Mega musikalisch

Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: DJ Natanael Megersa.

„Ich mag es, die Leute dazu zu bringen, dass sie nicht
anders können als zu tanzen“, sagt Natanael Megersa, geboren 1990, der als DJ
Techno und House auflegt. Dabei ist er selbst erstaunt, was Musik mit ihm
macht: „Es ist für mich wie ein Rausch und ich kann mir nicht vorstellen, dass
es anderen nicht gefällt.“ Immer wenn sich Natanael als Kind die Bravo Hits
seines Bruders angehört hat, haben ihm die Instrumentallieder am besten
gefallen. Als sich sein bester Freund einen DJ-Controller zum Auflegen und
einen Plattenspieler gekauft hat, war es auch um Natanael geschehen: Nach der
Übungsphase wurde das Auflegen schnell zum Beruf – wofür Natanael „mega
dankbar“ ist. Er hat jedoch auch schon am eigenen Leib erfahren, wie
anstrengend es sein kann, nachts in einem Club aufzulegen, um dann in der Früh
einem „normalen“ Beruf nachzugehen. Deshalb ist ihm bewusst, dass das DJing
auch anstrengend sein kann. Ob er das für immer wird machen wollen, weiß er
nicht. Was er aber weiß, ist, dass er immer mit Musik zu tun haben will und da
er sowieso schon Musik produziert, kann er sich vorstellen, junge Künstler in
sein Studio zu holen.

Text: Lena Schnelle

Foto: Lorraine Hellwig

Herz auf der Bühne

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Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Musiker Paul Kowol.

Paul. Das ist kurz, simpel und
einfach zu merken. Deswegen hat Paul Kowol, geboren 1997, den Nachnamen für
sein Bandprojekt weggelassen. „Ich will mein Herz auf die Bühne legen“, sagt
Paul und überlässt es dem Publikum, wie es das aufnimmt: „Jeder muss selbst
wissen, was er damit machen will.“ Für ihn ist die Musik die ehrlichste Art,
sich auszudrücken. In seinen Songs geht es um Geschichten aus seinem privaten
Umfeld, seine Gefühle, aber auch Gedankenspiele, wenn man eine Geschichte
weiterspinnt. Die Ideen können ihm überall kommen. „Besonders schwierig ist es,
wenn ich eine Idee habe und es um mich herum laut ist, weil ich den Gedanken
dann in mein Handy summen will“, erklärt Paul.

Als er das erste Mal die Gitarre
in die Hand nahm, zeigte ihm sein Onkel Gerald Huber, der ihn seither
unterstützt, das Lied „Fire Water Burn“ der Bloodhound Gang. So fing er an,
weitere Lieder wie „Knockin on heaven’s door“ zu lernen. Mit 13 Jahren schrieb
er dann sein erstes eigenes Lied: „New day“. Mittlerweile schreibt und singt
Paul allerdings auf Deutsch. „Ich kann mich natürlicher ausdrücken und muss
keine coolen Worte auf Englisch suchen“, sagt er.

Neben der Musik studiert Paul
Philosophie im dritten Semester, aber er könnte sich auch gut vorstellen,
irgendwann einmal Studioarbeit für andere Bands zu übernehmen. Er fände es
cool, etwas neben dem Rampenlicht zu haben. Vorher steht Paul aber erst mal
selbst im Studio, um neue Musik aufzunehmen.

Text: Lena Schnelle

Foto: Luca Imberi

Geheimnisvoll und märchenhaft

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Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Fotografin Nadja Ellinger.

Die Zerbrechlichkeit eines Menschen zu zeigen, ist gar nicht
so einfach. Doch Nadja Ellinger, geboren 1993, möchte genau das tun. Sie möchte
von den Models ihr Scheitern, ihre Ängste und ihre Verletzlichkeit erfahren und diese
mithilfe von Symbolen darstellen. Nadja fotografiert die Models zuhause oder an
Orten, an denen sie sich geborgen und wohl fühlen. „Ein Symbol kann viele
Bedeutungen haben“, sagt die 25-Jährige. „Der Betrachter kann viele Nuancen
sehen.“ Nadja greift eine Idee auf und zeigt nicht direkt, was passiert. „Bei
mir geht es darum, etwas eine Zeitlang abstrahiert zu betrachten und auf die
Realität zu übertragen“, sagt sie. „Es gibt einen Bezug zur Realität, aber sie
ist nicht eins zu eins dargestellt. Das ist die Aufgabe der Nachrichten und
nicht der Kunst. Jeder legt seine eigene Bedeutung in die Fotos.“

Meistens fotografiert Nadja Frauen, „weil mir ihre
Erlebniswelten ähnlicher sind.“ Meist tragen diese Frauen dann aufwändiges
Make-Up und Outfit. Nadjas Fotos sehen mystisch, geheimnisvoll und märchenhaft
aus. Wie in einer Traum- oder Fantasiewelt. Als Kind lasen ihre Eltern Nadja
viele Märchen und Gedichte vor, diese Bilder haben sich bis heute eingeprägt.
Aber auch ihre Heimatstadt Lich, ein Relikt aus dem Mittelalter, inspiriert sie
bis heute. Erst im Alter von zwölf Jahren ist Nadja mit ihren Eltern nach
München gezogen.

Für Nadja waren die Shootings für „10 im
Quadrat Reloaded“ eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema
Zerbrechlichkeit: „Auch wenn die inneren Dämonen immer individuell sind, ist
der Kampf dagegen immer der gleiche“, sagt sie. „Zu wissen, dass man mit seinen
Unsicherheiten nicht alleine ist, war eine beruhigende Erkenntnis.“

Text: Lena Schnelle

Foto: Nadja Ellinger

Gemeinsam kreieren

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Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Fotografin Eva-Marlene Etzel.

Eva-Marlene Etzel, geboren 1989, liebt es, analog zu
fotografieren. Auch wenn sie als freie Fotografin mittlerweile meist digital
fotografiert, ist sie kein Fan davon: „Man macht viel mehr Fotos, als man
braucht, und je mehr Fotos es werden, desto anstrengender ist das.“ Deswegen
hat sie sich auch entschieden, für „10 im Quadrat Reloaded“ jedes Model nur
zweimal zu fotografieren – mit einer Polaroidkamera. Besonderes Anliegen dabei
ist, das Konzept zusammen mit den Models zu kreieren, denn sie möchte „auch die
Charaktere hinter den Kulissen einbinden“, sagt Eva-Marlene. „Fotografieren ist
Teamwork und ich finde es gut, die Idee vom Anfang mit Stylisten, Models,
Make-Up-Artisten oder Assistenten weiterzuentwickeln.“

Ihr Konzept für die Ausstellung: Sie lichtet die Models
zusammen mit einer Pflanze vor einem farbigen Hintergrund ab. Im besten Fall symbolisiert
das Zusammenspiel aus Pflanze und Hintergrund die Persönlichkeit des Models. Den
farbigen Hintergrund suchen die Models selbst aus. Die Wahl der Pflanze hängt
davon ab, ob sie einen grünen Daumen haben oder nicht. Nach einem Testfoto mit
dem Handy, hat das Model nur zwei Versuche, sich in Pose zu werfen. Wenn das
Model nach dem ersten Versuch eine andere Idee hat, kann es sich noch
umentscheiden. So entstehen auch mal zwei unterschiedliche Motive. Doch nur
eines davon landet in der Ausstellung.

Text: Lena Schnelle

Foto: Anouk Elias

Im Rausch

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Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Schauspieler und DJ Leon Haller.

Leon Haller, geboren 1996, gefällt
das Theaterumfeld gut: „Da ist Raum für alle Typen und ich kann sein, wie ich
bin. Im Idealfall kannst du dich vor den anderen nicht verstecken. Man muss
ehrlich zueinander sein.“ Genauso viel Spaß macht es ihm, sich im Theaterstück
„Die Räuber“ gemeinsam mit seinen Kollegen in der Räuberbande in einen
Spielrausch zu begeben. Das Stück gefällt dem jungen Schauspieler gut, da es
eine geballte, konzentrierte Kraft ist. Auch wenn Leon an der Theaterakademie
August Everding im März in sein viertes Jahr kommt, spielt er bereits am
Münchner Residenztheater, und auch am Burgtheater in Wien. Beispielsweise eine
Hauptrolle im Stück „Lass dich heimfahren, Vater oder den Tod ins Herz schreiben“.
Als Ausgleich zu den Proben wird Leon zuhause zum DJ. „Ich lenke mich ab und
komme in einen anderen Zustand“, sagt er, „Das ist mein Yoga.“ Am Anfang war es
für ihn nur ein Hobby und auch wenn er nach wie vor am liebsten zuhause und nur
für sich selbst auflegt, steht er mittlerweile regelmäßig in Clubs wie der
Roten Sonne und dem Harry Klein an den Turntables. Schauspielern und DJ-Sein,
beides schafft es für Leon „mit vorhandenen Mitteln Leute mitzunehmen und sie
in einen Rausch zu versetzen.“

Für den Schauspieler war es nicht schwer, sich vor die
Kamera zu stellen, denn er musste nicht in Rollen schlüpfen und hat den Fotografen
vertraut. „Jeder Fotograf hat ein eigenes Feld, das er erforscht, und ich habe
einfach versucht, dabei mitzuwirken.“ Das Shooting mit Alina Oswald hat ihm am
besten gefallen: „Wir haben uns einfach sehr gut verstanden, sie hat eine tolle
Präsenz und man fühlt sich schnell wohl bei ihr, ohne bequem zu werden.“

Text: Lena Schnelle

Foto: Lara Freiburger

Die Fotosammlerin

Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Fotografin Lorraine Hellwig.

Wie in einer Instagram-Story laufen die Bilder der zehn
Models ab – wie in dem Sozialen Netzwerk bei den Stories üblich mit Text auf
dem Bild. Lorraine Hellwig, geboren 1993, hat die Models zu allem möglichen befragt
und am Ende ein Statement auf ihr Bild geschrieben. Mit den Porträts der
Künstler nimmt sie Bezug auf die Generation Y. Das Y steht für das englische
Wort „Why“, im Deutschen „warum“. Diese Generation hinterfragt viel. „Wir haben
alles und können sein, was wir wollen“, erklärt Lorraine, die Fotodesign an der
Hochschule in München studiert. „Ich möchte sehen, was die Models daraus
machen.“ Damit das Motto im Vordergrund steht und nichts ablenkt – wie zum
Beispiel Klamotten, fotografiert Lorraine die Models nackt.

Seit sie sich erinnern kann, hat Lorraine Hellwig gemalt.
Die Motive dafür hat sie fotografiert. Da ihr immer wieder gesagt wurde, dass
auch die Fotos schon sehr gut seien, blieb Lorraine irgendwann bei der
Fotografie. Auch sie wurde eine Form, sich auszudrücken.

Lorraine lernt gerne Menschen kennen, hört sich ihre
Geschichten an – und fotografiert sie. Lorraine bezeichnet sich selbst als eine
„Fotosammlerin“: „Ich laufe mit meiner Kamera durch die Welt und fotografiere.
Ich finde das Motiv eher als dass ich ein Foto baue, also inszeniere.“ Ihren
fotografischen Stil bezeichnet sie als spontan: „Ich will, dass die Menschen
vergessen, dass sie fotografiert werden.“ Das gelingt Lorraine, indem sie ihre
Modelle ablenkt. Dabei sind ihre Fotos häufig in schwarz und rot gehalten – zum
einen, weil es ihre Lieblingsfarben sind, und zum anderen, weil man die Farben
gut kombinieren kann.

Lorraine fand die Shootings für
„10 im Quadrat Reloaded” sehr
interessant: „Jeder hat auf meine Fragen nach Religion, Politik, und
persönlichen Einstellungen komplett unterschiedlich geantwortet. Jeder ist ja
auch an einem unterschiedlichen Punkt in seinem Leben und versucht, irgendwie
seinen Weg zu gehen oder zu verstehen, warum so und nicht anders.“

Text: Lena Schnelle

Foto: Lorraine Hellwig

Nur Stimme und Körpersprache

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Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Standup-Comedian Michael Mauder.

Schon als Kind hörte sich Michael Mauder, geboren 1993,
Kassetten und CDs von Comedians an. Als Teenager faszinierten ihn die
Mechaniken dahinter. Trotzdem fing er erst einmal an, Geowissenschaften zu
studieren und nebenbei in einem Hotel an der Rezeption zu arbeiten. Trotzdem
stand er immer auf der Bühne, zum Beispiel mit seiner Metalband Abandoned Dreams.
Als sich seine Band 2016 auflöste, dachte er sich: „Jetzt probierst du aus, ob
du Comedy auch selber kannst.“

Seitdem hatte er mehr als 80 Auftritte als Standup-Comedian
– was bedeutet, Comedy ohne Requisiten, Einspieler oder Musikinstrumt. „Du bist
nur du und hast nur deine Stimme und Körpersprache zur Verfügung“, sagt
Michael. „Im besten Fall schaffst du es, zwei Stunden lang Leute zum Lachen zu
bringen.“ Was er dabei gelernt hat ist, dass „je mehr Arbeit du hineinsteckst,
desto weniger denken die Menschen, dass du Arbeit reingesteckt hast.“

In seinem Programm sind langjährige Erfahrungen als Single
genauso Thema wie Erlebnisse von seiner Arbeit als Rezeptionist im Hotel. „Als
Standup-Comedian stellt man sich bloß und zeigt Schwäche“, sagt Michael, „aber
das muss man machen, um sympathisch zu werden.“ Weil es, seiner Meinung nach, in
München zu wenig Comedy gibt, bemüht er sich derzeit mit Kollegen, die Szene zu
stärken. Neben Open Stages hatten Michaels eigene Mixed Shows im Januar
Premiere: „Sonntag Abend Brunch“ und „Stand Up Underground“. Der „Sonntag Abend
Brunch“ im Stemmerhof ist eine Comedy-Talk-Show nach dem Vorbild amerikanischer
Late-Night-Shows. Michael ist der Host, also der Gastgeber, und sein Kollege Pajo
der Sidekick. Als Moderator von „Stand Up Underground“ präsentiert Michael vier
Comedians aus dem Großraum München und Deutschlands sowie einen Newcomer.

Vor der Kamera für
„10 im Quadrat Reloaded” musste Michi aber nicht
unbedingt den Entertainer geben: „Da ich auf der Bühne immer den größtmöglichen
Spaßvogel raus lasse, durfte ich bei diesem Projekt auch mal eine ernstere
Seite von mir zeigen. Auch wenn ich mich teilweise in wirklich absurde Posen
und Situationen stürzen musste, hat die angenehme Atmosphäre, die bei allen
Shooting geherrscht hat, das sehr leicht gemacht.“

Text: Lena Schnelle

Foto: Alina Cara Oswald

Welt verbessern

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Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Fotograf Diego Reindel.

Unterschiede zelebrieren. Das möchte Diego Reindel, geboren
1995, mit seinem Konzept. Dabei fotografiert er die Models an ihrem
Lieblingsort in ihren Lieblingsklamotten und mit einem Lieblingsgegenstand.
Dass er versucht, anders als die anderen Fotografen zu sein, merkt man auch
seinen Fotos für die Ausstellung an. Diego hat einen Hang zum Unnormalen und
möchte diesen Stil fotografisch noch mehr ausprägen. Seine Fotos gehen in
Richtung Dadaismus und Surrealismus. Das Skurrile soll die Fotos für „10 im
Quadrat Reloaded“ witzig machen: „Am Ende muss es Spaß machen, sich die Bilder anzuschauen
und Lust drauf machen, mehr davon zu sehen“, sagt Diego. Er möchte die Models
so gut wie möglich kennenlernen und sie so nah wie möglich darstellen.

Zur Fotografie kam Diego erst nach seinem Abitur durch ein
Praktikum bei dem bekannten Fotografen Paul Ripke. Inzwischen studiert er Fotodesign
an der Hochschule in München. Nachdem er viel an seinem fotografischen Stil
gearbeitet hat und mittlerweile zufrieden ist, möchte er mehr am Inhalt feilen.
Daher beschäftigt er sich momentan mit Soziologie und Philosophie. „Ich möchte
nicht nur Spaß haben, sondern auch einen Sinn sehen in dem, was ich mache“,
erklärt Diego. „Mit meinen Fotos würde ich gerne versuchen das, was mir auf der
Welt nicht gefällt, zu verbessern.“

Doch erst einmal ist Diego gespannt, ob die Betrachter sein
Konzept verstehen. „Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, so viele unterschiedliche
Menschen und deren Lieblingsumgebungen kennenzulernen“, sagt er. „Für mich war
das wahnsinnig inspirierend.“

Text: Lena Schnelle

Foto: Florian Lankes

Studium menschlicher Facetten

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Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Schauspielerin Anouk Elias.

Anouk Elias, geboren 1997, war schon immer theaterbegeistert.
Ihre Mutter ist freischaffende Schauspielerin und ihr Vater Synchronsprecher.
Doch dass sie das Schauspielern zu ihrem Beruf machen würde, weiß Anouk erst
seit einem Auslandsjahr in den USA. Dort hat sie in einem kleinen Vorort von
New York bei dem Musical „Evita“ mitgewirkt. „Da gab es einen Moment, da dachte
ich: Es bringt nichts, etwas anderes zu machen, weil mir Theater so viel Spaß
macht“, sagt Anouk. Während sie sich auf das Abitur vorbereitete, sprach sie
bereits an Schauspielschulen vor. An der Otto-Falckenberg-Schule wurde sie dann
angenommen und seit zwei Jahren studiert sie dort Schauspiel.

„Man kann auf der Bühne alles machen“, sagt Anouk. „Ich kann
lachen oder weinen, schimpfen und sogar morden – ohne Konsequenzen. Das finde
ich toll.“ Gleichzeitig kann die junge Frau sehr viel Psychologisches über Menschen herausfinden und auch Rückschlüsse
auf sich ziehen. Aus diesen Gründen fände es Anouk spannend, mal die Rolle der
„Hedda Gabler“ im gleichnamigen Stück zu spielen. „Hedda ist intrigant und macht
gute Miene zum bösen Spiel“, erklärt Anouk. „Sie ist jung und trotzdem
verbittert, hat schon viele Probleme. Es wäre ein Studium wert zu forschen, wer
Hedda ist.“

Auch bei den Shootings für die Ausstellung zeigte Anouk
unterschiedliche Seiten: „Dadurch dass jeder Fotograf andere Themen hatte und
auf andere Dinge Wert gelegt hat, war es natürlich, dass man bei jedem Shooting
ein bisschen anders war. Aber das passt, schließlich haben wir ja auch so viele
Facetten in uns.“

Text: Lena Schnelle

Foto: Nadja Ellinger

Zwischen Wirklichkeit und Traum

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Wir porträtieren an dieser Stelle bis zur Vernissage alle 20
mitwirkenden KünstlerInnen unserer Ausstellung
“10 im Quadrat Reloaded”
 im Farbenladen – mal Fotograf, mal
Modell. Heute: Fotografin Anna Heimkreiter.

Statt zehn Fotos macht Anna Heimkreiter, geboren 1993, nur
fünf. Sie fotografiert immer zwei Models zusammen, weil sie die Verbundenheit
zweier Menschen durch Körperkontakt darstellen möchte. Das ist nicht nur für
Anna spannend, sondern gerade auch für die Models, da sie sich vorher noch nicht
kennen und sich plötzlich in einer Situation wiederfinden, in der man sich
normalerweise nur mit bereits vertrauten Menschen befindet. „Gerade dadurch
möchte ich aber auch zeigen, dass alle Menschen etwas gemeinsam haben“, erklärt
Anna, „und dass jeder eine Geschichte hat, die es wert ist, erzählt zu werden –
wir müssen uns nur trauen, aufeinander zuzugehen.“

Nach dem Abitur hat Anna Kulturwirtschaft studiert und
arbeitet inzwischen im Bereich Stiftungen. Die Fotografie ist nur ein Hobby.
Ihre Fotos haben eine mystische, geheimnisvolle Atmosphäre. Schon als Kind
liebte sie es, sich in Büchern und Geschichten zu verlieren. Die Fotografie
gibt ihr die Möglichkeit, dort weiterzumachen, wo ihre Worte aufhören. „Sie ist
ein Medium, um sowohl Erinnerungen einzufangen als auch surreale Szenarien zu
schaffen“, sagt Anna. „Die Fotografie befindet sich irgendwo zwischen
Wirklichkeit und Traum und genau das mag ich an ihr.“

Viele ihrer Fotos sind Selbstporträts, und wenn sie jemand
anderen ablichtet, dann meistens Frauen. Für die junge Fotografin sind Frauen
faszinierend und stark: „In den letzten Jahren habe ich mich viel damit
beschäftigt, wie Frauen durch die Geschichte bis in die Gegenwart in der
Fotografie dargestellt wurden und werden, und das ist gerade im Bezug auf
Geschlechterstereotypen sehr aufschlussreich. Seitdem betrachte ich auch meine
eigenen Fotos kritischer. Auch unsere heutige visuelle Kultur spiegelt in
großen Teilen uralte Muster wider.“

Die größte Herausforderung war es für diese Ausstellung nicht,
ausnahmsweise auch Männer vor der Linse zu haben, sondern das Wetter: „Kreativ
zu sein, ist definitiv leichter, wenn man nicht schon halb zum Eiszapfen
erstarrt ist und die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen hat, weil man seine
Models gerade frieren lässt“, sagt Anna, die ihre Models zu zweit draußen
fotografiert hat. „Es war ein bisschen wie eine Wundertüte – man weiß nicht
genau, was man kriegt, aber genau das ist ja der Spaß daran.“

Text: Lena Schnelle

Foto: Anna Heimkreiter