Ein Abend mit: Lara Freiburger

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Lara Freiburger arbeitet als freiberufliche Fotografin und hat für unsere Ausstellung “10 im Quadrat – Reloaded” zehn KünstlerInnen porträtiert. Sie trauert dem ATOMIC CAFÉ immer noch nach. Zwölf Fragen zu Laras Nachtleben.

Name: Lara Freiburger 
Alter: 26
Beruf: freiberufliche Fotografin

Internetseite: www.larafreiburger.com

1) Hier beginnt mein Abend: gemütlich auf dem Sofa
  
2) Danach geht’s ins/zu: Frau Bartel’s
  
3) Meine Freunde haben andere Pläne. So überzeuge ich sie vom Gegenteil: Hier gibt’s
Bier!
  
4) Mit dabei ist immer: mein Rucksack
  
5) An der Bar bestelle ich am liebsten: Moskau Mule
  
6) Der Song darf auf keinen Fall fehlen: Lonely Boy – The Black Keys

7) Mein Tanzstil in drei Worten: eins, zwei, zack!
  
8) Der Spruch zieht immer: Heute wirklich nur auf ein Bier!
  
9) Nachts noch einen Snack. Mein Geheimtipp ist: Döner an der Freiheit

10) Meine dümmste Tat im Suff war: den Sonnenaufgang stundenlang in der falschen
Himmelsrichtung gesucht 

11) Das beste Frühstück nach einer durchfeierten Nacht gibt’s im/bei:
Weißwurstfrühstück zu Hause 

12) Diesem Club/dieser Bar trauere ich nach: ganz klar: ATOMIC CAFE! 

Foto: privat

Momente und Emotionen

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Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Fotografin Christin Büttner.

Für Christin Büttner, geboren 1988, hat Kreativität auch
immer etwas mit Verletzlichkeit zu tun. Seitdem sie im Juli 2016 ihren Fotodesign-Bachelor
an der Hochschule München abgeschlossen hat, ist sie als freiberufliche
Porträt- und Dokumentar-Fotografin tätig. Schon ihre beiden Großväter haben
viel fotografiert und so lag es nahe, dass sie mit zwölf Jahren angefangen hat
zu fotografieren. „Nach dem Abitur habe ich ein Praktikum bei einer
Stilllife–Fotografin gemacht und dabei gemerkt, dass mich Menschen doch mehr
reizen als  Bierflaschen“, sagt Christin.
Ihre Fotos sind nah, authentisch und emotional. „Mich reizt es, Momente und
Emotionen einzufangen und, auf den ersten Blick, unscheinbaren Dingen oder
Situationen Aufmerksamkeit und eine Ästhetik zu geben“, erklärt Christin. „Mir
ist es sehr wichtig, dass sich die Portraitierten in den Situationen und mit
den Fotos am Ende wohl fühlen.“

Christins fotografischer Stil spiegelt sich auch in den
Fotos für die Ausstellung wider, da sie die Künstler an dem Orten abgelichtet hat,
an denen sie selbst kreativ sind. „Die Lichtverhältnisse waren manchmal
schwierig, da ich ausschließlich mit vorhandenem Licht gearbeitet habe. Zum
Beispiel abends im Bandraum. Aber ich wollte die Lichtstimmung genau so
einfangen, wie sie an dem Ort ist. Zwei hatten sich lustigerweise genau denselben
Ort ausgesucht, da musste ich ein bisschen variieren“, sagt Christin. „Vor
allem das Arbeiten mit Schauspielern hat sehr viel Spaß macht, da sie ein sehr
ausgeprägtes Gefühl für ihren Körper und ihre Mimik haben.“

Text: Lena Schnelle

Foto: Christin Büttner

Momentaufnahmen

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Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Fotografin Julie March.

Die einen essen lieber Nudeln, die anderen Braten und andere
wiederum Schokolade. Julie March, geboren 1996, wollte die Models so
fotografieren, dass man etwas zum Lachen hat, wenn man die Fotos sieht. Also
lichtete sie die Künstler beim Essen ab. „Man erlebt die Künstler mal anders
und diese Fotos sind ehrlicher als zum Beispiel eine Modestrecke“, erklärt Julie, die unter dem Pseudonym Julie March arbeitet.
Dabei fotografiert sie ihre Modelle in Bademode, denn Klamotten lenken auf
Fotos bloß ab und es besteht keine Gefahr, sich vollzukleckern. Die Idee mit
den Essensfotos entstand, als sie für ihr Fotodesign-Studium an der Hochschule
sich selbst beim Essen fotografierte. Unter dem Titel „Zeig mir, wie du isst,
und ich sage dir, wer du bist“ lichtete sie dann aber auch andere Menschen ab.
„Selbst wenn ich zu Leuten sage ‚Iss, wie ein Schwein‘, sieht es immer anders
aus“, erklärt Julie, die bei diesem Thema selbst viel Spaß beim Fotografieren
hat.

Zur Fotografie kam sie durch das Modeln. Sie hat sich die
Fotos der Shootings angeschaut und sich Dinge gedacht wie „Von weiter rechts sieht das besser aus“.
Also begann sie, ihre eigenen Konzepte umzusetzen. Julie ist hauptsächlich in
der Beauty- und Modefotografie unterwegs. Nicht nur, weil sie sich für Mode und
Beauty interessiert, sondern auch, weil sie mit Modestrecken Geschichten
erzählen will.

Wenn sie gerade nicht fotografiert, kribbelt es Julie in den
Fingern und sie wünschte, sie hätte eine Kamera in der Hand. Im Kopf plant sie
dann bereits die nächsten Konzepte. Mit ihren Fotos versucht sie, echt zu
bleiben und Persönlichkeit einzubringen. „Viele Fotografen retuschieren ihre
Fotos, aber ein Foto entsteht im Moment und nicht erst danach“, sagt Julia.
Ihre Fotos sind lebendig und oft schwarzweiß – weil Farben ablenken: Für Julie
schafft schwarzweiß Distanz und stellt Objektivität her. Für die Ausstellung macht
Julie aber eine Ausnahme: Die Fotos werden bunt und witzig.

Text: Lena Schnelle

Foto: Julie March

Hinter den Kulissen

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Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Fotografin Lara Freiburger.

Bei zwei Models hatte Lara Freiburger, geboren 1992, Angst,
dass sie während des Shootings einschlafen. Bei anderen hatte sie das Gefühl,
dass sie die nächsten Stunden nicht mehr aufstehen werden. Lara fotografierte die
Models für „10 im Quadrat Reloaded“ nämlich im Bett eines Studios. Die
25-Jährige hatte einen Rahmen gesucht, in dem sie spannende Fotos machen
konnte. Um sich wohlzufühlen, sollten die Models ihre Pyjamas einpacken. Der
Pyjama steht für den Charakter der jeweiligen Person. „Das ist eine
Herausforderung, weil wir ja alle erst mal Fremde sind und uns kennenlernen
müssen“, sagt Lara. „Ein Pyjama ist ja auch etwas Intimes. Da muss man erst mal
Vertrauen aufbauen.“ Da es in Laras Augen schöne Fotos werden sollen, müssen
sich die Models wohlfühlen. Einige Models waren gar nicht kamerascheu und haben
gleich viel angeboten, mit anderen hat sich Lara unterhalten und dabei sind die
Fotos entstanden.

Das passt zum fotografischen Stil von Lara: Sie macht am
liebsten Porträts und fotografiert beobachtend aus der Situation heraus. Gerne
beobachtet sie erst einmal, was passiert. „Menschen zu fotografieren, ist das
Lebendigste und Unberechenbarste“, erklärt Lara. „Man weiß nie, ob der Plan
klappt und oft bin ich überrascht davon, was am Ende rauskommt.“ 2015 hat sie
ihren Bachelor in Fotodesign an der Hochschule gemacht. Erst während des
Studiums ist ihr klar geworden, dass sie als Fotografin arbeiten möchte. Seit
einem Jahr arbeitet sie als freie Fotografin, vor allem das „Hinter die
Kulissen gucken“ macht ihr dabei Spaß.

Auch bei den Shootings blickt Lara hinter die Kulissen der
Künstler, erlebte sie in einem intimen Umfeld: „Man merkt natürlich, wer die
Kamera gewohnt ist und wer nicht. Aber das beeinflusst nicht wirklich die
Qualität des Endbildes. Manchmal ist ein natürlicher Moment von einem ‚Nicht-Model‘
sogar authentischer.“


Text: Lena Schnelle

Foto: Maximilian Fischer

Geheimnisvoll und märchenhaft

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Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Fotografin Nadja Ellinger.

Die Zerbrechlichkeit eines Menschen zu zeigen, ist gar nicht
so einfach. Doch Nadja Ellinger, geboren 1993, möchte genau das tun. Sie möchte
von den Models ihr Scheitern, ihre Ängste und ihre Verletzlichkeit erfahren und diese
mithilfe von Symbolen darstellen. Nadja fotografiert die Models zuhause oder an
Orten, an denen sie sich geborgen und wohl fühlen. „Ein Symbol kann viele
Bedeutungen haben“, sagt die 25-Jährige. „Der Betrachter kann viele Nuancen
sehen.“ Nadja greift eine Idee auf und zeigt nicht direkt, was passiert. „Bei
mir geht es darum, etwas eine Zeitlang abstrahiert zu betrachten und auf die
Realität zu übertragen“, sagt sie. „Es gibt einen Bezug zur Realität, aber sie
ist nicht eins zu eins dargestellt. Das ist die Aufgabe der Nachrichten und
nicht der Kunst. Jeder legt seine eigene Bedeutung in die Fotos.“

Meistens fotografiert Nadja Frauen, „weil mir ihre
Erlebniswelten ähnlicher sind.“ Meist tragen diese Frauen dann aufwändiges
Make-Up und Outfit. Nadjas Fotos sehen mystisch, geheimnisvoll und märchenhaft
aus. Wie in einer Traum- oder Fantasiewelt. Als Kind lasen ihre Eltern Nadja
viele Märchen und Gedichte vor, diese Bilder haben sich bis heute eingeprägt.
Aber auch ihre Heimatstadt Lich, ein Relikt aus dem Mittelalter, inspiriert sie
bis heute. Erst im Alter von zwölf Jahren ist Nadja mit ihren Eltern nach
München gezogen.

Für Nadja waren die Shootings für „10 im
Quadrat Reloaded“ eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema
Zerbrechlichkeit: „Auch wenn die inneren Dämonen immer individuell sind, ist
der Kampf dagegen immer der gleiche“, sagt sie. „Zu wissen, dass man mit seinen
Unsicherheiten nicht alleine ist, war eine beruhigende Erkenntnis.“

Text: Lena Schnelle

Foto: Nadja Ellinger

Gemeinsam kreieren

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Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Fotografin Eva-Marlene Etzel.

Eva-Marlene Etzel, geboren 1989, liebt es, analog zu
fotografieren. Auch wenn sie als freie Fotografin mittlerweile meist digital
fotografiert, ist sie kein Fan davon: „Man macht viel mehr Fotos, als man
braucht, und je mehr Fotos es werden, desto anstrengender ist das.“ Deswegen
hat sie sich auch entschieden, für „10 im Quadrat Reloaded“ jedes Model nur
zweimal zu fotografieren – mit einer Polaroidkamera. Besonderes Anliegen dabei
ist, das Konzept zusammen mit den Models zu kreieren, denn sie möchte „auch die
Charaktere hinter den Kulissen einbinden“, sagt Eva-Marlene. „Fotografieren ist
Teamwork und ich finde es gut, die Idee vom Anfang mit Stylisten, Models,
Make-Up-Artisten oder Assistenten weiterzuentwickeln.“

Ihr Konzept für die Ausstellung: Sie lichtet die Models
zusammen mit einer Pflanze vor einem farbigen Hintergrund ab. Im besten Fall symbolisiert
das Zusammenspiel aus Pflanze und Hintergrund die Persönlichkeit des Models. Den
farbigen Hintergrund suchen die Models selbst aus. Die Wahl der Pflanze hängt
davon ab, ob sie einen grünen Daumen haben oder nicht. Nach einem Testfoto mit
dem Handy, hat das Model nur zwei Versuche, sich in Pose zu werfen. Wenn das
Model nach dem ersten Versuch eine andere Idee hat, kann es sich noch
umentscheiden. So entstehen auch mal zwei unterschiedliche Motive. Doch nur
eines davon landet in der Ausstellung.

Text: Lena Schnelle

Foto: Anouk Elias

Die Fotosammlerin

Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Fotografin Lorraine Hellwig.

Wie in einer Instagram-Story laufen die Bilder der zehn
Models ab – wie in dem Sozialen Netzwerk bei den Stories üblich mit Text auf
dem Bild. Lorraine Hellwig, geboren 1993, hat die Models zu allem möglichen befragt
und am Ende ein Statement auf ihr Bild geschrieben. Mit den Porträts der
Künstler nimmt sie Bezug auf die Generation Y. Das Y steht für das englische
Wort „Why“, im Deutschen „warum“. Diese Generation hinterfragt viel. „Wir haben
alles und können sein, was wir wollen“, erklärt Lorraine, die Fotodesign an der
Hochschule in München studiert. „Ich möchte sehen, was die Models daraus
machen.“ Damit das Motto im Vordergrund steht und nichts ablenkt – wie zum
Beispiel Klamotten, fotografiert Lorraine die Models nackt.

Seit sie sich erinnern kann, hat Lorraine Hellwig gemalt.
Die Motive dafür hat sie fotografiert. Da ihr immer wieder gesagt wurde, dass
auch die Fotos schon sehr gut seien, blieb Lorraine irgendwann bei der
Fotografie. Auch sie wurde eine Form, sich auszudrücken.

Lorraine lernt gerne Menschen kennen, hört sich ihre
Geschichten an – und fotografiert sie. Lorraine bezeichnet sich selbst als eine
„Fotosammlerin“: „Ich laufe mit meiner Kamera durch die Welt und fotografiere.
Ich finde das Motiv eher als dass ich ein Foto baue, also inszeniere.“ Ihren
fotografischen Stil bezeichnet sie als spontan: „Ich will, dass die Menschen
vergessen, dass sie fotografiert werden.“ Das gelingt Lorraine, indem sie ihre
Modelle ablenkt. Dabei sind ihre Fotos häufig in schwarz und rot gehalten – zum
einen, weil es ihre Lieblingsfarben sind, und zum anderen, weil man die Farben
gut kombinieren kann.

Lorraine fand die Shootings für
„10 im Quadrat Reloaded” sehr
interessant: „Jeder hat auf meine Fragen nach Religion, Politik, und
persönlichen Einstellungen komplett unterschiedlich geantwortet. Jeder ist ja
auch an einem unterschiedlichen Punkt in seinem Leben und versucht, irgendwie
seinen Weg zu gehen oder zu verstehen, warum so und nicht anders.“

Text: Lena Schnelle

Foto: Lorraine Hellwig

Zwischen Wirklichkeit und Traum

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Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Fotografin Anna Heimkreiter.

Statt zehn Fotos macht Anna Heimkreiter, geboren 1993, nur
fünf. Sie fotografiert immer zwei Models zusammen, weil sie die Verbundenheit
zweier Menschen durch Körperkontakt darstellen möchte. Das ist nicht nur für
Anna spannend, sondern gerade auch für die Models, da sie sich vorher noch nicht
kennen und sich plötzlich in einer Situation wiederfinden, in der man sich
normalerweise nur mit bereits vertrauten Menschen befindet. „Gerade dadurch
möchte ich aber auch zeigen, dass alle Menschen etwas gemeinsam haben“, erklärt
Anna, „und dass jeder eine Geschichte hat, die es wert ist, erzählt zu werden –
wir müssen uns nur trauen, aufeinander zuzugehen.“

Nach dem Abitur hat Anna Kulturwirtschaft studiert und
arbeitet inzwischen im Bereich Stiftungen. Die Fotografie ist nur ein Hobby.
Ihre Fotos haben eine mystische, geheimnisvolle Atmosphäre. Schon als Kind
liebte sie es, sich in Büchern und Geschichten zu verlieren. Die Fotografie
gibt ihr die Möglichkeit, dort weiterzumachen, wo ihre Worte aufhören. „Sie ist
ein Medium, um sowohl Erinnerungen einzufangen als auch surreale Szenarien zu
schaffen“, sagt Anna. „Die Fotografie befindet sich irgendwo zwischen
Wirklichkeit und Traum und genau das mag ich an ihr.“

Viele ihrer Fotos sind Selbstporträts, und wenn sie jemand
anderen ablichtet, dann meistens Frauen. Für die junge Fotografin sind Frauen
faszinierend und stark: „In den letzten Jahren habe ich mich viel damit
beschäftigt, wie Frauen durch die Geschichte bis in die Gegenwart in der
Fotografie dargestellt wurden und werden, und das ist gerade im Bezug auf
Geschlechterstereotypen sehr aufschlussreich. Seitdem betrachte ich auch meine
eigenen Fotos kritischer. Auch unsere heutige visuelle Kultur spiegelt in
großen Teilen uralte Muster wider.“

Die größte Herausforderung war es für diese Ausstellung nicht,
ausnahmsweise auch Männer vor der Linse zu haben, sondern das Wetter: „Kreativ
zu sein, ist definitiv leichter, wenn man nicht schon halb zum Eiszapfen
erstarrt ist und die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen hat, weil man seine
Models gerade frieren lässt“, sagt Anna, die ihre Models zu zweit draußen
fotografiert hat. „Es war ein bisschen wie eine Wundertüte – man weiß nicht
genau, was man kriegt, aber genau das ist ja der Spaß daran.“

Text: Lena Schnelle

Foto: Anna Heimkreiter

Inneres nach außen

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Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20 mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Fotografin Alina Cara Oswald.

Bekleidet, nackt oder sogar beim Orgasmus. Das sind die drei
Optionen, zwischen denen die Models beim Shooting mit Alina Oswald, geboren
1992, wählen können. Auf die Körper ihrer Modelle projiziert Alina mit einem
Beamer noch zusätzlich Muster und Farben. Vor dem Shooting unterhält sie sich
mit ihnen und gemeinsam werden die Muster ausgesucht. Es geht ihr darum, was
innen ist, nach außen zu tragen. Das Muster soll deshalb zum Charakter
des Portraitierten passen. Am liebsten fotografiert Alina die Models bei einem
Orgasmus. Am sexuellen Höhepunkt kann niemand mehr steuern, wie er aussieht. In
diesem Moment sind Menschen wahrhaftig
und verletzlich zugleich. Da ihr jedoch
bewusst war, dass sich nicht alle für den Orgasmus entscheiden würden, wollte
Alina ein Überkonzept formulieren. „Es ist schwierig, wenn man sich noch fremd
ist, zu sagen: ‚Fotografier mich bei meinem Höhepunkt!‘“, sagt Alina.

Bereits in ihrer Fotoreihe „Moments“ hat Aline etliche
Menschen unterschiedlichen Alters bei ihrem Höhepunkt fotografiert. Die
Fotoreihe sorgte für Aufsehen: In vielen Zeitungen, Zeitschriften und Webseiten
war sie Thema. Außerdem stellte Alina „Moments“ sehr oft aus. Sie hat eine
Ausbildung zur Kommunikationsdesignerin gemacht. Ein Jahr lang setzte sie
außerdem freie Projekte um. Nun holt Alina das Abitur nach, um danach studieren
zu können. Mit der Fotografie möchte sie den Teil des Inneren eines Menschen
zeigen, den er normalerweise nicht offenbart, weil er es nicht gewöhnt ist oder
ihn verstecken muss. „Ich fotografiere außergewöhnliche Merkmale, Narben,
Dinge, die in der Gesellschaft als nicht ästhetisch gelten“, erklärt Alina. Für
sie sind Menschen, die ihre Makel oder Verletzlichkeit zeigen, wahrhaftig und
authentisch. „Es macht einen Menschen stark, wenn er all seine Seiten zeigen
kann“, sagt sie.

„Ob man beim Shooting Kleidung trägt und wenn ja, wieviel,
und mit welcher Körpersprache man sich zeigt, liegt in der Entscheidung des
dargestellten Künstlers“, sagt Alina. „Ich habe alles mir Entgegengekommene
eingefangen und festgehalten. Ich denke, so war alles ausführbar und
wundervoll.“

Text: Lena Schnelle

Foto: Larissa Nitsche

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Fotografin Laura Zalenga sammelt Spenden für die Tierschutzorganisation Animal Equality. Wenn bei ihrer Crowdfunding-Kampagne 1000 Dollar gespendet werden sollten, lässt sie sich eine Glatze rasieren.

Haare ab für einen guten Zweck. Fotografin und Internetphänomen Laura Zalenga, 25, nutzt ihre Bekanntheit, um möglichst viele Spenden für die Tierschutzorganisation Animal Equality zu sammeln (Foto: Laura Zalenga). Mehr als 300 000 Follower gefallen die Selbstporträts der Fotografin. Sollte die Summe von 1000 Dollar erreicht werden, verspricht Laura, ihre schulterlangen Haare abzurasieren. „Ich liebe Tiere. Ich fühle mich dazu verpflichtet, etwas zu tun“, sagt sie. Bis zum 9. Juni kann man auf der Seite www.gofundme.com spenden (Stichwort „Going bald against fur“). „Lieber eine Glatze haben als Fell zu tragen“, sagt Laura.

Stefanie Witterauf

Foto: Laura Zalenga