250 Zeichen Wut: #UKWieKönntIhrUnsDasAntun?

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Nachdem der Ausbildungskanal m94.5 seine UKW-Frequenz verloren hat, hat die Jugend Sendepause im Münchner Radio. Und guten Grund, sich zu ärgern.

UKW – Unseriös. Kommerz. Werbung. Nachdem das junge Radio nun komplett von der analogen Welle verbannt wurde, gibt’s Bon Jovi statt Bilderbuch, Meat Loaf statt Moop Mama und Werbepause statt Wissbegier. Eine Brandrodung der Münchner Medienlandschaft!

Text: Max Mumme

Neuland: Studio Welt

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Lennard Cramer verbindet sein berufliches Interesse an der Politik mit seiner Tätigkeit im Medienbereich. Herausgekommen ist ein Podcast, der nicht nur schwarz-weiß denkt: Studio WELT.

Der neue Podcast Studio Welt wurde von dem Münchner Lennard Cramer, 27, ins Leben gerufen. Er war lange bei M94.5 tätig, promoviert nun aber in Politischer Theorie. Lennard will gesellschaftliche und politische Inhalte kritisch hinterfragen und keinen Raum für schwarz-weißes Gedankengut hinterlassen.

Er hat das Projekt von Istanbul aus ins Leben gerufen, um zu zeigen, wie sehr Menschen in ihren Sichtweisen gefangen sind und immer höhere Mauern aufbauen. Doch auch in Deutschland beobachtete er immer mehr Misstrauen und Unbehagen, was nicht zur Diskussion, sondern zu Demonstrationen führe.
Studio Welt will gezielt zeigen, dass die Bürger ihren Staat weitestgehend selbst konstruieren können und damit auch für ihr eigenes Schicksal verantwortlich sind. Studio Welt soll daher Menschen wieder zusammenführen, oder ihnen zumindest Denkanstöße vermitteln.

Erster Interview-Gast war Michael Schramm, Korrespondent und Studioleiter des ARD-Studios in Istanbul. Das Gespräch entstand spontan in der Türkei, als Lennard zufällig Kontakt zu Michael Schramm hatte. Dieser erzählte von der aktuellen Situation der deutschen Medien in der Türkei.

Von: Sandra Will 

Foto: Privat

Von Freitag bis Freitag: Unterwegs mit Philipp

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Für die Bundesliga hat unser Autor dieses Mal keine Zeit, denn in
München ist so einiges los. Neben diversen Ausstellungen besucht Philipp
das Open Air Isarrauschen, streift über das Streetlife Festival und geht zur Premiere von
„Tschick“. Was in der Stadt noch so los ist und ob Philipp doch noch Bundesliga schauen kann, verrät er hier.

Ich hab mir Sky Bundesliga gekauft. Es war wohl ein bisschen
eine Kurzschlussreaktion, um mich vom ganzen Elend, das man momentan in den
Medien liest, abzulenken. Ich meine Mecklenburg-Vorpommern, Horst Seehofer,
Apple – wer soll das denn aushalten. Also lieber über Fußball nachdenken und
mein Wochenende damit verbringen, ist stressfreier. Wäre da nur nicht so viel
los in München… Denn schon am Freitag
wird es nichts mit Bayern gegen Schalke für mich, weil ich schon am frühen
Abend zu einer Ausstellungseröffnung in die Galerie „Karin Wimmer contemporary
art“ muss. Hier werden Werke zum Titel „100%
Internet
“ von zeitgenössischen Künstlern präsentiert, die sich auch mit
wirtschaftlichen und sozialen Problemen unserer Zeit beschäftigen. Und danach
muss ich ins Feierwerk steuern. Dort veranstalten die Kollegen von M94,5 die
zweite Ausgabe der Reihe Live Indie Stadt,
diesmal mit WOMAN und Search Yiu. Klingt spannend.

Am Samstag wache
ich spät auf, ich habe ein beachtliches Schlafdefizit aus der letzten Woche
aufzuholen. Gerade rechtzeitig für Fußball – aber wieder nutze ich nicht mein
Sky Abo, sondern fahre in die Münchner Vorstadt, wo ich mir die Spvgg
Unterhaching anschauen werde. Kostet nicht viel, bietet aber super Fußball und
Tegernseer im Stadion, lohnt sich also! Nach Abpfiff heißt es dann aber eilig
in die Stadt, das OpenAir
Isarrauschen startet auf der Praterinsel
und je früher man da ist, desto
günstiger ist der Eintritt noch. Und wenn ich dann keine Lust mehr habe zu
„elektronischer“ Tanzmusik von über 30 DJs in der Halle rumzuwackeln, mache ich
eben im Harry Klein weiter. Dort wird unter dem Motto „Sechs Jahre dein Bass
im Ärmel
“ der Geburtstag des Clubs gefeiert. Und Geburtstage sollte man
immer feiern…

Und auch der Sonntag
stellt mich vor schwierige Entscheidungen, schließlich bietet auch der zweite Tag
des gestern begonnenen München
StreetLife Festival
s ein attraktives Programm. Mich interessiert natürlich
am meisten das vielfältige Musikprogramm, aber es wird wohl für jeden Geschmack
was dabei sein. Oder ich gehe mal wieder ins Substanz, wo der erste Poetry Slam nach
der Sommerpause
ansteht. Wie immer gilt dabei klotzen statt kleckern, die
teilnehmenden Slammer versprechen einen unterhaltsamen Abend…

Jup, dieses Sky hat sich ja mal gelohnt, das ganze Wochenende
wegen anderer Verpflichtungen kein einziges Spiel gesehen – da kann ich ja
gleich weiter Sportschau gucken. Aus Frust verbringe ich den Montag damit, mir jedes einzelne
Fitzelchen an Wiederholung und Highlights anzuschauen, die ich der Bundesliga-Datenbank
da finde. Frustrierend, ich gehe ins Bett.

Zum ersten Mal seit gefühlt 2011 bin ich am Dienstag ausgeschlafen, das Gefühl
irritiert mich ein bisschen. Aber gewöhnen könnte ich mich auch dran. Und diese
neugewonnen Kraft brauche ich auch heute Abend, denn ich muss mich wohl
zwischen zwei Veranstaltungen entscheiden. Einerseits ist heute die Ausstellungseröffnung
von „GEMSTONES“
in der Galerie für Fotografie der Gegenwart. Man darf ein
Best-Of der letzten 20 Ausstellungen erwarten, klingt also nach viel Qualität.
Außerdem ist heute in meinem Lieblingskino, den City-Kinos die Premiere
von „Tschick“.
Ich war damals tieftraurig, als Wolfgang Herrndorf gestorben
ist, deshalb bin ich auf die Filmumsetzung seines Romans sehr gespannt und
hoffe, dass Regisseur Faith Akin dem großartigen Autor gerecht wird. Er wird
auch vor Ort sein und Fragen beantworten, interessant wird es also allemal.

Regelmäßige Leser meiner Wochenplanung (an dieser Stelle
viele Grüße an alle zwei!) werden verwundert sein, auf wie wenig Konzerten ich
bisher war. Das hole ich am Mittwoch
nach, im Unter Deck gibt sich die Hamburger Band „Die
Heiterkeit“ die Ehre
. Der Name verspricht schon einen, höhö, heiteren Abend
(den Gag hat bestimmt noch niemand gemacht). Ich freue mich zumindest mal
wieder auf ein Konzert.

Am Donnerstag
geht es mal in eine andere Ecke Münchens, wo ich sonst nicht so häufig bin. An
der Donnersbergerbrücke
bietet der Münchner Writers Corner Einblicke
in die Graffiti Szene der
Stadt. Hier wird die Brücke neu gestaltet und heute ist die Finisage der
Aktion. Für mich, der ich sonst noch gar nicht in Berührung mit der Szene war,
eine sehr spannende Idee und ich freue mich auf die neue Erfahrung.

Eine etwas ungewöhnliche Woche für mich neigt sich dem Ende
zu, ich war schließlich nur einmal im Feierwerk, habe kaum Fußball geschaut und
dafür ziemlich viel Kunst und Ausstellungen gesehen. Wäre ich so hip wie die
Sparkasse, würde ich jetzt schreiben „Was ist das für 1 Woche?“, leider habe
ich aber nicht so viel Swag. Zum Abschluss mache ich wieder was Ungewöhnliches
am heutige Freitag, die Colored Gigs machen mal wieder Halt in München, hier treffen sich
verschiedene Posterartists. Unter anderem gibt es limitierte Bandposter, wie
ich mich kenne tapeziere ich damit eh wieder meine gesamte Wohnung…

Von: Philipp Kreiter

Foto: privat

Von Freitag bis Freitag München – unterwegs mit Philipp

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Die Pokemon sind los! Du hast schon alle gefangen? Oder nicht? Vielleicht findest Du sie ja an einem unserer Orte, die wir Dir zum Weggehen empfehlen? Tolle Pokemons gibt es auf dem Tollwood-Festival, auf dem 20.Geburtstag von M94,5 in den Kammerspielen, wo diese Woche ohnehin viel geboten wird, auf dem Sommertheater in der Glyptothek und auf dem Free&Ease-Festival im Backstage. Der beste Ort ist allerdings unser Stadt-Land-Rock-Festival auf dem Tollwood, das am Donnerstag beginnt.  

Diese Woche habe ich leider keine Zeit wegzugehen. Punkt. Ist so. Nicht wegen Klausuren oder sowas, im Master muss ich keine mehr schreiben. Aber mir fehlen mindestens noch 120 Pokémon. Und das ist kein Zustand, also werde ich die folgende Woche mit Jagen verbringen. Zumindest bis sich erstmal der Server und dann mein Handyakku verabschiedet. Sei’s drum, die Münchner Kulturszene ist irgendwie doch cooler als ein Handyspiel, auch wenn es noch so schöne Kindheitserinnerungen auslöst.

Und gleich der Freitag lässt mich an meiner geistigen Gesundheit zweifeln, wenn ich darüber nachdenke, was ich fast wegen Pokémon verpasst hätte. Auf dem Tollwood stehen Henrik Freischlader, die Blues-Legende Warren Haynes zusammen mit Munich’s finest Jesper Munk unter der Motto „The Blues Explosion“ auf der Bühne der Musik-Arena. Das wird fantastisch. Und falls ich nicht so bluesig unterwegs bin an dem Abend, geht es eben zur 20 Jahres Party von M94,5 . Hier kann man Die Sterne, Drangsal, KYTES und Monday Tramps bewundern. Yeah!

Etwas ausgelaugt wache ich dann am nächsten Morgen auf und beginne den Tag damit, im Bett erstmal ausgiebig die Lektüre meines gestern angefangenen Buches fortzusetzen. Bei allem Monsterjagen hatte ich glatt vergessen, wie viel Spaß das machen kann. Mittags rum blicke ich dann hoffnungsvoll aus dem Fenster, weil ich schauen will, ob das Wetter passt. Denn ab heute ist das Gärtnerplatz Open Air, das eine spannende Auswahl an Musikern und Orchestern bietet, wo vorallem Opern- und Musicalfans Spaß daran haben sollten. Ich komme eher für die Atmosphäre – und für die Kunst, denn die Ausstellung SENSEVEN des Studienjahrgangs „Kunst und Multimedia“, findet am selben Tag statt, wäre also vielleicht auch einen Besuch wert.

Weil ich in dieser Woche schon mehr als nur kleine Veranstaltungen brauche, um mich von Pokémon abzulenken, gehe ich am Sonntag zu dem Festival Body Talk in den Kammerspielen. Der Untertitel „Ein Festival über Körper und Märkte, Geschlecht und Sichtbarkeit im 21. Jahrhundert“ macht mich neugierig – und ein wenig ratlos. Aber auf dem Programm stehen Performances, szenische Interventionen, Konzerte, da wird schon was für mich dabei sein.

Auch am Montag habe ich immer noch kein Blitza gefangen, dabei war das doch immer mein Lieblings-Pokémon. Als Entschädigung beschließe ich mir etwas gute Laune zu gönnen und gehe in die Kammerspiele. Dort findet die Veranstaltung GästeSpiele statt, eine Benefizveranstaltung für den Verein Kulturraum München e.V. Auf der Bühne kann man mit  der Spider Murphy Gang, Schicksalscombo, Weapon & Stahl einiges an Abwechslung erwarten. Außerdem ist Pour Elise dabei, die mich schon im Farbenladen dieses Jahr begeistert hat. Und als alten Franz Ferdinand Fan freut es mich besonders, dass das Lunsentrio mit Franz-Ferdinand-Musiker Nick McCarthy am Start ist.

Diese Woche war bisher sehr Musik – und ihr wisst schon was – lastig, daher gibt es heute mal Theater. Das traditionelle Sommertheater in der Glyptothek startet heute, zur Aufführung kommen “Der Sturm” und “König Ödipus” von Sophokles. Für Studenten kostet das auch nur 13€, im Preis sind Brot und Wein inbegriffen. Kann man also mal machen.

Zumal es am Mittwoch schon wieder musikalisch weitergeht und das schon wieder mit einem Festival. Das Free&Easy startet im Backstage, dort ist heute einiges geboten. Und so tingel ich zwischen Flonoton, Monaco F und Roger & Schu (Blumentopf) hin und her und versuche nichts zu verpassen. Außerdem läuft noch Fußball, wenn auch nix wichtiges, aber nach der EM bin ich so bisschen auf Entzug. Egal, der Abend bietet auch so genug.

Am Donnerstag habe ich Pokémon schließlich aufgegeben, ich kann mein Handyakku gar nicht so schnell wieder aufladen wie er sich leert, außerdem fehlt mir ein bisschen die Motivation. Ich lese jetzt wieder Bücher in der Bahn. Diese Bahn nutze ich auch, um abends auf Tollwood zu fahren, schließlich startet heute endlich unser großes „Stadt, Land, Rock“-Festival. Auf den ersten Abend freue ich mich fast am meisten, dabei sind nämlich Newcomer Paul Kowol, die aufstrebenden Jungs von Vertigo und von den Charles und mit den Black Submarines auch wieder ein paar alte Bekannte aus dem Farbenladen. Danach kann ich auch nicht mehr laufen und Pokémon suchen, Beine tun weh, zu viel getanzt.

Auch am Freitag könnte ich wieder in die tanzbar gehen, schließlich sind auch heute wieder coole Bands auf dem Stadt, Land, Rock. Mit Sweet Lemon, mola, Nick Yume und Clea Charlotta sind wieder einige Hochkaräter am Start. Heute höre ich aber eher entspannt zu als übermäßig abzudancen, meine Beine sind unter der Belastung der letzten Wochen etwas angegriffen. Oder ich gehe ins Café Marat, wo SZ Junge Leute Kollege Maxime mit seiner Band Malaise eine luxemburgische Hardcore Band supportet. Klingt abgefahren, sollte man mitnehmen!

Von: Philipp Kreiter

Foto: privat

Neuland

Immer mehr junge Menschen möchten gerne “irgendwas mit Medien” machen. Bei der Orientierung im Kosmos des Journalismus wollen die Medienauten helfen.

Er ist zum Sinnbild für diffuse Berufspläne geworden: der Satz „Irgendwas mit Medien machen“. Eine junge Journalistengruppe möchte nun Klarheit schaffen. Auf ihrer Website Medianauten.net erkunden die vier Redakteure verschiedene Wege in die Medienbranche: „Astronauten entdecken neue Welten. Wir Medianauten entdecken auch, und zwar die Medienlandschaft!“, sagt Katharina Kunzmann, 24. Sie hat gerade ihren BA-Abschluss in Soziologie und Philosophie gemacht – und arbeitet nun etwa beim Radiosender M94.5 und bei ZEITjUNG. Der Weg in den Journalismus verlaufe oft nicht geradlinig, erklärt Katharina. „Wir wollen die Bandbreite von der Journalistenschule bis hin zu Youtube aufzeigen. Im Idealfall findet jemand mit großem Fragezeichen im Gesicht die Website und spart sich tagelanges Googeln.“ Interviews mit Vertretern der Branche sollen Orientierung bieten. „Einige Interviewpartner haben uns gesagt: So ein Angebot hätte ich mir beim Einstieg in die Branche auch gewünscht.“ Auf der Website gibt es neben Interviews auch konkrete Tipps für junge Medienmacher.

weitere Infos: http://medianauten.net/

Elsbeth Föger

Foto: Wortliga GmbH