Malik Abdoulayi gründete mit 19 eine eigene Foto-Agentur, weil an jedem Tag, an dem er sich nicht mit seiner Leidenschaft dem Fotografieren beschäftigt, etwas Lebenswichtiges fehlt.
München ist für Malik Abdoulayi nicht nur seine Heimatstadt, sondern auch der Grund dafür, dass sich der 19-Jährige dem Fotografieren gewidmet hat. „Die Stadt ist die größte Zicke und gleichzeitig auch der Gentleman aller Städte“, sagt er. Gelangweilt sei er durch die Straßen gelaufen, habe dann aber bemerkt, dass die Stadt ständig in Veränderung ist. Inspiriert von dem deutsch-australischen Fotografen Helmut Newton, versuchte er sich selbst an der Kamera und begann sein neu entdecktes München in einem Blog festzuhalten. Bald gefiel ihm das Fotografieren so gut, dass er an Seminaren teilnahm und andere Fotografen kennenlernte.
Mittlerweile nimmt die Fotografie einen wichtigen Teil in Maliks Leben ein. Er zitiert den amerikanischen Starfotografen Richard Avedon: „Wenn ein Tag vergeht, an dem ich mich nicht der Fotografie widme, dann habe ich etwas ganz Lebenswichtiges vernachlässigt, als ob ich das Aufwachen vergessen hätte.“
Deshalb hat er vor einem halben Jahr die Agentur „Creepourlamode“ gegründet, um Shootings für Münchner Modelabels zu veranstalten – und das ganz ohne Fotodesignstudium. Einige seiner Fotos wurden auch schon in Magazinen veröffentlicht. Auch das vom Botanischen Garten. „Ich wollte etwas Minimalistisches, Tropisches und gleichzeitig etwas Neues erschaffen. Das Feedback von den Betrachtern ist super. Das freut mich. Und ich mache weiter“, sagt Malik.
Bombenalarme, Anschläge, Schüsse: Für ein Praktikum verbrachte Fotostudent Fabian Sommer, 23, fünf Monate in Israel. Mit seinem Handy machte er Momentaufnahmen: „Das ist meine Art, das Ganze zu verarbeiten.“
in bisschen sieht es aus, als würden sie das Feuer anbeten. Ein brennender Reifen, viel schwarzer Qualm und zwei Menschen kauern davor auf der mit Schutt übersäten Straße. Soldaten mit Helmen kommen auf den Betrachter zu. Ein dritter Mann richtet sich gerade auf, eine Kamera in der Hand. Und blickt direkt in die Kamera. Oder besser: ins Handy von Fabian Sommer, 23, der diesen Augenblick mit seinem alten, zerkratzten Samsung 100 festgehalten hat. Der Reifen brannte vor etwa sieben Monaten in den Straßen Tel Avivs, wo Fabian zu dieser Zeit ein fünfmonatiges Praktikum als Kamera-Assistent in der Auslandskorrespondenz der ARD absolvierte. Eine halbe Stunde habe eine ganze Schar Fernsehteams sich um diesen brennenden Reifen versammelt, um ihre Aufnahmen zu machen. „Eigentlich war da nichts, außer dem Reifen. Aber Feuer kommt immer gut in den Nachrichten“, sagt er heute, im Schatten Münchner Bäume, gleich neben dem Friedensengel.
Fabian studiert Fotodesign an der Hochschule München. An sich sind Handyfotos für ihn, wie für jeden ausgebildeten Fotografen, ein Graus. „Ist ja klar, wenn ich als Fotograf mit einer höllisch teuren Kamera plus Equipment rumbastle und dann kommt jemand mit seinem iPhone 6 und macht ein Foto, das eigentlich genauso aussieht“, sagt er und lacht ein bisschen. Aber während seiner Arbeit als Kameraassistent konnte und wollte er sich nicht mit einem richtigen Fotoapparat ablenken. Also begann er, einfach sein Handy zu zücken, wenn er ein passendes Motiv entdeckte. Auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Nachhauseweg, beim Warten, auf der Fahrt zu einem Aufnahmeort oder auch während des Drehs. Am Anfang machte er diese Fotos nur für sich. Mit der Zeit wurde ihm aber klar, dass er gerne ein Projekt daraus entwickeln würde, da jede der Aufnahmen etwas ganz Besonderes für ihn ist. „Das ist meine Art, mit den Dingen umzugehen und das Ganze zu verarbeiten.“
Irgendwann gewöhnt man sich daran. Irgendwann macht man dicht
Das ist das erste Mal, dass er zugibt, dass es da etwas zu verarbeiten gibt. Zuvor hatte er den Kopf geschüttelt auf die Frage, ob er denn nicht Angst gehabt habe. Angst, wenn er nachts immer wieder erst realisieren musste, dass der Lärm, der ihn aufgeweckt hatte, nicht von Feuerwerkskörpern stammte, sondern von Schüssen. Angst nicht, sagt er, da sei einfach zu viel Adrenalin mit im Spiel. Und dann, irgendwann, gewöhne man sich daran. Irgendwann mache man dicht. Er fährt mit der flachen Hand an seinem Gesicht vorbei.
Überraschend und bewundernswert habe er es gefunden, wie offen, wie lebensfroh und freundlich die Menschen in Tel Aviv sind, trotz allem. Trotz der Unruhen, trotz der Bombenalarme, trotz der Gewalt. Es ist quasi unmöglich, mit Fabian über seinen Aufenthalt in Israel zu sprechen, ohne bei der Politik zu landen. Klar, verändert hat sich seine Einschätzung der Lage schon, „viel zu kompliziert“ sei diese, als dass man sie als Außenstehender, als Deutscher noch verstehen könnte.
Genossen hat er die fünf Monate trotzdem. Am liebsten wäre er noch länger geblieben, aber sein Visum lief aus. „Israel ist eigentlich das perfekte Touristen-Land“, sagt Fabian. „Da gibt es einfach alles.“ Innerhalb von drei Stunden könne man von den verschneiten Bergen in die sengende Hitze der Wüste gelangen, oder eben ans Meer. Vor allem, wenn er über Tel Aviv spricht, spürt man seine Begeisterung für das kleine Land. „Es heißt immer, Tel Aviv ist in einer Blase“, sagt er. Obwohl die Stadt in einem Land des Mittleren Ostens liegt, sei sie sehr europäisch. „Eigentlich wie Berlin, nur kleiner.“ Unglaublich viele Kulturen treffen dort aufeinander, weil Juden aus der ganzen Welt Israels Aufruf gefolgt sind, in ihr gelobtes Land zu ziehen. „Die Leute feiern das Leben da so richtig“, sagt er. Und das trotz der Tatsache, dass viele Menschen, vor allen Dingen junge Leute, daran gewöhnt sind, nie Geld zu haben. Die Lebenshaltungskosten seien noch viel höher als in München. Verdienen würden die Menschen trotzdem nicht mehr, erzählt Fabian. Vielleicht liege die Lebensfreude eben an dieser Weltoffenheit oder auch an der Geschichte eines Volkes, das immer „die Koffer gepackt im Flur stehen haben musste“. Das habe seine israelische Mitbewohnerin einmal gesagt.
Fabian kann nicht sagen, wie viele Fotos er mit seinem zerkratzten Handy gemacht hat, von Hochhäusern am Meer, von Graffiti auf alten VW-Bussen, von Absperrband, von Simon Perez in seinem Arbeitszimmer und Friedhöfen mit tausenden von Marmorplatten. Lila Wolken über ockerfarbenen Steinwüsten. Ein Lieblingsfoto hat er nicht. All diese Momente sind wertvoll. Aber er hat sich für eine Auswahl von 48 Bildern entschieden und sie in einem Buch zusammengefasst. Eine Projektarbeit im Seminar „Bildjournalismus“ ist es am Ende geworden. Drei Exemplare gibt es. Dickes, graues Papier, ein bisschen Text als Erläuterung zu den Bildern, handgebunden. Klar, es wäre schon schön, das irgendwie herauszugeben, aber da ist Fabian realistisch. Der Markt für solche Fotobücher, noch dazu, wenn sie keine echte „Geschichte erzählen“, sei nicht besonders groß.
Max Hofstetter, 23, ist freier Fotograf und Videojournalist und will durch seine Fotos versuchen, die Menschen, die er ablichtet, zu begreifen und in ihren verschiedenen Facetten darzustellen. Das Münchner Nachtleben kennt er aber auch gut. Heute verrät er uns, warum man in München beim Weggehen, eine Einhornfalle braucht.
Der beste Ort zum Vorglühen: da wo Freunde, Bier und
Essen sind.
Danach geht’s ins/zu: in eine Bar – Miao, Zephyr,
Flaschenöffner etc.
Mit dabei ist immer: Einhornfalle.
An der Bar bestelle ich am liebsten: Augustiner, Heiland,
Wasser für zwischendurch.
Betrunken philosophiere ich über: Einhörner und das Leben
Der Song darf auf keinen Fall fehlen: Flathead – The
Fratellis .
Mein Tanzstil in drei Worten: Augen zu & durch .
Der Anmachspruch zieht immer: Ich frag mal meine Freundin .
Sommerloch? Philipp lässt sich weder von diesem alljährlich beschworenen Phänomen noch von der weiter andauernden Hitze davon abhalten, das Münchner Nacht- und Kulturleben zu erkunden. Auch wenn selber radeln schon fast zu heiß ist, geht es am Samstag zur Vorstellung des Dokumentarfilmes Pedal the World, am Sonntag in die HypoKunsthalle in die Keith Haring-Ausstellung und am Montag zur AOK Bladenight. Natürlich darf auch die Musik nicht fehlen: Theatron und Kong stehen auf dem Plan.
Freitag, 14. August:
Es ist mitten im August. Sommerloch. Dementsprechend langweile ich mich zu
Tode. Ok, die Bundesliga-Saison würde anfangen, aber welcher Student kann sich
schon SKY leisten? Also zur Abwechslung selber draußen Fußball spielen? Besser
als der HSV kann ich das allemal – aber zu heiß, zu anstrengend. Also vertrödle
ich den Tag mit engagiertem Nichts-Tun. Abends erwachen aber dann doch die
Lebensgeister in mir und ich fahre ins Kong, wo unter dem Motto „Lost in Paradise“ die DJs Rafael Da Cruz, Nino Langguth und Pauls Artists auflegen. Schlussendlich ist es sowieso interessanter
abends auszugehen als das Auftaktspiel anzuschauen. Schließlich konnte man
schon letztes Wochenende beobachten, dass sich die Bayern nicht übermäßig
anstrengen, wenn sie gegen Amateur-Mannschaften spielen.
Am Samstag
schlafe ich erstmal in aller Ruhe aus, vorausgesetzt es ist soweit abgekühlt,
dass sich die Studentenstadt nicht schon vormittags um neun zum Backofen
entwickelt hat. Nach einem eher ereignisarmen Tag, fahre ich abends an den
Olympiasee. Dort stellt
der erst 23 Jahre alte Felix Starck seinen Dokumentarfilm „Pedal the
World“ vor, der zeigt, wie er mit seinem Fahrrad eine mehr als 18000
Kilometer lange Tour durch 22 Länder gemacht hat. Ich bin ob der
atemberaubenden Bilder beeindruckt und radle danach immer noch unter dem
Einfluss des Filmes demonstrativ energisch zurück nach Hause. Leider filmt
keiner mit.
Nachdem ich die letzten Tage eindeutig zu intensiv über
Fußball nachgedacht habe, möchte ich den Sonntag
wieder für kulturelle Unternehmungen nutzen. Ich entschließe mich die
Ausstellung über Keith
Haring in der HypoKunsthalle zu besuchen. Haring war ein politisch sehr
engagierter Künstler, der für Gleichberechtigung und besonders im Kampf gegen
AIDS sehr präsent war. Leider wird er heutzutage primär auf lustige, bunte
Männchen reduziert. Die Ausstellung hat sich zum Ziel gesetzt, diesem Eindruck
entgegen zuwirken und wieder den politischen Künstler in den Fokus zu rücken.
Und Haring provozierte besonders durch – man kann es nicht anders sagen – einer
wahnsinnigen Dichte an Gewalt – und Penissen. Diese Konstellation findet sich
auch in der Ausstellung wieder. Wenn man die Galerie durchquert hat, tritt man
dann in den Fanshop und dort kann man wirklich jeglichen vorstellbaren Krempel, bedruckt mit lustigen, bunten
Männchen kaufen. Von politisch-motivierten Penissen nichts mehr zu sehen. Die
Welt ist schlecht.
Nach der bitteren Erkenntnis am Ende des gestrigen Tages,
beschließe ich, mich am Montag nicht
mit politischen Themen zu belasten. Bundesliga ist aber nicht mehr und obwohl
ich mich als gebürtiger Freiburger dieses Jahr brennend für die zweite Liga
interessiere, will ich mir das Elend am Abend zwischen Nürnberg und 1860
„In-5-Jahren-besser-als-Barcelona“ München nicht antun. Deshalb mache ich mal
etwas, das ich seit Jahren nicht mehr gemacht habe: Inlineskaten! Bei der AOK Bladenight
fährt man mit zahlreichen gleichgesinnten über abgesperrte Münchner Straßen.
Und wer keine Blades hat, kann sich vor Ort sogar kostengünstig welche
ausleihen.
Am Dienstag habe
ich einen Muskelkater, schließlich war ich wahrscheinlich das letzte Mal
Inlineskaten, als die Löwen noch hübschen und erfolgreichen Fußball gespielt
haben. Inspiriert von einem Artikel
auf der SZ Junge Leute Seite der letzten Woche, besuche ich den Münchner Item Shop. Dort wird
allerlei Nerd-Zubehör verkauft und es ist wahrlich mal an der Zeit, dass ich
mir ein neues Lichtschwert kaufe. Oder so einen handlichen Hammer von Thor.
Oder ein Batmobil. Ich brauche nämlich dringend ein neues Batmobil!
Vollkommen pleite aber bereit für den Kampf gegen das Böse,
beginne ich dann auch den Mittwoch.
Nach einem ausgiebigen Frühstück, bei dem ich den Bacon mit meinem Lichtschwert
brate (Nimm
das, Ted Cruz!), verbringe ich einen ruhigen Tag im Englischen Garten. Und
abends geht es auf’s Theatron, das heute mit einem besonderen Highlight
aufwartet: Neben Weltuntergänge
und Beatstalker, ist die
Münchner Rapperin Taiga
Trece ist zu sehen – und gegen multilingualen Hip Hop habe ich nun wirklich
nichts einzuwenden! Zumal es gratis ist, mein Geldbeutel ist schließlich immer
noch sehr strapaziert…
Am Donnerstag
passiert … nichts. Nach der vollgepackten Woche brauche ich tatsächlich mal
wieder einen Tag Freizeit, um mich physisch, psychisch und finanziell etwas zu
konsolidieren. Je nach Wetter mache ich das im Englischen Garten oder im Kino.
Oder daheim im Bett.
Das Theatron hat es mir angetan, coole Acts in angenehmer
Atmosphäre und eine spektakuläre Location im Herzen des Olympiaparks. Logisch,
dass ich am Freitag noch einmal
hingehe, besonders bei diesem Programm! Nachdem am Mittwoch alles sehr Hip Hop-lastig,
wird der Abend heute eher ruhig – Folk steht auf dem Programm. Und zwar nicht
so weichgespült, wie das letzte Mumford&Sons-Album – die Könige aller
Hippster – sondern authentischer. Außer auf Oda&Sebastian
und Sarah Sophie freue
ich mich auf die Young
Chinese Dogs, über die wir auch schon mehr als
einmal berichtet haben und die unsere Band des Jahres waren! Hingehen lohnt sich hier also.
Meinen die das ernst? Könnte man sich vielleicht fragen, wenn man die Münchner Band Charly Bravo zum ersten Mal sieht und hört. Aber nein, sie wollen die Schickaria ihrer Heimatstadt karikieren, wobei sie sich an den Meistern der Ironie wie Falco orientieren – allerdings auch mit einem Hauch von Ironie.
Das uneigentliche Sprechen ist derzeit ausgesprochen angesagt. Im 19. Jahrhundert war das noch anders, da war der Beigeschmack der Ironie auf der Suche nach einer ideellen Wahrheit noch bitter. Doch das Ideal hat sich über das Jahrhundert hinweg verschoben. Und spätestens seit den Achtzigerjahren des 19. Jahrhunderts feiert man auch in der Kunst die Ironie, die einen bei der Wahrheitsfindung vor dem Vorwurf der Naivität bewahrt. Falco war ein Meister darin, die Wahrheit in Ironie zu tauchen, den uneigentlichen Schleier über der Kunst aber so durchsichtig zu gestalten, dass die ganze Wahrheit darunter mit voller Wucht und böser Pointe hindurch blitzte. Die Münchner Band Charly Bravo (Foto: Christian Helmrath) mag die Ironie dieser Zeit. Sie mag das Überinszenierte, das Falco sich verpasste, und sie mag Helmut Dietl, der die Münchner Schickeria liebevoll und gleichzeitig bös-ironisch in „Kir Royal“ verewigte. Und da Charly Bravo, Bandname und Künstlername des Sängers, Kopfs und Konstrukteurs dieser Musik, nun einmal seit langer Zeit in München Schwabing lebt, wurde all das zum künstlerischen Leitmotiv der Band.
Seit 2010 gibt es die Band, die 2013 bei Stefan Raabs Bundesvision-Songcontest für Bayern antrat. Und da wurde einiges aufgefahren: „Dreckige Namen“ hieß der Song, Liebe wurde dabei gegen Übersexualisierung gestellt, fies dahin pumpender Elektrosound traf auf eine schmachtende Frauen-Stimme. Dass das eben alles ironisch gemeint war, zeigte die Band gekonnt in einem Video, in dem sie die Stadt München und sich selbst vorstellten – in der Live-Performance verwischten die Grenzen zwischen Ironie und Bad Taste jedoch zu einem seltsam aussagelosen Stück. Doch die Aufgabe, die sich Charly Bravo – der eigentlich aus dem Hip-Hop kommt und mit der Münchner Rap-Crew IUM unterwegs war – stellt, ist nicht einfach: „Wenn man in einer Stadt wie München lebt und sich von ihr inspirieren lässt, bleibt es natürlich nicht aus, dass die Schönen und Reichen von uns mal nett eins reingedrückt bekommen“, erklärt er. Und das Reindrücken funktioniert hier über Aneignen: der Look, die Kleidung, die Sprache – all das wird von Charly übernommen. Heraus kommt dabei eine prollig-neureiche Figur, die natürlich im P1 abhängt, Champagner schlürft und sich selbst feiert.
Beim Bundesvision-Song-Contest konnte dieses Konzept nicht aufgehen (sie erreichten den 14. Platz), vielleicht, weil die Band dem Klischee-Bild, das sie eigentlich parodieren wollten, zu sehr entsprach. Zum anderen haben sie sich eine fast unmögliche Aufgabe gestellt: Denn sie zitieren Falco und die Achtzigerjahre und wollen gleichzeitig diese sowieso schon ironietrunkene Zeit parodieren. Doch seit dem Bundesvision-Songcontest haben sie ihren künstlerischen Fokus verschoben: Eine neue EP ist fast fertig, die sich thematisch nicht mehr ausschließlich um die Münchner Schickeria dreht.
Gerade haben sie die Single „Maschine“ veröffentlicht, die sie am Donnerstag, 13. August, im Münchner Theatron vorstellen werden. Charly Bravo und die Sängerin Inika Allstar werden dabei live von Musikern aus der Münchner Indie-Szene unterstützt: etwa Konrad Wißmath, der früher der Namensgeber und Kopf der Band Konrad und der Löwe war. Oder André Schwager, der als Pianist auch bei Luko spielt. Diese Verankerung in der Gegenwart steht dem spiellustigen Elektro-Funk-Pop der Band gut. Und so geht ihre Musik plötzlich auch in die Richtung ganz zeitgenössischer Pop-Experimente – wie die österreichische Band Bilderbuch, deren augenzwinkernde Rückschau gleichzeitig eine brechende Ernsthaftigkeit hat.
Stil: Elektro-Funk-Pop
Besetzung: Inika Allstar (Gesang), Charly Bravo (Gesang, Keyboards), Konrad Wißmath (Gitarre), André Schwager (Keyboards, bisher nur live)
Sie wollen ihren Beitrag leisten: Die 34 Mitglieder der Asia Charitiy Organisation, die es seit 5 Jahren gibt, haben alle vietnamesische Wurzeln und sind sich bewusst, dass es vielen Kindern in der Heimat ihrer Eltern nicht so gut geht, wie ihnen.
Alle 34 Mitglieder der Asia Charity Organisation aus München haben vietnamesische Wurzeln. Sie sind zwischen 15 und 27 Jahre alt und teilen das Gefühl, dass man Kindern in den teils sehr armen Regionen Asiens helfen müsse. „Wir haben hier in Deutschland so viel. Unsere Eltern haben dafür sehr viel aufgegeben und sehr hart gearbeitet. Aber uns ist bewusst, dass es vielen Kindern auf der Welt nicht so gut geht“, sagt Thai-Son Pham, 23. „Da würden wir gerne unseren Beitrag leisten und vor allem auch Bewusstsein schaffen.“ Seit fünf Jahren veranstaltet der Verein jeden Herbst eine Benefizgala. Im vergangenen Jahr wurden dabei 5000 Euro eingenommen. Jedes Jahr suchen sich die jungen Leute mindestens ein Hilfsprojekt. Oft sind das kleine Projekte, von denen sie über Verwandte und Bekannte in den jeweiligen Ländern erfahren. Diese Woche reist Tyson nach Vietnam, wo er ein SOS Kinderdorf besuchen wird, das mit dem Geld der diesjährigen Gala unterstützt werden soll.
Uni-Stress? Patrick Schmuck macht daraus eine Geschäftsidee. Sein “Performance Powder” soll eine gute Alternative zu Kaffee, Enegery-Drinks oder gar verschreibungspflichtigen Medikamenten darstellen, wenn der Leistungsdruck zu hoch wird.
München – Der Stoff wird getestet. Patrick reißt das kleine Tütchen auf. Feines, weißes Pulver rieselt auf die Serviette. Geschmacksprobe: frische Minze mit erstaunlich bitterem Nachgeschmack. Dann wird auf den Kick gewartet. Aber irgendetwas stimmt nicht. Der fröhliche Lärm schwatzender Studenten, das Klappern der Teller voller Rührei von glücklichen Hühnern und Bio-Petersilie, der Geruch von frisch gebackenen Croissants. Nein, das ist keine Umgebung für Koks oder härtere Sachen.
Auch Patrick Schmuck, 28, erinnert in etwa so sehr an einen Drogendealer wie Hulk an eine Ballerina. Sein weiß-blau gestreiftes Hemd wird von einer blauen Hose und grauen Schuhen ergänzt. Sehr modisch, sehr gepflegt. Ebenso sein akkurat gestutzter blonder Bart und die zurückgekämmten Haare. Seine dunkelbraunen Augen scheinen manchmal nach etwas über den Köpfen der Frühstücksgäste in dem kleinen Café am Gärtnerplatz zu suchen. Vor etwa drei Jahren, nachdem Patrick angefangen hatte, Wirtschaftspsychologie zu studieren, ist ihm die Idee gekommen, ein Produkt zu entwickeln, das es, seiner Meinung nach, noch nicht gab. „Performance-Powder“ nennt er das, was heute auf dem unbehandelten Holztisch vor ihm liegt.
Er dreht das kleine Kartonpäckchen in seinen erstaunlich großen Händen. Schlichtes, aber hippes Design. Das Firmenlogo: zwei runde Augen, ohne Zweifel die Andeutung einer Eule. Sie symbolisiert Weisheit. Sie ist aber auch ein Nachttier, ein Jäger. Auf der Jagd nach summa cum laude, nach Bestleistung, selbst zu später Stunde. „Summacum“, so heißt das Konzentrationsmittel, das Patrick entwickelt hat. Dass Studenten zu Medikamenten greifen, um besser lernen zu können, ist bekannt – Patrick will nun eine gute Alternative anbieten.
Aber ist es wirklich so schlimm? Vera (Name geändert), 21, studiert im vierten Semester Medizin in München. „Kaffee, Energy-Drinks, Koffeintabletten und Guarana sind weit verbreitet“, sagt sie. Aber ja, es gebe auch Leute, die Ritalin nehmen. Sehr beliebt seien auch Beruhigungsmittel, gerade vor mündlichen Klausuren. „Die sind leichter zu bekommen.“ Auch der Jurastudent Lukas (Name geändert) weiß, „dass es Kommilitonen gibt, die sich entsprechendes Zeug einwerfen“, auch wenn er selbst vor Prüfungen bei Energy Drinks bleibt.
„Aufputschmittel wie Ritalin wirken nicht nur auf die Psyche“, warnt der Psychiater und Sportmediziner Daniel Drexler. Die Mittel verändern den Schlafrhythmus, unterdrücken die Ruhephasen und können schnell in die Abhängigkeit führen. Zwar wird nicht jeder, der einmal Ritalin genommen hat, gleich zum Junkie, doch oft entwickelt sich daraus ein fataler Zyklus: Denn nach dem Aufputschen kommt die Ruhelosigkeit. „Unter Studenten werden die Schlaftabletten ,Dorm‘ immer beliebter“, sagt Drexler. Die bekommt man ohne Rezept in der Apotheke.
Tagsüber künstliche Hochleistung, dann mit Pillen durch die Nacht – läuft nicht grundsätzlich etwas falsch an den Unis, wenn Studenten den Lernstoff nicht mehr bewältigen und den Leistungsdruck ohne Hilfsmittel nicht mehr aushalten können? Patrick streicht sich über den Bart. Ja, das habe auch er erschreckend gefunden. Eine Antwort darauf hat er nicht, eine grundsätzliche Lösung auch nicht. Auch er ändert nichts am Druck, auch er will daran verdienen, dass Studenten immer noch effizienter sein wollen. Aber er glaubt, Studenten mit seinem Konzentrationsmittel dahin gehend helfen zu können, dass sie nicht mehr zu ungesunden oder gar gefährlichen Mitteln greifen müssen, um sich durch die Prüfungszeit zu dopen.
„Ich würde sagen, Summacum ist vom Koffeingehalt einfach wie eine starke Tasse Kaffee. Nur sinnvoller.“ Sinnvoller, weil ein „Stick“ nicht nur eine ähnlich hohe Menge an Koffein enthält, sondern auch Vitamine und Magnesium. Wenn er Aussagen über die Wirkung seines Produkts veröffentlicht, ist Patrick vorsichtig. Nichts darf gegen die „Health Claims“ verstoßen, sehr genaue Vorschriften, wie Produkte aus dem Nahrungsergänzungsmittelbereich beschrieben werden dürfen. Ob er gedacht hätte, dass es so aufwendig sei, ein kleines Mittelchen zu entwickeln und vor allem zu vermarkten. Er seufzt. „Nein. Aber man wächst da rein.“ Sowohl Unternehmensberater für Start-ups als auch ein Sachverständiger für Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel seien ihm zur Seite gestanden. Dass er sich gründlich mit jedem Aspekt seines Produkts auskennt, zeigen die Fachbegriffe und Erklärungen, die er, ohne nachdenken zu müssen, parat hat. Von Inhaltsstoffen und Wirkungsmechanismen über legale Richtlinien bis hin zu den Herstellungsprozessen. Geschäftsmann ist Patrick schon: Summacum soll die Nummer eins auf dem Konzentrationsmittelmarkt werden und europaweit vertrieben werden. Er spricht von weiteren geplanten Produktvariationen, von groß angelegten Werbekampagnen und von „Summacum-Dealern“, die schon an Universitäten in Deutschland unterwegs sind, um das Mittel unter Studenten zu verbreiten. Bei dem Begriff Dealer muss er selbst lachen. Ja, wenn man Leuten auf der Straße das Päckchen anbietet, seien viele erst einmal skeptisch. Was macht das mit mir, wird oft gefragt. „Wenn man dann aber erklärt, wie die einzelnen Bestandteile des Mittels wirken, sind eigentlich alle begeistert“, sagt er. Zudem will er die Wirksamkeit von seinem Produkt noch einer wissenschaftlichen Studie unterziehen. Dennoch, Summacum soll kein Lifestyle-Produkt werden. Es soll kein Brausepulver sein, „das sich die Kids eins nach dem anderen reinziehen. Es soll seinen Zweck erfüllen.“
Seinen Zweck erfüllen – das soll es auch für Patrick. Er wollte schon immer von seinen eigenen Ideen leben. Das scheint auch jetzt schon gut zu funktionieren. Bis vier Uhr morgens habe er noch mit einem seiner Mitarbeiter an Marketingstrategien gebastelt. Gut, dass die Strategie für ein Mittel entwickelt werden muss, das einen auch zu diesen späten Stunden noch wach halten sollte.
Durch einen Unfall kam Sebastian Hofer mit 15 dazu, seine Freunde beim Inline-Skaten zu fotografieren. Dieses Hobby ist ihm bis heute geblieben – dafür reist er sogar durch ganz Deutschland und ins Ausland.
Eigentlich wollte er nur Inline-Skaten. Aber dann verletzte sich Sebastian Hofer mit 15 Jahren am Knie und konnte seine Freunde eine Zeit lang nur noch vom Rand des Ismaninger Skaterparks beobachten – und auch fotografieren.
Heute skatet er wieder und fotografiert immer noch. Dafür reist er an fast jedem Wochenende in eine andere deutsche Stadt, um verschiedene Sportplätze und andere Inline-Skater abzulichten. „Ich wollte einen Vergleich herstellen. Zwischen den Sportplätzen meiner Kindheit, den Skaterparks heute und Sportplätzen in anderen Städten und Ländern“, sagt der heute 25-Jährige. Im Ausland fotografierte Sebastian zum ersten Mal einen Sportplatz, als er an der Hochschule in Dortmund studierte. Bei einem Ringworkshop mit Studenten der „Nova Art Akademie Belgrad“ und der ESAF in Skopje sollten die Studierenden unter dem Thema „East of Eden“ zusammen ein Konzept entwickeln, um „Urbanität“ visuell darzustellen. Sebastians Gruppe entschied sich dafür, Sportplätze in den Städten Belgrad, Skopje und Dortmund zu fotografieren.
Heute sitzt Sebastian einmal mehr neben dem Skaterpark: Er hat sich das Schlüsselbein gebrochen. Aber die Kamera kann noch bedient werden. Und es entstehen Fotos, wie das vom gleisenden Abendlicht auf dem Sportplatz der Berufsschule am Olympia-Einkaufszentrum.
Wer den Laden von Raphaelle Augsberger betritt, taucht in eine knallbunte Science-Fiction-Welt ein. Es ist ein Zufluchtsort für Menschen, die schon rein optisch auffallen – und mit ihren Hobbys woanders verloren sind.
Ein Stoff-Yoda. Leucht-Essstäbchen im Stil von Starwars-Schwertern. Ein Chewbacca-Schlafmantel. Wer das auf seiner Wunschliste hat, wird sich im Item Shop am Isartor vermutlich wohl fühlen. Schon beim Eingang in den Laden hat man das Gefühl, in eine knallbunte Science-Fiction-Welt einzutauchen. In eine Welt, in der man sich als Nicht-Nerd etwas verloren fühlt. Was ist die rechteckige schwarze Box da auf dem Tisch? „Ein Fluxkompensator“, sagt Raphaelle Augsberger, 26, leicht tadelnd, leicht erstaunt. „Aus Zurück in die Zukunft!“
Seit eineinhalb Jahren betreibt Raphaelle den Item-Shop. Hier gibt es alle erdenklichen Fanartikel – von Doctor Who bis My Little Pony. Ein Comic-Zubehörshop ohne Comicbücher. Ein Gamer-Laden ohne Videospiele – und ein Zufluchtsort für Menschen, die schon rein optisch auffallen. „Hier sind wir alle irgendwie anders“, sagt Raphaelle. Sie nestelt am linken Handgelenk, an dem sie statt einer Uhr drei bunte Sterne als Tattoo trägt. Ja, ihre Kunden sind manchmal tatsächlich ein bisschen speziell. Einige kommen in buntem Anime-Kostüm in den Laden. Oder nennen sich „Pink Gandalf“ und tragen einen rosaroten Bart bis zur Hüfte. Oder wollen die Umkleidekabine in Raphaelles Laden kaufen – die blaue Telefonbox aus Doctor Who, die in der Serie durch Zeit und Raum reisen kann. Für Raphaelle ist all das ganz normal. Wobei, normal ist „offensiv“, wie sie sagt.
Ihre Kunden sind oft Vorurteilen ausgesetzt – gerade, weil sie aus der Norm zu fallen scheinen. Sie werden belächelt, gemieden und als „Nerds“ und „Geeks“ verspottet. Diese Begriffe, meist abwertend verwendet, will man im Item Shop positiv umdeuten und mit Stolz tragen. „Ein Nerd ist jemand, der einen massiven Wissensstand hat, was Computer, Technik und Mathematik angeht“, erklärt Raphaelle. „Ein Geek interessiert sich mehr für TV-Serien, Videospiele und Comics.“ Im Item Shop soll ihr Zielpublikum merken, dass es mit solchen Interessen nicht alleine ist.
Neuerdings gibt es Geek-Dating. Eine Art Speed-Dating für Leute, die Klingonisch sprechen
Nerds und Geeks sind keinesfalls kommunikationsscheu, sagt Raphaelle. Sie würden oft sogar mehr kommunizieren als andere – nur eben auf einer anderen Ebene. Ihr Smalltalk kreist dabei nicht ums Wetter oder die Familie. Dafür kommen sie schnell über das Zelda-Album ins Gespräch, das der andere in der Hand hält. Raphaelle nennt ihre Kunden „Auserwählte“, ihre Verkäufer „Verbündete“. Man sei eine große Community und tausche sich häufig aus. Nicht anonym im Internet, sondern real vor Ort.
Viele ihrer Kunden hätten in der „realen Welt“ oft Schwierigkeiten damit, einfach mal auf eine Party zu gehen und Kontakte zu knüpfen. Deshalb hat Raphaelle das Geek-Dating ins Leben gerufen – eine Art Speed-Dating für Leute, die Klingonisch sprechen. Oder eine zukünftige Hochzeit im Game-of-Thrones-Stil planen. Bei Kerzenschein und Salzstangen unterhalten sich dann schon mal 80 Leute über Zelda-Charaktere und Herr der Ringe. Raphaelle gibt online Tipps zur Vorbereitung. Zum Beispiel: Frag dein Gegenüber doch nach seiner Lieblings-Konsole. Oder: Iss keinen Knoblauch. Das klingt erst mal bevormundend. Doch viele der Teilnehmer hätten nun mal ernsthafte Schwierigkeiten, auf einer Party jemanden anzuflirten, sagt Raphaelle. Für Autisten oder Soziophobie-Patienten gibt es deshalb auf dem Geek-Dating extra einen Help-Button. „Das ist natürlich ein Stigma“, sagt Raphaelle. Aber es kann auch helfen, weil der Mensch gegenüber gleich weiß: das Gespräch anfangen, Hilfestellung geben.
Raphaelle hat selbst eine Form des Autismus, eine Art ADHS. „Gefühlsmäßig distanziert mich das sehr von der Gesellschaft“, sagt sie. Raphaelle geht wenig aus. Denn störende Nebengeräusche kann sie nicht ausblenden. Die Schritte vorbeigehender Passanten hinter der geschlossenen Tür nimmt sie genauso überdeutlich wahr wie die Interviewfragen. Das lenkt ab – und lässt sie oft unkonzentriert wirken, sagt sie, auch wenn das im Gespräch kaum auffällt. Gerade in der Schule habe das ihre Mitschüler völlig irritiert. Im Item Shop ist das anders: „Genauso wie ich die Leute hier akzeptiere, akzeptieren sie mich“, sagt sie. „Sie gucken mich nicht komisch an, weil ich mich im Gespräch wegdrehe.“ Wird es ihr zu viel, kann sie immer noch ins Lager fliehen. Das gilt auch für eine Asperger-Autistin in Raphaelles Fünf-Personen-Team. „Sie ist hier nicht außergewöhnlich“, sagt Raphaelle. „Alle unserer Mitarbeiter haben eine sehr eigene Marke. Bei ihr ist der Vorteil, dass sie ein Wort dafür hat.“ Angefangen hat der Item Shop auf Conventions. Dort hat Raphaelle früher Radiergummis und Stickerhefte verkauft. Mit ein paar Jobs haute es nicht so richtig hin: Friseurin, Moderatorin, Künstlerin. Irgendwann hatte sie Lust, sesshaft zu werden mit ihrem Shop – und konnte in eine leer stehende Immobilienanlage von Verwandten nahe dem Isartor einziehen. Die Eltern haben ihr sogar das Erbe vorgestreckt. Aber noch ist sie verschuldet, voraussichtlich bis nächstes Jahr.
Raphaelle wirkt wie jemand, der alles im Griff hat: selbstbewusst, sympathisch. Die lockigen roten Haare sind in einen Zopf geflochten. Um den Hals baumelt an einer Kette ein goldener Schlüssel – der Endboss-Schlüssel aus Zelda. So nennen sie ihre Kunden auch oft: Endboss. Viele davon sind Stammgäste. Manche kommen einmal pro Woche und stöbern im Sortiment – täglich gibt es ein neues Produkt, meist importiert aus den USA, Japan oder England, manchmal auch aus Deutschland. Einige der Kunden sind weit gereist: „Wir haben jeden Tag jemanden im Shop, der mindestens 300 Kilometer hinter sich hat“, sagt Raphaelle.
Denn neben einem Fanshop in Neuper-lach, gibt es in der Umgebung nichts Vergleichbares. Die Kunden bleiben dem Unternehmen oft treu. 50 „Helferlein“, wie sie sich nennen, arbeiten regelmäßig freiwillig mit. „Ohne die könnten wir das nicht stemmen“, sagt Raphaelle. Als eine Mitarbeiterin im Koma lag, ließen ihr die Kunden so viele selbstgezeichnete Bilder und Briefe zukommen, dass die Wand im Krankenhauszimmer irgendwann voll war.
Xavier D’Arcy, der auch bei der Münchner Band The Charles singt, wenn er alleine singt. Das tut er nun schon seit einiger Zeit und seit diesem Jahr ist seine erstes Solo-EP erhältlich. Darcy ist halb Brite, halb Franzose, seit 8 Jahren lebt er in München und für die Musik hat er sogar sein Studium in England aufgegeben.
Der beste Ort zum
Vorglühen: Am liebsten gehe ich in die
Niederlassung im Glockenbachviertel, wenn ich es rechtzeitig zur Happy Hour
schaffe.
Danach geht’s ins/zu: In die Milla, wenn es eine
gute Club Nacht (oder gerne auch einen Jazz Jam) gibt, und am Samstag öfters
ins Cord.
Mit dabei sind immer… die Jungs von meiner Band The Charles!
An der Bar bestelle ich am
liebsten: In der Niederlassung
natürlich G&T alias Gin Tonic, aber nur mit Gordons, alles andere ist mir
viel zu teuer. In der Milla Apfelstrudel, was höchstwahrscheinlich der
leckerste Cocktail aller Zeiten ist (Danke Marie!). Und Im Cord Mate mit einem
Schuss Wodka.
Betrunken philosophiere ich
über: Alles Mögliche. Fußball,
Liebe, Musik…
Der Song darf auf keinen
Fall fehlen: „Just Like A Woman“ von Bob
Dylan, auf meinem iPod auf dem Heimweg.
Mein Tanzstil in drei
Worten: Pretend nobody’s watching!
Der Anmachspruch zieht
immer: …I bet that you look good
on the dancefloor…
Meine dümmste Tat im Suff
war: Mich in Amsterdam um 4 Uhr
morgens zu verlaufen, in einem ziemlich schlechten Zustand. Gottseidank haben
meine Freunde mich gefunden.
Das beste Katerfrühstück
gibt`s bei… mir zuhause. Am liebsten
ein klassisches britisches „Fry-up“ mit Baked Beans, Scrambled Eggs, Sausages,
Hash Browns & Fried Tomatoes.
Diesem Club/dieser Bar
trauere ich nach: Die Rubybar in der Fraunhoferstraße.