Die SZ Junge Leute Spotify Playlist im September

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Noch einige Tage läuft das
Oktoberfest in München – und der ein oder andere Wiesn-Besucher könnte das
Bedürfnis haben sich die Kugel zu geben, wenn er noch einmal ein Lied von
Andreas Gabalier hören muss. Gut, dass gerade noch rechtzeitig unsere Playlist
um die Ecke kommt und Alternativen bietet – mit viel guter Mucke und viel made
in Munich!

DOPE
LEMON – Fuck Things Up

Menschliches
Zusammenleben ist eine ständige Herausforderung. Einer
baut Mist, ein anderer ist traurig und am Ende hat es keiner so gemeint. Angus
Stone aka Dope Lemon erinnert mich mit seiner stoischen Gelassenheit daran,
dass wir Geschehenes manchmal einfach hinnehmen müssen, ohne uns lange den Kopf
darüber zu zerbrechen. Denn: Sometimes we just fuck things up.

Katharina Würzberg

 

AMI – Blessing & Curse

Diese
raue und doch weiche Stimme, die dich mit so viel Gefühl und Leichtigkeit
mitnimmt. Mitnimmt in die Geschichte, die sie und die sanften Akkorde erzählt.
Hier ist es die einer Liebe – die auch wehtun kann. Einfach nur schön
zu zuhören.

Stephanie Albinger

 

Passenger
– Young As The Morning Old As The Sea

Leicht
und melodisch kommt der neue Song von Passenger-Sänger Mike Rosenberg daher. „Young
As The Morning Old As The Sea“ erzählt vom Fernweh und der damit verbundenen Suche
nach dem Glück. Rosenberg nimmt seine Zuhörer mit auf eine gedankliche
Fernreise nach Norwegen und Schweden über Russland bis hin nach Spanien. Die
leichten Gitarrenklänge wirken
beruhigend und gleichzeitig wehmütig – eine Kombination, die Rosenberg
meisterlich beherrscht. „I wanna be sunny and bright as a sunrise, happy and
full as the moon, I’m fleeting like fireworks fading too soon.” Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Barbara Forster

 

Green Day – Bang Bang

Nach
vier Jahren Absenz melden sich die kalifornischen Punkrocker von Green Day zurück
– und das gleich mit einem Knall. Die erste Singleauskopplung “Bang
Bang” aus ihrem zwölften Studioalbum “Revolution Radio” prangert
Massenschießereien in den USA und deren Rezeption in den sozialen Medien an.
Mit hohem Tempo, reduzierten Power Chords und orientalisch anmutendem
Tonmaterial in der Bridge erinnert der Song an die frühen Werke der Band. Das
Album erscheint am 07. Oktober – die erste Single macht auf jeden Fall Lust auf
mehr.

Maximilian Mumme

 

Lotte Kestner – Bluebird of
Happines

Endlich
Herbst. Endlich kurze Tage. Endlich Entschleunigung. Für den Herbst habe ich
20 000 Lieblingslieder und Liebeslieder. Das hier zum Beispiel. Zu sehnsüchtig
für den Tag, zu schmerzhaft für ein Schlaflied – aber jeder Song der
Trespassers-Williams-Sängerin ist beruhigender als Kräutertee.

Michael Bremmer

 

Brock Berrigan – A Night in Vegas

Allein
der Songtitel lässt genug Bilder im Kopf auftauchen. Der imposante 60s Bigband
Sound, passend zu einer Nacht am Pokertisch in der großen Stadt, wird verfolgt
von einem erfrischendem Boombap-Rhythmus. In Film Noir Manier lassen die
Damenvocals womöglich auf den weiteren Verlauf des Abends im Hotelzimmer
schließen…

Bobbie Spangler

 

Anges Obel – Familiar

Vor kurzer Zeit hat die dänische Singer-Songwriterin Agnes Obel ihr neues Album
“Citizen of Glass” mit der Single “Familiar”
veröffentlicht. Ein Geschenk für graue verregnete Oktobertage, die da kommen
mögen – ihre Melodien sind so gedämpft wie die Stimmung, die man kriegt, wenn‘s
draußen kalt ist und man mit Tee und Kuschelsocken auf dem Sofa bleiben will.
Und doch hellen sie solche Tage auch ein wenig auf – kraftvoll
wie leicht akustisch umgesetzt und dabei so episch, wie es man es zuletzt von
Enya kannte. Die neue Single “Familiar” ist neben den ruhigen Klaviermelodien
auch geprägt von Cello-Parts und leichten Elektro Einklängen, wie sie momentan
eben überall mit drin sein müssen.

Anne Gerstenberg

Mumford and Sons – The Boxer

Ja,
weder „The Boxer“ noch Mumford and Sons ist neu, und ja, vielleicht auch nicht
sehr innovativ, aber dafür umso schöner. Für mich ist diese Version des Simon
and Garfunkel-Klassikers ausnahmsweise, und ganz im Gegensatz zu derzeit
kursierenden Remakes anderer Songs dieser Ikonen, ein eindeutiger Zugewinn.
Traurig und voller Hoffnung zugleich. Das zerreisst innerlich und legt
gleichzeitig eine tröstende Hand auf die Schmerzen.

Theresa Parstofer

 

Okta Logue – Distance

Man
fühlt sich wie auf einer Zeitreise, wenn man Okta Logue hört. Da sind Einflüsse
aus den letzten Jahrzehnten der Musikgeschichte, leicht psychedelisch dank der
Orgel und den Synthie-Klängen, dann wieder modern und indielastig dank der
Gitarre. Mit den beiden Alben „Tales of Transit“ und „Diamonds and Despair“ fällt
man beim Zuhören einfach aus der Zeit und aus jeglicher Musikkonvention heraus,
denn jeder Song überrascht aufs Neue mit märchenhaften und außergewöhnlichen
Varianten einer Musikrichtung, die eigentlich nicht wirklich einzuordnen ist.
„Distance“ hat mich vor allem mit seiner Bass-Line gepackt, die gegen Ende den
Song immer noch weiter vorantreibt und sechs Minuten eines grandiosen Songs
ausfüllt, der eigentlich perfekt den Stil der Band einfängt.

Marina Sprenger

 

Mark Forster – Chöre

Jeder
hat mal Selbstzweifel. Wenn man vor großen Herausforderungen steht, wenn man
Angst davor hat etwas nicht zu schaffen oder wenn man zurückgewiesen wurde. Was
da hilft, sind ein paar aufbauende Worte und die hatte Mark Forster mit „Chöre“
in diesem September für mich.

Anastasia Trenkler

 

The
Whiskey Foundation – Man of the Moon

Seit ich
die Whiskeys als Vorband von AC/DC live gesehen hab, laufen sie bei mir rauf
und runter. Man of the Moon ist mein absolutes Lieblingslied und das nicht nur
wegen Murats cooler Stimme, sondern weil das Lied eine Mischung aus den frühen
Werken der Stones und Muddy Waters ist. Kopfhörer
rein, Sonnenbrille auf und sich wie in einer verrauchten Bar in den 60ern
fühlen

Serafina Ferizaj

 

LCAW – Painted Sky

Kaum zu
fassen, dass der neue Song des Münchners Leon Weber alias LCAW in den Radios
rauf und runter läuft. 2013 wurde LCAW quasi über Nacht zum angesagten DJ in
ganz Europa und legt seitdem auch auf Festivals auf. Dieser Song hat die
perfekte Mischung zwischen Elektrosound und coolem Indiepop, er vertreibt
sommerleicht den düsteren Herbst und zeigt, wie bunt der Himmel mit den
richtigen Klängen sein kann.

Sandra Will

 

Noname
feat. Xavier Omär – All I Need

„Im a fucking rapper. You don’t have to keep saying
female.“ Das hat
Noname vor Kurzem auf Facebook gepostet und verdammt, sie hat so recht. Ein
Grund mehr diese junge Musikerin nicht zu unterschätzen!

Jacqueline Lang


KYTES – Room 509

Das
Album das Munich’s Finest KYTES letzte Woche rausgehauen haben ist ein Brett,
das haben wir ja schon geklärt. Besonders gut gefällt mir „Room 509“, das Lied
reißt mit seiner Energie einfach mit. Round and round!

Philipp Kreiter


Pete Doherty – I Don’t Love Anyone (But You’re Not Just Anyone)

Nach
seinem ersten Soloalbum 2009 hat Pete Doherty sich letzte Woche
überraschend mit einer Single zurückgemeldet. „I Don’t Love Anyone (But
You’re Not Just Anyone)“ heißt die Ballade. Der poetische Song passt
perfekt zum wehmütigen Abschied vom Sommer, aber auch zur ersten Tasse
Tee im Herbst auf dem Sofa. Mehr von Pete Doherty gibt’s dann im
Dezember mit dem Album „Hamburg Demonstrations“, dessen Aufnahmen in der
deutschen Hansestadt entstanden sind

Elisabeth Kagermeier


Bandraumtour: Zu Gast bei Kytes

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Die Kytes haben ihr neues Album vor wenigen Tagen released und geben uns nun einen Einblick an den Ort, an dem fast alle Songs entstehen: ihr Proberaum.

Wie würdet ihr euren Proberaum in drei Wörtern beschreiben?

Laut, Zuhause, Bierflaschen.

Was macht diesen Raum zu eurem persönlichen Bandraum?

Unsere Wände sind voller privater Polaroids von uns mit Freunden oder bei Konzerten etc.

Was war der schönste Moment in eurem Proberaum?

Immer wenn alle sich ansehen und merken, dass ein Song fertig ist, ist das immer ein schöner Moment.

Was ist der merkwürdigste Gegenstand in eurem Bandraum?

Ein Baustellenbegrenzungslicht von einer Schweizer Autobahn.

Was gibt es zur Probe zu trinken?

Wasser, Schorle, Bier.

Wie entstehen bei euch Songs und welche Rolle spielt dabei der Proberaum?

Ohne unseren Raum würden wohl keine Songs entstehen können. Irgendwo muss man ja anfangen Ideen von uns zu einem einem Song zusammenzufügen.

Welcher Song ist z.B. dort entstanden?

Fast alle.

Was macht ihr in eurem Bandraum, wenn ihr nicht probt?

Fussball schauen, gemütliche Runden starten, feiern.

Teilt ihr euren Proberaum mit einer anderen Band? Wenn ja mit wem?

Nein.

Könnte man in eurem Bandraum auch wohnen? Warum ja bzw. nein?

Kann man nicht überall wohnen, wenn man mutig genug ist? Aber nein, laut Vertrag ist das Wohnen ausgeschlossen.

Was seht ihr wenn ihr aus eurem Fenster schaut?

Fenster? Welche Fenster?

Was ist toll an eurem Raum?

Wir können in unsere Instrumente hauen, ohne dass die Polizei kommt. Außerdem ist für uns alle der Proberaum leicht und schnell mit dem Fahrrad erreichbar.

Was stört euch?

Akuter Klopapiermangel am Klo nebenan.

Wie habt ihr euren Proberaum gefunden?

Monatelange Recherche in Zeitungen und Gespräche mit den richtigen Leuten.

Foto: Philipp Herder

Debüt-Album “Heads and Tales” von den Kytes

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Endlich ist es da! Das neue Album der Kytes “Heads and Tales” verspricht wie schon die Vorgänger-EP besten Indiepop made in Munich. Welche Songs darauf zu finden sind und worauf ihr gespannt sein dürft, gibt es vorab schon hier.

Man kann es kaum glauben, dass mit “Heads
and Tales” erst das erste Album der Münchner KYTES erscheint. Zu präsent war die
Band im letzten Jahr in der Münchner, ja sogar in der deutschen Musikszene. Und
so ganz stimmt das dann doch nicht, sind doch vier der fünf Lieder der EP, die
sie vor über einem Jahr veröffentlichten, wieder auf dem Album zu finden. Und
wie klingt der Rest?

Die vier Jungs, aus denen KYTES bestehen –
Michael Spieler, Thomas Sedlacek, Kerim Öke und Timothy Lush – setzen genau das
fort, was sie mit ihrer EP begonnen haben. Schon der Opener der Platte und die
erste Single “I Got Something” gibt die Marschrichtung vor:
gefälliger Indiepop, der mit schöner Melodie und eingängigen Texten zum
Mittanzen einlädt. Dasselbe gilt für “Head To Toe” – mit dem die
vier Musiker gleich ihren nächsten Hit geschrieben haben könnten – und
“Heads Underwater”. Beide klingen wahnsinnig rund, beide würden wohl
das Publikum auf einem Indiefestival zu Begeisterungsstürmen bringen.

Dass die KYTES auch anders können, zeigen
sie im funkigen “Two of Us”, das einen angenehm ruhigen Kontrast zum
furiosen Beginn des Albums bietet.  In
den reiht sich “Spy” dann wieder nahtlos ein, mit ruhigen Beginn und
explosivem Chorus. Auffällig auch “As We Row”, in dem die E-Gitarre
dominanter zu hören ist, als in den meisten anderen Liedern und das Keyboard
erst etwas später einsetzt. Das ist eindeutig eins der stärksten Lieder von
“Heads and Tales”.

Und nach dem vorab bereits bekannten
“Inner Cinema” folgt mit “Talk” das vielleicht interessanteste
Lied des Albums, das mit sehr reduziertem Einsatz der Instrumente startet und
sehr viel Raum für Michaels aussdrucksstarke Stimme lässt. Generell könnten die
KYTES auch der vibirierenden biritschen Musikszene entspringen, aus der
innovative Vertreter moderner Indiemusik wie HONNE oder die Coasts langsam auch
in Deutschland Erfolge feiern. Dass die vier Münchner der Szene einen
Schnellstart verschaffen könnten, zeigt auch der letzte Teil des Albums.

Nach dem energetischen “Room 509”
und dem zurückgenommenen “In The Morning” geben die KYTES im
getragenen “Future Kids” schon fast selbst eine Prognose über ihre
Zukunft – möglicherweise als Zukunft der Münchner Musikszene. Ihr bisher
größter Hit, “On the Run”, eignet sich danach auch sehr gut, um den
letzten ruhigen Teil des Albums aufzubrechen. Und “Sirens” ist dann
schließlich ein klassischer Closer, der noch einmal einige Motive von
“Heads and Tales” aufgreift.

War
es also eine Fehlentscheidung so viele bekannte Lieder mit auf das Album zu
nehmen? Die Antwort ist ein klares Nein. Die KYTES schaffen es, trotz
riesiger Erwartungshaltung im Vorfeld, eine frische Platte abzuliefern. Die
bekannten Lieder integrieren sich gut und die neuen überraschen in ihrer
Vielseitigkeit. “Heads and Tales” könnte ein großer Wurf sein und
eine Initialzündung für eine ganze Szene in Deutschland.

Von: Philipp Kreiter

Foto: KYTES

Bis die Bierdosen wackeln

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Große Auftritte bei Festivals, Release-Show in der Muffathalle, Musik für Fernsehwerbung: Die Kytes sind gerade auf der Erfolgsspur – für die Junge-Leute-Seite haben sie ein WG-Konzert in Obergiesing gespielt.

Von Theresa Parstorfer

Normalerweise würde Michael Spieler, Sänger der Münchner Band Kytes, das Publikum vor dem letzten Song ihres Konzerts auffordern, „die Bude einzureißen“. Das wäre an diesem Freitagabend jedoch tatsächlich sehr schade, denn die Wohnung am Tegernseer Platz, in der das erste Wohnzimmerkonzert der Kytes stattfindet, könnte gut auf dem Cover einer Einrichtungszeitschrift für junges Wohnen abgebildet sein. Altbau, verwinkelt, aber lichtdurchflutet, hohe Decken, helles Parkett, weiße Möbel – schlicht, stilvoll und unglaublich hip.

Verena Lederer, 23, und Marie-Therese Listmeier, 22, wohnen hier und Verena hat vor mehr als einem Monat das erste von der Junge-Leute-Seite der Süddeutschen Zeitung verloste WG-Konzert gewonnen. „Das ist natürlich total cool, ich hatte noch nie eine ganze Band in meinem Schlafzimmer“, sagt sie.

Die Musik der Kytes kannte sie davor schon – die vier jungen Männer aus München noch nicht. Aber gegen 22.30 Uhr, als die Band aufgehört hat zu spielen und langsam wieder Sauerstoff durch die geöffneten Fenster strömen kann, die während des Konzerts geschlossen bleiben mussten, hat sich Michael bereits eine Jogginghose der Gastgeberin ausgeliehen und unterhält sich lachend mit ihren Freunden.

Verenas Freunde bevölkern die beiden Schlafzimmer, den Gang und die Küche, in der liebevoll zubereitete Häppchen und die Getränke bereitstehen. Das Bier steht in der Dusche, sodass jeder, der kein Bier will, erst einmal den Toilettenbesuch ankündigen sollte, bevor er die Tür hinter sich schließt. Vier Paletten Dosenbier hat ein Harlachinger Brauerei-Start-up an diesem Abend vorbeigebracht. Die Gründer des jungen Unternehmens versorgen die Kytes auf ihren Touren mit dem in der „Garagen-Brauerei“ hergestellten Hellen.

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„Das ist natürlich total cool, ich hatte noch nie eine ganze Band in meinem Schlafzimmer“, sagt Verena Lederer (Foto oben).  Für das WG-Konzert der Kytes hat eine Münchner Start-up-Brauerei Getränke zur Verfügung gestellt – so was nennt man dann vermutlich Bierdusche. Fotos: Yunus Hutterer

Zwei Stunden zuvor: Das ohrenbetäubende Schrillen der Klingel will gar nicht mehr verstummen. Das ist keine Metapher. „Ach, das passiert manchmal“, sagt Verena und läuft barfuß in ihrer kurzen Lederhose und dem leicht bauchfreien, geblümten Oberteil die Treppe hinunter, um die Klingel zu reparieren, die sich manchmal verklemmt, wenn man zu fest draufdrückt.

Die Gäste werden immer zahlreicher und man drückt sich die Türklinke in die Hand. Auch das keine Phrase: Auf einmal hält Michael, der Sänger der Kytes, den inneren Griff der Tür in der Hand. Das passiert wohl manchmal. Schallendes Gelächter.

Timothy Lush, der Schlagzeuger, baut gerade die letzten Drums auf. Auf der größten steht „Not Blind Freddy“. Blind Freddy – so hießen die Kytes bis vor ein paar Jahren. Aber dann: neuer Name, neues Image, neuer Sound. Doch nach wie vor ganz viel Vertrauen von vier langjährigen Freunden in den gemeinsamen Wunsch, wirklich gute und erfolgreiche Musik zu machen.

Dass sich dieser Schritt gelohnt hat, zeigt sich an dem sich anbahnenden Erfolg der jungen Band: die Single „On the run“ von den Kytes läuft derzeit im Fernsehen als Hintergrund der Fernsehkampagne eines Mobilfunkanbieters. Im März standen die vier Musiker in Austin, Texas, beim SXSW 2016 auf der Bühne, dem größten Music-Showcase-Festival der Welt. Für den Rest des Jahres sind weitere 36 Konzerte geplant, unter anderem beim Melt! Festival, dem MsDockville und bei ihrem CD-Release-Konzert im Oktober in der Muffathalle.

Dass sich Michael Spieler, Timothy Lush, Kerim Öke und Thomas Sedlacek trotzdem nicht zu schade sind, ohne große Planung ein Wohnzimmerkonzert zu spielen, zeigt, was der wirkliche Charme der Band ist: Ohne Starallüren, unverfälscht und witzig machen sie ihr Ding – und das ist Gute-Laune-Musik irgendwo zwischen Indie-Pop und Rock mit überraschend vielfältigen, elektronischen Einflüssen, sodass sich die Musik nicht unbedingt in eine bestimmte Schublade stecken lässt.

An diesem Abend klingt das Ganze natürlich noch einmal ein bisschen anders. Nicht nur, weil da nur ein kleiner Verstärker in Verenas Schlafzimmer steht und dieser der Nachbarschaft zuliebe nicht auf volle Leistung aufgedreht wird und der elektronische Teil der Musik fehlt, sondern auch, weil die Band nicht ganz vollständig auftreten kann. Kerim, der zweite Gitarrist, ist krank geworden, und „ein Dude von vier Dudes ist dann doch ganz schön viel“, sagt Sänger Michael bei der Eröffnung des Konzerts. „Aber er wäre auch viel lieber hier“, beeilt er sich zu sagen. Wieder wird gelacht.

Zumindest für das Raumproblem ist die kleinere Besetzung beinahe ein Glücksfall, denn das Schlagzeug steht eng an den Schreibtisch gedrängt, für wildes Tanzen ist kaum Platz. Einen „Mini-Pogo“ bekommt das begeisterte Publikum dann aber doch hin, unterstützt von Michael selbst, sodass die Bierdosen neben den feinsäuberlich geordneten Lippenstiften in einem Karton auf dem weißen Schminktischchen bedenklich wackeln.

Bis zum Ende des Gigs fallen aber nur ein Bild von der Wand auf den Schreibtisch und ein paar von Verenas Ketten und Ohrringen auf den Boden. Zumindest nach der knappen Stunde Kytes-Genuss steht die „Bude“ noch – und ein Foto von dem Zimmer, dem Band-Equipment und den leeren Bierdosen würde sich gut machen auf dem Cover von „junges wildes Wohnen“.

Modeln und Modellieren

Der permanente Zwang, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen:
Ana Saraiva, 22, arbeitet als Mannequin und gleichzeitig als Holzbildhauerin – die Geschichte eines Charaktertyps.
 

Zwei Mädchen laufen Hand in Hand durch die Straßen. Sie liegen auf einem Drehrad und schauen in den Himmel. Sie lachen. Sie rauchen. Sie schießen. Im neusten Musikvideo der Münchner Shootingstars Kytes „I got something“ spielt Model und Holzbildhauerin Ana Saraiva eine sorglose junge Frau, die gemeinsam mit ihrer Freundin einen Raub begeht. 

Bereits mit 13 stand die gebürtige Brasilianerin Ana Saraiva, heute 22, vor der Kamera. Zum ersten Mal wurde ihr die Aufmerksamkeit geschenkt, die ihr als der Ältesten von fünf Geschwistern oft verwehrt blieb. Für Ana eine sehr spannende Erfahrung – wenn auch nicht immer nur eine positive. Schnell musste sie lernen, dass sie in das Profil der meisten Agenturen nicht passt – entweder war sie zu klein oder nicht dünn genug. Aber Ana hat auch gemerkt, dass in den vergangenen Jahren ein Umdenken in der Branche stattgefunden hat: Statt menschlicher Kleiderstangen werden immer öfter auch Charaktere gesucht. Menschen mit großem Wiedererkennungswert. Ana hat schwarze, kurze Haare. Sommersprossen auf der Stupsnase und große, braune Rehaugen: burschikos-frech und doch sehr zierlich, fast zerbrechlich.
Manche vermuten, sie komme aus Asien oder aus Russland. Ana selbst fällt es schwer zu beschreiben, welcher Typ sie ist: „Ich weiß nicht, was sie in mir sehen oder sehen wollen.“

Was Ana neben der Möglichkeit, die Welt zu bereisen, am meisten an der Arbeit als Model mag, ist die Tatsache, dass man sehr schnell ein Ergebnis hat, das man sehen kann. Und die körperliche Anstrengung. „Expressives Arbeiten“ nennt sie das. Diese Art zu arbeiten gefällt ihr auch am Beruf Holzbildhauerin besonders gut. Man hat die Möglichkeit, etwas zu erschaffen. Etwas, das Menschen sehen können. Etwas, das sie berührt.

Ana wusste früh, dass sie künstlerisch arbeiten möchte. Schon auf der Realschule hat sie daher den Kunstzweig belegt. Ein konkretes Berufsziel hatte sie damals noch nicht. Einen Besuch beim Arbeitsamt und viele Tests im Internet später war klar: Sie will Holzbildhauerin werden. Dass viele nicht einmal wissen, dass man eine Ausbildung als solche machen kann, stört Ana nicht. Ihr gefällt es sogar, dass es sich dabei um einen aussterbenden Beruf handelt. Beim ersten Betreten der Berufsschule wusste der bekennende Harry-Potter- Freak: „Ich habe mein kleines Hogwarts gefunden.“ 

Nach fast drei Jahren Ausbildung arbeitet sie nun gerade an ihrer Abschlussarbeit. Ihr Ansatz: Der weibliche Körper innerhalb der Gesellschaft unter Berücksichtigung der Psychoanalyse. Im Gegensatz zu den meisten ihrer Mitschüler hat Ana sich nicht für ein Werk entschieden, bei dem ihre technischen Fähigkeiten im Vordergrund stehen. Ihr geht es vielmehr darum, mit ihrer Arbeit ein Gefühl zu transportieren. „Wie in der Musik, dort sind mir auch die Texte hinter der Musik wichtig“, sagt Ana.

Eigentlich wollte sie sich gerade eine Zigarette drehen, doch weil sie nach den richtigen Worten sucht, klebt der Filter immer noch an ihrer Oberlippe und bewegt sich beim Sprechen mit. Ana scheint es kaum wahrzunehmen. Ihre Aufmerksamkeit ist nach Außen gerichtet.
Mit 16 Jahren wurde Ana für die große Kampagne eines bekannten Elektro-Herstellers gebucht. Regelmäßige Anfragen und Aufträge bekommt sie aber vor allem, seit sie einen Instagram-Account hat. Sie spricht von einem „positiven Shit-Storm“. Ana, deren Laptop seit einem Jahr nicht funktioniert. Ana, die nicht mal einen Fernseher hat. Ausgerechnet sie wird über die sozialen Netzwerke berühmt. Sie versteht es selbst nicht so ganz und sieht den Hype kritisch. „Das Business ist sehr vergänglich“, sagt sie. Trotzdem freut sie sich sichtlich. Wenn sie lacht, werden ihre sonst sehr großen Augen zu kleinen Schlitzen.

Ob die kritische Auseinandersetzung mit dem weiblichen Körper in ihrer Arbeit als Holzbildhauerin und ihre Karriere als Model ein Widerspruch sind? Darüber hat Ana selbst noch nie so wirklich nachgedacht. Als Teenager ist sie in das Model-Business einfach so reingerutscht. Ihr macht die Arbeit vor der Kamera Spaß. Es ist ein Blick in eine andere Welt. Und sie sieht es als Privileg, in diesem Job arbeiten zu dürfen. Trotzdem würde sie nie sagen: Hallo, meine Name ist Ana und ich bin Model. Sie ist schon lange im Geschäft, hat aber nie das Model-Leben geführt, das sich manche Teilnehmerinnen der Casting-Serie „Germany’s Next Topmodel“ wohl erträumen. 

Bodenständigkeit ist ein Wort, das Ana oft benutzt. Es ist wohl einer der Gründe, warum sie sich neben dem Modeln für die Holzbildhauerei entschieden hat. In beiden Berufen ist sie immer dazu gezwungen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Natürlich gibt es Tage, an denen das anstrengend ist – aber für Ana gibt es nichts Spannenderes, als sich selbst immer näher zu kommen. Durch die Arbeit als Model hat sie gelernt, sich bewusst zu sehen. Die Arbeit als Holzbildhauerin ist eine Reise in ihr Inneres. Nur durch ihre eigene Kreativität kann ihre Kunst entstehen. Und auch wenn sie es noch zögerlich sagt, die 22-Jährige hat ihr inneres Gleichgewicht schon gefunden: „Ich mag mich, so wie ich bin.“

Von: Jacqueline Lang

Foto: Milena Wohjan

Die SZ Junge Leute Spotify Playlist im April

Neuer Monat, neue Playlist. Und wie immer ist der Mix unserer Autorinnen und Autoren bunt. Von Geheimtipps von Freunden, über ungewöhnliche Cross-Genre-Kombinationen bis hin zu unaussprechlichen amerikanischen Bands – es ist aus jeder auch noch so abgefahrenen Ecke was dabei. 

K.Flay – Wishing it was you

Auf Musik-Empfehlungen von guten Freundinnen ist ja eigentlich immer Verlass. So auch in diesem Fall: K.Flay ist absolut grandios. Die Mischung aus Hip-Hop, Elektro und Indie kann man laut aufdrehen und leise genießen. Danke Ari!

Jacqueline Lang

Isolation Berlin – Alles grau

Ich gehe eher selten auf Konzerte. Ich höre kaum deutschsprachige Musik, von Hip-Hop mal abgesehen. Trotzdem habe ich Isolation Berlin dieses Jahr schon zwei Mal live gesehen. Es waren wunderbare Abende. Glückstrunken und völlig verschwitzt vom ganzen Gespringe und Getanze sind wir Heim gegangen. Irgendwie übt der Rock-Pop-Mix der Hauptstadt-Band etwas auf mich aus, dessen ich mich nur schwer entziehen kann. Da ist der Schmerz in der Stimme von Sänger Tobias Bamborschke – wie er auf schräge und doch wieder genau passende Weise singt „Ich hab endlich keine Träume mehr“. Das ist melancholisch, manchmal wütend, macht mir aber trotzdem wahnsinnig Spaß. Also, Jungs, wenn ihr das nächste Mal hier seid: Ich steh in der ersten Reihe.

Carolina Heberling

Explosions In The Sky – The Ecstatics

Am 1. April ist auf Spotify das neue Album „Wilderness“ von der amerikanischen Postrock-Band „Explosions In The Sky“ erschienen. Meine Meinung, dass Songs ohne Gesang keine richtigen Songs sind, habe ich durch „Explosions In The Sky“ restlos widerlegt: Keine andere Band schafft es, mich durch bloße Instrumentalmusik so zu berühren. Der neue Song „The Ecstatics“ läuft bei mir bereits rauf und runter. Er wirkt beruhigend und lädt zum Träumen ein, ein anderes Mal stimmt er mich etwas nachdenklich. „The Ecstatics“ ist perfekt für verregnete Aprilabende.

Barbara Forster

HONNE feat. Izzy Bizu – Someone that loves you

Das britische Duo HONNE hat sich in den letzten zwei Jahren mit feinem Electronic-Soul einen Namen gemacht. Ihre neueste Single ist da etwas anders als die bisherigen EPs: James und Andy haben sich Izzy Bizu an Bord geholt, die schon mit Sam Smith und Rudimental getourt ist. Ihre Musik ist poppiger als die Tracks der beiden Produzenten – und das bringt Izzy Bizou zum gemeinsamen Song „Someone that loves you“ mit. Das heißt: Weniger warme, sinnliche Klänge,aber ihren typischen entspannten Elektro-Sound verlieren HONNE dabei trotzdem nicht. Das Duett von Izzy und Andy schafft die Gratwanderung, gleichzeitig die „alten“ Fans nicht zu enttäuschen und der Musikwelt zu zeigen, dass man auch vor Pop-Publikum bestehen kann.

Elisabeth Kagermeier

The Last Shadow Puppets – Standing next to me

Diese Rubrik geht ja eigentlich um aktuelle Musik – aber wer hört ein Album das grad erst erschienen ist schon rauf und runter? Ich nicht, eher im Gegenteil. Zum Beispiel hat mich der März-Song von meinem Kollegen Philipp dazu gebracht, die alte „Age of the Understatement“ – Platte von den Last Shadow Puppets wieder auszugraben – guess what? Das Teil ist immer noch genauso gut wie beim ersten Anhören (was übrigens bestimmt drei oder vier Jahre nach Erscheinen der Platte war…). Also lief „Standing next to me“ die letzten Wochen wieder regelmäßig auf dem iPod – richtig, auf dem iPod. Das Lied ist ja schließlich auch acht Jahre alt…

Matthias Kirsch

Pvris – You and I

Ich gebe zu, manchmal bin ich muffelig. Bei aller Liebe möchte ich manchmal nach zehn Stunden historischer Fachliteratur über die bürgerliche Kleinfamilie sogar an einem Freitagabend mit dem Kopf gegen die Wand und nicht in irgendeinen hippen Münchner Club rennen. Sehr zur Freude meines Kopfes habe ich im April aber den perfekten Stimmungsloch-Überbrücker gefunden: „You and I“ von einer amerikanischen Band, deren Name ich mich nicht auszusprechen traue (Pvris). Der Song hat so viel Schwung, so viel Kraft und so viel Ausdruck in sich, dass ich bei jedem Mal Hören noch ein bisschen lauter aufdrehen möchte, und schon in meinem Zimmer anfange zu tanzen.

Theresa Parstorfer

Damien Jurado – And Loraine

Manchmal ist man seiner Zeit einfach voraus. Anfang der Neunziger nahm der Singer-Songwriter Damian Jurado erste Platten auf, Ende der Neunziger war der Musiker aus Seattle Liebling der Musikjournalisten – einzig: Den Hörern da draußen hat das damals nicht sonderlich interessiert. Aber künstlerische Bedeutsamkeit misst sich ja in anderen Dingen. Der Dark-Folk von einst ist vergessen, auf dem aktuellen Album “Visions of us on the Land” zeigt er sich – gut: nicht fröhlich, aber düster-optimistisch. Ein Visionär.

Michael Bremmer

Tim Bendzko – Keine Zeit

Die Welt kann heute jemand anders retten, die Rolle der ich-muss-nur-noch-kurz-die-Welt-retten- Superheldin darf heute gern mal jemand anders übernehmen. Ich habe einfach mal “Keine Zeit”! Dieser Song von Tim Bendzko passt so gut zu den ersten Sonnenstrahlen, zur unbeschwerten Stimmung in der Stadt. Für 3 Minuten und 19 Sekunden entfliehe ich mit diesem Lied dem Alltagsstress und mache einen musikalischen Kurzurlaub!

Stephanie Albinger

Edward Sharpe & the Magnetic Zeros – The Ballad of Yaya

Auf dieses Album warte ich jetzt schon seit Jahren – Und endlich ist es da: Person A, die neue Platte von Edward Sharpe & the Magnetic Zeros. Die Band von Alex Ebert hat das Image einer fröhlichen Hippie-Kommune, einschließlich Drogenexzesse des Frontmanns, die in regelmäßigen Entzügen enden. Und von vorne beginnen. Eine Kultfigur, in deren Musik man das Auf und Ab eines Musikerlebens hören und fühlen kann. Die Musik die Ebert schreibt ist großartig, überraschend, mitreißend, lebenslustig und tieftraurig. Das neue Album macht da keine Ausnahme. Einen bestimmten Song auszusuchen fällt da schwer, denn sie sind alle so verschieden und damit Teil eines Gesamtwerkes, das irgendwo zwischen 70ies Folk, Musical und psychedelischen Sounds schwebt. The Ballad of Yaya vereint aber letztendlich alles, was ich an dieser Band so gerne mag, und fasst die musikalische Essenz des Albums als krönender Abschluss zusammen.

Marina Sprenger

Siriusmo – Ick hab wat bessret vor

Ab und zu krame ich mich durch meine Plattensammlung und mache mich auf die Suche nach vergessenen Juwelen. Bei Siriusmo musste ich diesmal stoppen. Siriusmo ist schon lange kein Geheimtipp mehr, und das zu Recht! Der Berliner Produzent macht Techno Musik. Doch anders als die anderen. Ich würde das Ganze als „gute Laune Techno“ beschreiben. Vor allem der Song „Ick hab wat bessret vor“ macht richtig viel Spaß. Ein Song wie geschaffen für den schön-Wetter-Hoffnungsträger Mai!

Yunus Hutterer

Kytes – I Got Something

Schon die „Debüt“-EP von den Kytes hat mich umgehauen und jetzt legen sie mit ihrer neuen Single „I Got Something“ nach. Nach dem ersten Mal hören direkt Ohrwurm, nach dem mittlerweile x-ten Mal wahrscheinlich mein Lieblingssong von den sympathischen Münchnern. Hier die ganz klare Empfehlung die Jungs im Auge zu behalten und so schnell wie möglich live bei einem der nächsten Anlässe zu sehen. Denn gerade erst waren sie beim SXSW in Texas, die Gelegenheiten die Kytes live und in der Nähe zu bewundern könnten also schnell rapide abnehmen, spätestens wenn endlich das Album da ist…

Philipp Kreiter

Steaming Satellites
– Move On

Österreichs
Musik-Szene ist spätestens seit Wanda und Bilderbuch wieder auf dem Radar aller
Indie-Fans. Auch die Salzburger Band Steaming Satellites sollte eigentlich
längst mit jenen in einem Atemzug genannt werden, obwohl es geradezu den
Anschein macht, dass ihnen selbst ganz recht ist, dass das nicht der Fall ist. Lieber
entspannte Ochsentouren durch kleine Clubs, als ausverkaufte Hallen. Lieber
nach dem Konzert mit den Leuten quatschen, als sich im Backstage verstecken. Wenngleich
ihre Musik eindeutig das Potential dazu hätte, versuchen sie, ihren alternativen
Indie-Charme in jeder Hinsicht zu wahren und alles Poppige zu vermeiden. Der
Track Move On von ihrer aktuellen
Platte ist derzeit mein absoluter Lieblingssong. Herrlich emotional, schlicht,
gleichzeitig verzerrt und doch so klar.        

Katharina Würzberg

Ein Abend mit: KYTES

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Mittlerweile sind die Jungs von KYTES mehr als nur ein Geheimtipp.  Michi, Timothy, Kerim & Thommy waren vor kurzem sogar in den USA. Wenn sie aber doch mal in München unterwegs sind, gönnen sie sich gerne im TÜRKITCH Fischburger und selbstgemachten Ayran. Und wenn es ein guter Abend war, kann es auch schon mal passieren, dass sie ein Handy-Battle starten. Können sie nicht empfehlen – lustig wars trotzdem!

Hier beginnt mein Abend:
Abendessen im TÜRKITCH – bester Kebap in München – sehr zu empfehlen der Fischburger, Köfte und selbstgemachter Ayran.

Danach geht’s ins/zu:
In den Bandraum,  für die Festivals proben und an neuen Songs schreiben, anschließend mit Freunden laute Musik hören, trinken und sinnfreie Weltverbesserungsgespräche führen.
Danach zu Max Ferdinand ins Cord und abschließend zu André Dancekowski ins Pimpernel

Meine Freunde haben andere Pläne. So überzeuge ich sie vom Gegenteil:
Schnaps.

Mit dabei ist immer:
UE Boombox, Wegbier, Freunde, Michis Frisbee.

An der Bar bestelle ich am liebsten:
Pils, Helles, Sambucca, Vodka-Soda, Gin-Tonic, Vodka-Mate, Cuba-Libre, Jägermeister und Blutgrätsche im Cord  – Wasser zwischendurch hilft!

Der Song darf auf keinen Fall fehlen:
Aktuell ‘Daffodils’ von Mark Ronson, ‚Smoke & Retrebution’ von Flume,  ‚So Easy’ von Röyksopp und ‚Lovesick`von Mura Masa.

Mein Tanzstil in drei Worten:  
Spätzünder (vor 03:00 Uhr wird’s schwierig), verstörend & verspult

Der Spruch zieht immer:
Du siehst aus, als könnte ich noch einen Drink vertragen.

Nachts noch einen Snack. Mein Geheimtipp ist:
Bergwolf, wobei das ist wohl kein Geheimtipp, Döner am Sendlinger Tor ist auch super oder Resteessen bei Michi Daheim. Wenn’s gesund sein soll nen Bapfel. (Apfel+Banane).
Wenn’s nicht anders geht: Snack-Sandwich an der Aral (Asia ist unser Favourite)

Meine dümmste Tat im Suff war:
Unser ‚Wer kann sein Handy härter gegen einen Baum werfen Battle’
Nicht zu empfehlen.

Das beste Frühstück nach einer durchfeierten Nacht gibt`s im/bei:
Michi, Rührei mit Speck, Tomaten und zu viel Salz.

Diesem Club/dieser Bar trauere ich nach:
Was könnten wir anderes sagen: Atomic Café.
Aber ernsthaft: Wir vermissen ihn schon sehr 🙁 🙁 🙁

Foto: Philipp Herder 

Internetseite: www.kytesmusic.com

KYTES on board

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KYTES on board – Foto: Timothy Lush

We’ll be back, Austin – Die KYTES on the Run? – Nein, dafür aber auf großer Reise. Gerade waren die Münchner in den USA auf dem SXSW-Festival in Austin, Texas und haben uns ein paar tolle Bilder geschickt – seht selbst!

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Das letzte Nicht-Flugzeug-Essen für lange Zeit – Foto: Thomas Sedlacek

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Die Reise dauerte 24 Stunden. Viel Zeit für Blödsinn –

Foto: Thomas Sedlacek

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Chillen – Foto: Thomas Sedlacek

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Chillen 2 – Foto: Thomas Sedlacek

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New York – Foto: Thomas Sedlacek

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Einen kleinen Snack gab’s auch am Tag darauf im “The Salt Lick” – Foto: Thomas Sedlacek

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Zu Besuch beim Livestream von Vodafone’s German Folks House – Foto: Thomas Sedlacek

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Die komplette Gang (v.l.n.r.: Joey, Tim, Philipp, Wyatt, Michi, Thommy, Kerim) – Foto: KYTES

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In der Mitte: Ilan Rubin (Nine Inch Nails, Angels & Airwaves, The New Regime) und sein Bruder Aaron – Foto: KYTES

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We’ll be back, Austin – Foto: Philipp Herder

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Rot steht uns! – Foto: Philipp Herder

Neuland

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Große Fußstapfen – Der Song “On the Run” der Münchner Indiepop-Band Kytes wurde als Titellied für den neuen Werbespot eines Mobilfunkanbieters ausgewählt. Erst vergangene Woche rockten sie auf Einladung der Süddeutschen Zeitung mit
ihrer Single „On The Run“ den Audi-Dome in der Halbzeitpause der
FC-Bayern-Basketballer gegen Ulm
.

So etwas nennt man einen Lauf. Egal, was die Münchner Indiepop-Band Kytes versucht: Es wird ein Erfolg. Seit zwei Wochen ist klar, dass sie im Frühjahr bei einem der renommiertesten Festivals der Welt spielen dürfen: dem South by Southwest-Festival im texanischen Austin. Vergangene Woche rockten sie auf Einladung der Süddeutschen Zeitung mit ihrer Single „On The Run“ den Audi-Dome in der Halbzeitpause der FC-Bayern-Basketballer gegen Ulm. Jetzt konnten sie mit eben diesem Song gleich ihren nächsten Coup landen: Er wurde als Titellied für den neuen Werbespot eines Mobilfunkanbieters ausgewählt. Dabei treten die Kytes in große Fußstapfen, wie auch Drummer Timothy Lush betont: „Wir haben uns riesig gefreut, als wir erfahren haben, dass sie sich unseren Song ,On The Run‘ für ihre Kampagne ausgesucht hat. Künstler wie Woodkid oder Major Lazer waren bereits in ihren Werbungen zu hören. Wir erhoffen uns dadurch, noch mehr Menschen zu erreichen und sie mit unserer Musik zu begeistern.“ Gut, alles gewinnen die vier jungen Musiker gerade auch nicht. Bei der Wahl der Junge-Leute-Seite zur Band des Jahres landeten sie auf Platz drei.

Von Philipp Kreiter

Foto: Christoph Schaller

Band der Woche

Die Band “Blind Freddy” kehrt zurück- aber unter anderem Namen: Die “Kytes” starten noch einmal neu und geben bald ihr erstes Konzert im STROM.

In Jet-Set-Manier für einen Videodreh nach Brighton fliegen, kurz darauf zurück in München, im Studio weiter am ersten Album arbeiten, bevor das erste Konzert in einem gar nicht so kleinen Club stattfinden wird. Ein wenig klingt das nach vergangenen Zeiten, in denen Rockstar-Träume noch geträumt werden durften, weil in der Musikindustrie noch richtig viel Geld lag. Bei ein wenig Talent konnte eine Ex-Schülerband so die Musik durchaus zu ihrem Beruf machen. Um diesen Musiker-Traum heutzutage trotzdem zu leben, kompensiert die Band Kytes (Foto: Christoph Schaller) die äußere Unsicherheit durch genaueste Planung ihrer Karriere; und das löst sich gerade mit dem gewünschten Erfolg ein: So haben die vier Jungs ihr erstes Video veröffentlicht, der Song „Inner Cinema“ rutschte daraufhin gleich in die „Tracks der Woche“ der BR-Jugendwelle Puls, während die Vorfreude auf das erste Konzert im Münchner Club Strom steigt.
Die Vorbereitung dafür, dass das jetzt so gut klappt, begann eigentlich schon vor mehr als sechs Jahren. Damals, noch als Teenager, gründeten sie ihre erste Band: Blind Freddy diente dabei als Übungsphase, quasi der Band-Musikunterricht. Sie lernten, wie man Songs schreibt und arrangiert, außerdem gingen sie zum ersten Mal auf Tour, spielten anschließend mehr als 70 Konzerte, und am wichtigsten: Sie konnten mit Blind Freddy all die Anfänger-Fehler machen, aus denen sie jetzt gelernt haben. Und irgendwann sollte es dann noch professioneller werden: „Wir haben gemerkt, dass wir an einem Punkt angekommen sind, an dem wir mit Blind Freddy nicht mehr weiterkommen“, erklärt Schlagzeuger Timothy Lush, der als Halb-Australier auch für die englischen Texte verantwortlich ist.
Also drehten sie die Bandgeschichte auf Anfang: neue Ambitionen, neues Konzept, ein neuer Style und ein neuer Name – nur die Besetzung blieb die alte. Und das ist auch gut, immerhin greifen sie auf das eingespielte Vertrauen einer lange existenten Band zurück; etwas, das nicht künstlich reproduzierbar ist. Und so schallt ihre erste Single als groovender Indie-Pop durch die Kopfhörer der Großstadt-Popper. Ein wenig ist der Musik dabei anzuhören, dass die Band ganz auf Nummer sicher geht. Das Debüt der Kytes dürfte dennoch gut funktionieren. Das Handwerkszeug dazu haben sie.  

Stil: Pop / Indie-Pop
Besetzung: Michael Spieler (Gitarre, Gesang), Timothy Lush (Schlagzeug, Texte), Kerim Öke (Gitarre, Keyboards), Thomas Sedlacek (Bass, Synthesizer)
Aus: München
Seit: 2013
Internet: www.kytesmusic.com

Rita Argauer

Foto: Christoph Schaller