Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Anastasia

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Unsere Autorin spürt den Herbstblues anklopfen und leitet entsprechend Gegenmaßnahmen ein: “eine gute Mischung aus Entpannung und Aktion”, die ihren Höhepunkt beim Sound Of Munich Now findet.

Irgendwie bin ich müde. Ausgelaugt. Langsam, aber sicher setzt
der Herbstblues ein. Bäh. Meine Woche plane ich also folgendermaßen: Eine gute
Mischung aus Entspannung und Aktion, aus Kopf frei kriegen und spannenden
Eindrücken und vor allem ganz viel Musik.

Gleich am Freitag wird’s aber nichts mit Kuscheldecke und
Entspannung. Auf dem Programm für heute steht Kopf frei kriegen, bzw. frei
tanzen. Ich bin auf einem Geburtstag eingeladen, also Schluss mit Mimimi. Die
Milla ruft und da ist Jammerei einfach fehl am Platz. Der Münchner Live-Club
feiert 5-Jähriges und das Party-Programm klingt vielversprechend. Geboten wird
eine Ausstellung, DJs, Konzerte. Der Milla wird heute Ehre gebührt.

Müde laufe ich am Samstag durchs Glockenbach und zum
Marienplatz. Was ist denn hier los? Bis Weihnachten ist doch noch ein Weilchen.
Ich werde von Eindrücken überflutet. Infostände, viele Reden, Weihnachtsgebäck.
Die Veranstaltung „Weihnachten vegan 2017“ findet hier statt. Das erklärt also
den Spekulatius-Geruch. Die Vorbereitungen fürs Fest sind voll im Gange, nur
dieses mal in einer etwas alternativeren Version. Ich bin nicht der Meinung,
dass uns allen leckeres Vollmilch-Schokoladengebäck und die Weihnachtsgans
verboten gehören, dennoch kann man die Tatsache nicht leugnen, dass unsere
Feiertage ein Todesurteil für sehr, sehr viele Tiere sind. Wieso also nicht ein
bisschen umdenken, oder sich zumindest informieren? Das schadet ja nicht, das ist sogar notwendig. Im Rahmen dieser Veranstaltung will man ein Zeichen setzen.
Ein Zeichen gegen konservatives Festhalten an traditionellen
Weihnachtsgerichten, wie verschiedene Braten, Fisch, Geflügel, Wild, Pasteten
und anderen „Spezialitäten“. Kein Muss, aber ein Angebot. Okay, genug mit kontroversen Gesprächen. Ich verwöhne mich heute
ein wenig. Das macht gute Laune und Shopping hilft bekanntlich gegen
Herbstblues. Spontan entscheide ich mich zwischen dem Midnightbazar und der
Veranstaltung „Vintage Kilo Sale“. Mein Second-Hand-Herz schlägt höher und mit
meiner Ausbeute in der Tasche geht’s heute Abend für mich nun endlich ins Bett
zu Netflix und einer neuen Folge „Riverdale“. Abends wird entspannt.

Sonntagmorgen. Während die ganze Welt verkatert durch dien Tag
strahlt, bin ich super-fit und bestens gelaunt. Positive Energie gehört
genutzt. Nachmittags geht’s zum Pop-Up-Yoga. Tja, da habe ich also meine
Möglichkeit um endlich runter zu kommen. Um 17.30 trifft man sich im Museum
Fünf Kontinente, Yoga-Matte im Gepäck. Mit einem entspannten Om beende ich mein
Wochenende.

Montagmorgen: Routinierte Lektüre der SZ-Junge-Leute-Seite und
vorbildlicher Stundenten-Kram. Abends belohne ich mich selbst mit einem
Event-Highlight: Maeckes spielt im Feierwerk. Die Zusatzshow von „Die Stunde
zwischen Tilt und Gitarre
“ soll den Übergang des Künstlers zwischen seinem
alten und neuen Stil aufzeichnen. Ich freue mich auf einen langen Abend im
Feierwerk, gute Musik und noch bessere Gesellschaft.

Puh, am Dienstag steht ganz viel Uni an. Es wundert mich also
selbst, dass ich abends dennoch genügend Energie habe, und es mich ins Lost
Wekkend lockt. Dort wird weiter gesprochen, weiter informiert und diskutiert.
Das Thema lautet: „Soziale Medien – Schrill, laut und wahlentscheidend?“ Inwieweit sind wir in medialen Filterblasen gefangen oder machen alle mal wieder nur
viel Lärm um nichts? Ich will mir selbst eine Meinung bilden. Um 19.30 Uhr
geht`s los!

Das gehypte Lovelace startet an diesem Mittwoch die neue Reihe „Philosophy of Love, Art and
Technology
“. Ist Musik eine Liebe deines Lebens? In meinem Fall wird die
Frage selbstverständlich mit JA beantwortet. Zu Gast sind die Musiker Claas
Krause und Chris Verworner. Es soll ein Abend voll Philosophie in Form eines
Live-Dialogs und Musik entstehen. Klingt spannend und doch weiß ich nicht so
ganz, was ich mir unter all dem vorstellen soll. Also ausprobieren! Eintritt
ist übrigens frei.

Wer mich etwas besser kennt, weiß folgende zwei Dinge über mich:
Ich bin ein riesen Tollpatsch und hab nur geringfügiges Talent dafür, meine
Fettnäpfchen-Treter zu kaschieren. Das funktioniert mal mehr und eigentlich
sehr oft weniger gut. Scheint so, als wäre ich wie gemacht für die „Epic Fail
Night
“. Im Provisorium wird Donnerstagabend darüber gesprochen, wie es ist auf
die Schnauze zu fallen. Tja, Story of my life.

Neuer Tag, neues Glück, neues Wochenende! Nach dem Fail-Abend
von gestern, der im Grunde alles andere als ein Fail war, wache ich heute mit
einem breiten Grinsen auf. Freitag, wunderschöne sieben Buchstaben. Bevor es
feierlich wird, statte ich dem Museum Fünf Kontinente einen Besuch ab. Immer
wieder faszinieren mich Menschen, die mit einem unglaublichen Sprachentalent
beschenkt wurden. Und auch wenn ich während meiner Schulzeit und im Studium
einige Sprachen kennenlernen durfte, bleibe ich nach wie vor neugierig. Für
einen Crash-Kurs in Tok Pisin konnten das Museum Fünf Kontinente und das
Institut für Ethnologie den amerikanisch-britischen Linguisten Craig Volker
gewinnen. Ich freue mich darauf etwas neues aus zu probieren und neben Sprache
auch kulturelle Einflüsse kennen zu lernen.

Am Abend ist die Luft eindeutig raus. Kopf frei tanzen! Die
Frage nach dem „Wohin?“ muss heute schon mal nicht geklärt werden. Ganz klar,
dass ich mich schnellstmöglich ins Feierwerk begebe. Dort findet in den
nächsten zwei Tagen eines der Top-Festivals im Münchner Raum statt. Den Auftakt
des Sound Of Munich Now will, kann und darf ich mir selbstverständlich nicht
entgehen lassen. Die Line-Up klingt viel versprechend. Gäste aus dem Bereich
Electronica heizen das Feierwerk ein. Noch dazu gibt`s Klänge aus Hong Kong und
eine After-Show-Party. Ganz klar, dass der morgige Tag ein klein wenig müde
wird, dennoch lohnt es sich für diese Veranstaltung zwei Tage einzuplanen, denn
am Samstag geht es weiter mit Musikern aus Erlangen, Traunstein und den
angesagtesten Künstlern unserer Stadt.

Text: Anastasia Trenkler

Wo kann man… ? 5 schöne Städtchen und Orte für Tagesausflüge rund um München

Viele von uns teilen eine Meinung: München ist die schönste Stadt
der Welt und macht so ziemlich allen anderen deutschen Großstädten mächtig
Konkurrenz. Aber auch rund um München gibt es viele schöne kleine Städtchen und
Orte, die es sich zu erkunden lohnt.

Und ja, hier spricht ein Landkind. Und
bevor an dieser Stelle abgewunken und die Augen gerollt werden, startet doch
zuerst mal einen Versuch. Denn wer sich immer nur im Komfort von Maxvorstadt
und nicht versiegenden Konsumquellen badet – man bedenke, dass diese auch auf dem
Land bis zum grandiosen 20-Uhr-Moment geöffnet haben –, der verpasst schöne
Orte mit weniger Trubel und dennoch ganz viel Charakter.

Wer also Lust hat, einen
Tagesausflug raus aus der Stadt zu machen und trotzdem eine bunte Mischung aus
Urlaubs-Feeling, Spuk, Kultur und Musik-Events vertragen kann, sollte sich
folgende fünf Tipps zu Herzen nehmen.

1)    Wasserburg
am Inn

Ein kleines Städtchen am Inn. Wenn man dort in einem der vielen
Cafés sitzt, könnte man glatt meinen,
den Sommertag in einem kleinen italienischen Städtchen zu
genießen. Tja, kein Wunder! Wegen der vielen bunten
Häuserfassaden und einer Menge altertümlicher Architektur, trägt Wasserburg im
tiefsten Oberbayern ganz viel südländischen Flair in sich. Weniger Hipster als
in der Maxvorstadt. Authentischer als das Glockenbach. Touristisch und dennoch nicht
so überlaufen wie Stachus und Marienplatz. Manchmal vielleicht sogar weniger
bayrisch als Giesing.

2)    Chiemsee

Der Chiemsee, das Meer der Bayern. Ja, wir Münchner haben hier
den Ammersee, den Eisbach und den Flaucher. Warum ich nun aber noch mit dem Chiemsee
daher komme? Richtig, die Alpennähe. Egal ob
im
Frühling

und Herbst für Radltouren um den See,

im Winter zum Christkindlmarkt auf
der Fraueninsel oder dann wieder im
Sommer zum Flanieren, Baden und an der Beachbar in Übersee Cocktails schlürfen

ein wenig Ruhe und Erholung weit weg
von Surfern und Grünwald-Bewohnern ist dem Ausflügler sicher. Da lohnt sich die Stunde Fahrt raus aus der Großstadt auf alle Fälle.

3)    Ebersberger
Forst

Nein, der Englische Garten ist kein richtiger Wald, trotz der
vielen Bäume. Und wenn euch das bisschen Grün noch nicht genug Natur war, so
empfiehlt sich ein Besuch des Ebersberger Forsts. In der Region München ist er
das größte zusammengesetzte Waldgebiet und bietet allerlei Attraktionen. Vom
Sportln, Wildschweine bestaunen bis hin zum Schwammerl suchen, ist hier alles
möglich. Außerdem handelt es sich um einen besonderer Ort, an dem die weiße Frau zu Hause ist. Was es damit
auf sich hat? Der Legende nach spukt auf Höhe der Hubertuskapelle gleich an der
Straße, die durch den Forst führ, ein Geist. Fahrt hin, seht selbst und nehmt
die Gruselgestalt für ein paar Kilometer mit. Der Geist fährt nämlich per
Anhalter.

4)    Kampenwand

Naja, ich selbst bin nicht so die Alpinistin. Wenn man aber
leidenschaftlicher Berggänger ist, und nach der vielen Wanderei wunderschöne
Ausblicke genießen möchte, dann empfiehlt sich die Kampenwand ganz besonders
für alle Anfänger unter den Wanderleuten. Die Sicht vom Gipfel aus ist
atemberaubend und lässt sich keinesfalls mit der vom Café Vorhoelzer
vergleichen. Noch dazu gibt’s Kaiserschmarrn und Radler auf der Almhütte.

5)    Kirchanschöring

Der Ort im Landkreis Traunstein ist eigentlich so richtig “Dorf” und gleicht
in allerlei Hinsicht so ziemlich jedem anderen in Oberbayern. Doch grade im Frühherbst ist Kirchanschöring
meiner Meinung nach

ein kleiner Geheimtipp. Hier
findet jährlich das Festival im Grünen statt. Dabei handelt es sich um ein
Ein-Tages-Event. Geboten werden viele verschiedene Attraktionen und in
aller erster Linie ein Line-Up, das es in sich hat. Viele Newcomer aus dem
Kreis München, aber auch bekannte Gesichter aus den Bereichen Rap und Mundart-Musik
sind jedes Jahr auf’s Neue bei dem ein wenig alternativen, bunten, kleinen aber feinen
Event in Kirchanschöring zu Gast.

Text: Anastasia Trenkler

Foto: Christian Endt