren Texten verarbeitet sie Dinge, die sie aus ihrem Biologiestudium
kennt. Ich bin ziemlich neugierig!

Am
Abend spielen Catz ´n Dogz in der Roten Sonne. Der ein oder
andere Gin Tonic und das eine oder andere Bier verschweige ich lieber. Sonst muss ich morgen schon wieder Joggen gehen.

Von Yunus Hutterer

Georg-Christoph Maria Stadler: Isar

image

Georg-Christoph Maria Stadler blickt auf das Isarufer: nach dem Besuch einer Kunstmesse hat er Lust, etwas Eigenes zu machen. Der Schnappschuss entstand mit langer Belichtungszeit und Überlagerung.

Verworren und leuchtend zugleich ist der Blick von Georg-Christoph Maria Stadler auf das Isarufer. Seit zwei Jahren wohnt er nun in München. „Anfangs war es schwer, Fuß zu fassen in der Stadt und Leute kennenzulernen“, sagt Stadler, 24, Kommunikationsdesign-Student. Nach einem Besuch der Kunstmesse „Stroke“ entstand der Schnappschuss mit langer Belichtungszeit und Überlagerung. Er war ernüchtert und verspürte den Drang, etwas Eigenes zu machen. „Ich kannte mich nicht aus und spazierte am Ufer. Die ganze Stadt war für mich damals verschwommen“, sagt er. Das zeigt sein Bild eindrücklich. Erst mit der Zeit habe es sich für ihn aufgeklart. Beim Fotografieren habe er allerdings keine wirklichen Vorbilder. „Ich handle da sehr egoistisch und versuche für mich selbst, verschiedene Stile auszuprobieren und zu sehen, was ich für andere Projekte verwenden kann“, sagt der junge Mann. Natalie Mayroth

image

Neuland

Der Linoleum-Club sucht für eine Tagesausstellung an der Isar Beiträge zur Gestaltung des öffentlichen Raumes an der Isar.

Der Linoleum-Club verlässt am 20. September seine Räumlichkeiten in der Rupprechtstraße 29. Keine Sorge, nur für einen Tag. Bei einer Tagesausstellung am „Isarbalkon“ werden ausgewählte Beiträge zu dem Wettbewerb „Deine Isar – deine Stadt“ gezeigt, der Einsendeschluss ist am 1. September. Gesucht werden Beiträge zur Gestaltung des öffentlichen Raumes an der Isar. Den Anstoß zu dieser Veranstaltung gab der Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. Wie genau der Abend aussehen wird, sei von den Einsendungen abhängig, erklärt Julian Schulz, 27, einer der Gründer des Linoleum-Clubs (Foto: privat): „Wir lassen uns überraschen.“ Egal ob Fotografie, Poetry-Slam, Musik oder Kunstwerke jeglicher Art – die Form ist vollkommen offen. Julian und das Team sind sehr gespannt auf die Beiträge und hoffen auf gute Ideen: „Ich kann mir gut vorstellen, dass der Bezirksausschuss auch Vorschläge aus der Ausstellung annimmt.“ Gabriella Silvestri